Archiv der Kategorie: Superhelden

Marvel Neustart: Venom, Jagd auf Wolve-rine und Infinity Wars

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Nach dem Marvel-Neustart locken nun die ersten passenden Crossover-Events. In Jagd auf Wolverine machen sich verschiedene Teams auf die Suche nach dem Mutanten und in Infinity Wars sind die Infinity-Steine wieder kurz davor vereint zu werden. Daneben startet Venom noch mit einer ganz neuen Serie.

Dieser Beitrag wurde von Kai Frederic Engelmann geschrieben

Newsfeed Quelle: Kai Frederic Engelmann bereitgestellt von https://www.teilzeithelden.de https://www.teilzeithelden.de/2019/04/20/marvel-neustart-venom-jagd-auf-wolve-rine-und-infinity-wars/

Ant-Man and the Wasp: Erster Trailer veröffentlicht

Ant-Man and the Wasp: Erster Trailer veröffentlicht
Der erste Trailer zum Marvel-Film Ant-Man and the Wasp wurde gestern veröffentlicht. Die Fortsetzung zu Ant-Man schließt direkt an die Ereignisse von Captain America: Civil War an. Scott Lang wurde als Unterstützer von Captain America inhaftiert, aber am Ende befreit. Jetzt ist er erneut ein gesuchter Verbrecher, muss seine Familie zurücklassen und bringt damit ungewollt auch seine Mentoren Hank Pym und Hope Van Dyne in Gefahr.
Doch zum Glück hat Hank seiner Tochter den Wasp-Anzug gebaut. Damit stiehlt Hope ihrem Kollegen Scott sofort die Show, indem sie etwa behände um mehrere Wurfmesser herumfliegt. Ebenfalls wieder mit von der Partie: Publikumsliebling Cassie, Luis‘ und Scotts Tochter. Neu dazu kommen Laurence Fishburne als Bill Foster/Goliath und Michelle Pfeiffer als Hopes Mutter Janet, die erste Wasp. Für Sekundenbruchteile sieht man auch den Iron Man-Bösewicht Ghost, hier im MCU als weibliche Version dargestellt von Hannah John-Kamen (bekannt aus den Serien Killjoys und Black Mirror).
Am spannendsten für Comicfans dürfte aber eine Kurzeinstellung sein, in der eine Art U-Boot zu sehen ist, umgeben von Kleinstlebewesen wie Bärtierchen. Dies könnte einen erneuten Ausflug ins Microverse andeuten, wo Janet Van Dyne vermutet wird.
Ant-Man and the Wasp kommt am 2. August 2018 in die deutschen Kinos.
Artikelbilder und Video: Marvel Studios
 

Der erste Trailer zum Marvel-Film Ant-Man and the Wasp wurde gestern veröffentlicht. Die Fortsetzung zu Ant-Man schließt direkt an die Ereignisse von Captain America: Civil War an. Scott Lang wurde als Unterstützer von Captain America inhaftiert, aber am Ende befreit. Jetzt ist er erneut ein gesuchter Verbrecher, muss seine Familie zurücklassen und bringt damit ungewollt auch seine Mentoren Hank Pym und Hope Van Dyne in Gefahr.
Doch zum Glück hat Hank seiner Tochter den Wasp-Anzug gebaut. Damit stiehlt Hope ihrem Kollegen Scott sofort die Show, indem sie etwa behände um mehrere Wurfmesser herumfliegt. Ebenfalls wieder mit von der Partie: Publikumsliebling Cassie, Luis‘ und Scotts Tochter. Neu dazu kommen Laurence Fishburne als Bill Foster/Goliath und Michelle Pfeiffer als Hopes Mutter Janet, die erste Wasp. Für Sekundenbruchteile sieht man auch den Iron Man-Bösewicht Ghost, hier im MCU als weibliche Version dargestellt von Hannah John-Kamen (bekannt aus den Serien Killjoys und Black Mirror).
Am spannendsten für Comicfans dürfte aber eine Kurzeinstellung sein, in der eine Art U-Boot zu sehen ist, umgeben von Kleinstlebewesen wie Bärtierchen. Dies könnte einen erneuten Ausflug ins Microverse andeuten, wo Janet Van Dyne vermutet wird.
Ant-Man and the Wasp kommt am 2. August 2018 in die deutschen Kinos.
Artikelbilder und Video: Marvel Studios
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Ant-Man and the Wasp: Erster Trailer veröffentlicht

Angeschaut: Black Lightning – Back in Neonblau (Netflix/DC) – Wer ist der Kerl eigentlich?

Angeschaut: Black Lightning – Back in Neonblau (Netflix/DC) – Wer ist der Kerl eigentlich?
Black Lightning ist zurück. Der DC-Held aus der zweiten Reihe bekommt eine eigene Netflix Serie und der Pilot wurde dieser Tage ausgestrahlt. Ob der einst etwas sehr klischeehafte Held heutzutage bestehen kann und die Zuschauer auf dem kleinen Schirm begeistern kann? Wir haben ihn uns angesehen.
Jefferson Pierce, ein ehemaliger olympischer Zehnkämpfer, hat es sich zur Aufgabe gemacht seinen Stadtteil, beziehungsweise seine Stadt, vom üblen Einfluss der Gang „The 100“ zu befreien. Erstmalig tauchte der Superheld 1977 bei DC auf und war damit der erste afroamerikanische Held eines großen Comicverlages.
Black Lightning, (c) DC Comics
Der afroamerikanische Autor Tony Isabelle, der unter anderem auch an den Marvel-Reihen Luke Cage, Ghostrider und Captain America mitwirkte, und der ebenfalls afroamerikanische Zeichner Trevor van Eeden (Batman, Green Arrow) gestalteten ihn als einen mutigen Mann mittleren Alters, der zunächst als Olympionike zu Ruhm gelangte und später an seiner alten Schule erst als Lehrer und letztlich sogar als Direktor tätig war. Doch die Kriminalität in der Stadt nahm immer mehr überhand und als einer seiner Schüler starb, entschied sich der vom Sport gestählte Mann, dem Bösen die Stirn zu bieten.
Black Lightning, (c) DC Comics
Mit Hilfe eines hochentwickelten Gürtels, der ihm elektrische Kräfte verlieh warf er sich in den Kampf. Um seine wahre Identität zu verbergen, trug er dabei eine Afro-Perücke und eine weiße Domino-Maske. Dieses etwas gewöhnungsbedürftige Äußere war der Tatsache geschuldet, dass Black Lightning ein Kind des Bronze Age of Comics, also eines Zeitalters mit Pioniergeist, aber auch sehr ungewöhnlichen und bizarren Einfällen ist. Sein Outfit erinnerte sehr stark an den Disco-Stil, der zu dieser Zeit en vogue war, und wäre heute nicht mehr zeitgemäß. Außerdem passte er seinen Sprachstil dem Straßen-Slang an. Es ist interessant zu bemerken, dass er sich das damals vorherrschende Klischee aneignete, um sich und seine Liebsten zu schützen.
Im Laufe der Jahre trat er diversen Teams bei und verließ diese wieder. Legte die Perücke ab und trug mal Glatze, mal Dreadlocks. Das erste Team, in dem er sich engagierte, waren die von Batman gegründeten Outsiders. Dieses Team sollte jene Probleme lösen, um die Batman sich nicht selbst kümmern konnte. Zu den Mitgliedern der Outsiders gehörte auch Katana, die heute im Suicide Squad einer der beliebtesten Charaktere ist. Black Lightning zog weiter zur JLA, aber lange hielt es ihn nie in einem Team, auch wenn er sich ab und an mit Blue Devil, Batman und Superman zusammentat. Die Familie war immer sein höchstes Gut. Seine beiden Töchter werden später ebenfalls zu Superhelden, Thunder und Lightning.
Einen Tiefpunkt seiner Karriere erreichte er, als er unter Präsident Lex Luthor zum Bildungsberater der Regierung aufstieg. Das brachte ihm viel Misstrauen ein. Jüngst tauchte der Charakter auch im DC-Action-Spiel Injustice 2 als spielbare Figur auf.
Neues Licht, alte Schatten – die Serie
Nun ist die eigenständige Netflix-Serie Black Lightning gestartet. Sie ist weder Teil des DC Cinematic Universe, noch mit den erfolgreichen Serien des Arrowverse verbunden. Netflix hat aber nicht ausgeschlossen, die Eigenproduktion bei Erfolg für eine Verknüpfung mit Arrow, Flash, Supergirl und Co vorzuschlagen. In seiner neuen Gestalt weist die Welt von Black Lightning überraschend wenig Unterschiede zu ihren Ursprüngen auf. Hier liegt die Garfield Highschool, an welcher er als Direktor tätig ist, jedoch nicht im Suicide Slum von Metropolis, sondern in der eigenständigen Großstadt Freeland City. Die Gang The 100 terrorisiert die Bürger und die Polizei ist machtlos und korrupt. Jefferson Pierces älteste Tochter schließt sich einem Protest gegen die Gang und die Polizei an und wird verhaftet. Ausgerechnet an dem Abend, an dem ihr Vater für seine gemeinnützige Arbeit geehrt werden soll. Als sie auf dem Weg vom Polizeipräsidium zur Schule von rassistischen Cops angehalten und schikaniert werden, kann Jeff nur schwer an sich halten.
Später schleicht sich die jüngere Tochter von der Veranstaltung und geht mit ihrer besten Freundin in den Club 100, der diesen Namen nicht grundlos trägt. Dort gerät sie prompt in Schwierigkeiten, als sie mit einem kleinen Gauner anbandelt, welcher wiederum Probleme mit Lala, dem Kopf der Gang, hat. Nun ist es an Papa seinen Sprössling, im wahrsten Sinne, rauszuhauen. Unerkannt kann Jeff seiner Tochter beistehen, bricht dabei allerdings das Versprechen, das er seiner geschiedenen Frau neun Jahre zuvor gab: nie wieder Black Lightning.
Damals hatte er den Unterweltboss Tobias Whale besiegt und wurde dabei schwer verletzt. Trotz seines Versprechens ließ sich seine Frau von ihm scheiden, da sie die Angst um ihn und die Kinder nicht mehr ertragen konnte. Diesen Ausrutscher kann Jefferson gerade noch vor ihr verheimlichen.
Einige Tage später eskaliert die Situation jedoch, als der kleine Gauner, auf Rache für die Demütigung gegenüber seinem Boss sinnend, mit einigen Kumpels die Schule stürmt, beide Töchter des Direktors entführt und als Geiseln nimmt. Diesmal ist sogar Jeffs Exfrau damit einverstanden, dass er losgeht und ihre Kinder zurückholt. Black Lightning is back!

