Archiv der Kategorie: Work in Progress

Rokoko-Kleid Teil 2.1 – Neues Schnittmuster, neues Glück!

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Heute habe ich den ersten Schnitt für das Rokoko-Korsett fluchend in die Tonne getreten…

Damit will ich zwar nicht sagen, dass mein erster Schnittmuster-Entwurf absolut unbrauchbar ist, allerdings habe ich sehr schnell herausfinden müssen, dass ich damit leider nicht ganz den Effekt erzielen kann, denich gerne hätte. 3 Schnittteile sind zwar durchaus möglich, aber liefern eben nicht das, was ich mir vorstelle. Ich will mehr!

Man könnte natürlich den vorhandenen (und passenden *heul*) Schnitt so umarbeiten, dass mehr Schnittteile heraus kommen. Nur… nun ja: dieser Entwurf hat mich einfach zu sehr geärgert, als dass ich daran jetzt noch lange herum basteln möchte.

neues_Schnittmuster

Zum Glück für das gesamte Projekt habe ich einen 7-teiligen Schnitt gefunden. Jetzt bleibt mir zwar die ganze Anpass-Arbeit nicht erspart, aber zumindest meine Motivation ist zurück gekehrt!

In diesem Sinne: Neues Schnittmuster, neues Glück!

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Rokoko-Kleid Teil 2 – Schnittentwurf Rokoko Korsett

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Normalerweise beginnt man eine Gewandung mit der untersten Schicht. Also müsste ich mit der Chemise beginnen, damit das Korsett dann auch perfekt drüber passt. Die Chemise soll aber einen zum Korsett passenden Ausschnitt haben, den ich logischerweise erst dann machen kann, wenn das Korsett fertig ist. Eine klassische Huhn-oder-Ei-Situation.

Da ich aber noch eine Chemise da habe und so ein Korsett deutlich mehr Spaß macht als ein langweiliges Hemdchen, werde ich mit dem Rokoko-Korsett beginnen. Meine Chemise ist zwar für eine Tudorgewandung, also für eine Zeit, die gut 2 Jahrhunderte vor dem Rokoko war, aber so wahnsinnig viel hat sich im Schnitt da nicht geändert.

Der Schnitt für ein Rokoko Korsett – allgemein

schnuerbrust

Schnittmuster für eine Rokoko-Schnürbrust von www.neheleniapatterns.com

Es gibt zwar durchaus bereits fertige Schnittmuster für ein historisch korrektes Rokoko-Korsett, aber die sind nicht gerade billig. Dann gibt es diverse Anleitungen, nach denen man sich selbst einen Schnitt erstellen kann. Ein fertiges Schnittmuster spart sicher einiges an Zeit, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich damit gänzlich das Anpassen erspart.

Wahrscheinlich werde ich diese Entscheidung noch bereuen, aber ich werde keinen Schnitt kaufen, sondern ihn selbst entwerfen. Vielleicht kann ich ja den Schnitt von meiner (bereits perfekt passenden) Tudor-Schnürbrust abwandeln?

Ob so ein Schnitt richtig passt, kann man leider erst dann erkennen, wenn alle Stäbe  eingesetzt sind und Ösen zum Schnüren da sind – beides gerade die Dinge, welche die meiste Zeit kosten.  *seufts*

 Schnitterstellung Rokoko-Korsett

Ich habe mich erst einmal für die einfachste Version entschieden: ein halbversteiftes Korsett aus nur 3 Schnitt-Teilen. Den Schnitt entwerfe ich ausgehend von dem angepassten Schnitt für das Oberteil eines Tudor-Kirtels um 1550.

Tudor

Tudor Kirtel um 1550

Den Schnitt dafür habe ich meinem geliebten “Tudor Tailor” entnommen.

Dieser Schnitt besteht ebenfalls aus 3 Teilen und obwohl er von der Epoche gut 200 Jahre vor der Zeit, die ich darstellen will (1780), liegt, liefert er mir eine gute Basis.

Schnitt1

Schnitt für den Tudor Kirtel

Um eine Ahnung zu bekommen, wo ich mit dem Schnitt überhaupt hin will, habe ich mir von einer wundervoll aufgebauten Kostümseite den Schnitt für eine halbversteifte Rokoko Schnürbrust ausgedruckt. (Auf der Seite gibt es nicht nur eine ausführliche Erklärung, sondern auch noch den fertigen Schnitt in Größe 40 zum ausrucken…. leider zu groß für mich, aber ein guter Anhaltspunkt)

Schritt 1:

Als Erstes habe ich den bereits bewährten Tudor Schnitt auf Seidenpapier übertragen. Dazu am besten den fertigen Schnitt unter das Seidenpapier legen und abpausen. Anders herum wird das ganze eine ziemliche Zitterpartie und lang nicht so ordentlich, wie wir es eigentlich haben möchten.

Burda Seidenpapier

Schnitt2

Schritt 2:

Als nächstes habe ich den ausgedruckten Schnitt unter den angezeichneten gelegt und ausgerichtet. Dabei habe ich mich vor allem an 2 wichtigen Punkten orientiert:

1. Der Armausschnitt
2. die Taille

Sobald alles fertig angezeichnet ist, ausschneiden!

