Archiv der Kategorie: Romane & Hörspiele

Rezension: Konrad Curze – Der Jäger der Nacht (Guy Haley) – Poesie der Grausamkeit

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In der Reihe The Horus Heresy - Primarchs werden die legendären Anführer der Space Marine-Orden vor dem Verrat des Horus beleuchtet. Der zwölfte Teil dreht sich um den wohl dunkelsten Sohn des Imperators: Konrad Curze. Ob es Guy Haley gelungen ist, die Essenz des Night Haunters einzufangen, lest ihr hier.

Dieser Beitrag wurde von Michael Engelhardt geschrieben

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Verlosung: Blutige Lektüre

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Die letzte Staffel Game of Thrones ist gelaufen, und jetzt fehlt die blutige Unterhaltung? Die letzte Serie enthielt nicht genug Schlachten? Es gab keine Versuche, einen Thron zurückzuerobern? Keine Sorge, wir haben ein Buchpaket voll Blut, Krieg und Helden zusammengestellt, das ihr gewinnen könnt.

Dieser Beitrag wurde von Roger Lewin geschrieben

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Rezension: Keine Helden – Piraten des Mahlstroms (Nils Krebber) – Schnitzeljagd statt Kaperfahrt

Rezension: Keine Helden – Piraten des Mahlstroms (Nils Krebber) – Schnitzeljagd statt Kaperfahrt
Eine kleine Truppe aus Schurken und Betrüger wird gegen ihren Willen in eine Schatzsuche verwickelt. Auf der Reise erwarten die ungewöhnlichen Helden Meeresungeheuer, verfluchte Untote und alles, was man von einer ordentlichen Seeräubergeschichte erwartet. Doch wodurch kann sich Nils Krebbers erster Roman von anderen Vertretern des Genres abheben?
Spätestens seit Fluch der Karibik ist das Piratenabenteuer fest in unserer aktuellen Popkultur verankert. Daher ist es kein Wunder, dass allein der Titel des Buchs Keine Helden – Piraten des Mahlstroms bestimmte Assoziationen weckt: Exotische Settings, sympathische Halunken, ein bisschen Magie und vielleicht der eine oder andere Fluch, das erwartet man dieser Tage von einem Piratenroman. Erfüllt der erste Roman von Autor Nils Krebber diese Erwartungen, oder segelt er in eine ganz andere Richtung? Lichten wir die Anker und finden es heraus.
Story
„Was soll schon passieren?“ ist das sorglose Motto von Eberhart Brettschneider, das ihm beinahe zum Verhängnis wird. Er und seine Komplizin Aurelia sind Kleinganoven und Betrüger in der Hafenstadt Kammerbad. Bisher ist es ihnen gelungen, unter dem Radar des Imperiums und seiner religiösen Inquisition zu bleiben. Nun scheint die im Exil lebende Gräfin Estella del Mar, erfüllt von naiver Faszination für die Raubzüge des legendären Schreckenskapitäns, das ideale Opfer für ihren großen Coup zu sein. Diese Annahme erweist sich bald als große Fehleinschätzung. Die gerissene Adlige dreht den Spieß einfach um und plötzlich finden sich die beiden Gauner zwischen Nekromanten und Piraten auf einer großen Schatzsuche wieder, deren Ziel nichts Geringeres als die Eroberung einer ganzen Insel ist. Dass sie damit dem Imperium und seinen Schergen gehörig auf die Füße treten, ist schnell ihre geringste Sorge. Der beschworene Geist eines verfluchten Piraten lässt ahnen, dass einige der Legenden, die man sich in ihrer Heimat erzählt, entschieden mehr Wahrheit enthalten, als den Protagonisten lieb sein kann. Welche Geheimnisse enthält ihre adlige Auftraggeberin ihnen vor? Werden sie sich am Ende gar dem Schreckenskapitän selbst stellen müssen? Eberhardt und Aurelia suchen verzweifelt nach einer Möglichkeit, sich aus der Affäre zu ziehen, denn, wie sie immer wieder verzweifelt versichern, sie sind einfach keine Helden.
Trotz der Umwege, die seine Figuren gelegentlich zurücklegen müssen, erzählt Nils Krebber mit Keine Helden ein gradliniges und sehr unterhaltsames Abenteuer, bei dem eindeutig der Weg das Ziel ist. Mehr als von seinem konventionellen Setting lebt der Roman nämlich von seinen Figuren, sympathischen Außenseitern, die dem Titel alle Ehre machen. Da ist Aurelia, die flinke Diebin mit losem Mundwerk und einem heimlichen Gespür für das Richtige, deren tiefsitzende Angst vor dem Meeresgott Laros auf See eher hinderlich ist. Da sind Akbash und seine heruntergekommene Crew habgieriger Halunken, die bereit sind, sich und ihr Schiff für das Unternehmen zur Verfügung zu stellen, ohne zu ahnen, welche Opfer sie werden bringen müssen. Und da ist Joachim, der alterslose Totenbeschwörer, dessen Körper seit der letzten Beschwörung leider nicht mehr ganz ihm selbst gehört. Gemeinsam bilden sie eine vergnügliche Truppe, mit der man gerne Zeit verbringt. Mit von der Partie sind außerdem die geheimnisvolle Gräfin del Mar als Drahtzieherin des Unternehmens und ihr Leibwächter Adrian von Berg, seines Zeichens kirchlicher Inquisitor. Abgerundet wird die Aufstellung von Eberhardt Brettschneider als unkonventionellem Protagonisten: Beleibt und ängstlich, dafür aber mit einem messerscharfen Verstand ausgestattet, schummelt er sich durch allerhand kleine Abenteuer und muss doch immer wieder befürchten, dass am Ende eine Herausforderung stehen wird, vor der er sich nicht mehr drücken kann. Als einfacher, wenn auch nicht immer gesetzestreuer Händler, der selbst kein Seefahrer (geschweige denn Pirat!) ist, hat er allen Grund, den Ereignissen den Rücken zu kehren. Gleichzeitig schwindet aber seine Motivation, sich heimlich davonzuschleichen, je stärker seine Gefühle für den freundlichen Joachim werden, dessen Schicksal in den Händen der Gräfin liegt. Auch dies ist eine angenehme Abwechslung, denn Eberharts Homosexualität wird nie humoristisch ausgeschlachtet oder mit Klischees überhäuft. Dass die Protagonisten irgendwann im Verlauf der Reise ihr sprichwörtliches Herz aus Gold entdecken und eben doch zu Helden werden müssen, ahnt man zwar vom ersten Kapitel an, nimmt es dem Buch aber überhaupt nicht übel. Immerhin sind Geschichten von Helden, die keine sein wollen, in der Phantastik gang und gäbe.
Die Vorliebe fürs Rollenspiel merkt man Nils Krebber in seinem Erstlingsroman durchaus an. Episodisch schickt er seine Abenteurertruppe auf die immer gefährlicher werdende Schnitzeljagd, bei der in üblicher Manier magische Gegenstände gesucht und Geheimnisse gelüftet werden müssen, bis es zur finalen Auseinandersetzung kommen kann. Entsprechend hat der Aufbau selbst kaum Überraschungen parat, aber dank abwechslungsreicher Settings und phantasievoller Herausforderungen kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Da stört es auch nicht, wenn man sich für das nach und nach enthüllte Geheimnis des Schreckenskapitäns nur mäßig interessiert. Ob man gerade das Auge des Leviathans, Kapitän Escobars Schiff oder das magische Unlicht sucht, bleibt zweitrangig. Die Hauptsache ist, man ist Teil der Crew und verlässt sich darauf, dass am Ende schon alles Sinn ergibt. Zum Glück tut es das dann auch und der Leser wird mit einem eindrucksvollen Finale belohnt, das sich sehen lassen kann.
Schreibstil
Keine Helden ist natürlich kein großer literarischer Wurf, sondern eben ein kurzweiliges Piratenabenteuer für zwischendurch. Die Sprache ist unkompliziert und der Roman lässt sich leicht runterlesen. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass es in den Dialogen kaum Varianzen gibt. Nahezu alle Akteure haben die gleiche Art zu reden und den gleichen Wortschatz. Das erlaubt es einerseits, sich ganz auf den Plot zu konzentrieren, ist aber natürlich andererseits auch eine vertane Chance, die Nebenfiguren, die eine klare Stärke des Romans sind, noch deutlicher zu unterstreichen.
Die Erzählung folgt überwiegend dem Protagonisten Eberhart, rückt ihn aber nie so sehr in den Vordergrund, dass er seine Mitstreiter in den Schatten stellt. Auch dieser klare Fokus trägt maßgeblich zur Leserfreundlichkeit des Buchs bei. Überhaupt ist die Anzahl der Schauplätze und Nebenfiguren recht überschaubar, so dass man der Handlung stets folgen kann, ohne ständig nach Karten oder Glossaren blättern zu müssen. Leider haben sich einige Tippfehler eingeschlichen, die man aber weitgehend überlesen kann.
Der Autor
Nils Krebber wurde 1975 geboren und ist Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik. Mit Keine Helden: Piraten des Mahlstroms legte der passionierte Rollenspieler 2017 seinen ersten Roman vor. Da Krebber mit seiner Familie in Hamburg lebt, ist er aktuell außerdem bei lokalen Projekten wie der Altonale oder der Anthologie Arkanes Hamburg vertreten.
Erscheinungsbild
Das Cover von Keine Helden – Piraten des Mahlstroms zeigt dem Thema gemäß ein Schiff und einen Riesenkraken in aufgewühlter See vor einem gelben Himmel. Die Piratenflagge darüber ziert im Buch außerdem jeden Kapitelanfang. Der Amrûn-Verlag liefert hier ein verhältnismäßig großes und robustes Taschenbuch, das man getrost mit auf Kaperfahrt nehmen kann.
Die harten Fakten:

Verlag: Amrûn
Autor: Nils Krebber
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 301
ISBN: 978-3-9586-9296-1
Preis: 12,90 EUR
Bezugsquelle: Amazon, lokaler Buchhandel

 
Fazit
Das Setting von Keine Helden – Piraten des Mahlstroms liefert genau das ab, was man von einem Piratenroman erwartet. Der Versuch einer zusammengewürfelten Truppe von Kleinganoven, hinter das Geheimnis des Schreckenkapitäns zu kommen, ist es ein vergnügliches Abenteuer mit erfrischenden Charakteren. Man fühlt sich beim Lesen gut unterhalten. Zwar sind die Aufgaben, welche die unfreiwilligen Helden erwarten, keinesfalls ungewöhnlich: Stück für Stück werden die Hintergründe der Welt aufgedeckt, nach und nach müssen magische Gegenstände zusammengesucht werden und man ahnt schon ungefähr, worauf das alles hinauslaufen wird. Doch die einzelnen Stationen der Abenteurer sind stets wohl durchdacht und nicht ohne einen gewissen Charme.
Dabei sind es vor allem die liebevoll gezeichneten Charaktere, die für die richtige Stimmung sorgen. Wo der Handlung etwas Wind in den Segeln fehlt, bringen die sympathischen Figuren einen sicher durch die Flaute. Wer Spaß an Piratengeschichten hat und auf der Suche nach leichter Unterhaltung ist, wird viel Freude damit haben.
Alles in allem kann man Autor Nils Krebber zu diesem gelungenen ersten Roman gratulieren, der hoffentlich keinesfalls sein letzter ist. Auch Eberhart Brettschneider und seine Gefährten würde man gern auf weiteren Reisen begleiten.

