Archiv der Kategorie: mittelalter kleid

Magisches Artefakt aus Super Sculpey

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In diesem Beitrag zeige ich euch, wie man sich ein kleines magisches Artefakt leicht selber basteln kann.

Für mein Artefakt bzw, meinen Anhänger habe ich Super Sculpey verwendet. Das ist ein Polymer-Ton ähnlich wie Fimo, das ich bei meinem Amulett verwendet habe.

Beide Materialien muss man für ca. 15 Minuten im Ofen härten. Dazu eignet sich ein normaler Backofen.

 

Den Unterschied zwischen Super-Sculpey und Fimo kann man recht einfach zusammenfassen:

  • Super Sculpey ist leichter zu modellieren
  • Fimo ist stabiler nach dem Backen

Der Anfang

KristallIn meinem Anhänger
wollte ich unbedingt einen Kristall haben.

Für meine Zwecke reicht hier ein einfache Plastik-Kristall, den es im Fachhandel für Tischdekoration zu kaufen gibt.

Mann kann ohne weiteres stabilere Dinge aus Plastik mit zum Backen in den Ofen geben, die Temperatur ist nicht so hoch, dass die gleich wegschmelzen.

Hier mal ein Bild vom Kristall.

 

Die Sicherung

Kristall mit drahtDa ich den Anhänger an einer Kette befestigen wollte, habe ich mir Gedanken über die Stabilität gemacht.

Gerade oben an der Öse durch die die Kette gezogen wird, ist die Sculpey Schicht so dünn, dass es garantiert an dieser Stelle bricht.

Aus diesem Grund habe ich erst einmal eine einfache Fassung aus Blumendraht um den Kristall gewickelt.

Das Ganze dann mit einer Zange noch schön verdichtet, damit es auch Garantiert hält.

 

Super Sculpey Schicht eins

Als nächstes kommt die erste Schicht Sculpey drauf. Dazu habe ich etwa erbsengroße Stücke vom  Tonblock gepopelt und solange durchgeknetet bis sie schön weich waren.

Stück für Stück habe ich damit den Draht verkleidet und gleichzeitig den Ton mit einem Modellierwerkzeug glatt gestrichen.

Die Öse für die Kette habe ich dabei erst einmal außen vor gelassen. So bleibt auch gleich eine geeignete Stelle übrig, an der man das Amulett noch anfassen kann, ohne sein Werk mit Fingerabdrücken zu verzieren.

 

kristall vor backenGlätten und Details

Beim Arbeiten mit dem Werkzeug bleiben gerne Streifen und kleine Krümel zurück. Es gibt aber eine Methode wie man die ganz leicht los wird: Benzin.

Ich mein damit jetzt nicht Benzin drüber schütten und  anzünden :-), sondern eine kleine Menge Feuerzeugbenzin, die man mit einem Nylonpinsel über das Sculpey streicht.

Vorsicht, bei zuviel Benzin wird das Sculpey matschig.

kristall gebackenMit einer Nadel habe ich dann noch einige magische Zeichen in den Ton gedrückt und anschließend noch einmal mit Benzin geglättet.

Somit war das Amulett bereit zum ersten Backen. Nach dem Backen (und Abkühlen) habe ich dann auf die gleiche Art der Öse gewidmet. Den unteren Teil des Amuletts konnte man jetzt ja ohne Weiteres anfassen, da alles schon fest war.

Nach dem zweiten Backen ging es dann ans Bemalen.

Das Finish

Für die Bemalung habe ich Acrylfarben genommen, wie man sie auch bei Tabletops verwendet.

Zuerst grundierte ich alles mit Schwarz, da so die Metallfarbe besser aussieht. Danach kam eine Schicht Silberfarbe darüber. Die Details habe ich dann mit schwarzer Tusche noch etwas herausgearbeitet. Für den besonderen Effekt habe ich auch noch eine Prise nachtleuchtendes Pulver dazugemischt.

Für die Glanzeffekte wurde das Ganze dann noch trockengebürstet, sprich man tunkt den Pinsel in die Farbe, malt solange auf einem Blatt Papier bis kaum mehr Farbe vom Pinsel abgeht und bürstet dann über das Modell.

