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Mittelalter Kleidung Tutorial: Perlenkette knoten

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Für die mittelalterliche Kleidung einer Dame darf ein Schmuckstück um den Hals nicht fehlen. Hoch im Trend standen damals wie heute Perlenketten.

Wenn man sich eine Perlenkette aus echten Perlen ansieht, fällt auf, dass sie nicht einfach nur aufgefädelt worden sind.

Zwischen den einzelnen Perlen findet sich immer ein Knoten.  Sollte der Faden brechen, sorgen die Knoten dafür, dass sich die Perlen nicht überall verteilen. Hier ein kurzes Tutorial, wie man diese Knoten am besten macht:

Als erstes – natürlich – fädelt man eine Perle auf ein stabiles Garn. Dafür gibt es entweder spezielles Seidengarn, an dem bereits eine Art Nadel angebracht ist. Für dieses Tutorial habe ich einfach Häkelgarn aus Baumwolle verwendet.

Und dann man einfachen Knoten, ohne ihn aber fest zu ziehen!

Perlenkette
Dieser Knoten muss nicht unmittelbar an der Perle liegen. Damit man ihn nun möglichst ohne Zwischenraum zur Perle festziehen kann, legt man eine Nadel in den Knoten. Perlenkette mit Nadel
Wenn man den Knoten jetzt festzieht, kann man ihn mit Hilfe der Nadel ganz bequem zu der Perle schieben. Man sollte darauf achten, das Garn auf Zug zu halten, während man die Nadel heraus zieht. Perlenkette knoten
Fertig!
Und weiter gehts mit der nächsten Perle…
Perlenkette Knoten fertig

Viel Spaß beim Nachbasteln…

 

 

 

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Rokoko-Kleid Teil 2.1 – Neues Schnittmuster, neues Glück!

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Heute habe ich den ersten Schnitt für das Rokoko-Korsett fluchend in die Tonne getreten…

Damit will ich zwar nicht sagen, dass mein erster Schnittmuster-Entwurf absolut unbrauchbar ist, allerdings habe ich sehr schnell herausfinden müssen, dass ich damit leider nicht ganz den Effekt erzielen kann, denich gerne hätte. 3 Schnittteile sind zwar durchaus möglich, aber liefern eben nicht das, was ich mir vorstelle. Ich will mehr!

Man könnte natürlich den vorhandenen (und passenden *heul*) Schnitt so umarbeiten, dass mehr Schnittteile heraus kommen. Nur… nun ja: dieser Entwurf hat mich einfach zu sehr geärgert, als dass ich daran jetzt noch lange herum basteln möchte.

neues_Schnittmuster

Zum Glück für das gesamte Projekt habe ich einen 7-teiligen Schnitt gefunden. Jetzt bleibt mir zwar die ganze Anpass-Arbeit nicht erspart, aber zumindest meine Motivation ist zurück gekehrt!

In diesem Sinne: Neues Schnittmuster, neues Glück!

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Rokoko-Kleid Teil 2 – Schnittentwurf Rokoko Korsett

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Normalerweise beginnt man eine Gewandung mit der untersten Schicht. Also müsste ich mit der Chemise beginnen, damit das Korsett dann auch perfekt drüber passt. Die Chemise soll aber einen zum Korsett passenden Ausschnitt haben, den ich logischerweise erst dann machen kann, wenn das Korsett fertig ist. Eine klassische Huhn-oder-Ei-Situation.

Da ich aber noch eine Chemise da habe und so ein Korsett deutlich mehr Spaß macht als ein langweiliges Hemdchen, werde ich mit dem Rokoko-Korsett beginnen. Meine Chemise ist zwar für eine Tudorgewandung, also für eine Zeit, die gut 2 Jahrhunderte vor dem Rokoko war, aber so wahnsinnig viel hat sich im Schnitt da nicht geändert.