Artikelbild: Amrûn
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Eine kleine Truppe aus Schurken und Betrüger wird gegen ihren Willen in eine Schatzsuche verwickelt. Auf der Reise erwarten die ungewöhnlichen Helden Meeresungeheuer, verfluchte Untote und alles, was man von einer ordentlichen Seeräubergeschichte erwartet. Doch wodurch kann sich Nils Krebbers erster Roman von anderen Vertretern des Genres abheben?
Spätestens seit Fluch der Karibik ist das Piratenabenteuer fest in unserer aktuellen Popkultur verankert. Daher ist es kein Wunder, dass allein der Titel des Buchs Keine Helden – Piraten des Mahlstroms bestimmte Assoziationen weckt: Exotische Settings, sympathische Halunken, ein bisschen Magie und vielleicht der eine oder andere Fluch, das erwartet man dieser Tage von einem Piratenroman. Erfüllt der erste Roman von Autor Nils Krebber diese Erwartungen, oder segelt er in eine ganz andere Richtung? Lichten wir die Anker und finden es heraus.
Story
„Was soll schon passieren?“ ist das sorglose Motto von Eberhart Brettschneider, das ihm beinahe zum Verhängnis wird. Er und seine Komplizin Aurelia sind Kleinganoven und Betrüger in der Hafenstadt Kammerbad. Bisher ist es ihnen gelungen, unter dem Radar des Imperiums und seiner religiösen Inquisition zu bleiben. Nun scheint die im Exil lebende Gräfin Estella del Mar, erfüllt von naiver Faszination für die Raubzüge des legendären Schreckenskapitäns, das ideale Opfer für ihren großen Coup zu sein. Diese Annahme erweist sich bald als große Fehleinschätzung. Die gerissene Adlige dreht den Spieß einfach um und plötzlich finden sich die beiden Gauner zwischen Nekromanten und Piraten auf einer großen Schatzsuche wieder, deren Ziel nichts Geringeres als die Eroberung einer ganzen Insel ist. Dass sie damit dem Imperium und seinen Schergen gehörig auf die Füße treten, ist schnell ihre geringste Sorge. Der beschworene Geist eines verfluchten Piraten lässt ahnen, dass einige der Legenden, die man sich in ihrer Heimat erzählt, entschieden mehr Wahrheit enthalten, als den Protagonisten lieb sein kann. Welche Geheimnisse enthält ihre adlige Auftraggeberin ihnen vor? Werden sie sich am Ende gar dem Schreckenskapitän selbst stellen müssen? Eberhardt und Aurelia suchen verzweifelt nach einer Möglichkeit, sich aus der Affäre zu ziehen, denn, wie sie immer wieder verzweifelt versichern, sie sind einfach keine Helden.
Trotz der Umwege, die seine Figuren gelegentlich zurücklegen müssen, erzählt Nils Krebber mit Keine Helden ein gradliniges und sehr unterhaltsames Abenteuer, bei dem eindeutig der Weg das Ziel ist. Mehr als von seinem konventionellen Setting lebt der Roman nämlich von seinen Figuren, sympathischen Außenseitern, die dem Titel alle Ehre machen. Da ist Aurelia, die flinke Diebin mit losem Mundwerk und einem heimlichen Gespür für das Richtige, deren tiefsitzende Angst vor dem Meeresgott Laros auf See eher hinderlich ist. Da sind Akbash und seine heruntergekommene Crew habgieriger Halunken, die bereit sind, sich und ihr Schiff für das Unternehmen zur Verfügung zu stellen, ohne zu ahnen, welche Opfer sie werden bringen müssen. Und da ist Joachim, der alterslose Totenbeschwörer, dessen Körper seit der letzten Beschwörung leider nicht mehr ganz ihm selbst gehört. Gemeinsam bilden sie eine vergnügliche Truppe, mit der man gerne Zeit verbringt. Mit von der Partie sind außerdem die geheimnisvolle Gräfin del Mar als Drahtzieherin des Unternehmens und ihr Leibwächter Adrian von Berg, seines Zeichens kirchlicher Inquisitor. Abgerundet wird die Aufstellung von Eberhardt Brettschneider als unkonventionellem Protagonisten: Beleibt und ängstlich, dafür aber mit einem messerscharfen Verstand ausgestattet, schummelt er sich durch allerhand kleine Abenteuer und muss doch immer wieder befürchten, dass am Ende eine Herausforderung stehen wird, vor der er sich nicht mehr drücken kann. Als einfacher, wenn auch nicht immer gesetzestreuer Händler, der selbst kein Seefahrer (geschweige denn Pirat!) ist, hat er allen Grund, den Ereignissen den Rücken zu kehren. Gleichzeitig schwindet aber seine Motivation, sich heimlich davonzuschleichen, je stärker seine Gefühle für den freundlichen Joachim werden, dessen Schicksal in den Händen der Gräfin liegt. Auch dies ist eine angenehme Abwechslung, denn Eberharts Homosexualität wird nie humoristisch ausgeschlachtet oder mit Klischees überhäuft. Dass die Protagonisten irgendwann im Verlauf der Reise ihr sprichwörtliches Herz aus Gold entdecken und eben doch zu Helden werden müssen, ahnt man zwar vom ersten Kapitel an, nimmt es dem Buch aber überhaupt nicht übel. Immerhin sind Geschichten von Helden, die keine sein wollen, in der Phantastik gang und gäbe.
Die Vorliebe fürs Rollenspiel merkt man Nils Krebber in seinem Erstlingsroman durchaus an. Episodisch schickt er seine Abenteurertruppe auf die immer gefährlicher werdende Schnitzeljagd, bei der in üblicher Manier magische Gegenstände gesucht und Geheimnisse gelüftet werden müssen, bis es zur finalen Auseinandersetzung kommen kann. Entsprechend hat der Aufbau selbst kaum Überraschungen parat, aber dank abwechslungsreicher Settings und phantasievoller Herausforderungen kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Da stört es auch nicht, wenn man sich für das nach und nach enthüllte Geheimnis des Schreckenskapitäns nur mäßig interessiert. Ob man gerade das Auge des Leviathans, Kapitän Escobars Schiff oder das magische Unlicht sucht, bleibt zweitrangig. Die Hauptsache ist, man ist Teil der Crew und verlässt sich darauf, dass am Ende schon alles Sinn ergibt. Zum Glück tut es das dann auch und der Leser wird mit einem eindrucksvollen Finale belohnt, das sich sehen lassen kann.
Schreibstil
Keine Helden ist natürlich kein großer literarischer Wurf, sondern eben ein kurzweiliges Piratenabenteuer für zwischendurch. Die Sprache ist unkompliziert und der Roman lässt sich leicht runterlesen. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass es in den Dialogen kaum Varianzen gibt. Nahezu alle Akteure haben die gleiche Art zu reden und den gleichen Wortschatz. Das erlaubt es einerseits, sich ganz auf den Plot zu konzentrieren, ist aber natürlich andererseits auch eine vertane Chance, die Nebenfiguren, die eine klare Stärke des Romans sind, noch deutlicher zu unterstreichen.
Die Erzählung folgt überwiegend dem Protagonisten Eberhart, rückt ihn aber nie so sehr in den Vordergrund, dass er seine Mitstreiter in den Schatten stellt. Auch dieser klare Fokus trägt maßgeblich zur Leserfreundlichkeit des Buchs bei. Überhaupt ist die Anzahl der Schauplätze und Nebenfiguren recht überschaubar, so dass man der Handlung stets folgen kann, ohne ständig nach Karten oder Glossaren blättern zu müssen. Leider haben sich einige Tippfehler eingeschlichen, die man aber weitgehend überlesen kann.
Der Autor
Nils Krebber wurde 1975 geboren und ist Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik. Mit Keine Helden: Piraten des Mahlstroms legte der passionierte Rollenspieler 2017 seinen ersten Roman vor. Da Krebber mit seiner Familie in Hamburg lebt, ist er aktuell außerdem bei lokalen Projekten wie der Altonale oder der Anthologie Arkanes Hamburg vertreten.
Erscheinungsbild
Das Cover von Keine Helden – Piraten des Mahlstroms zeigt dem Thema gemäß ein Schiff und einen Riesenkraken in aufgewühlter See vor einem gelben Himmel. Die Piratenflagge darüber ziert im Buch außerdem jeden Kapitelanfang. Der Amrûn-Verlag liefert hier ein verhältnismäßig großes und robustes Taschenbuch, das man getrost mit auf Kaperfahrt nehmen kann.
Die harten Fakten:

Verlag: Amrûn
Autor: Nils Krebber
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 301
ISBN: 978-3-9586-9296-1
Preis: 12,90 EUR
Bezugsquelle: Amazon, lokaler Buchhandel

 
Fazit
Das Setting von Keine Helden – Piraten des Mahlstroms liefert genau das ab, was man von einem Piratenroman erwartet. Der Versuch einer zusammengewürfelten Truppe von Kleinganoven, hinter das Geheimnis des Schreckenkapitäns zu kommen, ist es ein vergnügliches Abenteuer mit erfrischenden Charakteren. Man fühlt sich beim Lesen gut unterhalten. Zwar sind die Aufgaben, welche die unfreiwilligen Helden erwarten, keinesfalls ungewöhnlich: Stück für Stück werden die Hintergründe der Welt aufgedeckt, nach und nach müssen magische Gegenstände zusammengesucht werden und man ahnt schon ungefähr, worauf das alles hinauslaufen wird. Doch die einzelnen Stationen der Abenteurer sind stets wohl durchdacht und nicht ohne einen gewissen Charme.
Dabei sind es vor allem die liebevoll gezeichneten Charaktere, die für die richtige Stimmung sorgen. Wo der Handlung etwas Wind in den Segeln fehlt, bringen die sympathischen Figuren einen sicher durch die Flaute. Wer Spaß an Piratengeschichten hat und auf der Suche nach leichter Unterhaltung ist, wird viel Freude damit haben.
Alles in allem kann man Autor Nils Krebber zu diesem gelungenen ersten Roman gratulieren, der hoffentlich keinesfalls sein letzter ist. Auch Eberhart Brettschneider und seine Gefährten würde man gern auf weiteren Reisen begleiten.

Artikelbild: Amrûn
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Rezension: Keine Helden – Piraten des Mahlstroms (Nils Krebber) – Schnitzeljagd statt Kaperfahrt

Rezension: Keine Helden – Piraten des Mahlstroms (Nils Krebber) – Schnitzeljagd statt Kaperfahrt