Um die Farbe gegen Abrieb zu schützen gabs zum Abschluss noch eine dicke Schickt Mattlack aus der Sprühdose.

Wer sich auch einmal mit Super Sculpey versuchen möchte kann  es hier
kaufen.

Hier gibt es noch ein schönes Tutorial zum Arbeiten mit Sculpey.

magisches Amulett aus super sculpey

 

 

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Mittelalter Kleidung Tutorial: Perlenkette knoten

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Für die mittelalterliche Kleidung einer Dame darf ein Schmuckstück um den Hals nicht fehlen. Hoch im Trend standen damals wie heute Perlenketten.

Wenn man sich eine Perlenkette aus echten Perlen ansieht, fällt auf, dass sie nicht einfach nur aufgefädelt worden sind.

Zwischen den einzelnen Perlen findet sich immer ein Knoten.  Sollte der Faden brechen, sorgen die Knoten dafür, dass sich die Perlen nicht überall verteilen. Hier ein kurzes Tutorial, wie man diese Knoten am besten macht:

Als erstes – natürlich – fädelt man eine Perle auf ein stabiles Garn. Dafür gibt es entweder spezielles Seidengarn, an dem bereits eine Art Nadel angebracht ist. Für dieses Tutorial habe ich einfach Häkelgarn aus Baumwolle verwendet.

Und dann man einfachen Knoten, ohne ihn aber fest zu ziehen!

Perlenkette
Dieser Knoten muss nicht unmittelbar an der Perle liegen. Damit man ihn nun möglichst ohne Zwischenraum zur Perle festziehen kann, legt man eine Nadel in den Knoten. Perlenkette mit Nadel
Wenn man den Knoten jetzt festzieht, kann man ihn mit Hilfe der Nadel ganz bequem zu der Perle schieben. Man sollte darauf achten, das Garn auf Zug zu halten, während man die Nadel heraus zieht. Perlenkette knoten
Fertig!
Und weiter gehts mit der nächsten Perle…
Perlenkette Knoten fertig

Viel Spaß beim Nachbasteln…

 

 

 

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Mittelalter Kleidung Tutorial: Schrägband selber machen

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Eine wunderbare Art, eine Stoffkante an mittelalterlicher Kleidung zu versäubern, ist, sie einfach mit einem Schrägband einzufassen. Schrägbänder gibt es in verschiedenen Farben, Größen und Materialien schon fertig zu kaufen, aber meistens nicht in der Farbe, der Größe oder dem Material, das man gerade bräuchte. Abgesehen davon, dass so ein Schrägband auch nicht ganz billig ist. Also, warum also nicht selber machen?

Warum heißt das Schrägband eigentlich Schrägband?

Ein Schrägband ist aus einem Stoffstreifen gemacht, der schräg zum Fadenverlauf zugeschnitten worden sind. Eigentlich lästig, wenn man bedenkt, dass man auf diese Weise nicht einfach nur stoffsparend Streifen schneiden kann, aber unbedingt notwendig, da das Band auf diese Weise dehnbar ist und sich besser um Kurven legen lässt.

Man sollte also unbedingt immer darauf achten, es auch tatsächlich schräg zuzuschneiden. Und keine Angst, was den Stoffverbrauch angeht, es gibt einen ganz einfachen Trick, wie man dieses Problem umgehen kann. Aber dazu kommen wir später…

Was brauch ich alles für ein Schrägband?

  • den gewünschten Stoff (am besten schon als Rechteck zugeschnitten)
  • Garn in der passenden Farbe
  • Lineal
  • Schneiderkreide, Sublimationsstift oder ähnliches
  • Stoffschere
  • Stecknadeln
  • Schrägbandformer

Eigenes Schrägband Schritt 1: das Stoffband

Ein Schrägband – egal ob jetzt gekauft oder selbst gemacht – sollte im besten Fall möglichst lang sein. Wir werden also in keinem Fall drum herum kommen, einzelne Stoffstreifen aneinander zu nähen.

Hier gibt es schon einmal die erste Hürde:

NIEMALS die beiden Stoffstreifen gerade aneinander nähen, sondern immer schräg!