Hat die Serie mich geflashed?
Ich muss sagen, ja.  Ich werde die Serie definitiv weiterverfolgen. In meinen Augen ist „The Resurrection“ – „Die Auferstehung“ ein gelungener Auftakt für eine durchaus vielversprechende Serie.
In dieser Version sind Jeffersons Kräfte inhärent und nicht durch Technologie unterstützt. Ihr Ursprung liegt noch im Dunkeln und wird hoffentlich in einer späteren Folge thematisiert.
Sein Auftreten ist cool und selbstbewusst, auch wenn er nicht der typische, junge, dynamische Superheld ist, welcher von Dach zu Dach hüpft. Er ist gesetzter, gefestigter in seinen Ansichten und Überzeugungen. Erst der Umstand, dass seine Familie unmittelbar bedroht wird, lässt ihn wieder zum Vigilanten werden. Was ihn direkt wieder zur Zielscheibe von Polizei und Gangstern macht. Hier finde ich es gut, dass ein TV-Kommentator tatsächlich die Frage stellt: „Andere Städte haben auch kostümierte die auf den Straßen kämpfen. Das sind Helden! Warum ist Black Lightning keiner?“ Und Jeffs philosophischer Rat seiner Tochter gegenüber, wer Gewalt mit Gewalt begegne, erzeuge nur noch mehr Gewalt, wird sich schon bald bewahrheiten.
Allerdings habe ich auch ein wenig Kritik anzubringen:
Es hat den Anschein, dass alle, wirklich alle, hellhäutigen Menschen in Freeland entweder korrupt oder rassistisch veranlagt sind. Zwar gibt es auch genügend böse dunkelhäutige Gangster und Spießgesellen, die durchs Bild huschen, aber irgendwie hat kein weißer Mensch auch nur ein gutes Wort zu sagen oder auch nur eine harmlose Rolle. Der Oberbösewicht ist ein Albino-Afroamerikaner, seine schrägen Killer-Assistenten sind Kaukasier und selbst unter den Reportern stellen nur Weiße die unangenehmen Fragen und wollen die Polizei bloßstellen.  Ist das nun Gesellschaftskritik anhand umgekehrter Klischees? Ich bin ein wenig irritiert von diesem Umstand.
Witzig fand ich, dass Jefferson Pierce auch in dieser Inkarnation in seiner Black Lightning Persona die Mundart der Gangster imitiert und als hochangesehener Direktor eben sehr gewählt spricht. Zwar würde ihn normalerweise jeder halbwegs clevere Mensch hinter der Skibrille und im Neon-Leuchte-Anzug erkennen, aber das ist Genre-Standard.
Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Artikelbilder: Netflix, The CW, DC Comics
 

Black Lightning ist zurück. Der DC-Held aus der zweiten Reihe bekommt eine eigene Netflix Serie und der Pilot wurde dieser Tage ausgestrahlt. Ob der einst etwas sehr klischeehafte Held heutzutage bestehen kann und die Zuschauer auf dem kleinen Schirm begeistern kann? Wir haben ihn uns angesehen.
Jefferson Pierce, ein ehemaliger olympischer Zehnkämpfer, hat es sich zur Aufgabe gemacht seinen Stadtteil, beziehungsweise seine Stadt, vom üblen Einfluss der Gang „The 100“ zu befreien. Erstmalig tauchte der Superheld 1977 bei DC auf und war damit der erste afroamerikanische Held eines großen Comicverlages.
Black Lightning, (c) DC Comics
Der afroamerikanische Autor Tony Isabelle, der unter anderem auch an den Marvel-Reihen Luke Cage, Ghostrider und Captain America mitwirkte, und der ebenfalls afroamerikanische Zeichner Trevor van Eeden (Batman, Green Arrow) gestalteten ihn als einen mutigen Mann mittleren Alters, der zunächst als Olympionike zu Ruhm gelangte und später an seiner alten Schule erst als Lehrer und letztlich sogar als Direktor tätig war. Doch die Kriminalität in der Stadt nahm immer mehr überhand und als einer seiner Schüler starb, entschied sich der vom Sport gestählte Mann, dem Bösen die Stirn zu bieten.
Black Lightning, (c) DC Comics
Mit Hilfe eines hochentwickelten Gürtels, der ihm elektrische Kräfte verlieh warf er sich in den Kampf. Um seine wahre Identität zu verbergen, trug er dabei eine Afro-Perücke und eine weiße Domino-Maske. Dieses etwas gewöhnungsbedürftige Äußere war der Tatsache geschuldet, dass Black Lightning ein Kind des Bronze Age of Comics, also eines Zeitalters mit Pioniergeist, aber auch sehr ungewöhnlichen und bizarren Einfällen ist. Sein Outfit erinnerte sehr stark an den Disco-Stil, der zu dieser Zeit en vogue war, und wäre heute nicht mehr zeitgemäß. Außerdem passte er seinen Sprachstil dem Straßen-Slang an. Es ist interessant zu bemerken, dass er sich das damals vorherrschende Klischee aneignete, um sich und seine Liebsten zu schützen.
Im Laufe der Jahre trat er diversen Teams bei und verließ diese wieder. Legte die Perücke ab und trug mal Glatze, mal Dreadlocks. Das erste Team, in dem er sich engagierte, waren die von Batman gegründeten Outsiders. Dieses Team sollte jene Probleme lösen, um die Batman sich nicht selbst kümmern konnte. Zu den Mitgliedern der Outsiders gehörte auch Katana, die heute im Suicide Squad einer der beliebtesten Charaktere ist. Black Lightning zog weiter zur JLA, aber lange hielt es ihn nie in einem Team, auch wenn er sich ab und an mit Blue Devil, Batman und Superman zusammentat. Die Familie war immer sein höchstes Gut. Seine beiden Töchter werden später ebenfalls zu Superhelden, Thunder und Lightning.
Einen Tiefpunkt seiner Karriere erreichte er, als er unter Präsident Lex Luthor zum Bildungsberater der Regierung aufstieg. Das brachte ihm viel Misstrauen ein. Jüngst tauchte der Charakter auch im DC-Action-Spiel Injustice 2 als spielbare Figur auf.
Neues Licht, alte Schatten – die Serie
Nun ist die eigenständige Netflix-Serie Black Lightning gestartet. Sie ist weder Teil des DC Cinematic Universe, noch mit den erfolgreichen Serien des Arrowverse verbunden. Netflix hat aber nicht ausgeschlossen, die Eigenproduktion bei Erfolg für eine Verknüpfung mit Arrow, Flash, Supergirl und Co vorzuschlagen. In seiner neuen Gestalt weist die Welt von Black Lightning überraschend wenig Unterschiede zu ihren Ursprüngen auf. Hier liegt die Garfield Highschool, an welcher er als Direktor tätig ist, jedoch nicht im Suicide Slum von Metropolis, sondern in der eigenständigen Großstadt Freeland City. Die Gang The 100 terrorisiert die Bürger und die Polizei ist machtlos und korrupt. Jefferson Pierces älteste Tochter schließt sich einem Protest gegen die Gang und die Polizei an und wird verhaftet. Ausgerechnet an dem Abend, an dem ihr Vater für seine gemeinnützige Arbeit geehrt werden soll. Als sie auf dem Weg vom Polizeipräsidium zur Schule von rassistischen Cops angehalten und schikaniert werden, kann Jeff nur schwer an sich halten.
Später schleicht sich die jüngere Tochter von der Veranstaltung und geht mit ihrer besten Freundin in den Club 100, der diesen Namen nicht grundlos trägt. Dort gerät sie prompt in Schwierigkeiten, als sie mit einem kleinen Gauner anbandelt, welcher wiederum Probleme mit Lala, dem Kopf der Gang, hat. Nun ist es an Papa seinen Sprössling, im wahrsten Sinne, rauszuhauen. Unerkannt kann Jeff seiner Tochter beistehen, bricht dabei allerdings das Versprechen, das er seiner geschiedenen Frau neun Jahre zuvor gab: nie wieder Black Lightning.
Damals hatte er den Unterweltboss Tobias Whale besiegt und wurde dabei schwer verletzt. Trotz seines Versprechens ließ sich seine Frau von ihm scheiden, da sie die Angst um ihn und die Kinder nicht mehr ertragen konnte. Diesen Ausrutscher kann Jefferson gerade noch vor ihr verheimlichen.
Einige Tage später eskaliert die Situation jedoch, als der kleine Gauner, auf Rache für die Demütigung gegenüber seinem Boss sinnend, mit einigen Kumpels die Schule stürmt, beide Töchter des Direktors entführt und als Geiseln nimmt. Diesmal ist sogar Jeffs Exfrau damit einverstanden, dass er losgeht und ihre Kinder zurückholt. Black Lightning is back!