Rezension: Keine Helden – Piraten des Mahlstroms (Nils Krebber) – Schnitzeljagd statt Kaperfahrt
Eine kleine Truppe aus Schurken und Betrüger wird gegen ihren Willen in eine Schatzsuche verwickelt. Auf der Reise erwarten die ungewöhnlichen Helden Meeresungeheuer, verfluchte Untote und alles, was man von einer ordentlichen Seeräubergeschichte erwartet. Doch wodurch kann sich Nils Krebbers erster Roman von anderen Vertretern des Genres abheben?
Spätestens seit Fluch der Karibik ist das Piratenabenteuer fest in unserer aktuellen Popkultur verankert. Daher ist es kein Wunder, dass allein der Titel des Buchs Keine Helden – Piraten des Mahlstroms bestimmte Assoziationen weckt: Exotische Settings, sympathische Halunken, ein bisschen Magie und vielleicht der eine oder andere Fluch, das erwartet man dieser Tage von einem Piratenroman. Erfüllt der erste Roman von Autor Nils Krebber diese Erwartungen, oder segelt er in eine ganz andere Richtung? Lichten wir die Anker und finden es heraus.
Story
„Was soll schon passieren?“ ist das sorglose Motto von Eberhart Brettschneider, das ihm beinahe zum Verhängnis wird. Er und seine Komplizin Aurelia sind Kleinganoven und Betrüger in der Hafenstadt Kammerbad. Bisher ist es ihnen gelungen, unter dem Radar des Imperiums und seiner religiösen Inquisition zu bleiben. Nun scheint die im Exil lebende Gräfin Estella del Mar, erfüllt von naiver Faszination für die Raubzüge des legendären Schreckenskapitäns, das ideale Opfer für ihren großen Coup zu sein. Diese Annahme erweist sich bald als große Fehleinschätzung. Die gerissene Adlige dreht den Spieß einfach um und plötzlich finden sich die beiden Gauner zwischen Nekromanten und Piraten auf einer großen Schatzsuche wieder, deren Ziel nichts Geringeres als die Eroberung einer ganzen Insel ist. Dass sie damit dem Imperium und seinen Schergen gehörig auf die Füße treten, ist schnell ihre geringste Sorge. Der beschworene Geist eines verfluchten Piraten lässt ahnen, dass einige der Legenden, die man sich in ihrer Heimat erzählt, entschieden mehr Wahrheit enthalten, als den Protagonisten lieb sein kann. Welche Geheimnisse enthält ihre adlige Auftraggeberin ihnen vor? Werden sie sich am Ende gar dem Schreckenskapitän selbst stellen müssen? Eberhardt und Aurelia suchen verzweifelt nach einer Möglichkeit, sich aus der Affäre zu ziehen, denn, wie sie immer wieder verzweifelt versichern, sie sind einfach keine Helden.
Trotz der Umwege, die seine Figuren gelegentlich zurücklegen müssen, erzählt Nils Krebber mit Keine Helden ein gradliniges und sehr unterhaltsames Abenteuer, bei dem eindeutig der Weg das Ziel ist. Mehr als von seinem konventionellen Setting lebt der Roman nämlich von seinen Figuren, sympathischen Außenseitern, die dem Titel alle Ehre machen. Da ist Aurelia, die flinke Diebin mit losem Mundwerk und einem heimlichen Gespür für das Richtige, deren tiefsitzende Angst vor dem Meeresgott Laros auf See eher hinderlich ist. Da sind Akbash und seine heruntergekommene Crew habgieriger Halunken, die bereit sind, sich und ihr Schiff für das Unternehmen zur Verfügung zu stellen, ohne zu ahnen, welche Opfer sie werden bringen müssen. Und da ist Joachim, der alterslose Totenbeschwörer, dessen Körper seit der letzten Beschwörung leider nicht mehr ganz ihm selbst gehört. Gemeinsam bilden sie eine vergnügliche Truppe, mit der man gerne Zeit verbringt. Mit von der Partie sind außerdem die geheimnisvolle Gräfin del Mar als Drahtzieherin des Unternehmens und ihr Leibwächter Adrian von Berg, seines Zeichens kirchlicher Inquisitor. Abgerundet wird die Aufstellung von Eberhardt Brettschneider als unkonventionellem Protagonisten: Beleibt und ängstlich, dafür aber mit einem messerscharfen Verstand ausgestattet, schummelt er sich durch allerhand kleine Abenteuer und muss doch immer wieder befürchten, dass am Ende eine Herausforderung stehen wird, vor der er sich nicht mehr drücken kann. Als einfacher, wenn auch nicht immer gesetzestreuer Händler, der selbst kein Seefahrer (geschweige denn Pirat!) ist, hat er allen Grund, den Ereignissen den Rücken zu kehren. Gleichzeitig schwindet aber seine Motivation, sich heimlich davonzuschleichen, je stärker seine Gefühle für den freundlichen Joachim werden, dessen Schicksal in den Händen der Gräfin liegt. Auch dies ist eine angenehme Abwechslung, denn Eberharts Homosexualität wird nie humoristisch ausgeschlachtet oder mit Klischees überhäuft. Dass die Protagonisten irgendwann im Verlauf der Reise ihr sprichwörtliches Herz aus Gold entdecken und eben doch zu Helden werden müssen, ahnt man zwar vom ersten Kapitel an, nimmt es dem Buch aber überhaupt nicht übel. Immerhin sind Geschichten von Helden, die keine sein wollen, in der Phantastik gang und gäbe.
Die Vorliebe fürs Rollenspiel merkt man Nils Krebber in seinem Erstlingsroman durchaus an. Episodisch schickt er seine Abenteurertruppe auf die immer gefährlicher werdende Schnitzeljagd, bei der in üblicher Manier magische Gegenstände gesucht und Geheimnisse gelüftet werden müssen, bis es zur finalen Auseinandersetzung kommen kann. Entsprechend hat der Aufbau selbst kaum Überraschungen parat, aber dank abwechslungsreicher Settings und phantasievoller Herausforderungen kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Da stört es auch nicht, wenn man sich für das nach und nach enthüllte Geheimnis des Schreckenskapitäns nur mäßig interessiert. Ob man gerade das Auge des Leviathans, Kapitän Escobars Schiff oder das magische Unlicht sucht, bleibt zweitrangig. Die Hauptsache ist, man ist Teil der Crew und verlässt sich darauf, dass am Ende schon alles Sinn ergibt. Zum Glück tut es das dann auch und der Leser wird mit einem eindrucksvollen Finale belohnt, das sich sehen lassen kann.
Schreibstil
Keine Helden ist natürlich kein großer literarischer Wurf, sondern eben ein kurzweiliges Piratenabenteuer für zwischendurch. Die Sprache ist unkompliziert und der Roman lässt sich leicht runterlesen. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass es in den Dialogen kaum Varianzen gibt. Nahezu alle Akteure haben die gleiche Art zu reden und den gleichen Wortschatz. Das erlaubt es einerseits, sich ganz auf den Plot zu konzentrieren, ist aber natürlich andererseits auch eine vertane Chance, die Nebenfiguren, die eine klare Stärke des Romans sind, noch deutlicher zu unterstreichen.
Die Erzählung folgt überwiegend dem Protagonisten Eberhart, rückt ihn aber nie so sehr in den Vordergrund, dass er seine Mitstreiter in den Schatten stellt. Auch dieser klare Fokus trägt maßgeblich zur Leserfreundlichkeit des Buchs bei. Überhaupt ist die Anzahl der Schauplätze und Nebenfiguren recht überschaubar, so dass man der Handlung stets folgen kann, ohne ständig nach Karten oder Glossaren blättern zu müssen. Leider haben sich einige Tippfehler eingeschlichen, die man aber weitgehend überlesen kann.
Der Autor
Nils Krebber wurde 1975 geboren und ist Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik. Mit Keine Helden: Piraten des Mahlstroms legte der passionierte Rollenspieler 2017 seinen ersten Roman vor. Da Krebber mit seiner Familie in Hamburg lebt, ist er aktuell außerdem bei lokalen Projekten wie der Altonale oder der Anthologie Arkanes Hamburg vertreten.
Erscheinungsbild
Das Cover von Keine Helden – Piraten des Mahlstroms zeigt dem Thema gemäß ein Schiff und einen Riesenkraken in aufgewühlter See vor einem gelben Himmel. Die Piratenflagge darüber ziert im Buch außerdem jeden Kapitelanfang. Der Amrûn-Verlag liefert hier ein verhältnismäßig großes und robustes Taschenbuch, das man getrost mit auf Kaperfahrt nehmen kann.
Die harten Fakten:

Verlag: Amrûn
Autor: Nils Krebber
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 301
ISBN: 978-3-9586-9296-1
Preis: 12,90 EUR
Bezugsquelle: Amazon, lokaler Buchhandel

 
Fazit
Das Setting von Keine Helden – Piraten des Mahlstroms liefert genau das ab, was man von einem Piratenroman erwartet. Der Versuch einer zusammengewürfelten Truppe von Kleinganoven, hinter das Geheimnis des Schreckenkapitäns zu kommen, ist es ein vergnügliches Abenteuer mit erfrischenden Charakteren. Man fühlt sich beim Lesen gut unterhalten. Zwar sind die Aufgaben, welche die unfreiwilligen Helden erwarten, keinesfalls ungewöhnlich: Stück für Stück werden die Hintergründe der Welt aufgedeckt, nach und nach müssen magische Gegenstände zusammengesucht werden und man ahnt schon ungefähr, worauf das alles hinauslaufen wird. Doch die einzelnen Stationen der Abenteurer sind stets wohl durchdacht und nicht ohne einen gewissen Charme.
Dabei sind es vor allem die liebevoll gezeichneten Charaktere, die für die richtige Stimmung sorgen. Wo der Handlung etwas Wind in den Segeln fehlt, bringen die sympathischen Figuren einen sicher durch die Flaute. Wer Spaß an Piratengeschichten hat und auf der Suche nach leichter Unterhaltung ist, wird viel Freude damit haben.
Alles in allem kann man Autor Nils Krebber zu diesem gelungenen ersten Roman gratulieren, der hoffentlich keinesfalls sein letzter ist. Auch Eberhart Brettschneider und seine Gefährten würde man gern auf weiteren Reisen begleiten.