Der Schnitt für ein Rokoko Korsett – allgemein

schnuerbrust

Schnittmuster für eine Rokoko-Schnürbrust von www.neheleniapatterns.com

Es gibt zwar durchaus bereits fertige Schnittmuster für ein historisch korrektes Rokoko-Korsett, aber die sind nicht gerade billig. Dann gibt es diverse Anleitungen, nach denen man sich selbst einen Schnitt erstellen kann. Ein fertiges Schnittmuster spart sicher einiges an Zeit, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich damit gänzlich das Anpassen erspart.

Wahrscheinlich werde ich diese Entscheidung noch bereuen, aber ich werde keinen Schnitt kaufen, sondern ihn selbst entwerfen. Vielleicht kann ich ja den Schnitt von meiner (bereits perfekt passenden) Tudor-Schnürbrust abwandeln?

Ob so ein Schnitt richtig passt, kann man leider erst dann erkennen, wenn alle Stäbe  eingesetzt sind und Ösen zum Schnüren da sind – beides gerade die Dinge, welche die meiste Zeit kosten.  *seufts*

 Schnitterstellung Rokoko-Korsett

Ich habe mich erst einmal für die einfachste Version entschieden: ein halbversteiftes Korsett aus nur 3 Schnitt-Teilen. Den Schnitt entwerfe ich ausgehend von dem angepassten Schnitt für das Oberteil eines Tudor-Kirtels um 1550.

Tudor

Tudor Kirtel um 1550

Den Schnitt dafür habe ich meinem geliebten “Tudor Tailor” entnommen.

Dieser Schnitt besteht ebenfalls aus 3 Teilen und obwohl er von der Epoche gut 200 Jahre vor der Zeit, die ich darstellen will (1780), liegt, liefert er mir eine gute Basis.

Schnitt1

Schnitt für den Tudor Kirtel

Um eine Ahnung zu bekommen, wo ich mit dem Schnitt überhaupt hin will, habe ich mir von einer wundervoll aufgebauten Kostümseite den Schnitt für eine halbversteifte Rokoko Schnürbrust ausgedruckt. (Auf der Seite gibt es nicht nur eine ausführliche Erklärung, sondern auch noch den fertigen Schnitt in Größe 40 zum ausrucken…. leider zu groß für mich, aber ein guter Anhaltspunkt)

Schritt 1:

Als Erstes habe ich den bereits bewährten Tudor Schnitt auf Seidenpapier übertragen. Dazu am besten den fertigen Schnitt unter das Seidenpapier legen und abpausen. Anders herum wird das ganze eine ziemliche Zitterpartie und lang nicht so ordentlich, wie wir es eigentlich haben möchten.

Burda Seidenpapier

Schnitt2

Schritt 2:

Als nächstes habe ich den ausgedruckten Schnitt unter den angezeichneten gelegt und ausgerichtet. Dabei habe ich mich vor allem an 2 wichtigen Punkten orientiert:

1. Der Armausschnitt
2. die Taille

Sobald alles fertig angezeichnet ist, ausschneiden!

Schnitt3

Schritt 3:

Zum Glück bin ich auf die Idee gekommen, die Schnitte an der Seitenlinie nebeneinander zu legen. Sonst wäre mir erst beim Nähen aufgefallen, dass die ja nicht überein stimmen.

Also den Armausschnitt ein wenig ausweiten und beide Seitenlinien angleichen.

Schritt 4:

Schnitt4

Fertig!

Was mir aber ein wenig zu denken gibt, ist die Tatsache, dass der Ausschnitt bei dem Rokoko-Korsett um 4,5cm tiefer ist… nicht dass noch was rauspurzelt. 

Naja, mal sehen, schließlich ist das nur der erste Entwurf. Bevor ich da nicht ein Probestück genäht habe, kann man noch gar nichts sagen.

Außerdem befindet sich der Trägeransatz noch weiter außen, als es beim Tudor-Mieder ohnehin schon der Fall ist. Wahrscheinlich werde ich da noch etwas ändern müssen, aber für das Probestück kommen ohnehin keine Träger hin, also dürfte das erst einmal kein Problem sein.

