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Rosen Dolchscheide Calimacil Lucrezia Cretzer Other DIY

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Just do it! Selfmade Calimacil leather sheath easy and quick. Do it yourself Wochenend Bastelei mit einfachen Materialien. Im Jahr 2018 sind uns zwei Calimacil Dolche in die Hände gefalllen. Beide Dolche haben die gleiche Klinge. Für den ersten Dolch wurde bereits Dolchscheide aus Restleder gefertigt: https://traumschmiede.wordpress.com/2018/11/25/dolch-halterung-dolchscheide-leder-calimacil/ Der neue Dolche sollte eine edlere und sehr […]

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DIY im LARP – Eine Anleitung

DIY im LARP – Eine Anleitung
LARP ist für viele längst ein ganzheitliches Hobby, dessen Zeitaufwand sich nicht nur auf die Cons allein beschränkt. Da laden gerade die längeren Con-Pausen im Winter zum Basteln ein, allerdings fällt der Einstieg nicht immer leicht. Die folgenden Tipps sollen Anreize für jene geben, die sich bisher zurückgehalten haben.
Selbermachen liegt voll im Trend, in allen möglichen Bereichen des Lebens. Längst ist es nicht mehr das Prinzip aus Not eine Tugend zu machen, das die Bastler antreibt, weil das Geld für professionell gefertigte Produkte fehlt. „Aus eigener Herstellung“ hat den positiven Nimbus der Selbstständigkeit gewonnen, die Selbermacher werden für ihren Einsatz und ihre Geschicklichkeit gelobt, sie selbst treibt die Freude an einer vielseitigen Beschäftigung an, die über ihr oft stark spezialisiertes Berufsleben hinausgeht. Es verwundert daher kaum, dass gerade in einem Hobby wie LARP, das von Kreativität lebt, ein ähnlicher Effekt zu beobachten ist. Auch wenn es ein wachsendes Angebot an Onlineshops für Gewandung und Ausrüstung gibt – DIY hat große Konjunktur.
Für den Einstieg ins LARP reicht eine Basisgewandung von der Stange oder der allernötigste Lagerbedarf aus, aber in vielen keimt bald der Wunsch nach mehr Individualität. Die Ausrüstung soll schließlich genau zum Charakterkonzept passen und dieses auch nach außen vertreten. Doch individuell Angefertigtes ist meist um ein vielfaches teurer, was gerechtfertigt ist, aber abschreckend wirken kann. Und der Schritt von kaufen zu selbst machen ist oft nicht einfach. Die Ansprüche an eine stimmige LARP Gewandung und Ausrüstung sind ebenfalls gestiegen. Filme und Serien bieten viel Inspiration, setzen aber auch eine sehr hohe Messlatte, die es erst einmal zu erreichen gilt. Die Zeiten, in denen man Omas Dachboden plündern oder Gardinenstoff umnähen konnte und sich adäquat ausgerüstet fühlte, sind vorbei.
Für all jene, die sich diesen Winter vorgenommen haben, endlich einmal selbst Hand anzulegen oder sich noch unsicher sind, was sie sich überhaupt zutrauen, hier ein paar Tipps von einer ebenfalls Quereinsteigerin.
1. Klein anfangen
Es mag banal klingen, aber die hohen Hürden, die man beim Gedanken an ‚Selbermachen‘ vor sich sieht, werden ganz schnell kleiner, wenn man sich bewusst macht, dass die Allerwenigsten gleich mit selbst geschnitzten Löffeln, getöpferten Schalen oder einer Vollgewandung losgelegt haben. Wer noch nie an einer Nähmaschine gesessen hat oder beim Anblick eines Schnitzmessers schnell die Finger bepflastert, kann nicht erwarten, sofort ein Meister zu sein. Auch eine eigenhändig verzierte und damit aufgewertete Gewandung ist etwas, worauf man durchaus stolz sein kann. Der verzierte Gegenstand wird allein durch das Einbringen eigener Ideen individuell und etwas Besonderes. Und nie vergessen: Keine Hand arbeitet so exakt wie eine programmierte Maschine, daher sind leicht schiefe Nähte, Macken oder Unregelmäßigkeiten keine Schande. Unsere Augen sind im industriellen Zeitalter viel zu sehr an Perfektion und exakte Reproduzierbarkeit gewöhnt.
