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Smart-Gun (Aliens) selbst gebaut – Dartblaster im Cosplay

Smart-Gun (Aliens) selbst gebaut – Dartblaster im Cosplay
Auf einigen Veranstaltungen dürfen Cosplayer ihre Waffenimitationen Marke Eigenbau nicht mitführen, da sie den vorgegebenen Richtlinien nicht entsprechen. Oft darf man keine Vollholz-Bauten mitbringen, Metallteile sind bei einigen Events ganz verboten. Hier bieten Dartblaster eine valide Alternative. Dieses Mal widmen wir uns der legendären Smart-Gun aus dem Film Aliens – Die Rückkehr.
Der Film Aliens – Die Rückkehr gilt als Klassiker und wird von vielen Fans als der beste Film der Reihe gehandelt. Besonders vielen sind dabei die Colonial Marines im Gedächtnis geblieben, vor allem die taffe Latina Jenette Vasquez mit ihrer Smart-Gun. In der Science-Fiction gelten wenige Waffen als so ikonisch wie das Pulse Rifle der Marines und eben auch die Smart-Gun von Vasquez. Viele Fans und Marine-Cosplayer wollen die Smart-Gunner Drake und Vasquez cosplayen, doch wie baut man eine gute Smart-Gun selbst, wenn es keine Airsoft sein darf und der 3D-Druck zu teuer ist? Hier hilft wie so oft ein Dartblaster weiter: Die Nerf Rampage oder auch die Raider, das ältere Modell im selben Gehäuse.
Die Vorlage aus dem Film
James Cameron gestaltete die meisten Waffen selbst und legte auch bei der M56 Smart-Gun mit Hand an. Grundlage ist das deutsche Maschinengewehr MG42 der Wehrmacht aus dem zweiten Weltkrieg. Die Seitenverkleidung stammt von einer Kawasaki AR125. Es sind die Pedalraster, auf welche die Pedale geschraubt wurden. Der Haltegriff ist ebenfalls von einem Motorrad, und zwar von der Kawasaki KZ750. Es ist die linke Armatur mitsamt Knöpfen und Schaltern. Zu guter Letzt kommt noch der Abzug selbst. Dafür nahm man einen Bremshebel einer 1976 Husqvarna. Als Batterie der Waffe diente die der Edison Secret Agent-Spielzeugpistole aus den 80er Jahren. Die Gesamtlänge der Smart-Gun aus dem Film beträgt 122cm.  All diese Originalteile sind nur noch sehr schwer oder gar nicht mehr zu bekommen, und natürlich sieht die Rampage zwar ähnlich aus, trifft aber längst nicht jedes Detail.  Doch man erkennt definitiv, was es sein soll. Vor allem ist das finale Produkt nicht nur Cosplay-, sondern auch völlig LARP-tauglich.

Die Einzelteile für den Eigenbau im Überblick
Auf der Einkaufsliste stehen zunächst der Blaster selbst, die Nerf Rampage. Dann noch ein PVC-Rohr aus dem Baumarkt, ein paar rechteckige Holzbalken, schwarzer Mattlack (am besten Autolack), Silikonentferner und Elektrorohr bzw. Holzrundstäbe. Dann kommen die Kleinteile: Einen Metallwinkel (90 Grad) und diverse Schrauben werden benötigt, im Grunde lohnt sich eine ganze Schachtel. Länger als 16 mm müssen sie nicht sein. Falls man es nicht zu Hause hat, braucht man noch circa 50cm Hanfseil. Im Bau dieser Smart-Gun wurden ausschließlich 3x16mm-Schrauben benutzt. Der Durchmesser des Holzrundstabes bzw. des Elektrorohres richtet sich nach den Griffen und den Griffgummis, die man als nächstes braucht. Wer einen Sportdiscounter in der Nähe hat, geht am besten da hin, doch auch im Netz finden sich Fahrradgriffe. Man braucht drei Stück und einen Bremshebel. Für die Abzugsummantelung kann man auch das Elektrorohr benutzen oder auch Marderschutzschlauch und diesen später mit Isolierband umwickeln. Ob man für die Griffverlängerung Elektrorohr oder Holz benutzt, bleibt jedem selbst überlassen. Beides ist möglich. Zum Schluss benötigt man noch ein geringeltes schwarzes Kabel. Im Netz oder beim Elektrogeschäft in der Nachbarschaft sollte das zu finden sein. Nun sind alle Bauteile beisammen und es kann losgehen.