Schnitt3

Schritt 3:

Zum Glück bin ich auf die Idee gekommen, die Schnitte an der Seitenlinie nebeneinander zu legen. Sonst wäre mir erst beim Nähen aufgefallen, dass die ja nicht überein stimmen.

Also den Armausschnitt ein wenig ausweiten und beide Seitenlinien angleichen.

Schritt 4:

Schnitt4

Fertig!

Was mir aber ein wenig zu denken gibt, ist die Tatsache, dass der Ausschnitt bei dem Rokoko-Korsett um 4,5cm tiefer ist… nicht dass noch was rauspurzelt. 

Naja, mal sehen, schließlich ist das nur der erste Entwurf. Bevor ich da nicht ein Probestück genäht habe, kann man noch gar nichts sagen.

Außerdem befindet sich der Trägeransatz noch weiter außen, als es beim Tudor-Mieder ohnehin schon der Fall ist. Wahrscheinlich werde ich da noch etwas ändern müssen, aber für das Probestück kommen ohnehin keine Träger hin, also dürfte das erst einmal kein Problem sein.

Schnitt5

So…bin schon sehr neugierig, wie das ganze aussehen wird…

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Rokoko-Kleid Teil 1 – Die Planung

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Gerade haben mir liebe Menschen sehr freundlich (und leider auch sehr bestimmt) mitgeteilt, dass ich doch ein Rokokokleid brauche.
Soweit kann ich dem ganzen ja noch zustimmen.

Dann meinten die selben lieben Menschen, dass ich es bis spätestens Oktober brauche.
Das ist jetzt der Moment, wo ein kleines Stimmchen in mir zu kreischen anfängt und irgendetwas von wegen “wir haben doch keine Zeit…” labert. 

Nun ja, eine Herausforderung, würde ich sagen. Ich nehme an!

Heute ist es allerdings schon zu spät, um schon mit dem Schnitt anzufangen… aber planen kann ich zumindest!

 

RokokoAus welchen Teilen besteht ein Rokoko-Kleid?

Ich kann mich nicht so recht mit dem wallenden Rückenteil einer Robe à la fanςaise anfreunden, also habe ich mich für die figurbetonte Robe Anglaise entschieden. Aber was brauch ich alles dafür?

  • eine Chemise
  • Panier, Poschen oder einen Springrock (weiß noch nicht, wofür ich mich entscheiden werde)
  • ein Korsett
  • mindestens einen Unterrock
  • die Robe Anglaise
  • Accessoires…man kann nie genug davon haben… also Hut, Fächer…

Welche Stoffe passen für ein Rokoko-Kleid?

Oje, jetzt wird’s schwierig.

Ich bin natürlich erst einmal dem Irrtum aufgesessen, dass diese “Toile de Jouy”-Stoffe absolut geeignet sind. Leider sind sie es nicht. Darauf sind zwar unter anderem Damen in Rokoko-Gewändern zu sehen, umringt von hübschen Bäumchen, Blümchen, Tierchen und dem starken Geschlecht, aber das sind wohl eher Möbelstoffe.Rokoko-Kleid

Und das waren sie – wie die erste Recherche ergibt – auch damals schon. Also Finger weg.

Leider sind die ersten Fundstücke bei meiner (zugegeben gerade etwas hastigen) Suche nach geeigneten gemusterten Stoffen meist entweder Augenkrebs-erregend oder aber mein Geldbeutel plärrt um Gnade… manchmal sogar beides!

Aber es muss ja nicht unbedingt ein gemusterter Stoff sein.

Beginnen wir also anders: welche Materialien?

Leinen, Wolle und Seide sind die erste Wahl zu dieser Zeit. Bei Baumwolle muss man schon vorsichtiger sein, aber – so wie ich das sehe – ist es durchaus noch akzeptabel. Ich werde also die Chemise, die “Hüfterweiterung (Poschen/Panier/Springrock)) und den ersten Unterrock schon allein aus Kostengründen aus Baumwolle machen.

Für die “Hüfterweiterung” und das Korsett werde ich Stäbe brauchen. Authentisch wäre Fischbein, aber ich habe nicht die geringste Ahnung, wo ich sowas herbekommen soll. Also werde ich wohl eher die Kunststoff-Variante oder eben Federstahl verwenden.

Bleibt nur noch der 2. Unterrock und die Robe Anglaise.

Seide wäre wundervoll, aber teuer. Leinen…nun ja, es ist Oktober. Hier in bayerisch-Sibirien also quasi tiefster Winter. Also doch lieber Wolle oder zumindest ein Wollgemisch.

Und welche Farbe?

Die Filmindustrie präsentiert uns eine bonbonfarbene Pracht. Will ich wirklich ein Teil davon sein? Auf jeden Fall!
Mal sehen, ob ich etwas in der Art finde, aber eher in einer etwas gedeckten Variante.

Wie authentisch das ganze ist, kann ich leider nicht sagen. Aber in der kurzen Zeit ist es fast unmöglich, all die nötigen Informationen, Materialien und Schnitte zusammen zu suchen. Und auf meine geliebte Frau Elna (meine Nähmaschine) werde ich bestimmt nicht verzichten!

Die nächsten Tage werden also ganz der Stoffsuche gewidmet sein…

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