2. Ausprobieren
Übung macht bekanntlich den Meister und auch ein Meister muss erst einmal herausfinden, welche Art von Arbeit ihm besonders Spaß macht. Vielleicht sollte man von Messern lieber die Finger lassen, aber dafür fällt einem das Nähen oder Sticken leicht? Vielleicht entdeckt man eine gute Hand-Augen-Koordination an sich und wird begeisterter Glasgraveur? Das Schöne an einer LARP Ausrüstung ist ihre Vielfältigkeit und das Verwenden von Materialien, die auch ohne industrielle Maschinen geformt werden können. Sein eigenes Lieblingsbetätigungsfeld zu finden, erfordert etwas Zeitaufwand und Nerven, aber es wird sich in jedem Fall lohnen, neue Seiten an sich zu entdecken.
3. Inspirieren lassen
Das Internet ist voll mit Do it yourself-Anleitungen und Ideen für den neugierigen Selbermacher. Sharing-Plattformen bieten ganze Galerien voller Bilder, die zu einem bestimmten Thema zusammengetragen werden, seien es Schnitzkunst, historische Schnittmuster oder Waffenbau. Wer nicht gerne stundenlang Suchwörter eintippt, der kann sich auf Märkten oder im Handel mit Büchern versorgen, die Anleitungen aller Art bieten. In vielen Buchläden wächst die Do it yourself Ecke seit einigen Jahren stark an. Oft entwickeln sich erst beim Stöbern nach Möglichkeiten konkretere Ideen, die über den Gedanken „Ich möchte etwas Selbstgemachtes haben, aber wie?“ hinausgehen.
Auch Fragen kostet nichts! Wenn ihr mitbekommt, dass jemand in eurem Umfeld Dinge selbst anfertigt, und wenn ihr etwas Ähnliches auch haben wollt, dann fragt um Rat. Die meisten LARPer sind gerne bereit, ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit euch zu teilen und diejenigen, die schon länger dabei sind, haben wertvolle Tipps, wo man sich seine Inspiration herholen kann.
4. Den Grad an Selbstgemacht für sich finden
Wer legt eigentlich fest, ab wann etwas als ’selbstgemacht‘ gilt? Muss, überspitzt formuliert, der Stoff eigenhändig gewebt, die Wolle oder das Leinen selbst gesponnen oder im besten Fall sogar das Schaf eigenhändig gehalten und geschoren werden? Muss der Baum aus dessen Holz man schnitzt, eigenhändig mit der Axt gefällt worden sein? Ganz sicher nicht! Für jeden bedeutet ’selbstgemacht‘ etwas anderes, also ist es auch legitim, etwas eigenhändig Verziertes und nicht unbedingt Selbstgewirktes, als individuell gemachten Gegenstand zu bezeichnen. Nur weil etwas mit der Maschine genäht wurde, beispielsweise, und nicht von Hand, ist es nicht automatisch weniger wert. Es mag Menschen geben, die die Zeit und Energie besitzen, Gewandung und Ausrüstung von der Pike auf selbst zu fertigen, aber die sind im Hobby LARP eindeutig in der Minderheit. Vielen fehlt schlicht diese Zeit, um einen solchen Aufwand betreiben zu können. Deshalb sollte man die Ansprüche nicht von Anfang an hochschrauben, sondern für sich selbst ausloten, womit man arbeiten kann, ohne dass die Lust am Selbermachen in Frust umschlägt. Wer kein Talent dafür hat, aus genommenen Maßen ein Schnittmuster zu abstrahieren, sodass am Ende genau das Kleidungsstück dabei herauskommt, das man haben möchte, kann und darf auf fertige Schnittmuster zurückgreifen. Wer nicht grade einen Hochofen im Keller stehen hat, kann und darf in einem Dekoladen günstige Gläser kaufen, die er dann verzieren kann.
traditioneller Brettchenwebrahmen
5. Realitätscheck
Gerade bei Gewandungen liegt die Messlatte häufig hoch, durch das, was man aus Film und Fernsehen an Anblicken gewohnt ist. Edle Stoffe, kunstvoll mit Borten und Stickereien geschmückt, feinste Punzierungen auf Lederrüstungen, all das beflügelt die Fantasie und weckt den Wunsch, selbst in solch prachtvoller Aufmachung auf einer Con gesehen zu werden. Dabei dürfen jedoch zwei wichtige Aspekte nicht außer Acht gelassen werden.