Zuschneiden_2

Das ganze klingt jetzt nach noch mehr Aufwand, aber ich hab ja von einem Trick gesprochen:

Wir haben ein rechteckiges Stück Stoff. Wir brauchen aber ein Parallelogramm.

Dazu klappen wir eine Ecke so um, dass wir einen 45° Winkel haben und schneiden entlang des Stoffbruchs. Jetzt haben wir ein rechtwinkliges Dreieck und ein Rechteck mit abgeschnittener Ecke.

Zuschneiden_3

Als nächstes nähen wir die beiden Stücke so zusammen, dass wir jetzt unser Parallelogramm haben.

Als nächstes zeichnen wir uns die Streifen an. Dabei sollte jeder Streifen die doppelte Breite des endgültigen Schrägbands haben.

Röhre_1

Jetzt könnten wir zwar schon Streifen schneiden und die Streifen dann zu einem langen Band zusammen nähen, aber wir sind ja faul und wollen sowenig Nähte wie möglich machen müssen. Also nähen wir den Stoff zu einer Röhre zusammen. Dabei müssen wir nur darauf achten, dass die beiden blau markierten Stellen aufeinander liegen.

Platt gedrückt sollte die Röhre jetzt so aussehen:

Röhre_2

Als letztes einfach endlang der Markierung schneiden und wir haben mit dem geringst möglichen Aufwand ein langes Stoffband.

Stoffband

Eigenes Schrägband Schritt 2: Bügeln

Ab jetzt ist alles ziemlich einfach: nur noch in den Schrägbandformer einlegen und Bügeln.

Bügeln_1

Das Einfädeln kann ein wenig nervig sein, aber auch hierfür gibt es einen simplen Trick:

Mit der Nähmaschine ein kurzes Stück in der Mitte des Stoffstreifens nähen und an beiden Seiten etwa 15cm Garn hängen lassen. Jetzt kann man das Garn in den Schrägbandformer einfädeln und wenn man nun daran zieht, legt sich das Band wie gewünscht zusammen.

Bügeln

Drüber bügeln und das Schrägband ist fertig.

Schrägband

Ich hoffe, das ist alles halbwegs verständlich beschrieben. Viel Spaß beim nachmachen!

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Rokoko-Kleid Teil 2.1 – Neues Schnittmuster, neues Glück!

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Heute habe ich den ersten Schnitt für das Rokoko-Korsett fluchend in die Tonne getreten…

Damit will ich zwar nicht sagen, dass mein erster Schnittmuster-Entwurf absolut unbrauchbar ist, allerdings habe ich sehr schnell herausfinden müssen, dass ich damit leider nicht ganz den Effekt erzielen kann, denich gerne hätte. 3 Schnittteile sind zwar durchaus möglich, aber liefern eben nicht das, was ich mir vorstelle. Ich will mehr!

Man könnte natürlich den vorhandenen (und passenden *heul*) Schnitt so umarbeiten, dass mehr Schnittteile heraus kommen. Nur… nun ja: dieser Entwurf hat mich einfach zu sehr geärgert, als dass ich daran jetzt noch lange herum basteln möchte.

neues_Schnittmuster

Zum Glück für das gesamte Projekt habe ich einen 7-teiligen Schnitt gefunden. Jetzt bleibt mir zwar die ganze Anpass-Arbeit nicht erspart, aber zumindest meine Motivation ist zurück gekehrt!

In diesem Sinne: Neues Schnittmuster, neues Glück!

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Rokoko-Kleid Teil 2 – Schnittentwurf Rokoko Korsett

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Normalerweise beginnt man eine Gewandung mit der untersten Schicht. Also müsste ich mit der Chemise beginnen, damit das Korsett dann auch perfekt drüber passt. Die Chemise soll aber einen zum Korsett passenden Ausschnitt haben, den ich logischerweise erst dann machen kann, wenn das Korsett fertig ist. Eine klassische Huhn-oder-Ei-Situation.

Da ich aber noch eine Chemise da habe und so ein Korsett deutlich mehr Spaß macht als ein langweiliges Hemdchen, werde ich mit dem Rokoko-Korsett beginnen. Meine Chemise ist zwar für eine Tudorgewandung, also für eine Zeit, die gut 2 Jahrhunderte vor dem Rokoko war, aber so wahnsinnig viel hat sich im Schnitt da nicht geändert.