Schnitt5

So…bin schon sehr neugierig, wie das ganze aussehen wird…

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Rokoko-Kleid Teil 1 – Die Planung

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Gerade haben mir liebe Menschen sehr freundlich (und leider auch sehr bestimmt) mitgeteilt, dass ich doch ein Rokokokleid brauche.
Soweit kann ich dem ganzen ja noch zustimmen.

Dann meinten die selben lieben Menschen, dass ich es bis spätestens Oktober brauche.
Das ist jetzt der Moment, wo ein kleines Stimmchen in mir zu kreischen anfängt und irgendetwas von wegen “wir haben doch keine Zeit…” labert. 

Nun ja, eine Herausforderung, würde ich sagen. Ich nehme an!

Heute ist es allerdings schon zu spät, um schon mit dem Schnitt anzufangen… aber planen kann ich zumindest!

 

RokokoAus welchen Teilen besteht ein Rokoko-Kleid?

Ich kann mich nicht so recht mit dem wallenden Rückenteil einer Robe à la fanςaise anfreunden, also habe ich mich für die figurbetonte Robe Anglaise entschieden. Aber was brauch ich alles dafür?

  • eine Chemise
  • Panier, Poschen oder einen Springrock (weiß noch nicht, wofür ich mich entscheiden werde)
  • ein Korsett
  • mindestens einen Unterrock
  • die Robe Anglaise
  • Accessoires…man kann nie genug davon haben… also Hut, Fächer…

Welche Stoffe passen für ein Rokoko-Kleid?

Oje, jetzt wird’s schwierig.

Ich bin natürlich erst einmal dem Irrtum aufgesessen, dass diese “Toile de Jouy”-Stoffe absolut geeignet sind. Leider sind sie es nicht. Darauf sind zwar unter anderem Damen in Rokoko-Gewändern zu sehen, umringt von hübschen Bäumchen, Blümchen, Tierchen und dem starken Geschlecht, aber das sind wohl eher Möbelstoffe.Rokoko-Kleid

Und das waren sie – wie die erste Recherche ergibt – auch damals schon. Also Finger weg.

Leider sind die ersten Fundstücke bei meiner (zugegeben gerade etwas hastigen) Suche nach geeigneten gemusterten Stoffen meist entweder Augenkrebs-erregend oder aber mein Geldbeutel plärrt um Gnade… manchmal sogar beides!

Aber es muss ja nicht unbedingt ein gemusterter Stoff sein.

Beginnen wir also anders: welche Materialien?

Leinen, Wolle und Seide sind die erste Wahl zu dieser Zeit. Bei Baumwolle muss man schon vorsichtiger sein, aber – so wie ich das sehe – ist es durchaus noch akzeptabel. Ich werde also die Chemise, die “Hüfterweiterung (Poschen/Panier/Springrock)) und den ersten Unterrock schon allein aus Kostengründen aus Baumwolle machen.

Für die “Hüfterweiterung” und das Korsett werde ich Stäbe brauchen. Authentisch wäre Fischbein, aber ich habe nicht die geringste Ahnung, wo ich sowas herbekommen soll. Also werde ich wohl eher die Kunststoff-Variante oder eben Federstahl verwenden.

Bleibt nur noch der 2. Unterrock und die Robe Anglaise.

Seide wäre wundervoll, aber teuer. Leinen…nun ja, es ist Oktober. Hier in bayerisch-Sibirien also quasi tiefster Winter. Also doch lieber Wolle oder zumindest ein Wollgemisch.

Und welche Farbe?

Die Filmindustrie präsentiert uns eine bonbonfarbene Pracht. Will ich wirklich ein Teil davon sein? Auf jeden Fall!
Mal sehen, ob ich etwas in der Art finde, aber eher in einer etwas gedeckten Variante.

Wie authentisch das ganze ist, kann ich leider nicht sagen. Aber in der kurzen Zeit ist es fast unmöglich, all die nötigen Informationen, Materialien und Schnitte zusammen zu suchen. Und auf meine geliebte Frau Elna (meine Nähmaschine) werde ich bestimmt nicht verzichten!