Erstens: Eine Gewandung sollte immer zum Charakterkonzept passen. Ein Söldner wird schwerlich in einem Samtwams herumlaufen oder eine Waffe mit vielen Edelsteinen in Griff und Knauf schwingen. Auch der Kostenfaktor sollte im Auge behalten werden. Edle Materialien sind teuer in der Anschaffung und aufwändig in der Pflege. Wer nicht bereit ist, Zeit und Geld zu investieren, sollte vielleicht ein aufwändiges Charakterkonzept überdenken.
Zweitens: Nicht alle, aber viele Cons sind Outdoor-Veranstaltungen. Auf einer Hofhaltung, die hauptsächlich in einem gut beheizten Saal stattfindet, mag ein kostbares, aber sehr dünnes Kleid oder Wams, vielleicht auch aufwändig verziertes Geschirr, viele Blicke auf sich ziehen und gut geeignet sein. Sobald man es jedoch mit einer Zeltcon zu tun hat, gelten andere Regeln. Das LARP-Jahr 2017 hatte selbst für die Hartgesottenen einige böse Überraschungen parat: Dauerregen, Schlammageddon, verfrühte Herbststürme – die Liste ließe sich lange fortführen. Doch selbst wenn das Wetter halbwegs mitspielt, sollte man im Auge behalten, dass man sich auf nicht ganz trockenem Boden liegend wiederfinden, der NSC einen unabsichtlich mit Kunstblut (oder anderen Flecken hinterlassenen Substanzen) in Berührung bringen oder ein Missgeschick den Tisch umwerfen könnte. Es hat seinen Grund, weshalb Adelige sich in teure Gewänder hüllen und kostbare Gegenstände ihr Eigen nennen konnten: Von ihnen wurde höchst selten verlangt, querfeldein durch den Wald zu hasten oder auf schlammigem Boden zu knien – Dinge, die auf einer Outdoor-Con gang und gäbe sind. Und selbst wenn etwas Schaden nahm, dann waren es nicht sie selbst, die das Reinigen übernahmen oder sie besaßen Geld genug, um den Ausfall leichter zu verschmerzen.
Daher ist ein Realitätscheck bei der Planung der eigenen Ausrüstung unabdingbar: Je mehr Zeit, Geld und Aufwand in etwas fließt, desto vorsichtiger muss es auf einer Con behandelt werden und desto ärger schmerzt es, wenn etwas zerbricht oder fiese Flecken bekommt. Wer gerne mittendrin im Geschehen ist und ganzen Körpereinsatz bringen möchte, der sollte trotz seines Wunsches nach edler Ausstattung vielleicht eher strapazierfähige Materialien verwenden, die einen Moment der Unachtsamkeit besser verzeihen – oder seiner Ausrüstung zuliebe sich etwas zurückhalten. Was Priorität hat, muss jeder selbst entscheiden.
Auch mit einem raffinierten Lagen-Look aus Leinen oder Baumwolle können sehr schöne Effekte kreiert werden, die ein geringeres Maß an Borten und Stickereien wettmachen. Statt Glas oder bemaltem Ton tut es oft auch schön gemasertes und dezent verziertes Holzgeschirr.