Der Schnitt für ein Rokoko Korsett – allgemein

schnuerbrust

Schnittmuster für eine Rokoko-Schnürbrust von www.neheleniapatterns.com

Es gibt zwar durchaus bereits fertige Schnittmuster für ein historisch korrektes Rokoko-Korsett, aber die sind nicht gerade billig. Dann gibt es diverse Anleitungen, nach denen man sich selbst einen Schnitt erstellen kann. Ein fertiges Schnittmuster spart sicher einiges an Zeit, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich damit gänzlich das Anpassen erspart.

Wahrscheinlich werde ich diese Entscheidung noch bereuen, aber ich werde keinen Schnitt kaufen, sondern ihn selbst entwerfen. Vielleicht kann ich ja den Schnitt von meiner (bereits perfekt passenden) Tudor-Schnürbrust abwandeln?

Ob so ein Schnitt richtig passt, kann man leider erst dann erkennen, wenn alle Stäbe  eingesetzt sind und Ösen zum Schnüren da sind – beides gerade die Dinge, welche die meiste Zeit kosten.  *seufts*

 Schnitterstellung Rokoko-Korsett

Ich habe mich erst einmal für die einfachste Version entschieden: ein halbversteiftes Korsett aus nur 3 Schnitt-Teilen. Den Schnitt entwerfe ich ausgehend von dem angepassten Schnitt für das Oberteil eines Tudor-Kirtels um 1550.

Tudor

Tudor Kirtel um 1550

Den Schnitt dafür habe ich meinem geliebten “Tudor Tailor” entnommen.

Dieser Schnitt besteht ebenfalls aus 3 Teilen und obwohl er von der Epoche gut 200 Jahre vor der Zeit, die ich darstellen will (1780), liegt, liefert er mir eine gute Basis.

Schnitt1

Schnitt für den Tudor Kirtel

Um eine Ahnung zu bekommen, wo ich mit dem Schnitt überhaupt hin will, habe ich mir von einer wundervoll aufgebauten Kostümseite den Schnitt für eine halbversteifte Rokoko Schnürbrust ausgedruckt. (Auf der Seite gibt es nicht nur eine ausführliche Erklärung, sondern auch noch den fertigen Schnitt in Größe 40 zum ausrucken…. leider zu groß für mich, aber ein guter Anhaltspunkt)

Schritt 1:

Als Erstes habe ich den bereits bewährten Tudor Schnitt auf Seidenpapier übertragen. Dazu am besten den fertigen Schnitt unter das Seidenpapier legen und abpausen. Anders herum wird das ganze eine ziemliche Zitterpartie und lang nicht so ordentlich, wie wir es eigentlich haben möchten.

Burda Seidenpapier

Schnitt2

Schritt 2:

Als nächstes habe ich den ausgedruckten Schnitt unter den angezeichneten gelegt und ausgerichtet. Dabei habe ich mich vor allem an 2 wichtigen Punkten orientiert:

1. Der Armausschnitt
2. die Taille

Sobald alles fertig angezeichnet ist, ausschneiden!

Schnitt3

Schritt 3:

Zum Glück bin ich auf die Idee gekommen, die Schnitte an der Seitenlinie nebeneinander zu legen. Sonst wäre mir erst beim Nähen aufgefallen, dass die ja nicht überein stimmen.

Also den Armausschnitt ein wenig ausweiten und beide Seitenlinien angleichen.

Schritt 4:

Schnitt4

Fertig!

Was mir aber ein wenig zu denken gibt, ist die Tatsache, dass der Ausschnitt bei dem Rokoko-Korsett um 4,5cm tiefer ist… nicht dass noch was rauspurzelt. 

Naja, mal sehen, schließlich ist das nur der erste Entwurf. Bevor ich da nicht ein Probestück genäht habe, kann man noch gar nichts sagen.

Außerdem befindet sich der Trägeransatz noch weiter außen, als es beim Tudor-Mieder ohnehin schon der Fall ist. Wahrscheinlich werde ich da noch etwas ändern müssen, aber für das Probestück kommen ohnehin keine Träger hin, also dürfte das erst einmal kein Problem sein.