Hat die Serie mich geflashed?
Ich muss sagen, ja.  Ich werde die Serie definitiv weiterverfolgen. In meinen Augen ist „The Resurrection“ – „Die Auferstehung“ ein gelungener Auftakt für eine durchaus vielversprechende Serie.
In dieser Version sind Jeffersons Kräfte inhärent und nicht durch Technologie unterstützt. Ihr Ursprung liegt noch im Dunkeln und wird hoffentlich in einer späteren Folge thematisiert.
Sein Auftreten ist cool und selbstbewusst, auch wenn er nicht der typische, junge, dynamische Superheld ist, welcher von Dach zu Dach hüpft. Er ist gesetzter, gefestigter in seinen Ansichten und Überzeugungen. Erst der Umstand, dass seine Familie unmittelbar bedroht wird, lässt ihn wieder zum Vigilanten werden. Was ihn direkt wieder zur Zielscheibe von Polizei und Gangstern macht. Hier finde ich es gut, dass ein TV-Kommentator tatsächlich die Frage stellt: „Andere Städte haben auch kostümierte die auf den Straßen kämpfen. Das sind Helden! Warum ist Black Lightning keiner?“ Und Jeffs philosophischer Rat seiner Tochter gegenüber, wer Gewalt mit Gewalt begegne, erzeuge nur noch mehr Gewalt, wird sich schon bald bewahrheiten.
Allerdings habe ich auch ein wenig Kritik anzubringen:
Es hat den Anschein, dass alle, wirklich alle, hellhäutigen Menschen in Freeland entweder korrupt oder rassistisch veranlagt sind. Zwar gibt es auch genügend böse dunkelhäutige Gangster und Spießgesellen, die durchs Bild huschen, aber irgendwie hat kein weißer Mensch auch nur ein gutes Wort zu sagen oder auch nur eine harmlose Rolle. Der Oberbösewicht ist ein Albino-Afroamerikaner, seine schrägen Killer-Assistenten sind Kaukasier und selbst unter den Reportern stellen nur Weiße die unangenehmen Fragen und wollen die Polizei bloßstellen.  Ist das nun Gesellschaftskritik anhand umgekehrter Klischees? Ich bin ein wenig irritiert von diesem Umstand.
Witzig fand ich, dass Jefferson Pierce auch in dieser Inkarnation in seiner Black Lightning Persona die Mundart der Gangster imitiert und als hochangesehener Direktor eben sehr gewählt spricht. Zwar würde ihn normalerweise jeder halbwegs clevere Mensch hinter der Skibrille und im Neon-Leuchte-Anzug erkennen, aber das ist Genre-Standard.
Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Artikelbilder: Netflix, The CW, DC Comics
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Angeschaut: Black Lightning – Back in Neonblau (Netflix/DC) – Wer ist der Kerl eigentlich?

Rezension: X-Men Gold #01 – ein neuer Morgen (Marvel/Panini)

Rezension: X-Men Gold #01 – ein neuer Morgen (Marvel/Panini)
Der Krieg gegen die Inhumans ist vorbei, Medusa zerstörte das Terigen. Emma Frost hatte auch ihre Finger im Spiel und nun ist Kitty Pryde die neue Anführerin der X-Men. Ob die mittlerweile erwachsene Phaserin dem altgedienten Team eine neue und würdige Führung verpassen kann?
Mit X-Men Gold tritt ein neues Team an, den Gefahren, die die Mensch- und Mutantenheit bedrohen, entgegenzutreten. Das Team könnte ungewöhnlicher nicht sein: Old Man Logan (ja, er lebt wieder – oder nicht?), Rachel Grey-Summers, Nightcrawler, Storm, Colossus und eben jene Kitty Pryde, die damals in Days of Future Past ihre erste große Rolle bekam. Übrigens, ich rede vom Comic, nicht dem Film.
Der vorliegende Band ist die Sammelübersetzung der US-Originale X-Men Gold (2017) 1-6.
Handlung
Nach all dem Chaos, welches die Mutanten im Krieg gegen die Inhumans auslösten, ist das Vertrauen der Menschheit naturgemäß niedrig. Wen verwundert es da, dass es populistische Elemente (welch wunderbarer zeitgenössischer Bezug!) gibt, die die Mutanten endgültig ins Aus drängen wollen? An vorderster Front steht hier Lydia Nance – die Sprecherin und Leiterin der Heritage-Initiative. Diese Frau, die Mutanten als schuldig für nahezu alle Belange brandmarkt, wird noch von Bedeutung in folgenden Ausgaben sein.
Der „Fact“-Channel
Tatsächlich kommt es, wie zu erwarten war, zu Übergriffen auf die menschliche Bevölkerung und die X-Men wollen wieder in ihre alte Rolle schlüpfen, Helfer und Beschützer zu sein. Auch wenn sie im Auftrag erfolgreich sind, wird ihnen von den Betroffenen nur Feindschaft entgegengebracht. Was für ein frustrierendes Erlebnis aus der Warte der Helden! Dennoch wirken die Worte der neuen Anführerin und auch der Pragmatismus von Uns-Aller-Liebling-Logan wahre Wunder.
Der Sammelband bietet zwei Geschichten, von denen jede wie ein Auftakt zu Größerem wirkt. In der ersten Geschichte treffen die X-Men auf die „Bruderschaft der bösen Mutanten“ (und machen sich zu Recht lustig über den Namen). In der zweiten Episode muss Gambit ein unangenehmes Zusammentreffen mit einer KI und replizierenden Naniten überstehen und ruft die X-Men zu Hilfe. Wenn wir nun noch als kleinen Hinweis bekannt geben, dass die KI mit der Familie Trask zu tun hat, kratzen wir nah am Spoiler.
Beiden Geschichten ist gemein, dass die Helden in gewohnter X-Men-Manier in Überlebensgröße gegen Gefahren antreten. Besonders die zweite Geschichte ist davon getragen und zeigt einige Akteure des Marvel-Universums, die sonst nur am Rande der X-Men agieren oder eher in andere Serien gehören.
Furios? Ja! Extrem? Ja! Ungewöhnlich, bunt und am Rande dessen, was die Wahrnehmung erträgt? Ja! Aber würden wir es anders wollen?
Charaktere
Naturgemäß liegt der Fokus auf der neuen Hauptriege der X-Men. Ob nun Romanze oder Pragmatismus – jede der neuen Hauptrollen bekommt ihre Zeit, wobei jedoch Kitty und Logan deutlich im Vordergrund stehen.
Andere treten eher in den Hintergrund oder überzeugen durch knallharte Action. Interessant ist auch, dass einige Mutanten neue Kräfte zeigen.
Trotz aller Heldentaten sind Menschen zurückhaltend
Viel mehr lässt sich jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, leider. Interessant wird die Partnerwahl von Kitty sein, die schon mit so schillernden Gestalten wie Peter Quill zusammen war. Von großer Bedeutung ist auch Rachel Grey-Summers. Die Tochter von Cyclops und Jean Grey aus der oben genannten Parallelzeiten-Geschichte Days of Future Past wird in die Fußstapfen ihrer Mutter treten, jedoch offenbar ohne die gefährlichen Nebenwirkungen der Phoenix-Force. Marc Guggenheim baut hier auf jeden Fall ein interessantes und erfolgsversprechendes Szenario auf.
Zeichenstil
Beide Episoden unterscheiden sich maßgeblich durch den Zeichenstil. Während die erste von R. B. Silva gezeichnet wurde und mit vielen Details wie auch starken Kontrasten aufwarten kann, ist die zweite Episode rund um das Erbe der Trask-Familie von einfachen Formen und überdeutlichen Panels durch Ardian Syaf charakterisiert.
Das bedeutet nun nicht, dass der eine Zeichenstil besser oder der andere schlechter wäre. Uns hat vor allem jedoch Silva überzeugt. Hier werden die Details stärker betont, die perspektivische Tiefe ist höher. Schlichtweg ist die Ikonografie stärker, was die Panels einprägsamer macht. Ardian Syaf hat zudem seine eigene negative Vergangenheit und arbeitet nun nicht mehr für Marvel.
Erscheinungsbild
Was soll man groß über die Qualität der Publikationen des deutschen Platzhirsches sagen? Farben und Kontraste sind stark, die Haptik ist gut, das plastifizierte Cover sorgt für Resistenz. Gewohnte Qualität also in allen Belangen.
Die harten Fakten:

Verlag: Panini Comics
Autor(en): Marc Guggenheim
Zeichner(in): R.B. Silva, Ardian Syaf
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Deutsch
Format: Softcover, broschiert
Seitenanzahl: 140
Preis: 16,99 EUR
Bezugsquelle: Amazon, Panini Comics

 
Bonus/Downloadcontent
Wie üblich finden sich die US-Original-Cover auszugsweise im Comic. Ebenso werden wertvolle oder auch interessante Zusatzinformationen zu Charakteren, Zeichnern oder Autoren in Textkästen zu Anfang und Ende des Bandes geliefert.
Fazit
X-Men Gold #01 macht einfach Spaß! Die ungewöhnliche Truppe aus verschiedenen Zeitsträngen und Welten, welche so nur nach dem letzten Battleworld-Event möglich ist, wirkt frisch und unverbraucht.
Das Zusammenspiel der in diesem Band als Hauptakteure auftretenden Kitty Pryde, Logan, Colossus und Rachel Grey-Summers wirft einige Schatten voraus auf das, was noch kommen wird, wie aufmerksame Leser der US-Versionen bereits wissen.
Beide hier zusammengefassten Handlungsbögen stellen die Mutanten wie gewohnt in Überlebensgröße dar – und halten dabei sogar mit Populismus einen Bezug zur aktuellen Welt. Die versteckten Botschaften des Zeichners Ardian Syaf geben einen bitteren Beigeschmack ab, aber dafür wurde der Zeichner auch bereits von Marvel gekündigt.
In Summe können der Zeichenstil, wie auch die generelle Produktqualität, überzeugen und machen neugierig auf kommende Veröffentlichungen.

Mit Tendenz nach Oben
Artikelbild: Panini Comics, Bearbeitung: Verena Bach
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Der Krieg gegen die Inhumans ist vorbei, Medusa zerstörte das Terigen. Emma Frost hatte auch ihre Finger im Spiel und nun ist Kitty Pryde die neue Anführerin der X-Men. Ob die mittlerweile erwachsene Phaserin dem altgedienten Team eine neue und würdige Führung verpassen kann?
Mit X-Men Gold tritt ein neues Team an, den Gefahren, die die Mensch- und Mutantenheit bedrohen, entgegenzutreten. Das Team könnte ungewöhnlicher nicht sein: Old Man Logan (ja, er lebt wieder – oder nicht?), Rachel Grey-Summers, Nightcrawler, Storm, Colossus und eben jene Kitty Pryde, die damals in Days of Future Past ihre erste große Rolle bekam. Übrigens, ich rede vom Comic, nicht dem Film.
Der vorliegende Band ist die Sammelübersetzung der US-Originale X-Men Gold (2017) 1-6.
Handlung
Nach all dem Chaos, welches die Mutanten im Krieg gegen die Inhumans auslösten, ist das Vertrauen der Menschheit naturgemäß niedrig. Wen verwundert es da, dass es populistische Elemente (welch wunderbarer zeitgenössischer Bezug!) gibt, die die Mutanten endgültig ins Aus drängen wollen? An vorderster Front steht hier Lydia Nance – die Sprecherin und Leiterin der Heritage-Initiative. Diese Frau, die Mutanten als schuldig für nahezu alle Belange brandmarkt, wird noch von Bedeutung in folgenden Ausgaben sein.
Der „Fact“-Channel
Tatsächlich kommt es, wie zu erwarten war, zu Übergriffen auf die menschliche Bevölkerung und die X-Men wollen wieder in ihre alte Rolle schlüpfen, Helfer und Beschützer zu sein. Auch wenn sie im Auftrag erfolgreich sind, wird ihnen von den Betroffenen nur Feindschaft entgegengebracht. Was für ein frustrierendes Erlebnis aus der Warte der Helden! Dennoch wirken die Worte der neuen Anführerin und auch der Pragmatismus von Uns-Aller-Liebling-Logan wahre Wunder.
Der Sammelband bietet zwei Geschichten, von denen jede wie ein Auftakt zu Größerem wirkt. In der ersten Geschichte treffen die X-Men auf die „Bruderschaft der bösen Mutanten“ (und machen sich zu Recht lustig über den Namen). In der zweiten Episode muss Gambit ein unangenehmes Zusammentreffen mit einer KI und replizierenden Naniten überstehen und ruft die X-Men zu Hilfe. Wenn wir nun noch als kleinen Hinweis bekannt geben, dass die KI mit der Familie Trask zu tun hat, kratzen wir nah am Spoiler.
Beiden Geschichten ist gemein, dass die Helden in gewohnter X-Men-Manier in Überlebensgröße gegen Gefahren antreten. Besonders die zweite Geschichte ist davon getragen und zeigt einige Akteure des Marvel-Universums, die sonst nur am Rande der X-Men agieren oder eher in andere Serien gehören.
Furios? Ja! Extrem? Ja! Ungewöhnlich, bunt und am Rande dessen, was die Wahrnehmung erträgt? Ja! Aber würden wir es anders wollen?
Charaktere
Naturgemäß liegt der Fokus auf der neuen Hauptriege der X-Men. Ob nun Romanze oder Pragmatismus – jede der neuen Hauptrollen bekommt ihre Zeit, wobei jedoch Kitty und Logan deutlich im Vordergrund stehen.
Andere treten eher in den Hintergrund oder überzeugen durch knallharte Action. Interessant ist auch, dass einige Mutanten neue Kräfte zeigen.
Trotz aller Heldentaten sind Menschen zurückhaltend
Viel mehr lässt sich jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, leider. Interessant wird die Partnerwahl von Kitty sein, die schon mit so schillernden Gestalten wie Peter Quill zusammen war. Von großer Bedeutung ist auch Rachel Grey-Summers. Die Tochter von Cyclops und Jean Grey aus der oben genannten Parallelzeiten-Geschichte Days of Future Past wird in die Fußstapfen ihrer Mutter treten, jedoch offenbar ohne die gefährlichen Nebenwirkungen der Phoenix-Force. Marc Guggenheim baut hier auf jeden Fall ein interessantes und erfolgsversprechendes Szenario auf.
Zeichenstil
Beide Episoden unterscheiden sich maßgeblich durch den Zeichenstil. Während die erste von R. B. Silva gezeichnet wurde und mit vielen Details wie auch starken Kontrasten aufwarten kann, ist die zweite Episode rund um das Erbe der Trask-Familie von einfachen Formen und überdeutlichen Panels durch Ardian Syaf charakterisiert.
Das bedeutet nun nicht, dass der eine Zeichenstil besser oder der andere schlechter wäre. Uns hat vor allem jedoch Silva überzeugt. Hier werden die Details stärker betont, die perspektivische Tiefe ist höher. Schlichtweg ist die Ikonografie stärker, was die Panels einprägsamer macht. Ardian Syaf hat zudem seine eigene negative Vergangenheit und arbeitet nun nicht mehr für Marvel.
Erscheinungsbild
Was soll man groß über die Qualität der Publikationen des deutschen Platzhirsches sagen? Farben und Kontraste sind stark, die Haptik ist gut, das plastifizierte Cover sorgt für Resistenz. Gewohnte Qualität also in allen Belangen.
Die harten Fakten:

Verlag: Panini Comics
Autor(en): Marc Guggenheim
Zeichner(in): R.B. Silva, Ardian Syaf
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Deutsch
Format: Softcover, broschiert
Seitenanzahl: 140
Preis: 16,99 EUR
Bezugsquelle: Amazon, Panini Comics

 
Bonus/Downloadcontent
Wie üblich finden sich die US-Original-Cover auszugsweise im Comic. Ebenso werden wertvolle oder auch interessante Zusatzinformationen zu Charakteren, Zeichnern oder Autoren in Textkästen zu Anfang und Ende des Bandes geliefert.
Fazit
X-Men Gold #01 macht einfach Spaß! Die ungewöhnliche Truppe aus verschiedenen Zeitsträngen und Welten, welche so nur nach dem letzten Battleworld-Event möglich ist, wirkt frisch und unverbraucht.
Das Zusammenspiel der in diesem Band als Hauptakteure auftretenden Kitty Pryde, Logan, Colossus und Rachel Grey-Summers wirft einige Schatten voraus auf das, was noch kommen wird, wie aufmerksame Leser der US-Versionen bereits wissen.
Beide hier zusammengefassten Handlungsbögen stellen die Mutanten wie gewohnt in Überlebensgröße dar – und halten dabei sogar mit Populismus einen Bezug zur aktuellen Welt. Die versteckten Botschaften des Zeichners Ardian Syaf geben einen bitteren Beigeschmack ab, aber dafür wurde der Zeichner auch bereits von Marvel gekündigt.
In Summe können der Zeichenstil, wie auch die generelle Produktqualität, überzeugen und machen neugierig auf kommende Veröffentlichungen.

Mit Tendenz nach Oben
Artikelbild: Panini Comics, Bearbeitung: Verena Bach
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Rezension: X-Men Gold #01 – ein neuer Morgen (Marvel/Panini)

Gametest: Marvel vs. Capcom Infinite – voll auf die Fresse?

Gametest: Marvel vs. Capcom Infinite – voll auf die Fresse?
Marvel vs. Capcom Infinite ist bereits der vierte Teil der Beat’em’Up-Serie, allerdings der erste, der für die aktuelle Konsolengeneration entwickelt wurde. Neben neuer Grafik findet auch erstmals ein Story-Modus Einzug. Kann das Spiel überzeugen oder gar den Hit Injustice 2 übertrumpfen?
Fast sechs Jahre ist es inzwischen her, dass Capcom ein Aufgebot seiner Charaktere gegen jene von Marvel ins Feld schickte. Marvel vs Capcom 3 erschien im Februar 2011 auf Playstation 3 und Xbox 360, im November 2011 folgte die Ultimate Edition, welche nahezu alle DLC-Charaktere enthielt. Im Dezember 2016 (Playstation 4) beziehungsweise März 2017 (PC, Xbox One) erschien diese Version auch für die aktuelle Konsolengeneration, erstmals mit allen DLCs im Bundle – was einer Kämpferriege von satten 50 Charakteren entsprach.
Im September 2017 folgte dann endlich der echte Nachfolger: Marvel vs Capcom Infinite. Entwickelt für die aktuelle Konsolengeneration und mit echtem Story-Modus, jedoch auch mit nur noch 30 Charakteren und Kämpfen mit jeweils nur noch zwei Figuren je Seite anstelle von dreien. Nachdem Injustice 2 im Mai 2017 auf Seiten von DC Comics neue Maßstäbe im Beat’em’Up-Bereich setzte, muss sich der aktuelle Prügler von Capcom natürlich mit diesem vergleichen lassen – kann er bestehen oder gar selbst die Messlatte erhöhen? Wir haben uns das auf der Playstation 4 mal angesehen.
Technik
Genau wie Injustice 2 setzt Marvel vs. Capcom Infinite auf die Unreal Engine und ein 2D-Spielerlebnis – hinkt dem Konkurrenten jedoch etwas hinterher. Zwar ist die Grafik solide und nicht wirklich schlecht – aber auch kein Meilenstein. Die Kulissen sind hübsch, aber könnten etwas lebendiger sein. Interaktionen mit den Kulissen gibt es leider nicht. Die Charaktere sind ebenfalls überwiegend ansehnlich, im Detail fallen jedoch einzelne Schwächen auf. So hat man zuweilen (gerade in den Videosequenzen) das Gefühl, die Texturen wären nicht so scharf, wie sie sein könnten, und gerade Umhänge wie bei Doktor Strange stehen merkwürdig ab, statt auf den Schultern aufzuliegen. Auch Haaranimationen haben wir teilweise vermisst.
Hinzu kommt ein zuweilen merkwürdiges Artdesign: Während einige Charaktere gut getroffen sind, sehen andere ziemlich überzeichnet und zu muskulös aus. Zusammen mit der teils sehr schlichten Gestaltung der Gesichter wirken Charaktere wie Captain America fast mehr wie ihre Pendants aus dem überzeichneten Disney Infinity-Universum oder eine Plastik-Actionfigur statt wie aus den Comics oder Filmen. Dass man sich nicht die Mühe gemacht hat, die Dialoge zu synchronisieren, ist zudem enttäuschend.
Daneben stehen aber auch positive Aspekte. Die Action ist schnell, die Framerate stabil, alles ist ziemlich bunt und es wird ein ziemliches Effekt-Gewitter aufgefahren. Insgesamt gibt das Spiel technisch ein recht gelungenes Bild ab – wenn man keine zu hohen Maßstäbe anlegt oder es mit dem direkten Konkurrenten vergleicht. Sieht man über die erwähnten Mankos hinweg, erwartet einen ein buntes Actionfest, mit solider Technik, die der aktuellen Konsolengeneration angemessen ist, ohne sich an die Spitze zu gesellen.

Gameplay
Spielerisch liefert Capcom ebenfalls solides ab. Die Charaktere fühlen sich zuweilen sehr unterschiedlich an, auch ohne Nutzung ihrer Spezialattacken. So ist der Hulk auffällig langsam, schlägt dafür aber umso kräftiger zu. Dass man immer zwei Charaktere zum Kampf mitnimmt, ergibt ein angenehmes Gameplay und ermöglicht es, für sich selbst passende Kombinationen zu finden. Selbstredend ist der regelmäßige Charakterwechsel elementar – der sich gerade nicht im Kampf befindliche Charakter kann verschnaufen und so einen Teil seiner Lebenspunkteleiste wieder auffüllen.
Ergänzend wählt man in der Zusammenstellung seines Teams einen der sechs Infinity-Steine aus, um die sich nicht nur die Story dreht, sondern die auch Auswirkungen im Kampf haben. Jeder der Steine gibt uns eine neue Aktion sowie eine besonders mächtige Superkraft, die wir nach einer gewissen Zeit auslösen können. Der Seelenstein beispielsweise lässt uns über eine mittlere Distanz Gesundheit des Gegners zu unseren Gunsten absaugen und als Superkraft sogar einen gefallenen Partner wiederbeleben – dies ist schon grenzwertig zum Übermächtigen. Aber auch die anderen Steine bieten nette Effekte und verändern dadurch das ganze Spiel – sofern man sie klug einsetzt.
Bei der Steuerung verlässt man sich grundsätzlich auf Bewährtes: Je ein Button für schwache und starke Tritte und Schläge, von denen einer zudem in Verbindung mit dem Stick Griffe ausführt. Mit den Schultertasten können wir die Infinity-Steine benutzen und unseren Partner einwechseln, die Kombi aus starkem Schlag und Tritt löst einen charakterspezifischen Superangriff aus, zum Blocken drücken wir einfach in die entgegengesetzte Richtung. Verfeinert wird das Ganze natürlich um diverse, vor allem charakterspezifische Kombos, die wir mitunter auch verketten können oder der Möglichkeit, Angriffe nicht nur zu blocken, sondern sogar zurück zu schleudern – ergo kontern, in gewisser Weise. Kombos kann man dagegen nur auf eine bestimmte Weise unterbrechen – indem man seinen Partner reinruft. Hierzu verbraucht man zwei Energiebalken (die natürlich erstmal aufgeladen sein müssen), und der Partner kann dann versuchen, durch Attacken die Kombokette zu durchbrechen.
Im Allgemeinen lässt sich aber bereits mit simplen Button-Smashing einiges an hübschen Effekten erzielen – hierdurch dürften sich auch Anfänger angesprochen fühlen. Alleine mit dem leichtem Schlag lässt sich eine Kombo aufbauen, die uns sogar in die Luft befördert – dies gelingt mit jedem Charakter. Durch hinzu kommende Kombos aus Zufall, den Superangriffen, Infinity-Steinen und den Unterschieden der Charaktere kommen auch ohne weitere Beschäftigung mit den spezifischen Attacken gute Laune als auch ein Effekt-Gewitter auf, während gerade für Einsteiger nervige Stunts nicht vorkommen. Eine tiefere Beschäftigung ist natürlich dennoch möglich, und bis man die Komboeingaben in der korrekten Reihenfolge und Geschwindigkeit drauf hat, kann etwas Zeit vergehen. Da man die Schwierigkeit der CPU in mehreren Stufen anpassen kann, dürfte das Spiel nahezu allen Spielern die passende Herausforderung bieten.
Insgesamt macht das Spiel hinsichtlich des Gameplays eigentlich nichts falsch: Es ist zugänglich für Einsteiger, bietet aber auch mehr Details und Tiefe für Profis. Die Charaktere überzeugen durch die individuellen Ausprägungen ihrer Attacken ebenso wie durch ihre spezifischen Special Moves und nicht zuletzt bieten die Infinity-Steine ein interessantes Element. Abseits dieser bieten aber auch andere Beat’em’Ups all dies – Marvel vs. Capcom Infinite ist spielerisch keineswegs schlecht, aber insgesamt auch nicht unbedingt besser als die Konkurrenz.