6. Zeitaufwand bedenken
Wer sich einmal hat anstecken lassen, verfolgt bald hochfliegende Ziele. Jedoch müssen diese Ziele mit dem eigenen Zeitfenster synchronisiert werden, da sich sonst schnell Frust und Ernüchterung einstellen. Gerade am Anfang, wenn selbst die grundlegenden Handgriffe erst geübt werden müssen, erfordert ein Projekt sehr großen Aufwand. Wer nach der Arbeit nach Hause kommt und immer noch vor Energie platzt, kann sich die Abendstunden zum Basteln vornehmen, doch wer am nächsten Tag wieder früh aufsteht, scheut oft den Aufwand, da er weiß, dass es nur wenige Stunden sind, die ihm zur Verfügung stehen. Nicht selten verfliegen dann die Tage, bis die Con, für die das Projekt geplant war, unmittelbar vor der Tür steht. „Ich habe ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe“ ist nicht umsonst ein bekannter Spruch unter Selbermachern.
Alles was von Hand entsteht, erfordert Zeit und Sorgfalt. Gerade beim Nähen ist es häufig mit der ersten Fertigung nicht getan. Nähte reißen durch starke Belastung wieder auf, angenähte Knöpfe und Schnallen lösen sich – Zeit, die eigentlich in die Fertigung von Neuem gesteckt werden könnte, muss für die Nacharbeit und die Pflege des bereits Gefertigten verwendet werden. Auch dies gilt es im Hinterkopf zu behalten.
7. Nicht verkrampfen!
Beim Basteln sollte eines nicht vergessen werden: Es soll Spaß machen! Wer verkrampft, wer auf Biegen und Brechen etwas durchsetzen möchte, weil er an sich selbst zu hohe Ansprüche stellt und am Ende viel Zeit opfert, steuert schnell auf ein LARP-Out zu. Daher sind die Tipps 1 und 4 für den Anfang vielleicht am Wichtigsten. Lasst euch Zeit mit dem Einstieg in die Welt der Selbermacher, steigert euer Niveau langsam genug, dass ihr nicht in Panik verfallt und findet den Grad an Selbstgemacht für euch. Dieser Grad muss nicht auf alle Ewigkeit so bestehen, man steigert mit wachsender Erfahrung immer seine Ziele. Doch wenn das Selbermachen eher in Kampf, Krampf und Frust, als in einer positiven Erfahrung mündet, dann ist es vielleicht nötig, trotz allem Wunsch nach toller handgefertigter Ausrüstung, einen Gang zurückzuschalten.
In medias res
Wem es jetzt spontan in den Fingern juckt, der darf sich gerne einmal auf der Seite LARPbote, dem LARP-Bastel-Blog oder auch im LARP-Wiki umsehen.
Artikelbilder: depositphotos | dlpn, haveseen
 

LARP ist für viele längst ein ganzheitliches Hobby, dessen Zeitaufwand sich nicht nur auf die Cons allein beschränkt. Da laden gerade die längeren Con-Pausen im Winter zum Basteln ein, allerdings fällt der Einstieg nicht immer leicht. Die folgenden Tipps sollen Anreize für jene geben, die sich bisher zurückgehalten haben.
Selbermachen liegt voll im Trend, in allen möglichen Bereichen des Lebens. Längst ist es nicht mehr das Prinzip aus Not eine Tugend zu machen, das die Bastler antreibt, weil das Geld für professionell gefertigte Produkte fehlt. „Aus eigener Herstellung“ hat den positiven Nimbus der Selbstständigkeit gewonnen, die Selbermacher werden für ihren Einsatz und ihre Geschicklichkeit gelobt, sie selbst treibt die Freude an einer vielseitigen Beschäftigung an, die über ihr oft stark spezialisiertes Berufsleben hinausgeht. Es verwundert daher kaum, dass gerade in einem Hobby wie LARP, das von Kreativität lebt, ein ähnlicher Effekt zu beobachten ist. Auch wenn es ein wachsendes Angebot an Onlineshops für Gewandung und Ausrüstung gibt – DIY hat große Konjunktur.