Artikelbild: Amrûn
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Eine kleine Truppe aus Schurken und Betrüger wird gegen ihren Willen in eine Schatzsuche verwickelt. Auf der Reise erwarten die ungewöhnlichen Helden Meeresungeheuer, verfluchte Untote und alles, was man von einer ordentlichen Seeräubergeschichte erwartet. Doch wodurch kann sich Nils Krebbers erster Roman von anderen Vertretern des Genres abheben?
Spätestens seit Fluch der Karibik ist das Piratenabenteuer fest in unserer aktuellen Popkultur verankert. Daher ist es kein Wunder, dass allein der Titel des Buchs Keine Helden – Piraten des Mahlstroms bestimmte Assoziationen weckt: Exotische Settings, sympathische Halunken, ein bisschen Magie und vielleicht der eine oder andere Fluch, das erwartet man dieser Tage von einem Piratenroman. Erfüllt der erste Roman von Autor Nils Krebber diese Erwartungen, oder segelt er in eine ganz andere Richtung? Lichten wir die Anker und finden es heraus.
Story
„Was soll schon passieren?“ ist das sorglose Motto von Eberhart Brettschneider, das ihm beinahe zum Verhängnis wird. Er und seine Komplizin Aurelia sind Kleinganoven und Betrüger in der Hafenstadt Kammerbad. Bisher ist es ihnen gelungen, unter dem Radar des Imperiums und seiner religiösen Inquisition zu bleiben. Nun scheint die im Exil lebende Gräfin Estella del Mar, erfüllt von naiver Faszination für die Raubzüge des legendären Schreckenskapitäns, das ideale Opfer für ihren großen Coup zu sein. Diese Annahme erweist sich bald als große Fehleinschätzung. Die gerissene Adlige dreht den Spieß einfach um und plötzlich finden sich die beiden Gauner zwischen Nekromanten und Piraten auf einer großen Schatzsuche wieder, deren Ziel nichts Geringeres als die Eroberung einer ganzen Insel ist. Dass sie damit dem Imperium und seinen Schergen gehörig auf die Füße treten, ist schnell ihre geringste Sorge. Der beschworene Geist eines verfluchten Piraten lässt ahnen, dass einige der Legenden, die man sich in ihrer Heimat erzählt, entschieden mehr Wahrheit enthalten, als den Protagonisten lieb sein kann. Welche Geheimnisse enthält ihre adlige Auftraggeberin ihnen vor? Werden sie sich am Ende gar dem Schreckenskapitän selbst stellen müssen? Eberhardt und Aurelia suchen verzweifelt nach einer Möglichkeit, sich aus der Affäre zu ziehen, denn, wie sie immer wieder verzweifelt versichern, sie sind einfach keine Helden.
Trotz der Umwege, die seine Figuren gelegentlich zurücklegen müssen, erzählt Nils Krebber mit Keine Helden ein gradliniges und sehr unterhaltsames Abenteuer, bei dem eindeutig der Weg das Ziel ist. Mehr als von seinem konventionellen Setting lebt der Roman nämlich von seinen Figuren, sympathischen Außenseitern, die dem Titel alle Ehre machen. Da ist Aurelia, die flinke Diebin mit losem Mundwerk und einem heimlichen Gespür für das Richtige, deren tiefsitzende Angst vor dem Meeresgott Laros auf See eher hinderlich ist. Da sind Akbash und seine heruntergekommene Crew habgieriger Halunken, die bereit sind, sich und ihr Schiff für das Unternehmen zur Verfügung zu stellen, ohne zu ahnen, welche Opfer sie werden bringen müssen. Und da ist Joachim, der alterslose Totenbeschwörer, dessen Körper seit der letzten Beschwörung leider nicht mehr ganz ihm selbst gehört. Gemeinsam bilden sie eine vergnügliche Truppe, mit der man gerne Zeit verbringt. Mit von der Partie sind außerdem die geheimnisvolle Gräfin del Mar als Drahtzieherin des Unternehmens und ihr Leibwächter Adrian von Berg, seines Zeichens kirchlicher Inquisitor. Abgerundet wird die Aufstellung von Eberhardt Brettschneider als unkonventionellem Protagonisten: Beleibt und ängstlich, dafür aber mit einem messerscharfen Verstand ausgestattet, schummelt er sich durch allerhand kleine Abenteuer und muss doch immer wieder befürchten, dass am Ende eine Herausforderung stehen wird, vor der er sich nicht mehr drücken kann. Als einfacher, wenn auch nicht immer gesetzestreuer Händler, der selbst kein Seefahrer (geschweige denn Pirat!) ist, hat er allen Grund, den Ereignissen den Rücken zu kehren. Gleichzeitig schwindet aber seine Motivation, sich heimlich davonzuschleichen, je stärker seine Gefühle für den freundlichen Joachim werden, dessen Schicksal in den Händen der Gräfin liegt. Auch dies ist eine angenehme Abwechslung, denn Eberharts Homosexualität wird nie humoristisch ausgeschlachtet oder mit Klischees überhäuft. Dass die Protagonisten irgendwann im Verlauf der Reise ihr sprichwörtliches Herz aus Gold entdecken und eben doch zu Helden werden müssen, ahnt man zwar vom ersten Kapitel an, nimmt es dem Buch aber überhaupt nicht übel. Immerhin sind Geschichten von Helden, die keine sein wollen, in der Phantastik gang und gäbe.
Die Vorliebe fürs Rollenspiel merkt man Nils Krebber in seinem Erstlingsroman durchaus an. Episodisch schickt er seine Abenteurertruppe auf die immer gefährlicher werdende Schnitzeljagd, bei der in üblicher Manier magische Gegenstände gesucht und Geheimnisse gelüftet werden müssen, bis es zur finalen Auseinandersetzung kommen kann. Entsprechend hat der Aufbau selbst kaum Überraschungen parat, aber dank abwechslungsreicher Settings und phantasievoller Herausforderungen kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Da stört es auch nicht, wenn man sich für das nach und nach enthüllte Geheimnis des Schreckenskapitäns nur mäßig interessiert. Ob man gerade das Auge des Leviathans, Kapitän Escobars Schiff oder das magische Unlicht sucht, bleibt zweitrangig. Die Hauptsache ist, man ist Teil der Crew und verlässt sich darauf, dass am Ende schon alles Sinn ergibt. Zum Glück tut es das dann auch und der Leser wird mit einem eindrucksvollen Finale belohnt, das sich sehen lassen kann.
Schreibstil
Keine Helden ist natürlich kein großer literarischer Wurf, sondern eben ein kurzweiliges Piratenabenteuer für zwischendurch. Die Sprache ist unkompliziert und der Roman lässt sich leicht runterlesen. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass es in den Dialogen kaum Varianzen gibt. Nahezu alle Akteure haben die gleiche Art zu reden und den gleichen Wortschatz. Das erlaubt es einerseits, sich ganz auf den Plot zu konzentrieren, ist aber natürlich andererseits auch eine vertane Chance, die Nebenfiguren, die eine klare Stärke des Romans sind, noch deutlicher zu unterstreichen.
Die Erzählung folgt überwiegend dem Protagonisten Eberhart, rückt ihn aber nie so sehr in den Vordergrund, dass er seine Mitstreiter in den Schatten stellt. Auch dieser klare Fokus trägt maßgeblich zur Leserfreundlichkeit des Buchs bei. Überhaupt ist die Anzahl der Schauplätze und Nebenfiguren recht überschaubar, so dass man der Handlung stets folgen kann, ohne ständig nach Karten oder Glossaren blättern zu müssen. Leider haben sich einige Tippfehler eingeschlichen, die man aber weitgehend überlesen kann.
Der Autor
Nils Krebber wurde 1975 geboren und ist Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik. Mit Keine Helden: Piraten des Mahlstroms legte der passionierte Rollenspieler 2017 seinen ersten Roman vor. Da Krebber mit seiner Familie in Hamburg lebt, ist er aktuell außerdem bei lokalen Projekten wie der Altonale oder der Anthologie Arkanes Hamburg vertreten.
Erscheinungsbild
Das Cover von Keine Helden – Piraten des Mahlstroms zeigt dem Thema gemäß ein Schiff und einen Riesenkraken in aufgewühlter See vor einem gelben Himmel. Die Piratenflagge darüber ziert im Buch außerdem jeden Kapitelanfang. Der Amrûn-Verlag liefert hier ein verhältnismäßig großes und robustes Taschenbuch, das man getrost mit auf Kaperfahrt nehmen kann.
Die harten Fakten:

Verlag: Amrûn
Autor: Nils Krebber
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 301
ISBN: 978-3-9586-9296-1
Preis: 12,90 EUR
Bezugsquelle: Amazon, lokaler Buchhandel

 
Fazit
Das Setting von Keine Helden – Piraten des Mahlstroms liefert genau das ab, was man von einem Piratenroman erwartet. Der Versuch einer zusammengewürfelten Truppe von Kleinganoven, hinter das Geheimnis des Schreckenkapitäns zu kommen, ist es ein vergnügliches Abenteuer mit erfrischenden Charakteren. Man fühlt sich beim Lesen gut unterhalten. Zwar sind die Aufgaben, welche die unfreiwilligen Helden erwarten, keinesfalls ungewöhnlich: Stück für Stück werden die Hintergründe der Welt aufgedeckt, nach und nach müssen magische Gegenstände zusammengesucht werden und man ahnt schon ungefähr, worauf das alles hinauslaufen wird. Doch die einzelnen Stationen der Abenteurer sind stets wohl durchdacht und nicht ohne einen gewissen Charme.
Dabei sind es vor allem die liebevoll gezeichneten Charaktere, die für die richtige Stimmung sorgen. Wo der Handlung etwas Wind in den Segeln fehlt, bringen die sympathischen Figuren einen sicher durch die Flaute. Wer Spaß an Piratengeschichten hat und auf der Suche nach leichter Unterhaltung ist, wird viel Freude damit haben.
Alles in allem kann man Autor Nils Krebber zu diesem gelungenen ersten Roman gratulieren, der hoffentlich keinesfalls sein letzter ist. Auch Eberhart Brettschneider und seine Gefährten würde man gern auf weiteren Reisen begleiten.

Artikelbild: Amrûn
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Quelle: www.teilzeithelden.de Rezension: Keine Helden – Piraten des Mahlstroms (Nils Krebber) – Schnitzeljagd statt Kaperfahrt

Kurzcheck: Galaxy Trucker – Rocky Road (Jason A. Holt) – Trucker-Abenteuer im Weltraum

Kurzcheck: Galaxy Trucker – Rocky Road (Jason A. Holt) – Trucker-Abenteuer im Weltraum
Ein Science-Fiction-Roman, der auf einem Brettspiel basiert, klingt zunächst einmal gewöhnungsbedürftig. Galaxy Trucker ist ein unterhaltsames Spiel, und der Roman möchte diesen Humor aufgreifen. Ob dieses Konzept aufgegangen und ein gelungenes Buch dabei herausgekommen ist, wird die folgende Rezension zeigen.
Die schräge Idee von Galaxy Trucker besteht darin, dass sich die Spieler aus Modulen, welche im Wesentlichen aus Kanalrohren bestehen, ein Raumschiff zusammenstellen. Mit diesem Raumschiff müssen sie dann auf vorgegebenen Routen Kolonien erreichen, wobei Meteoriten und Piraten den Truckern das Leben schwer machen. Die Handelsware am Zielort sind die noch vorhandenen Kanalrohre, die während der Reise nicht zerstört wurden oder verloren gingen. Genau diesen Hintergrund greift der vorliegende Roman Galaxy Trucker – Rocky Road auf.
Story
Francesca Flores, die Protagonistin der Geschichte, ist eine Truckerin und versucht auf der Route 135 ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Route 135 ist die titelgebende Rocky Road und Meteoriten machen den Truckern auf dieser Strecke das Leben schwer. So manches Raumschiff schafft es nur als Wrack und ohne Ladung an den Zielort. Nicht selten bleibt auch einem Trucker nur die Möglichkeit, sich in eine Fluchtkapsel zu retten, um dann in einem neuen Raumschiff einen erneuten Versuch zu unternehmen, die Route zu meistern.
Francescas Trucks wurden in der Vergangenheit häufiger in Stücke geschlagen, weswegen sie inzwischen einige Schulden angesammelt hat. Die Protagonistin will sich jedoch nicht geschlagen geben. Sie muss sich entscheiden, ob sie eine andere Karriere einschlagen oder ob sie auf einer neuen Route ihr Glück versuchen möchte. Der Wechsel zu einer neuen Route scheint jedoch kein leichtes Unterfangen zu sein. Zu allem Überfluss für die eher einzelgängerische Frau drängt sich ihr auch noch ein Alien auf.
Schreibstil
Schon nach wenigen Sätzen ist der Leser inmitten der Geschehnisse an der Seite der Protagonistin. Die Tour der Truckerin auf der Rocky Road hat einen höchst unerfreulichen Verlauf genommen und schon nach kurzer Zeit fiebert man mit Francesca Flores mit. Dem Autor gelingt mühelos ein rasanter Einstieg in die Geschichte, welcher aus der Sicht der Protagonistin in der personalen Erzählperspektive geschrieben ist.
Der Roman ist bisher nicht auf Deutsch erhältlich und das vorliegende Exemplar wurde in englischer Sprache gelesen. Der Roman liest sich leichtgängig, fortgeschrittene Englischkenntnisse sind nicht erforderlich. Personen, die bereits Kontakt zum Brettspiel Galaxy Trucker hatten, werden sich leicht in die Welt des Romans einfinden können. Denn der Roman greift das skurril anmutende Setting des Spiels humorvoll auf und verpackt es in einer unterhaltsamen Abenteuergeschichte. Für das Verständnis des Romans ist es jedoch nicht zwingend erforderlich das Brettspiel zu kennen.
Der Autor bedient sich einer einfachen, allerdings nicht zu schlichten Sprache. Jason A. Holt gelingt es an verschiedenen Stellen, Bezüge zum Brettspiel herzustellen, die nicht gekünstelt wirken und die für Spieler von Galaxy Trucker einen charmanten Wiedererkennungswert haben. Durch den gesamten Roman zieht sich der zwar überspitzte, aber durchaus unterhaltsame skurrile Humor des Brettspiels. Auch die Gedankengänge von Francesca Flores, z.B. wie Bäume überhaupt ohne Pflanzkübel existieren können, oder kleinere humorvolle Hinweise im Text über fiktionale Sachverhalte oder historische Gegebenheiten tragen hierzu bei.
Der Autor
Jason A. Holt lebt in Montana und hat einen Dr. (Ph.D.) in Mathematik. Für das tschechische Unternehmen Czech Games Edition hat er an jedem ihrer Brettspiel mitgearbeitet. Neben dem Schreiben von Spielinhalten und Übersetzungen hat Jason A. Holt mehrere eigene Science-Fiction und Fantasy-Romane geschrieben. Zu den von ihm veröffentlichten Werken gehören unter anderem The Dragonslayer of Edgewhen, The Klindrel Invasion oder The Bladesmen of Darcliff.
Die harten Fakten:

Verlag: Czech Games Edition
Autor: Jason A. Holt
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Englisch
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 199
ISBN: 978-80-88235-00-2
Preis: Taschenbuch nicht verfügbar (Kindle Edition 4,16 EUR)
Bezugsquelle: Amazon englisch (Kindle Edition)

 
Fazit
Galaxy Trucker – Rocky Road ist humorvolle Science-Fiction, die mit einem Augenzwinkern verstanden werden sollte. Wer eine glaubwürdige, technische Welt voraussetzt und sich nicht auf eine eher skurrile Welt einlassen kann, wird mit diesem Roman nicht glücklich werden. Rocky Road basiert auf einem unterhaltsamen Brettspiel mitsamt dessen lustigem Hintergrund, der in diesem Roman aufgegriffen wird. Kenntnisse des Brettspiels sind für das Verständnis des Romans nicht erforderlich. Beispielsweise werden die Trucks weitestgehend aus Kanalrohren zusammengebaut, es gibt Scheibenwischer und trotz Überlichtgeschwindigkeit kann man im Rückspiegel ein verfolgendes Raumschiff ausmachen.
Technisch macht dies überhaupt keinen Sinn – aber dennoch ist der Roman lesenswert. Die überspitzte und lustig unsinnige Welt gibt den Rahmen für eine durchaus rasante und niedliche Abenteuergeschichte vor.