Story
Erstmals erhält ein Spiel der Reihe eine Story. Ohne zu viel zu verraten: Die Welten von Marvel und Capcom sind miteinander verschmolzen, so dass es nun beispielsweise Orte gibt wie Valkanda, eine Fusion aus Wakanda (Marvel) und Val Habar (Capcom/Monster Hunter), oder Institutionen wie die A.I.M.brella Corporation, fusioniert aus A.I.M. (Marvel) und der Umbrella Corporation (Capcom/Resident Evil). Hier ist es eine Geschmacksache, ob man eine solche Fusion gut oder schlecht findet.
Wie es zu dieser Fusion überhaupt gekommen ist, erfahren wir im neuen Story-Modus – allerdings erst nach einiger Zeit. Beginnen tut dieser mittendrin, 88 Tage nach der Konvergenz, ohne weiter etwas zu erklären. Wir kämpfen mit diversen Recken in Xgard (einer Fusion aus Marvels Asgard und Mega Mans Abel City), wissen nicht wieso, woher sich die Welten kennen oder was überhaupt los ist. Nach den ersten Kämpfen, zwischen denen kurze Videosequenzen die Story weiterspannen, verlassen wir Xgard zunächst, und ab hier erhält die Story zumindest etwas roten Faden – bis zur Erklärung, was eigentlich passiert ist, vergeht dennoch noch etwas Zeit.
Wenn auch nicht sonderlich viel Zeit: Der gesamte Story-Modus ist nach rund 5 Stunden Spielzeit vorüber. Einen Wiederspielwert gibt es nicht, da es keinerlei Entscheidungen zu treffen oder alternative Charaktere zu spielen gibt – schade! Zwar kommt man weder in Atmosphäre, noch in Storyaufbau oder Inszenierung an Injustice 2 heran, dennoch konnten die Stunden solide unterhalten – mehr allerdings auch nicht, obwohl gerade die Kampfbedingungen hier zuweilen etwas verändert wurden, was der Abwechslung zu Gute kommt und trotz schwankendem Schwierigkeitsgrad positiv auffällt. Dennoch: Etwas mehr erzählerische Tiefe, etwas mehr Details, einfach etwas mehr Story hätten hier gut getan. So bleiben die Charaktere leider sehr blass, die Story reißt nicht mit, und alles wirkt etwas abstrus. Was generell bedauerlich ist, denn die vielfältigen Charaktere und die Fusion der Welten hätte durchaus Potenzial für eine längere, unterhaltsame Geschichte – ein Potenzial, was leider nicht ausgenutzt wird. So bleibt der Story-Modus ein Synonym für das Spiel: ganz nett, aber da wäre einfach mehr drin gewesen.

Umfang
Ein überzeugender, länger unterhaltender Story-Modus wäre dabei umso wichtiger gewesen, wenn man sich ansieht, womit man sich danach noch beschäftigen kann. Hinter den Missionen befinden sich lediglich kurze Aufgaben der Art, bestimmte Angriffe oder Kombos zu erfüllen, was nicht sonderlich unterhaltsam ist und eher Trainingszwecken dient. Der Arcade-Modus enttäuscht sogar auf ganzer Linie, da er nach Abschluss lediglich  ein „Congratulations“ einblendet und die Credits abspielt – ein kurzes, charakterspezifisches Outro hätte hier meiner Meinung nach unbedingt hingehört. Wieso sollte man ihn also spielen? Die einzige Belohnung sind je ein Titel und eine alternative Farbkombination für die beiden ausgewählten Kämpfer.
Von diesen Farbkombinationen gibt es pro Kämpfer insgesamt vier, von denen zwei freigespielt werden müssen. Alternative Outfits oder auch nur Outfit-Details gibt es gar nicht im Spiel – auch dies ist eine schwache Leistung. Demgegenüber stehen immerhin 16 Kampfschauplätze – was gar nicht übel ist. Auch die Kämpferriege ist mit 30 Figuren zwar schmaler als im Vorgänger, aber dennoch im soliden Bereich, auch wenn man fast zwangsläufig nicht alle seiner Lieblinge wiederfindet – hier fällt insbesondere das Fehlen von X-Men auf.
Online ist es inzwischen so, dass ich bei mehreren Versuchen, trotz Ausweitung auf alle Regionen und Verbindungsstärken, weder Ranglisten-, noch Freundschafts- oder Anfängerkämpfe fand. So bleiben lediglich spaßige Kämpfe gegen die CPU oder Freunde – was mal ganz nett ist, aber mehr auch nicht, zumal Konkurrenzspiele generell mehr Anreiz bieten, weiterzuspielen und Abwechslung bieten nach Abschluss der Story.
Die harten Fakten:

Entwickler: Capcom Co., Ltd.:
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Menüs/Untertitel diverse (u.a. Deutsch, Englisch), Sprachausgabe Englisch
Plattformen: Playstation 4, Xbox One, PC/Steam
PC-Systemanforderungen: Windows 7 64 Bit, Intel Core i3-4160 @ 3.60GHz, 6 GB Ram, NVIDIA® GeForce® GTX 480/570/670 oder besser, DirectX 11, Steam-Account, 59 GB freier Speicherplatz
EAN: 5055060900826 (PS4), 5055060966587 (XONE), 5055060972731 (PC)
Preis: ab 24,99 EUR (PC), ab 29,99 EUR (PS4/XONE)
Bezugsquelle: Amazon sowie die jeweiligen digitalen Shops der Systeme

 
Versionen, Extras und DLCs
Neben der Standard-Edition gibt es exklusiv bei ausgewählten Händlern eine Deluxe- und eine Collector’s Edition. Erstere beinhaltet ein Steelbook und den Character Pass 2017, zweiteres enthält zusätzlich die sechs Infinity-Steine als Replik in einer Box und Figuren von Chun-Li, Mega Man, Iron Man und Captain Marvel.
Der genannte Character Pass ist einzeln als DLC zu erwerben (Listenpreis 29,99 EUR) und enthält sechs zusätzliche Charaktere inklusive eines Premiumkostüms: Sigma, Black Panther, Monster Hunter, Winter Soldier, Black Widow und Venom. Im Einzelkauf schlagen die Charaktere mit jeweils 7,99 EUR zu Buche. Zudem gibt es für alle Charaktere des Grundspiels ebenfalls ein Premiumkostüm zu erwerben, zum Preis von jeweils 3,99 EUR. Für Ryu, Mega Man, Hulk und Thor gibt es zudem ein weiteres Kostüm, welche mit je 2,99 EUR etwas günstiger sind. Die Premiumkostüme gibt es günstiger als Bundle, mit je 6 Kostümen im Set für knapp 12 EUR und mit allen 30 für knapp 30 EUR.
In Anbetracht der Tatsache, dass der Character Pass die Jahreszahl 2017 bereits im Namen trägt und der Vorgänger mit allen DLCs beziehungsweise in der Ultimate Edition satte 50 Charaktere aufzubieten hatte, ist es gut möglich, dass weitere Charaktere per DLC folgen werden.
Auf allen Plattformen gibt es übrigens eine Demo, so dass Interessierte problemlos „reinschnuppern“ können.
Fazit
Marvel vs. Capcom Infinite hat viel Potenzial im Gepäck, nutzt dies jedoch nicht aus. Die Kämpfe laufen flüssig, die Charaktere sind abwechslungsreich, dank Vereinfachungen und tiefergehenden Kombos können sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Spieler Spaß haben, und dank den Kräften der Infinity-Steine hat man eine eigene Besonderheit. Doch weder die Technik kann mit der Oberklasse mithalten, noch kann der Story-Modus es mit der Konkurrenz aufnehmen. Nach rund fünf Stunden Story-Spielzeit bleibt kaum Wiederspielwert, von netten Kämpfen gegen Freunden oder einer kurzen Partie gegen die KI abgesehen.
Für Fans der Lizenzen ein nettes Spiel, dass farbenfroh und gut spielbar ist, allerdings kaum zum Weiterspielen motiviert.