Für den Einstieg ins LARP reicht eine Basisgewandung von der Stange oder der allernötigste Lagerbedarf aus, aber in vielen keimt bald der Wunsch nach mehr Individualität. Die Ausrüstung soll schließlich genau zum Charakterkonzept passen und dieses auch nach außen vertreten. Doch individuell Angefertigtes ist meist um ein vielfaches teurer, was gerechtfertigt ist, aber abschreckend wirken kann. Und der Schritt von kaufen zu selbst machen ist oft nicht einfach. Die Ansprüche an eine stimmige LARP Gewandung und Ausrüstung sind ebenfalls gestiegen. Filme und Serien bieten viel Inspiration, setzen aber auch eine sehr hohe Messlatte, die es erst einmal zu erreichen gilt. Die Zeiten, in denen man Omas Dachboden plündern oder Gardinenstoff umnähen konnte und sich adäquat ausgerüstet fühlte, sind vorbei.
Für all jene, die sich diesen Winter vorgenommen haben, endlich einmal selbst Hand anzulegen oder sich noch unsicher sind, was sie sich überhaupt zutrauen, hier ein paar Tipps von einer ebenfalls Quereinsteigerin.
1. Klein anfangen
Es mag banal klingen, aber die hohen Hürden, die man beim Gedanken an ‚Selbermachen‘ vor sich sieht, werden ganz schnell kleiner, wenn man sich bewusst macht, dass die Allerwenigsten gleich mit selbst geschnitzten Löffeln, getöpferten Schalen oder einer Vollgewandung losgelegt haben. Wer noch nie an einer Nähmaschine gesessen hat oder beim Anblick eines Schnitzmessers schnell die Finger bepflastert, kann nicht erwarten, sofort ein Meister zu sein. Auch eine eigenhändig verzierte und damit aufgewertete Gewandung ist etwas, worauf man durchaus stolz sein kann. Der verzierte Gegenstand wird allein durch das Einbringen eigener Ideen individuell und etwas Besonderes. Und nie vergessen: Keine Hand arbeitet so exakt wie eine programmierte Maschine, daher sind leicht schiefe Nähte, Macken oder Unregelmäßigkeiten keine Schande. Unsere Augen sind im industriellen Zeitalter viel zu sehr an Perfektion und exakte Reproduzierbarkeit gewöhnt.
2. Ausprobieren
Übung macht bekanntlich den Meister und auch ein Meister muss erst einmal herausfinden, welche Art von Arbeit ihm besonders Spaß macht. Vielleicht sollte man von Messern lieber die Finger lassen, aber dafür fällt einem das Nähen oder Sticken leicht? Vielleicht entdeckt man eine gute Hand-Augen-Koordination an sich und wird begeisterter Glasgraveur? Das Schöne an einer LARP Ausrüstung ist ihre Vielfältigkeit und das Verwenden von Materialien, die auch ohne industrielle Maschinen geformt werden können. Sein eigenes Lieblingsbetätigungsfeld zu finden, erfordert etwas Zeitaufwand und Nerven, aber es wird sich in jedem Fall lohnen, neue Seiten an sich zu entdecken.
3. Inspirieren lassen
Das Internet ist voll mit Do it yourself-Anleitungen und Ideen für den neugierigen Selbermacher. Sharing-Plattformen bieten ganze Galerien voller Bilder, die zu einem bestimmten Thema zusammengetragen werden, seien es Schnitzkunst, historische Schnittmuster oder Waffenbau. Wer nicht gerne stundenlang Suchwörter eintippt, der kann sich auf Märkten oder im Handel mit Büchern versorgen, die Anleitungen aller Art bieten. In vielen Buchläden wächst die Do it yourself Ecke seit einigen Jahren stark an. Oft entwickeln sich erst beim Stöbern nach Möglichkeiten konkretere Ideen, die über den Gedanken „Ich möchte etwas Selbstgemachtes haben, aber wie?“ hinausgehen.
Auch Fragen kostet nichts! Wenn ihr mitbekommt, dass jemand in eurem Umfeld Dinge selbst anfertigt, und wenn ihr etwas Ähnliches auch haben wollt, dann fragt um Rat. Die meisten LARPer sind gerne bereit, ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit euch zu teilen und diejenigen, die schon länger dabei sind, haben wertvolle Tipps, wo man sich seine Inspiration herholen kann.