Artikelbilder: Czech Games Edition
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Ein Science-Fiction-Roman, der auf einem Brettspiel basiert, klingt zunächst einmal gewöhnungsbedürftig. Galaxy Trucker ist ein unterhaltsames Spiel, und der Roman möchte diesen Humor aufgreifen. Ob dieses Konzept aufgegangen und ein gelungenes Buch dabei herausgekommen ist, wird die folgende Rezension zeigen.
Die schräge Idee von Galaxy Trucker besteht darin, dass sich die Spieler aus Modulen, welche im Wesentlichen aus Kanalrohren bestehen, ein Raumschiff zusammenstellen. Mit diesem Raumschiff müssen sie dann auf vorgegebenen Routen Kolonien erreichen, wobei Meteoriten und Piraten den Truckern das Leben schwer machen. Die Handelsware am Zielort sind die noch vorhandenen Kanalrohre, die während der Reise nicht zerstört wurden oder verloren gingen. Genau diesen Hintergrund greift der vorliegende Roman Galaxy Trucker – Rocky Road auf.
Story
Francesca Flores, die Protagonistin der Geschichte, ist eine Truckerin und versucht auf der Route 135 ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Route 135 ist die titelgebende Rocky Road und Meteoriten machen den Truckern auf dieser Strecke das Leben schwer. So manches Raumschiff schafft es nur als Wrack und ohne Ladung an den Zielort. Nicht selten bleibt auch einem Trucker nur die Möglichkeit, sich in eine Fluchtkapsel zu retten, um dann in einem neuen Raumschiff einen erneuten Versuch zu unternehmen, die Route zu meistern.
Francescas Trucks wurden in der Vergangenheit häufiger in Stücke geschlagen, weswegen sie inzwischen einige Schulden angesammelt hat. Die Protagonistin will sich jedoch nicht geschlagen geben. Sie muss sich entscheiden, ob sie eine andere Karriere einschlagen oder ob sie auf einer neuen Route ihr Glück versuchen möchte. Der Wechsel zu einer neuen Route scheint jedoch kein leichtes Unterfangen zu sein. Zu allem Überfluss für die eher einzelgängerische Frau drängt sich ihr auch noch ein Alien auf.
Schreibstil
Schon nach wenigen Sätzen ist der Leser inmitten der Geschehnisse an der Seite der Protagonistin. Die Tour der Truckerin auf der Rocky Road hat einen höchst unerfreulichen Verlauf genommen und schon nach kurzer Zeit fiebert man mit Francesca Flores mit. Dem Autor gelingt mühelos ein rasanter Einstieg in die Geschichte, welcher aus der Sicht der Protagonistin in der personalen Erzählperspektive geschrieben ist.
Der Roman ist bisher nicht auf Deutsch erhältlich und das vorliegende Exemplar wurde in englischer Sprache gelesen. Der Roman liest sich leichtgängig, fortgeschrittene Englischkenntnisse sind nicht erforderlich. Personen, die bereits Kontakt zum Brettspiel Galaxy Trucker hatten, werden sich leicht in die Welt des Romans einfinden können. Denn der Roman greift das skurril anmutende Setting des Spiels humorvoll auf und verpackt es in einer unterhaltsamen Abenteuergeschichte. Für das Verständnis des Romans ist es jedoch nicht zwingend erforderlich das Brettspiel zu kennen.
Der Autor bedient sich einer einfachen, allerdings nicht zu schlichten Sprache. Jason A. Holt gelingt es an verschiedenen Stellen, Bezüge zum Brettspiel herzustellen, die nicht gekünstelt wirken und die für Spieler von Galaxy Trucker einen charmanten Wiedererkennungswert haben. Durch den gesamten Roman zieht sich der zwar überspitzte, aber durchaus unterhaltsame skurrile Humor des Brettspiels. Auch die Gedankengänge von Francesca Flores, z.B. wie Bäume überhaupt ohne Pflanzkübel existieren können, oder kleinere humorvolle Hinweise im Text über fiktionale Sachverhalte oder historische Gegebenheiten tragen hierzu bei.
Der Autor
Jason A. Holt lebt in Montana und hat einen Dr. (Ph.D.) in Mathematik. Für das tschechische Unternehmen Czech Games Edition hat er an jedem ihrer Brettspiel mitgearbeitet. Neben dem Schreiben von Spielinhalten und Übersetzungen hat Jason A. Holt mehrere eigene Science-Fiction und Fantasy-Romane geschrieben. Zu den von ihm veröffentlichten Werken gehören unter anderem The Dragonslayer of Edgewhen, The Klindrel Invasion oder The Bladesmen of Darcliff.
Die harten Fakten:

Verlag: Czech Games Edition
Autor: Jason A. Holt
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Englisch
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 199
ISBN: 978-80-88235-00-2
Preis: Taschenbuch nicht verfügbar (Kindle Edition 4,16 EUR)
Bezugsquelle: Amazon englisch (Kindle Edition)

 
Fazit
Galaxy Trucker – Rocky Road ist humorvolle Science-Fiction, die mit einem Augenzwinkern verstanden werden sollte. Wer eine glaubwürdige, technische Welt voraussetzt und sich nicht auf eine eher skurrile Welt einlassen kann, wird mit diesem Roman nicht glücklich werden. Rocky Road basiert auf einem unterhaltsamen Brettspiel mitsamt dessen lustigem Hintergrund, der in diesem Roman aufgegriffen wird. Kenntnisse des Brettspiels sind für das Verständnis des Romans nicht erforderlich. Beispielsweise werden die Trucks weitestgehend aus Kanalrohren zusammengebaut, es gibt Scheibenwischer und trotz Überlichtgeschwindigkeit kann man im Rückspiegel ein verfolgendes Raumschiff ausmachen.
Technisch macht dies überhaupt keinen Sinn – aber dennoch ist der Roman lesenswert. Die überspitzte und lustig unsinnige Welt gibt den Rahmen für eine durchaus rasante und niedliche Abenteuergeschichte vor.

Artikelbilder: Czech Games Edition
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Quelle: www.teilzeithelden.de Kurzcheck: Galaxy Trucker – Rocky Road (Jason A. Holt) – Trucker-Abenteuer im Weltraum

Reingehört: Die Lügen des Locke Lamora (Scott Lynch) – Gentleman-Betrüger im Strudel der Lüge

Reingehört: Die Lügen des Locke Lamora (Scott Lynch) – Gentleman-Betrüger im Strudel der Lüge
Wenn ein Erstlingswerk international Anerkennung findet und sich das gerade im Fantasy-Sektor abspielt, horchen Fans auf. Scott Lynch debütierte 2006 mit Die Lügen des Locke Lamora, dem ersten Teil einer auf sieben Teile ausgelegten Low-Fantasy-Saga rund um einige Hochstapler, denen Ehre genauso viel wie Beute bedeutet.
Es kann viel Vergnügen machen, den Tricks und Plänen von Hochstaplern zu lauschen. Eine ähnliche Faszination geht von den Filmen der Ocean’s-Reihe aus. Charmanter wird es für den Fan der Phantastik, wenn das Setting nicht Las Vegas ist, sondern eine fiktive, an Venedig gemahnende, Stadt voller Magie, Alchimie und Gebäuden aus Glas. Das ist Camorr, der Tummelplatz des Gentleman-Ganoven Locke Lamora und seiner Freunde wie auch Feinde.
Handlung
Als der Trickbetrüger Vater Chains, der sich als Priester des Perelandro und damit des wohltätigen Gottes ausgibt, einen verwahrlosten, aber blitzgescheiten Sechsjährigen kauft, ahnt er nicht, was er sich da ins Haus geholt hat. Gekauft hat er ihn vom Herrn der Diebe, einem Kriminellen, der unter einem Friedhof haust und obdachlosen Kindern ein Zuhause gibt, sie aber zu Dieben ausbildet.
Was der Herr der Diebe nicht hat absehen können, war, dass eben dieser Sechsjährige einen Stadtgardisten bestiehlt und damit den Geheimen Frieden gebrochen hat. Dieser besagt, dass der Adel und die Diener der Regierung für die Diebstähle und Raubzüge der organisierten Kriminalität tabu sind. Geschlossen wurde er zwischen den Vertretern des Herzogs und Cappa Barsavi, dem Mafiaboss von Camorr, wenn man so will.
Camorr ist eine fiktive Stadt auf einem fiktiven Planeten. Sie erinnert an das spätmittelalterliche Venedig, wobei die beschriebenen sozialen Strukturen auch an Spanien in der Renaissance gemahnen. Stilistisch befinden wir uns hier in der Low-Fantasy. Elemente wie Alchimie und Magie sind vorhanden, werden aber erst ab der Hälfte des Romans wirklich von Bedeutung. Charmant und exotisch wirkt das Elderglas – eine glasähnliche Substanz, die von einer Spezies geschaffen wurde, die vor eintausend Jahren verschwand und die Stadt Camorr erbaut hat. Dieses Glas kann Licht speichern, hat aber auch noch einige andere interessante Anwendungszwecke.
Zurück zu Vater Chains, denn nur er kann den sechsjährigen Locke Lamora vor der Todesstrafe wegen des Bruchs des Friedens bewahren. Er kauft also den Jungen, der sich als Locke vorstellt und bringt ihn zu den anderen Jungen, die bereits im Tempel leben. Alle bildet er zu einer besonderen Form von Dieben aus – zu Trickbetrügern und Hochstaplern. Sie nennen sich die Gentleman-Ganoven. Später, im Erwachsenenalter, sind die Zwillinge Carlo und Galdo Sanza, Jean Tannen, Bug und Locke enge Freunde geworden, die durch elaborierte Tricksereien unerlaubterweise den Adel um viel Geld erleichtern. Locke ist ihr Garrista, ihr Bandenführer und zugleich Priester des dreizehnten namenlosen Gottes, der von den Dieben und anderem Gesindel verehrt wird,
Das Meisterstück soll das Betrügen von Don und Donia Salvara um mehrere zehntausend Goldkronen sein. Dafür schlüpft Locke in die Rolle von Lukas Fehrwight, einem Händler für hochwertige Spirituosen aus der Stadt Emberlain im Norden. Er erschleicht sich das Vertrauen und beginnt die kinderlose Familie zu schröpfen.
Zuerst entwickelt sich dieses Vorhaben auch sehr gut, doch dann treten zwei Spieler auf den Plan, die alles ins Wanken bringen. Der geheimnisvolle Graue König taucht auf und beginnt mordend in der organisierten Kriminalität zu wüten, und zu allem Übel hat er auch einen echten und sehr sadistischen Soldmagier dabei. Auf der anderen Seite steht die Spinne, der unerkannte Anführer der inquisitorischen Geheimpolizei des Herzogs.
Als der Graue König Cappa Barsavi tötet und seinen Platz einnimmt, offenbart sich ein diabolischer Plan, der die ganze Stadt gefährdet. Und wie Gentleman-Ganoven nun mal so sind, nehmen sie sich der Sache an, da Camorr ihre Stadt ist und sie die Einwohner lieben.
Über den Autor
Scott Lynch wurde 1978 in Saint Paul, Minnesota, USA, geboren. Der hier besprochene (Audio)-Roman ist sein Erstling und wurde 2006 veröffentlicht. Die Reihe rund um die Gentleman-Ganoven ist auf sieben Teile ausgelegt, wovon bislang drei erschienen sind. Scott Lynch agiert neben seinen Autorenarbeiten als freiwilliger Feuerwehrmann. 
Über den Sprecher
Matthias Lühn hat eine leicht nasale und sehr konsonantenbetonte Sprechweise. Das schafft in den ersten Minuten Verwirrung, sogar etwas Unwohlsein. Seine hart betonten Buchstaben K, S und T knacken in den Ohren, wenn die Höhen stark eingestellt sind.
Behebt man diesen lokalen Missstand am eigenen Abspielgerät, offenbart sich eine Stimme, die ich genossen habe, als ich mich an sie gewöhnt hatte. Lühn gibt jeder auftretenden Rolle ihren ganz eigenen Tenor, der sich in der Erinnerung tief eingräbt. Auch gelingt ihm das Übertragen der Gefühlslage der Akteure ausnahmslos gut. Daumen hoch für eine eher unbekannte Stimme mit ihrem ganz eigenen Charme!
Preis-/Leistungsverhältnis
Der hohe Preis von 29,95 EUR ist durch die Spielzeit von über vierundzwanzig Stunden mehr als gerechtfertigt. Hier betrachte ich zusätzlich die Komplexität der Geschichte, die einen hohen Wiederhör-Anreiz schafft. Auch die Sprechleistung von Matthias Lühn ist, sobald man sich an ihn gewöhnt hat, durch die Bank hochwertig. Für neugierig Gewordene empfiehlt sich also entweder das Audible-Abo oder der Griff zum Druckwerk, respektive digitalen Buch.
Zu bedenken ist, dass man das Hörbuch aufgrund des DRM-Schutzes nur auf den Audible–Apps hören kann, welche es immerhin für alle gängigen Plattformen gibt. Man kann die Dateien zwar auf Audio-CDs brennen, das ist jedoch fehleranfällig – vor allem beim Kapitelübergang – und daher nicht anzuraten. Ich habe das Buch unter Android auf einem Nexus 4 gehört.
Erscheinungsbild & Klangqualität
Beim Kauf als Download entfällt natürlich die Verpackung, das Cover wird aber als kleine eingeblendete Grafik in der App mitgeliefert. Das Cover zeigt die Stadt Camorr, die ein weiteres Mal an Venedig erinnert, während ein Schattenriss sich auf einer Fassade abzeichnet.
Die stark betonten Konsonanten habe ich bereits kritisiert. Man sollte daher unbedingt die Höhen etwas herausnehmen, da sonst schnell die Ohren klingeln.
Die harten Fakten:

Verlag: Ronin – Hörverlag
Autor(en): Scott Lynch
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: Deutsch
Format: proprietäres Format für Audible
ISBN/EAN/ASIN: B00KTJFLNS
Preis: 29,95 EUR oder 9,95 EUR im Abo
Bezugsquelle: Amazon, Audible, lokaler Buchhandel

 
Fazit
Es ist eine wahre Freude, den so filigran ausdefinierten Plänen der Gentleman-Ganoven zu lauschen. In Summe drei Mal habe ich mich dabei ertappt, zu denken „Was macht er denn nun schon wieder?“, gespannt zu lauschen, und dann mit Staunen und Lachen den Mund offen stehen zu haben.
Die definitiv als „Fantasy für Erwachsene“ einzuordnende Geschichte ist komplex, teils gar anstrengend nachzuverfolgen, entlohnt aber den Hörer durch verblüffende Plotwendungen. Es gibt genau eine Schlüsselszene zur späten Mitte des Romans, die aus der vorher nett vor sich herplätschernden mittelalterlichen Gaunerkomödie tödlichen und brutalen Ernst macht.
Wer Pan’s Labyrinth gesehen hat, weiß um die Wirkung einer einzelnen sehr drastischen Szene. Diese Wirkung tritt auch hier ein.
In Summe hat mir Die Lügen des Locke Lamora als anspruchsvolle Fantasy sehr gut gefallen. Ich genoss die immer wieder aufkommenden Rückblenden in die Vergangenheit, in welchen erklärt wird, weswegen ein bestimmtes Merkmal eines Plans mit den Salvaras oder später mit dem Grauen König funktioniert. Der Zusammenhang offenbart sich nicht immer direkt und mehr als einmal wird der Leser zwischen den Zeilen aufgefordert, seine eigenen Zusammenhänge zu konstruieren. Scott Lynch lässt diese offen.
In Summe betrachtet hat Lynch einen verschlungenen Schreibstil, der dem Hörer zeitweise viel Konzentration abverlangt. Das ist definitiv kein (Hör-)Buch zum „nebenbei Hören“ oder gar beim Putzen. Die Sprechleistung von Matthias Lühn passt da nur gut ins Bild. Durch seine besondere Stimme wird der Leser zwar etwa besser gelenkt, aber auch hier heißt es, sich zuerst dran zu gewöhnen, damit aber dann entlohnt zu werden.
Die Gentleman-Ganoven werden sicher nicht das letzte Mal in meine Ohrmuscheln vorgedrungen sein und ich bin gespannt auf den Nachfolger Sturm über roten Wassern.

Artikelbilder: Audible, Ronin Hörverlag
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Wenn ein Erstlingswerk international Anerkennung findet und sich das gerade im Fantasy-Sektor abspielt, horchen Fans auf. Scott Lynch debütierte 2006 mit Die Lügen des Locke Lamora, dem ersten Teil einer auf sieben Teile ausgelegten Low-Fantasy-Saga rund um einige Hochstapler, denen Ehre genauso viel wie Beute bedeutet.
Es kann viel Vergnügen machen, den Tricks und Plänen von Hochstaplern zu lauschen. Eine ähnliche Faszination geht von den Filmen der Ocean’s-Reihe aus. Charmanter wird es für den Fan der Phantastik, wenn das Setting nicht Las Vegas ist, sondern eine fiktive, an Venedig gemahnende, Stadt voller Magie, Alchimie und Gebäuden aus Glas. Das ist Camorr, der Tummelplatz des Gentleman-Ganoven Locke Lamora und seiner Freunde wie auch Feinde.
Handlung
Als der Trickbetrüger Vater Chains, der sich als Priester des Perelandro und damit des wohltätigen Gottes ausgibt, einen verwahrlosten, aber blitzgescheiten Sechsjährigen kauft, ahnt er nicht, was er sich da ins Haus geholt hat. Gekauft hat er ihn vom Herrn der Diebe, einem Kriminellen, der unter einem Friedhof haust und obdachlosen Kindern ein Zuhause gibt, sie aber zu Dieben ausbildet.
Was der Herr der Diebe nicht hat absehen können, war, dass eben dieser Sechsjährige einen Stadtgardisten bestiehlt und damit den Geheimen Frieden gebrochen hat. Dieser besagt, dass der Adel und die Diener der Regierung für die Diebstähle und Raubzüge der organisierten Kriminalität tabu sind. Geschlossen wurde er zwischen den Vertretern des Herzogs und Cappa Barsavi, dem Mafiaboss von Camorr, wenn man so will.
Camorr ist eine fiktive Stadt auf einem fiktiven Planeten. Sie erinnert an das spätmittelalterliche Venedig, wobei die beschriebenen sozialen Strukturen auch an Spanien in der Renaissance gemahnen. Stilistisch befinden wir uns hier in der Low-Fantasy. Elemente wie Alchimie und Magie sind vorhanden, werden aber erst ab der Hälfte des Romans wirklich von Bedeutung. Charmant und exotisch wirkt das Elderglas – eine glasähnliche Substanz, die von einer Spezies geschaffen wurde, die vor eintausend Jahren verschwand und die Stadt Camorr erbaut hat. Dieses Glas kann Licht speichern, hat aber auch noch einige andere interessante Anwendungszwecke.
Zurück zu Vater Chains, denn nur er kann den sechsjährigen Locke Lamora vor der Todesstrafe wegen des Bruchs des Friedens bewahren. Er kauft also den Jungen, der sich als Locke vorstellt und bringt ihn zu den anderen Jungen, die bereits im Tempel leben. Alle bildet er zu einer besonderen Form von Dieben aus – zu Trickbetrügern und Hochstaplern. Sie nennen sich die Gentleman-Ganoven. Später, im Erwachsenenalter, sind die Zwillinge Carlo und Galdo Sanza, Jean Tannen, Bug und Locke enge Freunde geworden, die durch elaborierte Tricksereien unerlaubterweise den Adel um viel Geld erleichtern. Locke ist ihr Garrista, ihr Bandenführer und zugleich Priester des dreizehnten namenlosen Gottes, der von den Dieben und anderem Gesindel verehrt wird,
Das Meisterstück soll das Betrügen von Don und Donia Salvara um mehrere zehntausend Goldkronen sein. Dafür schlüpft Locke in die Rolle von Lukas Fehrwight, einem Händler für hochwertige Spirituosen aus der Stadt Emberlain im Norden. Er erschleicht sich das Vertrauen und beginnt die kinderlose Familie zu schröpfen.
Zuerst entwickelt sich dieses Vorhaben auch sehr gut, doch dann treten zwei Spieler auf den Plan, die alles ins Wanken bringen. Der geheimnisvolle Graue König taucht auf und beginnt mordend in der organisierten Kriminalität zu wüten, und zu allem Übel hat er auch einen echten und sehr sadistischen Soldmagier dabei. Auf der anderen Seite steht die Spinne, der unerkannte Anführer der inquisitorischen Geheimpolizei des Herzogs.
Als der Graue König Cappa Barsavi tötet und seinen Platz einnimmt, offenbart sich ein diabolischer Plan, der die ganze Stadt gefährdet. Und wie Gentleman-Ganoven nun mal so sind, nehmen sie sich der Sache an, da Camorr ihre Stadt ist und sie die Einwohner lieben.
Über den Autor
Scott Lynch wurde 1978 in Saint Paul, Minnesota, USA, geboren. Der hier besprochene (Audio)-Roman ist sein Erstling und wurde 2006 veröffentlicht. Die Reihe rund um die Gentleman-Ganoven ist auf sieben Teile ausgelegt, wovon bislang drei erschienen sind. Scott Lynch agiert neben seinen Autorenarbeiten als freiwilliger Feuerwehrmann. 
Über den Sprecher
Matthias Lühn hat eine leicht nasale und sehr konsonantenbetonte Sprechweise. Das schafft in den ersten Minuten Verwirrung, sogar etwas Unwohlsein. Seine hart betonten Buchstaben K, S und T knacken in den Ohren, wenn die Höhen stark eingestellt sind.
Behebt man diesen lokalen Missstand am eigenen Abspielgerät, offenbart sich eine Stimme, die ich genossen habe, als ich mich an sie gewöhnt hatte. Lühn gibt jeder auftretenden Rolle ihren ganz eigenen Tenor, der sich in der Erinnerung tief eingräbt. Auch gelingt ihm das Übertragen der Gefühlslage der Akteure ausnahmslos gut. Daumen hoch für eine eher unbekannte Stimme mit ihrem ganz eigenen Charme!
Preis-/Leistungsverhältnis
Der hohe Preis von 29,95 EUR ist durch die Spielzeit von über vierundzwanzig Stunden mehr als gerechtfertigt. Hier betrachte ich zusätzlich die Komplexität der Geschichte, die einen hohen Wiederhör-Anreiz schafft. Auch die Sprechleistung von Matthias Lühn ist, sobald man sich an ihn gewöhnt hat, durch die Bank hochwertig. Für neugierig Gewordene empfiehlt sich also entweder das Audible-Abo oder der Griff zum Druckwerk, respektive digitalen Buch.
Zu bedenken ist, dass man das Hörbuch aufgrund des DRM-Schutzes nur auf den Audible–Apps hören kann, welche es immerhin für alle gängigen Plattformen gibt. Man kann die Dateien zwar auf Audio-CDs brennen, das ist jedoch fehleranfällig – vor allem beim Kapitelübergang – und daher nicht anzuraten. Ich habe das Buch unter Android auf einem Nexus 4 gehört.
Erscheinungsbild & Klangqualität
Beim Kauf als Download entfällt natürlich die Verpackung, das Cover wird aber als kleine eingeblendete Grafik in der App mitgeliefert. Das Cover zeigt die Stadt Camorr, die ein weiteres Mal an Venedig erinnert, während ein Schattenriss sich auf einer Fassade abzeichnet.
Die stark betonten Konsonanten habe ich bereits kritisiert. Man sollte daher unbedingt die Höhen etwas herausnehmen, da sonst schnell die Ohren klingeln.
Die harten Fakten:

Verlag: Ronin – Hörverlag
Autor(en): Scott Lynch
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: Deutsch
Format: proprietäres Format für Audible
ISBN/EAN/ASIN: B00KTJFLNS
Preis: 29,95 EUR oder 9,95 EUR im Abo
Bezugsquelle: Amazon, Audible, lokaler Buchhandel

 
Fazit
Es ist eine wahre Freude, den so filigran ausdefinierten Plänen der Gentleman-Ganoven zu lauschen. In Summe drei Mal habe ich mich dabei ertappt, zu denken „Was macht er denn nun schon wieder?“, gespannt zu lauschen, und dann mit Staunen und Lachen den Mund offen stehen zu haben.
Die definitiv als „Fantasy für Erwachsene“ einzuordnende Geschichte ist komplex, teils gar anstrengend nachzuverfolgen, entlohnt aber den Hörer durch verblüffende Plotwendungen. Es gibt genau eine Schlüsselszene zur späten Mitte des Romans, die aus der vorher nett vor sich herplätschernden mittelalterlichen Gaunerkomödie tödlichen und brutalen Ernst macht.
Wer Pan’s Labyrinth gesehen hat, weiß um die Wirkung einer einzelnen sehr drastischen Szene. Diese Wirkung tritt auch hier ein.
In Summe hat mir Die Lügen des Locke Lamora als anspruchsvolle Fantasy sehr gut gefallen. Ich genoss die immer wieder aufkommenden Rückblenden in die Vergangenheit, in welchen erklärt wird, weswegen ein bestimmtes Merkmal eines Plans mit den Salvaras oder später mit dem Grauen König funktioniert. Der Zusammenhang offenbart sich nicht immer direkt und mehr als einmal wird der Leser zwischen den Zeilen aufgefordert, seine eigenen Zusammenhänge zu konstruieren. Scott Lynch lässt diese offen.
In Summe betrachtet hat Lynch einen verschlungenen Schreibstil, der dem Hörer zeitweise viel Konzentration abverlangt. Das ist definitiv kein (Hör-)Buch zum „nebenbei Hören“ oder gar beim Putzen. Die Sprechleistung von Matthias Lühn passt da nur gut ins Bild. Durch seine besondere Stimme wird der Leser zwar etwa besser gelenkt, aber auch hier heißt es, sich zuerst dran zu gewöhnen, damit aber dann entlohnt zu werden.
Die Gentleman-Ganoven werden sicher nicht das letzte Mal in meine Ohrmuscheln vorgedrungen sein und ich bin gespannt auf den Nachfolger Sturm über roten Wassern.

Artikelbilder: Audible, Ronin Hörverlag
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Quelle: www.teilzeithelden.de Reingehört: Die Lügen des Locke Lamora (Scott Lynch) – Gentleman-Betrüger im Strudel der Lüge

Reingehört: Die Monster, die ich rief (Larry Correia) – derbe Urban-Fantasy-Monsterjagd für Waffennarren

Reingehört: Die Monster, die ich rief (Larry Correia) – derbe Urban-Fantasy-Monsterjagd für Waffennarren
Owen Pitt ist Sohn eines Waffennarren, hat Aggressionsprobleme, ist dicklich, war Buchhalter und… ist Monsterjäger. Wir hatten die Freude, in einen der ungewöhnlicheren Ansätze moderner Military Urban Fantasy hineinzuhören. Dabei überraschte uns der erste Band der MHI-Sage von Larry Correia mit ungewöhnlichen Protagonisten, lovecraftianischen Albträumen und Elfen im Dreck.
Monster jagen – ein etwas ausgelutschtes Thema, mag man denken. Wie viele Filme und Bücher, vor allem in der, manchmal viktorianischen, Urban Fantasy reiten das Thema von The Agency bis zu Harry Dresden tot? Monster Hunter 1 geht einen etwas unorthodoxen Weg mit einem ungewöhnlichen Protagonisten und einer überepisch ausbordenden Handlung. Wir haben uns das ungekürzte Hörbuch angehört.
Story
Owen Pitt ist kein Vorzeigeheld. Er ist keineswegs schlank, wurde von einem Vater mit Militärvergangenheit und -fimmel erzogen, kann daher sehr gut mit Schusswaffen umgehen, steht sich aber oftmals selbst im Weg. So wurde er Buchhalter, um nichts kaputt zu machen und seinen Adrenalinhaushalt unter Kontrolle zu halten.
Leider hat ihm das Schicksal einen dicken Stock zwischen die Beine geworfen, denn, wie er, spät abends noch im Büro, herausfindet, ist sein Vorgesetzter ein Werwolf – der ihn fressen will. Nach einem harten und blutigen Kampf stößt Owen letztendlich seinen Chef aus dem Fenster. Danach bricht er erschöpft zusammen und wacht erst im Krankenhaus wieder auf.
Dort warten direkt auch zwei Bundesagenten auf sein Aufwachen, die ihm einige unangenehme Fragen zu den Geschehnissen stellen. Offenkundig weiß die Regierung Bescheid! Die Agenten stellen Owen vor die Wahl – vergessen, was geschehen ist, oder … sterben. Immerhin hat er etwas Bedenkzeit und kann so später die Klinik verlassen und in seine Wohnung gehen, um die Geschehnisse zu verarbeiten. Dort jedoch bekommt er etwas später Besuch von zwei weiteren schillernden Gestalten: Der Veteran Earl Harbinger und die attraktive Julie Shakkleford.
Diese offenbaren ihm, dass Monster real sind und es einige private paramilitärische Vereinigungen gibt, die bezahlt Jagd auf die Bestien machen. Dabei werden sie von einem Regierungsfond namens SUMPF finanziert. Für jede niedergebrachte Kreatur gibt es bare Münze. Beide Vertreter der „Monster Hunter International“ (MHI) bieten ihm an, ihn auszubilden und, dass er für sie arbeitet. Mit der Wahl der Regierung im Nacken und diesem Angebot, wer würde sich gegen die MHI entscheiden?
Damit beginnt seine Ausbildung in deren Stützpunkt, wo er schnell Freundschaft mit anderen Neulingen schließt, die auch auf verschiedene Arten das Zusammentreffen mit Monstern oder gar den Kampf gegen diesen überlebt haben.
Natürlich dauert es nicht lange, bis sich Owen als „besonders“ herausstellt, Spoiler hat er doch in seinen Träumen Visionen und trifft dort auf den verstorbenen polnisch-jüdischen Monsterjäger Mordechai Byreika. Dieser erzählt ihm von einem nahenden gewaltigen Unheil.
Und genau jenes lässt nicht allzu lange auf sich warten – zum Ende hin eskaliert der Roman in größer-als-Lovecraft-und-Hellboy ähnliche Zustände, wird dabei zu einer eleganten Orgie der Gewalt und es geht um nicht weniger als die Errettung der Welt. hat er doch in seinen Träumen Visionen und trifft dort auf den verstorbenen polnisch-jüdischen Monsterjäger Mordechai Byreika. Dieser erzählt ihm von einem nahenden gewaltigen Unheil.
Und genau jenes lässt nicht allzu lange auf sich warten – zum Ende hin eskaliert der Roman in größer-als-Lovecraft-und-Hellboy ähnliche Zustände, wird dabei zu einer eleganten Orgie der Gewalt und es geht um nicht weniger als die Errettung der Welt.
Eines muss man grundsätzlich aber neben derber Urban Fantasy mögen: detaillierte Waffenbeschreibungen nebst Bauteilen und Anwendungen, wie auch derer Produzenten. Einmal daran gewöhnt, findet man schnell Zugang zu den Protagonisten. Man schätzt sie, liebt sie, fiebert mit ihren Geschichten mit und leidet, wenn es ihnen nicht gut geht.
Auch ist der Umgang an Schauplätzen und eröffneten Handlungsfäden gewaltig, nicht jeder wird aufgelöst – was auch gut ist, denn wie soll der Autor die Hörer und Leser sonst bei Interesse halten?
Sprecher
Robert Franks Stimme ist etwas Besonderes. Zuerst mag man der sanften Stimme nicht viel zutrauen, aber sobald Frank beginnt, verschiedene Rollen zu vertonen und dabei jede Emotion, jeden Dialekt und jeden Adrenalinhaushalt perfekt trifft, verfällt man dem Bann.
Besonders die Kenntlichmachung der verschiedenen Rollen gefiel uns sehr gut beim Durchhören des Buches. Er schafft es geradezu makellos, den Zuhörer in den Bann der Szene zu ziehen. Robert Frank ist kein Unbekannter in der Szene und hat neben vielen Hörbüchern auch Rollen in Dragon Age eingesprochen.
Autor
Larry Correia, geboren 1977 in Kalifornien, besuchte später die Utah State University. Tatsächlich eröffnete er selbst einen Waffenladen und gab auch Schusswaffen-Unterricht. Es war zu dieser Zeit, dass er seine Faszination für Waffen und B-Movies mit Monstern verband und am Skript des vorliegenden Buches schrieb.
Sein Erfolg mit dieser Geschichte ging so weit, dass er für den Hugo Award nominiert war (das jedoch nicht ganz unter unstrittigen Rahmenbedingungen). Dennoch sollte das nicht Correias Aufstieg bremsen. Seine größten Erfolge erzielte mit den Grimnoir-Chroniken, die in einer parallelen Version der 30er Jahre mit viel Magie, spielen.
Erscheinungsbild Cover
Beim Kauf als Download entfällt natürlich die Verpackung, das Cover wird aber als kleine eingeblendete Grafik in der App mitgeliefert. Das Cover zeigt recht unspektakulär einen Anzugträger, vor dem sich Klauen in die Höhe recken.
Klanglich lässt sich rein gar nichts beanstanden, die Stimme Franks ist kristallklar, weder Bässe noch Höhen übersteuern. Unser Test wurde auf einem Huawei Nova mit Audible-App vollzogen.
Die harten Fakten:

Verlag: Bastei Lübbe
Autor: Larry Correia
Sprecher/in: Robert Frank
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: Deutsch (Aus dem englischen übersetzt von Michael Krug)
Format: Download, proprietäres Format für Audible
Preis: 32,95 EUR oder 9,95 EUR im Abo
Bezugsquelle: Amazon, Audible, lokaler Buchhandel

 
Fazit
Monsterjagd in der Moderne mal anders – ohne Magie (Na gut, fast ohne), dafür aber mit Waffen, paramilitärischen Taktiken und vielen anderen Details, die man eher selten in diesem Genre findet. In Correias Welt wird die Jagd auf die übernatürlichen Bedrohungen von der Regierung und privaten Organisationen ausgetragen. Dabei geht es deftig und nicht unblutig zu.
Der Protagonist ist ebenso herzerfrischend anders. Er ist kein Schönling mit strahlendem Lächeln, sondern beleibt und hat so manches Problem mit seinen Aggressionen. Durch einen Zufall kommt er in Kontakt mit der Organisation „Monster Hunter International“ und lernt dort durch seinen ersten großen Einsatz, dass er mehr ist, als jemals zuvor in Leben angenommen.
Der Roman ist knallhart, hat einen hohen Body Count und spricht waffenverliebte Fetischisten an, verliert dabei jedoch nicht den normalen Nerdzuhörer, dem sein Urban Fantasy aus Vampiren, Werwölfen und anderem Gezücht besteht. Auch hier zeigt Correia die Andersartigkeit seiner Welt, ungekrönt ist der Elfenhof auf einem heruntergekommenen Trailerpark.
Robert Frank, der Sprecher der ungekürzten Lesung, erscheint zuerst als schwaches Stimmchen, kann aber binnen weniger Momente, wenn die ersten anderen Rollen auftauchen, zu Höchstleistungen auflaufen. Er gibt jeder Rolle ihre ganz eigene Stimme und vermag es dabei, selbst die Emotionen der Akteure zu intonieren.
Die Monster, die ich rief ist ein Hörbuch für Freunde der derben Urban Fantasy, die sich nicht scheuen, einen anderen Ansatz realisiert zu hören – das betrifft vor allem, was das Auftreten der magischen Rassen angeht. Uns hat die Geschichte gut gefallen.
Etwas erschöpfend und langatmig sind die vielfältigen Beschreibungen zu Waffenarten und -baustücken, die in dieser Art sicher nur der Fachfreund interessant findet. Kurz vor dem epischen Lovecraft-meets-Hellboy-Finale gibt es eine langatmige Stelle, bei der wir gern vorgespult hätten.
Natürlich darf man von der Geschichte in Summe keinen hohen Anspruch erwarten, diesen will sie aber auch gar nicht erreichen. Sie will Spannung erzeugen, den Hörer mitreißen und ihn schauerlich gruseln lassen.
Alles in allem geben wir dennoch eine Hörempfehlung. Owen Pitt, wir freuen uns auf dein nächstes Abenteuer!