Das Werkzeug
Man braucht eine Handsäge (für Holz), eine Art Dremel, Schraubenzieher passend zu den Schrauben, Heißkleber und Heißklebepistole. Eine Schneidematte im A3-Format ist ebenfalls sehr hilfreich. Dazu sollte man unbedingt auch mehrere Cutter und Ersatzklingen in verschiedener Größe bereithalten. Tipp: Im Baumarkt gibt es Diamantmesserschleifer, oft an derselben Stelle wie auch Ersatzklingen für Cutter. Damit lassen sich die Einmalklingen wieder scharf schleifen und man kann die Einsatzkraft der Klingen um ein Vielfaches erhöhen. Pro Klingen schleifen statt wegwerfen – der Umwelt zuliebe. Die Ergebnisse sind natürlich die gleichen wie mit einer frischen Klinge. Schleifpapier in verschiedenen Stärken braucht man für einige Versäuberungsarbeiten und an Kanten. Am besten ist es, für den Grobschliff (zum Material abtragen) 80er-Papier zu verwenden und dann auf 120er-, 180er oder 240er-Papier zu wechseln. Den Feinschliff bekommt man dann ab 400er-Papier. Feineres Papier ist für die Zwecke und das Material hier unnötig. Als letztes braucht man noch einen Akkuschrauber und einen Bohrer, passend zu den Schrauben (hier ein 3mm-Bohraufsatz).

Der Umbau
Als erstes sägt man den Griff direkt unterhalb des Abzugs ab. Danach macht man dasselbe mit dem Pumpgriff. Die Kanten werden entgratet und glattgeschliffen, erst etwas mit 180er-Papier, dann mit 240er- und eventuell noch mit 400er-Schleifpapier.
Man nimmt ein Stück PVC-Rohr, das genau über den Aufnahmepunkt für Schaftverlängerungen passt und stülpt es darüber. Jetzt setzt man das dünnere Elektrorohr oder den Rundstab aus Holz in die Mitte ein. Das Ganze wird mit Heißkleber vorläufig fixiert und wer möchte, kann wegen des Gewichts noch Bleiband hinzufügen. Nachdem das alles sitzt, fixiert man es mit Schrauben. In diesem Beispiel wurden drei Stück genommen: Eine oben und je eine pro Seite. Damit sitzt die Verkleidung fest. Der Stab wird zusätzlich ähnlich abgesichert.
Nun steckt man den Bremshebel auf den Stab/das Elektrorohr und schneidet gegebenenfalls etwas am dicken PVC-Rohr aus. Anschließend kommt einer der Gummigriffe über das überstehende Rohr/Holz hinter dem Bremshebel. Jetzt spannt man ein Hanfseil um den Abzug und knotet es in einer Länge zusammen, dass es noch hinter den Bremshebelkopf passt. Bevor man weitermacht, sollte geprüft werden, ob man jetzt den Abzug betätigen kann, wenn man den Bremshebel zieht. Wenn das funktioniert, kommt die Abdeckung darüber. In dieser Version wurde ein Marderschutzschlauch verwendet und anschließend mit Isolierband umwickelt.
Nun kommt die Laufverlängerung. Die originale Smart-Gun misst 122 cm, also muss man das PVC-Rohr so zurechtsägen, dass die Gesamtlänge nachher passt. Ganz vorne kann man mit etwas dickerem Rohr ein etwa 8 cm langes Stück als Mündung nehmen. Dazu sollte man noch vier jeweils 1cm lange Ringe schneiden oder sägen. Die Ringe klebt man mit Sekundenkleber fest und das Stück für die Mündung kann man an verschiedenen Stellen durchbohren und auch durch halbe Löcher eine Art Krone schaffen.
Die beiden Seitenabdeckungen kann man aus Holz machen. Wer fachlich nicht versiert genug ist, um die Rundungen am Gitter hin zu bekommen, kann auch 3D-Druckteile, dünngeschnittene Elektrorohrteile oder ähnliches verwenden.
Da auf dem Original ein Infrarotgerät über dem Lauf installiert ist, kann man auch von Nerf ein taktisches Licht verwenden, welches auch auf die Schiene der Rampage passt.