4. Den Grad an Selbstgemacht für sich finden
Wer legt eigentlich fest, ab wann etwas als ’selbstgemacht‘ gilt? Muss, überspitzt formuliert, der Stoff eigenhändig gewebt, die Wolle oder das Leinen selbst gesponnen oder im besten Fall sogar das Schaf eigenhändig gehalten und geschoren werden? Muss der Baum aus dessen Holz man schnitzt, eigenhändig mit der Axt gefällt worden sein? Ganz sicher nicht! Für jeden bedeutet ’selbstgemacht‘ etwas anderes, also ist es auch legitim, etwas eigenhändig Verziertes und nicht unbedingt Selbstgewirktes, als individuell gemachten Gegenstand zu bezeichnen. Nur weil etwas mit der Maschine genäht wurde, beispielsweise, und nicht von Hand, ist es nicht automatisch weniger wert. Es mag Menschen geben, die die Zeit und Energie besitzen, Gewandung und Ausrüstung von der Pike auf selbst zu fertigen, aber die sind im Hobby LARP eindeutig in der Minderheit. Vielen fehlt schlicht diese Zeit, um einen solchen Aufwand betreiben zu können. Deshalb sollte man die Ansprüche nicht von Anfang an hochschrauben, sondern für sich selbst ausloten, womit man arbeiten kann, ohne dass die Lust am Selbermachen in Frust umschlägt. Wer kein Talent dafür hat, aus genommenen Maßen ein Schnittmuster zu abstrahieren, sodass am Ende genau das Kleidungsstück dabei herauskommt, das man haben möchte, kann und darf auf fertige Schnittmuster zurückgreifen. Wer nicht grade einen Hochofen im Keller stehen hat, kann und darf in einem Dekoladen günstige Gläser kaufen, die er dann verzieren kann.
traditioneller Brettchenwebrahmen
5. Realitätscheck
Gerade bei Gewandungen liegt die Messlatte häufig hoch, durch das, was man aus Film und Fernsehen an Anblicken gewohnt ist. Edle Stoffe, kunstvoll mit Borten und Stickereien geschmückt, feinste Punzierungen auf Lederrüstungen, all das beflügelt die Fantasie und weckt den Wunsch, selbst in solch prachtvoller Aufmachung auf einer Con gesehen zu werden. Dabei dürfen jedoch zwei wichtige Aspekte nicht außer Acht gelassen werden.
Erstens: Eine Gewandung sollte immer zum Charakterkonzept passen. Ein Söldner wird schwerlich in einem Samtwams herumlaufen oder eine Waffe mit vielen Edelsteinen in Griff und Knauf schwingen. Auch der Kostenfaktor sollte im Auge behalten werden. Edle Materialien sind teuer in der Anschaffung und aufwändig in der Pflege. Wer nicht bereit ist, Zeit und Geld zu investieren, sollte vielleicht ein aufwändiges Charakterkonzept überdenken.
Zweitens: Nicht alle, aber viele Cons sind Outdoor-Veranstaltungen. Auf einer Hofhaltung, die hauptsächlich in einem gut beheizten Saal stattfindet, mag ein kostbares, aber sehr dünnes Kleid oder Wams, vielleicht auch aufwändig verziertes Geschirr, viele Blicke auf sich ziehen und gut geeignet sein. Sobald man es jedoch mit einer Zeltcon zu tun hat, gelten andere Regeln. Das LARP-Jahr 2017 hatte selbst für die Hartgesottenen einige böse Überraschungen parat: Dauerregen, Schlammageddon, verfrühte Herbststürme – die Liste ließe sich lange fortführen. Doch selbst wenn das Wetter halbwegs mitspielt, sollte man im Auge behalten, dass man sich auf nicht ganz trockenem Boden liegend wiederfinden, der NSC einen unabsichtlich mit Kunstblut (oder anderen Flecken hinterlassenen Substanzen) in Berührung bringen oder ein Missgeschick den Tisch umwerfen könnte. Es hat seinen Grund, weshalb Adelige sich in teure Gewänder hüllen und kostbare Gegenstände ihr Eigen nennen konnten: Von ihnen wurde höchst selten verlangt, querfeldein durch den Wald zu hasten oder auf schlammigem Boden zu knien – Dinge, die auf einer Outdoor-Con gang und gäbe sind. Und selbst wenn etwas Schaden nahm, dann waren es nicht sie selbst, die das Reinigen übernahmen oder sie besaßen Geld genug, um den Ausfall leichter zu verschmerzen.