Die nächsten Tage werden also ganz der Stoffsuche gewidmet sein…

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Wappenstickerei: Entwurf und Anfänge

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Auf meinen Streifzügen durchs Netz habe ich so viele wundervolle Sticktechniken gefunden, dass es mich wieder einmal in den Fingern juckt. Außerdem ist das mal eine passende Gelegenheit, einen schöneren Jungfernadler für mein Wappen zu entwerfen.

Jungfernadler

Tag 1 – Der Entwurf

Viel gibt es zum Entwurf eigentlich nicht zu sagen, außer dass ich mein Gimp liebe! Jetzt habe ich nicht nur eine Vorlage für mein aktuelles Projekt, sondern auch noch eine Grafik, die mein Mann dann für die Stickmaschine verwenden kann..

Tag 2 – Die ersten Stiche

Nachdem sich mein Notebook nach einer Stunde endlich mal entschieden hat, die Treiber doch zu installieren, hab ich endlich meine Vorlage ausdrucken können. Zum Glück ist der Stoff, den ich gewählt habe (“Lenda” von einem gewissen Möbelhaus) minimalst transparent. Ich konnte ihn also einfach auf die Vorlage legen und mit einem “Trickstift”, der bei Wasserkontakt wieder verschwindet, abpausen.

 

Ich konnte nicht widerstehen und hab vor dem ersten Foto gleich mal ein paar Stiche ausprobieren müssen…

Stickerei_1

Stickerei__2

Zum Sticken verwende ich Häkelgarn, das ganze soll ja “nur” ein Übungsstück werden. Außerdem hab ich nicht die Geduld, solange mit der Stickerei zu warten, bis ich Stickgarn besorgt habe…

Für die Umrandungen habe ich einen Kettstich verwendet und  das Kreissegment am Flügel ist mit dem französischen Knötchenstich ausgefüllt. Für den roten Teil des Flügels wollte ich etwas neues ausprobieren, also habe ich ein Stückchen roten Baumwollsamt appliziert und und mit weiteren Knötchenstichen verziert.

Ich hab auch schon mit den Haaren angefangen. Dafür verwende ich einen Schnurstich, bei dem ich 3 Fäden von dem schwarzen Baumwollgarn umsticke.

Tag 3 – zwei neue Stiche

Ich hab mir gedacht, dass ich in einem Übungsstück doch so viele Stiche unterbringen sollte, wie es nur geht, schließlich will ich ja üben und den Effekt sehen.  4 verschiedene Stiche (Kettstich, Knötchenstich, Schnurstich und Heringbone-Stich) sind ja schon verwendet, also versuche ich mich einfach mal mit einem unterfütterten Satinstich für den Fuß und einem Detached Button Hole Stich für den Brustbereich…

Stickerei_3

Bei der ganzen Stickerei bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass es fast zu schade wäre, diesen Jungfernadler als Mustertuch vergammeln zu lassen… nur, wofür verwende ich ihn?

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Schnittmuster Mittelalter: Unterrock

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Jede Dame hebt ein wenig den langen prunkvollen Rock, wenn sie ein paar Stufen hinauf gehen will. Sie will schließlich nicht über ihr eigenes Kleid stolpern.

 

Doch welche Dame will schon eine wenig mittelalterliche Strumpfhose oder gar unrasierte Beine dabei zeigen? Ein hübscher Unterrock gibt nicht nur dem Rock mehr Volumen, er verdeckt auch all die Dinge die eine Dame – anstandshalber – nicht zeigen sollte.

Hier die Anleitung:

 

Schnittmuster Mittelalter: Unterrock

 

Schnittmuster Mittelalter Unterrock

Für diesen Rock habe ich einen stark gemusterten Stoff gewählt. Da ich das Muster durch keilförmige Schnittmuster nicht zerstören wollte, habe ich mir folgenden Schnitt überlegt:Schnittmuster Rock

 

Der Unterrock soll einen möglichst weiten Saum haben und unten rum richtig Volumen machen. Andererseits sollte er nicht unbedingt die Hüften betonen.   Also ist dieser Rock in der oberen Partie relativ “Stoffarm” und hat durch die Falten unten einen wunderbar weiten Saum.