Mit Tendenz nach Oben
Artikelbild: Audible
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Owen Pitt ist Sohn eines Waffennarren, hat Aggressionsprobleme, ist dicklich, war Buchhalter und… ist Monsterjäger. Wir hatten die Freude, in einen der ungewöhnlicheren Ansätze moderner Military Urban Fantasy hineinzuhören. Dabei überraschte uns der erste Band der MHI-Sage von Larry Correia mit ungewöhnlichen Protagonisten, lovecraftianischen Albträumen und Elfen im Dreck.
Monster jagen – ein etwas ausgelutschtes Thema, mag man denken. Wie viele Filme und Bücher, vor allem in der, manchmal viktorianischen, Urban Fantasy reiten das Thema von The Agency bis zu Harry Dresden tot? Monster Hunter 1 geht einen etwas unorthodoxen Weg mit einem ungewöhnlichen Protagonisten und einer überepisch ausbordenden Handlung. Wir haben uns das ungekürzte Hörbuch angehört.
Story
Owen Pitt ist kein Vorzeigeheld. Er ist keineswegs schlank, wurde von einem Vater mit Militärvergangenheit und -fimmel erzogen, kann daher sehr gut mit Schusswaffen umgehen, steht sich aber oftmals selbst im Weg. So wurde er Buchhalter, um nichts kaputt zu machen und seinen Adrenalinhaushalt unter Kontrolle zu halten.
Leider hat ihm das Schicksal einen dicken Stock zwischen die Beine geworfen, denn, wie er, spät abends noch im Büro, herausfindet, ist sein Vorgesetzter ein Werwolf – der ihn fressen will. Nach einem harten und blutigen Kampf stößt Owen letztendlich seinen Chef aus dem Fenster. Danach bricht er erschöpft zusammen und wacht erst im Krankenhaus wieder auf.
Dort warten direkt auch zwei Bundesagenten auf sein Aufwachen, die ihm einige unangenehme Fragen zu den Geschehnissen stellen. Offenkundig weiß die Regierung Bescheid! Die Agenten stellen Owen vor die Wahl – vergessen, was geschehen ist, oder … sterben. Immerhin hat er etwas Bedenkzeit und kann so später die Klinik verlassen und in seine Wohnung gehen, um die Geschehnisse zu verarbeiten. Dort jedoch bekommt er etwas später Besuch von zwei weiteren schillernden Gestalten: Der Veteran Earl Harbinger und die attraktive Julie Shakkleford.
Diese offenbaren ihm, dass Monster real sind und es einige private paramilitärische Vereinigungen gibt, die bezahlt Jagd auf die Bestien machen. Dabei werden sie von einem Regierungsfond namens SUMPF finanziert. Für jede niedergebrachte Kreatur gibt es bare Münze. Beide Vertreter der „Monster Hunter International“ (MHI) bieten ihm an, ihn auszubilden und, dass er für sie arbeitet. Mit der Wahl der Regierung im Nacken und diesem Angebot, wer würde sich gegen die MHI entscheiden?
Damit beginnt seine Ausbildung in deren Stützpunkt, wo er schnell Freundschaft mit anderen Neulingen schließt, die auch auf verschiedene Arten das Zusammentreffen mit Monstern oder gar den Kampf gegen diesen überlebt haben.
Natürlich dauert es nicht lange, bis sich Owen als „besonders“ herausstellt, Spoiler hat er doch in seinen Träumen Visionen und trifft dort auf den verstorbenen polnisch-jüdischen Monsterjäger Mordechai Byreika. Dieser erzählt ihm von einem nahenden gewaltigen Unheil.
Und genau jenes lässt nicht allzu lange auf sich warten – zum Ende hin eskaliert der Roman in größer-als-Lovecraft-und-Hellboy ähnliche Zustände, wird dabei zu einer eleganten Orgie der Gewalt und es geht um nicht weniger als die Errettung der Welt. hat er doch in seinen Träumen Visionen und trifft dort auf den verstorbenen polnisch-jüdischen Monsterjäger Mordechai Byreika. Dieser erzählt ihm von einem nahenden gewaltigen Unheil.
Und genau jenes lässt nicht allzu lange auf sich warten – zum Ende hin eskaliert der Roman in größer-als-Lovecraft-und-Hellboy ähnliche Zustände, wird dabei zu einer eleganten Orgie der Gewalt und es geht um nicht weniger als die Errettung der Welt.
Eines muss man grundsätzlich aber neben derber Urban Fantasy mögen: detaillierte Waffenbeschreibungen nebst Bauteilen und Anwendungen, wie auch derer Produzenten. Einmal daran gewöhnt, findet man schnell Zugang zu den Protagonisten. Man schätzt sie, liebt sie, fiebert mit ihren Geschichten mit und leidet, wenn es ihnen nicht gut geht.
Auch ist der Umgang an Schauplätzen und eröffneten Handlungsfäden gewaltig, nicht jeder wird aufgelöst – was auch gut ist, denn wie soll der Autor die Hörer und Leser sonst bei Interesse halten?
Sprecher
Robert Franks Stimme ist etwas Besonderes. Zuerst mag man der sanften Stimme nicht viel zutrauen, aber sobald Frank beginnt, verschiedene Rollen zu vertonen und dabei jede Emotion, jeden Dialekt und jeden Adrenalinhaushalt perfekt trifft, verfällt man dem Bann.
Besonders die Kenntlichmachung der verschiedenen Rollen gefiel uns sehr gut beim Durchhören des Buches. Er schafft es geradezu makellos, den Zuhörer in den Bann der Szene zu ziehen. Robert Frank ist kein Unbekannter in der Szene und hat neben vielen Hörbüchern auch Rollen in Dragon Age eingesprochen.
Autor
Larry Correia, geboren 1977 in Kalifornien, besuchte später die Utah State University. Tatsächlich eröffnete er selbst einen Waffenladen und gab auch Schusswaffen-Unterricht. Es war zu dieser Zeit, dass er seine Faszination für Waffen und B-Movies mit Monstern verband und am Skript des vorliegenden Buches schrieb.
Sein Erfolg mit dieser Geschichte ging so weit, dass er für den Hugo Award nominiert war (das jedoch nicht ganz unter unstrittigen Rahmenbedingungen). Dennoch sollte das nicht Correias Aufstieg bremsen. Seine größten Erfolge erzielte mit den Grimnoir-Chroniken, die in einer parallelen Version der 30er Jahre mit viel Magie, spielen.
Erscheinungsbild Cover
Beim Kauf als Download entfällt natürlich die Verpackung, das Cover wird aber als kleine eingeblendete Grafik in der App mitgeliefert. Das Cover zeigt recht unspektakulär einen Anzugträger, vor dem sich Klauen in die Höhe recken.
Klanglich lässt sich rein gar nichts beanstanden, die Stimme Franks ist kristallklar, weder Bässe noch Höhen übersteuern. Unser Test wurde auf einem Huawei Nova mit Audible-App vollzogen.
Die harten Fakten:

Verlag: Bastei Lübbe
Autor: Larry Correia
Sprecher/in: Robert Frank
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: Deutsch (Aus dem englischen übersetzt von Michael Krug)
Format: Download, proprietäres Format für Audible
Preis: 32,95 EUR oder 9,95 EUR im Abo
Bezugsquelle: Amazon, Audible, lokaler Buchhandel

 
Fazit
Monsterjagd in der Moderne mal anders – ohne Magie (Na gut, fast ohne), dafür aber mit Waffen, paramilitärischen Taktiken und vielen anderen Details, die man eher selten in diesem Genre findet. In Correias Welt wird die Jagd auf die übernatürlichen Bedrohungen von der Regierung und privaten Organisationen ausgetragen. Dabei geht es deftig und nicht unblutig zu.
Der Protagonist ist ebenso herzerfrischend anders. Er ist kein Schönling mit strahlendem Lächeln, sondern beleibt und hat so manches Problem mit seinen Aggressionen. Durch einen Zufall kommt er in Kontakt mit der Organisation „Monster Hunter International“ und lernt dort durch seinen ersten großen Einsatz, dass er mehr ist, als jemals zuvor in Leben angenommen.
Der Roman ist knallhart, hat einen hohen Body Count und spricht waffenverliebte Fetischisten an, verliert dabei jedoch nicht den normalen Nerdzuhörer, dem sein Urban Fantasy aus Vampiren, Werwölfen und anderem Gezücht besteht. Auch hier zeigt Correia die Andersartigkeit seiner Welt, ungekrönt ist der Elfenhof auf einem heruntergekommenen Trailerpark.
Robert Frank, der Sprecher der ungekürzten Lesung, erscheint zuerst als schwaches Stimmchen, kann aber binnen weniger Momente, wenn die ersten anderen Rollen auftauchen, zu Höchstleistungen auflaufen. Er gibt jeder Rolle ihre ganz eigene Stimme und vermag es dabei, selbst die Emotionen der Akteure zu intonieren.
Die Monster, die ich rief ist ein Hörbuch für Freunde der derben Urban Fantasy, die sich nicht scheuen, einen anderen Ansatz realisiert zu hören – das betrifft vor allem, was das Auftreten der magischen Rassen angeht. Uns hat die Geschichte gut gefallen.
Etwas erschöpfend und langatmig sind die vielfältigen Beschreibungen zu Waffenarten und -baustücken, die in dieser Art sicher nur der Fachfreund interessant findet. Kurz vor dem epischen Lovecraft-meets-Hellboy-Finale gibt es eine langatmige Stelle, bei der wir gern vorgespult hätten.
Natürlich darf man von der Geschichte in Summe keinen hohen Anspruch erwarten, diesen will sie aber auch gar nicht erreichen. Sie will Spannung erzeugen, den Hörer mitreißen und ihn schauerlich gruseln lassen.
Alles in allem geben wir dennoch eine Hörempfehlung. Owen Pitt, wir freuen uns auf dein nächstes Abenteuer!

Mit Tendenz nach Oben
Artikelbild: Audible
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Reingehört: Die Monster, die ich rief (Larry Correia) – derbe Urban-Fantasy-Monsterjagd für Waffennarren

Untold Stories of a Galaxy – Band 1 & 2 (Michael E. Campbell) – Aller Anfang ist schwer

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Quelle: www.teilzeithelden.de Untold Stories of a Galaxy – Band 1 & 2 (Michael E. Campbell) – Aller Anfang ist schwer