Daher ist ein Realitätscheck bei der Planung der eigenen Ausrüstung unabdingbar: Je mehr Zeit, Geld und Aufwand in etwas fließt, desto vorsichtiger muss es auf einer Con behandelt werden und desto ärger schmerzt es, wenn etwas zerbricht oder fiese Flecken bekommt. Wer gerne mittendrin im Geschehen ist und ganzen Körpereinsatz bringen möchte, der sollte trotz seines Wunsches nach edler Ausstattung vielleicht eher strapazierfähige Materialien verwenden, die einen Moment der Unachtsamkeit besser verzeihen – oder seiner Ausrüstung zuliebe sich etwas zurückhalten. Was Priorität hat, muss jeder selbst entscheiden.
Auch mit einem raffinierten Lagen-Look aus Leinen oder Baumwolle können sehr schöne Effekte kreiert werden, die ein geringeres Maß an Borten und Stickereien wettmachen. Statt Glas oder bemaltem Ton tut es oft auch schön gemasertes und dezent verziertes Holzgeschirr.
6. Zeitaufwand bedenken
Wer sich einmal hat anstecken lassen, verfolgt bald hochfliegende Ziele. Jedoch müssen diese Ziele mit dem eigenen Zeitfenster synchronisiert werden, da sich sonst schnell Frust und Ernüchterung einstellen. Gerade am Anfang, wenn selbst die grundlegenden Handgriffe erst geübt werden müssen, erfordert ein Projekt sehr großen Aufwand. Wer nach der Arbeit nach Hause kommt und immer noch vor Energie platzt, kann sich die Abendstunden zum Basteln vornehmen, doch wer am nächsten Tag wieder früh aufsteht, scheut oft den Aufwand, da er weiß, dass es nur wenige Stunden sind, die ihm zur Verfügung stehen. Nicht selten verfliegen dann die Tage, bis die Con, für die das Projekt geplant war, unmittelbar vor der Tür steht. „Ich habe ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe“ ist nicht umsonst ein bekannter Spruch unter Selbermachern.
Alles was von Hand entsteht, erfordert Zeit und Sorgfalt. Gerade beim Nähen ist es häufig mit der ersten Fertigung nicht getan. Nähte reißen durch starke Belastung wieder auf, angenähte Knöpfe und Schnallen lösen sich – Zeit, die eigentlich in die Fertigung von Neuem gesteckt werden könnte, muss für die Nacharbeit und die Pflege des bereits Gefertigten verwendet werden. Auch dies gilt es im Hinterkopf zu behalten.
7. Nicht verkrampfen!
Beim Basteln sollte eines nicht vergessen werden: Es soll Spaß machen! Wer verkrampft, wer auf Biegen und Brechen etwas durchsetzen möchte, weil er an sich selbst zu hohe Ansprüche stellt und am Ende viel Zeit opfert, steuert schnell auf ein LARP-Out zu. Daher sind die Tipps 1 und 4 für den Anfang vielleicht am Wichtigsten. Lasst euch Zeit mit dem Einstieg in die Welt der Selbermacher, steigert euer Niveau langsam genug, dass ihr nicht in Panik verfallt und findet den Grad an Selbstgemacht für euch. Dieser Grad muss nicht auf alle Ewigkeit so bestehen, man steigert mit wachsender Erfahrung immer seine Ziele. Doch wenn das Selbermachen eher in Kampf, Krampf und Frust, als in einer positiven Erfahrung mündet, dann ist es vielleicht nötig, trotz allem Wunsch nach toller handgefertigter Ausrüstung, einen Gang zurückzuschalten.
In medias res
Wem es jetzt spontan in den Fingern juckt, der darf sich gerne einmal auf der Seite LARPbote, dem LARP-Bastel-Blog oder auch im LARP-Wiki umsehen.
Artikelbilder: depositphotos | dlpn, haveseen
 

Quelle: www.teilzeithelden.de DIY im LARP – Eine Anleitung