 

Ein weiterer Vorteil bei diesem Schnitt ist, dass man stark gemusterten Stoff verwenden kann, ohne das Muster zu zerstören (erkläre später genauer).

Wohlan! Die Dame braucht einen Unterrock!

Schnittmuster und Stoffmenge:

Ich habe für den Rock gerade einmal 2 Meter Stoff verbraucht. Und man hätte sparen können! Mein hoher Verbrauch resultiert nur davon, dass ich mich an das Muster des Stoffes halten musste.  (Trotzdem habe ich noch Reste genug, um beispielsweise eine Tasche damit zu füttern).

 

Wieviel ihr tatsächlich braucht, müsst ihr selbst ausrechnen, viel  wird es aber nicht sein.

a   Breite Teil A (abhängig vom Musterrapport; maximal 55 cm)

b  Saumweite (in meinem Fall: doppelt so breit, wie der Stoff liegt)

c  Saum 1 (mindestens 1 Meter)

d  Breite Teil B (Gesamtlänge Rock minus a)

e  Taillenumfang

a + d  Gesamtlänge Rock

Genaue Maße kann ich hier leider nicht geben. Das Ausmessen sollte aber eigentlich kein Problem sein.

Saum c muss abhängig von der Breite von Teil A bemessen werden. Das klingt komplizierter als es eigentlich ist: wichtig ist hierbei nur, dass er den Bewegungsfreiraum nicht einschränkt. Man will schließlich Tanzen können…

Insgesamt besteht der Rock aus 6 – 7 Teilen:

  • 1-2 rechteckige Stoffstreifen für Teil A
  • 4 trapezförmige Stoffstücke für Teil B
  • 1 Stoffstreifen für den Saum

ACHTUNG! bei allen Zuschnitten muss auf Nahtzugabe geachtet werden!!!

Teil A:

Teil-ATeil A ist eigentlich der einfachste Teil des ganzen Rockes. Eigentlich, wenn da nicht die Falten wären, aber dazu später.

Er besteht aus einer einzigen langen Stoffbahn. Die Länge gibt hier die endgültige Saumlänge vor. Aber aufpassen: wenn man den Stoff in Falten legt, kann man ihn maximal auf 1/3 der ursprünglichen Länge reduzieren

(natürlich wäre es auch möglich größere Stoffmengen entsprechend zusammen zu fassen, aber soviel Stoff benötigt ein Unterrock nun wirklich nicht)

Teil-A-1In meinem Fall gibt sich die Breite a  aus dem Musterrapport. Sie sollt aber nicht länger als 55 cm sein. (wie wollen schließlich viel Volumen am Saum, aber möglichst wenig auf den Hüften und Oberschenkeln)

Allerdings muss bei diesem Schnittstück auch noch auf den Saum geachtet werden. Damit dieser schön ausfällt sollte man am unteren Rand unbedingt etwa 8 cm statt der üblichen Nahtzugabe von 1 cm zugegeben werden.

Die beiden Stoffstreifen werden erst an der schmalen Seite (a) zu einer langen Bahn zusammen genäht, die Doppelter-Saumdann wieder an den schmalen Seiten (a) zu einem Schlauch zusammen genäht wird. Wenn der Stoff gemustert ist, sollte hier auf das Muster geachtet werden, dass keine sichtbaren Unterbrechungen zu sehen sind.

Als nächstes wird der Saum genäht:

Ich empfehle auf jeden Fall einen doppelten Saum! Am einfachsten ist es, wenn man die Kanten nach dem Feststecken erst einmal bügelt. So wird der Saum schön gleichmäßig.

Jetzt kommt der eigentlich komplizierteste Arbeitsschritt des ganzen Rockes: die Falten.