Schnitt5

So…bin schon sehr neugierig, wie das ganze aussehen wird…

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Rokoko-Kleid Teil 1 – Die Planung

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Gerade haben mir liebe Menschen sehr freundlich (und leider auch sehr bestimmt) mitgeteilt, dass ich doch ein Rokokokleid brauche.
Soweit kann ich dem ganzen ja noch zustimmen.

Dann meinten die selben lieben Menschen, dass ich es bis spätestens Oktober brauche.
Das ist jetzt der Moment, wo ein kleines Stimmchen in mir zu kreischen anfängt und irgendetwas von wegen “wir haben doch keine Zeit…” labert. 

Nun ja, eine Herausforderung, würde ich sagen. Ich nehme an!

Heute ist es allerdings schon zu spät, um schon mit dem Schnitt anzufangen… aber planen kann ich zumindest!

 

RokokoAus welchen Teilen besteht ein Rokoko-Kleid?

Ich kann mich nicht so recht mit dem wallenden Rückenteil einer Robe à la fanςaise anfreunden, also habe ich mich für die figurbetonte Robe Anglaise entschieden. Aber was brauch ich alles dafür?

  • eine Chemise
  • Panier, Poschen oder einen Springrock (weiß noch nicht, wofür ich mich entscheiden werde)
  • ein Korsett
  • mindestens einen Unterrock
  • die Robe Anglaise
  • Accessoires…man kann nie genug davon haben… also Hut, Fächer…

Welche Stoffe passen für ein Rokoko-Kleid?

Oje, jetzt wird’s schwierig.

Ich bin natürlich erst einmal dem Irrtum aufgesessen, dass diese “Toile de Jouy”-Stoffe absolut geeignet sind. Leider sind sie es nicht. Darauf sind zwar unter anderem Damen in Rokoko-Gewändern zu sehen, umringt von hübschen Bäumchen, Blümchen, Tierchen und dem starken Geschlecht, aber das sind wohl eher Möbelstoffe.Rokoko-Kleid

Und das waren sie – wie die erste Recherche ergibt – auch damals schon. Also Finger weg.

Leider sind die ersten Fundstücke bei meiner (zugegeben gerade etwas hastigen) Suche nach geeigneten gemusterten Stoffen meist entweder Augenkrebs-erregend oder aber mein Geldbeutel plärrt um Gnade… manchmal sogar beides!

Aber es muss ja nicht unbedingt ein gemusterter Stoff sein.

Beginnen wir also anders: welche Materialien?

Leinen, Wolle und Seide sind die erste Wahl zu dieser Zeit. Bei Baumwolle muss man schon vorsichtiger sein, aber – so wie ich das sehe – ist es durchaus noch akzeptabel. Ich werde also die Chemise, die “Hüfterweiterung (Poschen/Panier/Springrock)) und den ersten Unterrock schon allein aus Kostengründen aus Baumwolle machen.

Für die “Hüfterweiterung” und das Korsett werde ich Stäbe brauchen. Authentisch wäre Fischbein, aber ich habe nicht die geringste Ahnung, wo ich sowas herbekommen soll. Also werde ich wohl eher die Kunststoff-Variante oder eben Federstahl verwenden.

Bleibt nur noch der 2. Unterrock und die Robe Anglaise.

Seide wäre wundervoll, aber teuer. Leinen…nun ja, es ist Oktober. Hier in bayerisch-Sibirien also quasi tiefster Winter. Also doch lieber Wolle oder zumindest ein Wollgemisch.

Und welche Farbe?

Die Filmindustrie präsentiert uns eine bonbonfarbene Pracht. Will ich wirklich ein Teil davon sein? Auf jeden Fall!
Mal sehen, ob ich etwas in der Art finde, aber eher in einer etwas gedeckten Variante.

Wie authentisch das ganze ist, kann ich leider nicht sagen. Aber in der kurzen Zeit ist es fast unmöglich, all die nötigen Informationen, Materialien und Schnitte zusammen zu suchen. Und auf meine geliebte Frau Elna (meine Nähmaschine) werde ich bestimmt nicht verzichten!

Die nächsten Tage werden also ganz der Stoffsuche gewidmet sein…

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