Artikelbilder: Capcom Co., Ltd.
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Marvel vs. Capcom Infinite ist bereits der vierte Teil der Beat’em’Up-Serie, allerdings der erste, der für die aktuelle Konsolengeneration entwickelt wurde. Neben neuer Grafik findet auch erstmals ein Story-Modus Einzug. Kann das Spiel überzeugen oder gar den Hit Injustice 2 übertrumpfen?
Fast sechs Jahre ist es inzwischen her, dass Capcom ein Aufgebot seiner Charaktere gegen jene von Marvel ins Feld schickte. Marvel vs Capcom 3 erschien im Februar 2011 auf Playstation 3 und Xbox 360, im November 2011 folgte die Ultimate Edition, welche nahezu alle DLC-Charaktere enthielt. Im Dezember 2016 (Playstation 4) beziehungsweise März 2017 (PC, Xbox One) erschien diese Version auch für die aktuelle Konsolengeneration, erstmals mit allen DLCs im Bundle – was einer Kämpferriege von satten 50 Charakteren entsprach.
Im September 2017 folgte dann endlich der echte Nachfolger: Marvel vs Capcom Infinite. Entwickelt für die aktuelle Konsolengeneration und mit echtem Story-Modus, jedoch auch mit nur noch 30 Charakteren und Kämpfen mit jeweils nur noch zwei Figuren je Seite anstelle von dreien. Nachdem Injustice 2 im Mai 2017 auf Seiten von DC Comics neue Maßstäbe im Beat’em’Up-Bereich setzte, muss sich der aktuelle Prügler von Capcom natürlich mit diesem vergleichen lassen – kann er bestehen oder gar selbst die Messlatte erhöhen? Wir haben uns das auf der Playstation 4 mal angesehen.
Technik
Genau wie Injustice 2 setzt Marvel vs. Capcom Infinite auf die Unreal Engine und ein 2D-Spielerlebnis – hinkt dem Konkurrenten jedoch etwas hinterher. Zwar ist die Grafik solide und nicht wirklich schlecht – aber auch kein Meilenstein. Die Kulissen sind hübsch, aber könnten etwas lebendiger sein. Interaktionen mit den Kulissen gibt es leider nicht. Die Charaktere sind ebenfalls überwiegend ansehnlich, im Detail fallen jedoch einzelne Schwächen auf. So hat man zuweilen (gerade in den Videosequenzen) das Gefühl, die Texturen wären nicht so scharf, wie sie sein könnten, und gerade Umhänge wie bei Doktor Strange stehen merkwürdig ab, statt auf den Schultern aufzuliegen. Auch Haaranimationen haben wir teilweise vermisst.
Hinzu kommt ein zuweilen merkwürdiges Artdesign: Während einige Charaktere gut getroffen sind, sehen andere ziemlich überzeichnet und zu muskulös aus. Zusammen mit der teils sehr schlichten Gestaltung der Gesichter wirken Charaktere wie Captain America fast mehr wie ihre Pendants aus dem überzeichneten Disney Infinity-Universum oder eine Plastik-Actionfigur statt wie aus den Comics oder Filmen. Dass man sich nicht die Mühe gemacht hat, die Dialoge zu synchronisieren, ist zudem enttäuschend.
Daneben stehen aber auch positive Aspekte. Die Action ist schnell, die Framerate stabil, alles ist ziemlich bunt und es wird ein ziemliches Effekt-Gewitter aufgefahren. Insgesamt gibt das Spiel technisch ein recht gelungenes Bild ab – wenn man keine zu hohen Maßstäbe anlegt oder es mit dem direkten Konkurrenten vergleicht. Sieht man über die erwähnten Mankos hinweg, erwartet einen ein buntes Actionfest, mit solider Technik, die der aktuellen Konsolengeneration angemessen ist, ohne sich an die Spitze zu gesellen.

Gameplay
Spielerisch liefert Capcom ebenfalls solides ab. Die Charaktere fühlen sich zuweilen sehr unterschiedlich an, auch ohne Nutzung ihrer Spezialattacken. So ist der Hulk auffällig langsam, schlägt dafür aber umso kräftiger zu. Dass man immer zwei Charaktere zum Kampf mitnimmt, ergibt ein angenehmes Gameplay und ermöglicht es, für sich selbst passende Kombinationen zu finden. Selbstredend ist der regelmäßige Charakterwechsel elementar – der sich gerade nicht im Kampf befindliche Charakter kann verschnaufen und so einen Teil seiner Lebenspunkteleiste wieder auffüllen.
Ergänzend wählt man in der Zusammenstellung seines Teams einen der sechs Infinity-Steine aus, um die sich nicht nur die Story dreht, sondern die auch Auswirkungen im Kampf haben. Jeder der Steine gibt uns eine neue Aktion sowie eine besonders mächtige Superkraft, die wir nach einer gewissen Zeit auslösen können. Der Seelenstein beispielsweise lässt uns über eine mittlere Distanz Gesundheit des Gegners zu unseren Gunsten absaugen und als Superkraft sogar einen gefallenen Partner wiederbeleben – dies ist schon grenzwertig zum Übermächtigen. Aber auch die anderen Steine bieten nette Effekte und verändern dadurch das ganze Spiel – sofern man sie klug einsetzt.
Bei der Steuerung verlässt man sich grundsätzlich auf Bewährtes: Je ein Button für schwache und starke Tritte und Schläge, von denen einer zudem in Verbindung mit dem Stick Griffe ausführt. Mit den Schultertasten können wir die Infinity-Steine benutzen und unseren Partner einwechseln, die Kombi aus starkem Schlag und Tritt löst einen charakterspezifischen Superangriff aus, zum Blocken drücken wir einfach in die entgegengesetzte Richtung. Verfeinert wird das Ganze natürlich um diverse, vor allem charakterspezifische Kombos, die wir mitunter auch verketten können oder der Möglichkeit, Angriffe nicht nur zu blocken, sondern sogar zurück zu schleudern – ergo kontern, in gewisser Weise. Kombos kann man dagegen nur auf eine bestimmte Weise unterbrechen – indem man seinen Partner reinruft. Hierzu verbraucht man zwei Energiebalken (die natürlich erstmal aufgeladen sein müssen), und der Partner kann dann versuchen, durch Attacken die Kombokette zu durchbrechen.
Im Allgemeinen lässt sich aber bereits mit simplen Button-Smashing einiges an hübschen Effekten erzielen – hierdurch dürften sich auch Anfänger angesprochen fühlen. Alleine mit dem leichtem Schlag lässt sich eine Kombo aufbauen, die uns sogar in die Luft befördert – dies gelingt mit jedem Charakter. Durch hinzu kommende Kombos aus Zufall, den Superangriffen, Infinity-Steinen und den Unterschieden der Charaktere kommen auch ohne weitere Beschäftigung mit den spezifischen Attacken gute Laune als auch ein Effekt-Gewitter auf, während gerade für Einsteiger nervige Stunts nicht vorkommen. Eine tiefere Beschäftigung ist natürlich dennoch möglich, und bis man die Komboeingaben in der korrekten Reihenfolge und Geschwindigkeit drauf hat, kann etwas Zeit vergehen. Da man die Schwierigkeit der CPU in mehreren Stufen anpassen kann, dürfte das Spiel nahezu allen Spielern die passende Herausforderung bieten.
Insgesamt macht das Spiel hinsichtlich des Gameplays eigentlich nichts falsch: Es ist zugänglich für Einsteiger, bietet aber auch mehr Details und Tiefe für Profis. Die Charaktere überzeugen durch die individuellen Ausprägungen ihrer Attacken ebenso wie durch ihre spezifischen Special Moves und nicht zuletzt bieten die Infinity-Steine ein interessantes Element. Abseits dieser bieten aber auch andere Beat’em’Ups all dies – Marvel vs. Capcom Infinite ist spielerisch keineswegs schlecht, aber insgesamt auch nicht unbedingt besser als die Konkurrenz.