Die nicht-gesäumte Kante von Teil A muss auf die Länge c gebracht werden. Ich persönlich finde gekräuselte Falten bei einem gemusterten Stoff nicht sehr schön und habe mich deswegen für Kellerfalten entschieden.

Wenn ich eine Kellerfalte mache, verringere ich die Länge um 2/3. In einer Falte, die z.B. 4cm breit ist, verschwinden also 8 cm Stoff.

 

Die Stoffkante wird also in gleichmäßige Falten gelegt, bis ich die gewünschte Länge c erreicht habe. Dabei lieber mehr Nadeln verwenden, als zu wenig, und Bügeln ist auch nicht verkehrt.

Sobald die Länge auf diese Weise verkürzt ist, werden die Falten mit einem Zickzackstick fixiert. (Das erspart einem das spätere Fluchen, wenn die Nadeln herausfallen und die mühsam gelegten Falten dahin sind)

Teil B:

Dieser Teil des Rockes besteht eigentlich aus 4 Trapezen.

(Die schmale Kante des Trapezes sollte 1/4 des Taillenumfanges entsprechen, die langen Kante 1/4 der Länge c.

Die beiden schärgen Seiten entsprechen der Rocklänge – a)

 

Wenn alle Trapeze an den schrägen Kanten zusammen genäht sind, sollte die schmale Seite dem Taillenumfang (e) entsprechen.

Um allerdings ein wenig mehr Bewegungsfreiheit zu bekommen, habe ich die schmale Seite von jedem Trapez um 8 cm verlängert (diese 8cm verschwinden später in einer Kellerfalte)

 

 

 

Ich habe festgestellt, dass es bequemer ist, die Kellerfalten in jedes der Trapeze zu nähen, BEVOR sie zusammen genäht werden. 

Die Kellerfalten werden wie zuvor erst gesteckt und gebügelt, dann mit einem breiten Zickzackstich fixiert.

 

Anschließend werden die 4 Einzelteile an den schrägen Kanten zu einer Bahn zusammen genäht:

 

Bevor die verbleibenden beiden Schrägkanten zusammen genäht werden, soltte man abmessen, wie lang der Schlitz sein soll, um den Rock bequem an- und ausziehen zu können.

20cm würde ich als minimale Länge vorschlagen.

 

Die Stoffbahn wird also so zusammen genäht, dass der Schlitz nach oben hin (zur schmalen Seite) offen bleibt.

Ich habe die Nahtzugabe für diese Naht noch ein wenig verbreitert, um auch entlang des Schlitzes einen doppelten Saum machen zu können (sieht einfach ordentlicher aus). Aber für einen Unterrock kann man sich natürlich auch damit zufrieden geben, die Nahtzugabe einfach so umzunähen.

Zuletzt wird der Rockbund gemacht.

Dazu wird ein Stoffstreifen mit der Breite von 6 cm in der Länge e zurecht geschnitten (+ Nahtzugabe).

(Statt des Stoffstreifens kann man auch ein Schrägband verwenden)

Bei diesem Stoffstreifen wird die Nahtzugabe nach innen gebügelt und der ganze Streifen dann noch einmal halbiert.

Mit diesem Stoffstreifen wird jetzt der obere Saum von Teil B versäubert.
(Der Stoffstreifen wird um den Saum von Teil B geklappt und fest genäht.)

Um den Rock zu verschließen wird jetzt noch an jede Seite des Schlitzes ein Band genäht, so dass man den Rock mit einer einfachen Schleife verschließen kann.

 

Aber noch ist es ein Minirock.  Aber nicht verzagen, eine einzige Naht trennt uns noch von dem fertigen Unterrock!

Der in Falten gelegte Saum von Teil A wird jetzt an den Saum von Teil B festgesteckt und festgenäht… und fertig ist der Unterrock einer Adeligen.

 

Ich hoffe, dass die Anleitung verständlich ist. Bei Frage stehe selbstverständlich zur Verfügung.

Katharina

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