Story
Erstmals erhält ein Spiel der Reihe eine Story. Ohne zu viel zu verraten: Die Welten von Marvel und Capcom sind miteinander verschmolzen, so dass es nun beispielsweise Orte gibt wie Valkanda, eine Fusion aus Wakanda (Marvel) und Val Habar (Capcom/Monster Hunter), oder Institutionen wie die A.I.M.brella Corporation, fusioniert aus A.I.M. (Marvel) und der Umbrella Corporation (Capcom/Resident Evil). Hier ist es eine Geschmacksache, ob man eine solche Fusion gut oder schlecht findet.
Wie es zu dieser Fusion überhaupt gekommen ist, erfahren wir im neuen Story-Modus – allerdings erst nach einiger Zeit. Beginnen tut dieser mittendrin, 88 Tage nach der Konvergenz, ohne weiter etwas zu erklären. Wir kämpfen mit diversen Recken in Xgard (einer Fusion aus Marvels Asgard und Mega Mans Abel City), wissen nicht wieso, woher sich die Welten kennen oder was überhaupt los ist. Nach den ersten Kämpfen, zwischen denen kurze Videosequenzen die Story weiterspannen, verlassen wir Xgard zunächst, und ab hier erhält die Story zumindest etwas roten Faden – bis zur Erklärung, was eigentlich passiert ist, vergeht dennoch noch etwas Zeit.
Wenn auch nicht sonderlich viel Zeit: Der gesamte Story-Modus ist nach rund 5 Stunden Spielzeit vorüber. Einen Wiederspielwert gibt es nicht, da es keinerlei Entscheidungen zu treffen oder alternative Charaktere zu spielen gibt – schade! Zwar kommt man weder in Atmosphäre, noch in Storyaufbau oder Inszenierung an Injustice 2 heran, dennoch konnten die Stunden solide unterhalten – mehr allerdings auch nicht, obwohl gerade die Kampfbedingungen hier zuweilen etwas verändert wurden, was der Abwechslung zu Gute kommt und trotz schwankendem Schwierigkeitsgrad positiv auffällt. Dennoch: Etwas mehr erzählerische Tiefe, etwas mehr Details, einfach etwas mehr Story hätten hier gut getan. So bleiben die Charaktere leider sehr blass, die Story reißt nicht mit, und alles wirkt etwas abstrus. Was generell bedauerlich ist, denn die vielfältigen Charaktere und die Fusion der Welten hätte durchaus Potenzial für eine längere, unterhaltsame Geschichte – ein Potenzial, was leider nicht ausgenutzt wird. So bleibt der Story-Modus ein Synonym für das Spiel: ganz nett, aber da wäre einfach mehr drin gewesen.

Umfang
Ein überzeugender, länger unterhaltender Story-Modus wäre dabei umso wichtiger gewesen, wenn man sich ansieht, womit man sich danach noch beschäftigen kann. Hinter den Missionen befinden sich lediglich kurze Aufgaben der Art, bestimmte Angriffe oder Kombos zu erfüllen, was nicht sonderlich unterhaltsam ist und eher Trainingszwecken dient. Der Arcade-Modus enttäuscht sogar auf ganzer Linie, da er nach Abschluss lediglich  ein „Congratulations“ einblendet und die Credits abspielt – ein kurzes, charakterspezifisches Outro hätte hier meiner Meinung nach unbedingt hingehört. Wieso sollte man ihn also spielen? Die einzige Belohnung sind je ein Titel und eine alternative Farbkombination für die beiden ausgewählten Kämpfer.
Von diesen Farbkombinationen gibt es pro Kämpfer insgesamt vier, von denen zwei freigespielt werden müssen. Alternative Outfits oder auch nur Outfit-Details gibt es gar nicht im Spiel – auch dies ist eine schwache Leistung. Demgegenüber stehen immerhin 16 Kampfschauplätze – was gar nicht übel ist. Auch die Kämpferriege ist mit 30 Figuren zwar schmaler als im Vorgänger, aber dennoch im soliden Bereich, auch wenn man fast zwangsläufig nicht alle seiner Lieblinge wiederfindet – hier fällt insbesondere das Fehlen von X-Men auf.
Online ist es inzwischen so, dass ich bei mehreren Versuchen, trotz Ausweitung auf alle Regionen und Verbindungsstärken, weder Ranglisten-, noch Freundschafts- oder Anfängerkämpfe fand. So bleiben lediglich spaßige Kämpfe gegen die CPU oder Freunde – was mal ganz nett ist, aber mehr auch nicht, zumal Konkurrenzspiele generell mehr Anreiz bieten, weiterzuspielen und Abwechslung bieten nach Abschluss der Story.
Die harten Fakten:

Entwickler: Capcom Co., Ltd.:
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Menüs/Untertitel diverse (u.a. Deutsch, Englisch), Sprachausgabe Englisch
Plattformen: Playstation 4, Xbox One, PC/Steam
PC-Systemanforderungen: Windows 7 64 Bit, Intel Core i3-4160 @ 3.60GHz, 6 GB Ram, NVIDIA® GeForce® GTX 480/570/670 oder besser, DirectX 11, Steam-Account, 59 GB freier Speicherplatz
EAN: 5055060900826 (PS4), 5055060966587 (XONE), 5055060972731 (PC)
Preis: ab 24,99 EUR (PC), ab 29,99 EUR (PS4/XONE)
Bezugsquelle: Amazon sowie die jeweiligen digitalen Shops der Systeme

 
Versionen, Extras und DLCs
Neben der Standard-Edition gibt es exklusiv bei ausgewählten Händlern eine Deluxe- und eine Collector’s Edition. Erstere beinhaltet ein Steelbook und den Character Pass 2017, zweiteres enthält zusätzlich die sechs Infinity-Steine als Replik in einer Box und Figuren von Chun-Li, Mega Man, Iron Man und Captain Marvel.
Der genannte Character Pass ist einzeln als DLC zu erwerben (Listenpreis 29,99 EUR) und enthält sechs zusätzliche Charaktere inklusive eines Premiumkostüms: Sigma, Black Panther, Monster Hunter, Winter Soldier, Black Widow und Venom. Im Einzelkauf schlagen die Charaktere mit jeweils 7,99 EUR zu Buche. Zudem gibt es für alle Charaktere des Grundspiels ebenfalls ein Premiumkostüm zu erwerben, zum Preis von jeweils 3,99 EUR. Für Ryu, Mega Man, Hulk und Thor gibt es zudem ein weiteres Kostüm, welche mit je 2,99 EUR etwas günstiger sind. Die Premiumkostüme gibt es günstiger als Bundle, mit je 6 Kostümen im Set für knapp 12 EUR und mit allen 30 für knapp 30 EUR.
In Anbetracht der Tatsache, dass der Character Pass die Jahreszahl 2017 bereits im Namen trägt und der Vorgänger mit allen DLCs beziehungsweise in der Ultimate Edition satte 50 Charaktere aufzubieten hatte, ist es gut möglich, dass weitere Charaktere per DLC folgen werden.
Auf allen Plattformen gibt es übrigens eine Demo, so dass Interessierte problemlos „reinschnuppern“ können.
Fazit
Marvel vs. Capcom Infinite hat viel Potenzial im Gepäck, nutzt dies jedoch nicht aus. Die Kämpfe laufen flüssig, die Charaktere sind abwechslungsreich, dank Vereinfachungen und tiefergehenden Kombos können sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Spieler Spaß haben, und dank den Kräften der Infinity-Steine hat man eine eigene Besonderheit. Doch weder die Technik kann mit der Oberklasse mithalten, noch kann der Story-Modus es mit der Konkurrenz aufnehmen. Nach rund fünf Stunden Story-Spielzeit bleibt kaum Wiederspielwert, von netten Kämpfen gegen Freunden oder einer kurzen Partie gegen die KI abgesehen.
Für Fans der Lizenzen ein nettes Spiel, dass farbenfroh und gut spielbar ist, allerdings kaum zum Weiterspielen motiviert.

Artikelbilder: Capcom Co., Ltd.
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Gametest: Marvel vs. Capcom Infinite – voll auf die Fresse?

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