Zuletzt muss man noch den Seitengriff anbringen. Dazu bohrt man ein Loch auf die linke Seite des abgesägten Pumpgriffes (am besten ganz durchbohren, bis auf die andere Seite). Nun steckt man von der rechten Seite eine lange Schraube durch und auf der anderen Seite schraubt man einen Holzstab auf. Darüber muss dann der zweite Gummigriff. Fast fertig, es fehlt noch ein Detail: Der dritte Gummigriff muss an die rechte Seite. Hier kommt der Winkel ins Spiel. Man dreht ihn um 90 Grad und schraubt ihn von unten an die Rampage. Anschließend schraubt man wieder mal einen Holzstab oder ähnliches an die vertikale Seite. Darüber zieht man dann den dritten Gummigriff. Fertig zum Lackieren! Entweder zieht man die Gummigriffe ab, montiert sie alle erst nach dem Lackieren oder umwickelt sie mit Malerkrepp.
Vorbereiten für die Lackierung
Am einfachsten ist natürlich, den Blaster ohne weitere Vorbereitungen mit Lack anzusprühen. Doch dann platzt die Farbe gerne ab, und man deckt auch nicht alle Stellen gleich gut ab. Darum sollte der Blaster zuerst auseinandergenommen und alle Teile einzeln lackiert werden. Es empfiehlt sich, Einmalhandschuhe zu tragen, um nicht das Fingerfett auf die Blasteroberfläche zu übertragen. Es gibt auch die Möglichkeit, den Blaster mühevoll abzuschleifen, doch das ist nicht nur zeitintensiv, sondern einfach nicht nötig, es sei denn, man will die Logos entfernen.
Alle Oberflächen müssen fettfrei sein. Dazu kann man sie entweder mit Spülmittel abreiben oder darin baden (nur das Gehäuse des Blasters, nicht den gesamten Blaster), oder auch mit Silikonentferner aus dem Baumarkt abwischen. Auch eine Grundierung zum besseren Halt des eigentlichen Lacks empfiehlt sich. Autolack hat bereits eine Haftgrundierung inbegriffen und hat somit eine bessere Haftung als andere Lacke. Darum benötigt man bei Autolack an sich keine Grundierung. Nutzt man andere Lacke, empfiehlt sich eine Kunststoffgrundierung. Generell sollte man mehrere dünne Schichten auftragen. Die ersten beiden Schichten decken dabei den Blaster noch nicht vollständig ab, keine Panik. Das kommt mit weiteren Schichten. Mehr als fünf Schichten sollten es jedoch nicht sein. Bereits ab drei Schichten lassen sich bewegliche Teile wie ein Schlitten oder Pumpgriff nicht mehr so leicht führen. An diesen Stellen ist weniger besser. Zusätzlich sollten diese Stellen gefettet werden, um besseres Gleiten zu ermöglichen. Dies verringert auch den Lackabrieb.
Anschließend kann man Metallakzente setzen, indem man einen breitborstigen Pinsel mit Metallfarbe benutzt. Den Pinsel streicht man nun so lange an einem Tuch ab, bis sich keine Farbe mehr löst. Jetzt ist der Pinsel „trocken“ und man kann über einige Stellen gehen. Am besten quer darüberfahren, so, als wolle man Schmutz von der Kante bürsten. Das ist die Trockenbürsttechnik (Drybrush), für Einsteiger und Fortgeschrittene gut geeignet. Andere Akzente lassen sich mit Farben aus dem Tabletopbereich gut umsetzen. Die Firma Vallejo bietet hier gute und preislich attraktive Varianten.

Die Lackierung
Man sollte sich darüber im Klaren sein, was man will. Wenn der Blaster realistisch aussehen soll, dann recherchiert man am besten im Vorfeld nach einer Vorlage. Oft ist der übermäßige Einsatz von Akzentuierungen, Trockenbürsten und ähnlichen Techniken dafür verantwortlich, dass eine Waffe nicht realistisch, sondern übertrieben komisch wirkt. Eine echte Waffe ist in den allermeisten Fällen einfach nur schwarz und die Brünierung geht auch so schnell nicht ab.
Das ist jedoch scheinbar vielen Larpern nicht realistisch genug. Natürlich gibt es mittlerweile auch Waffen, die in beispielsweise Khaki (Tarn) und Schwarz gehalten sind. Auch diese Lackierung ist somit realistisch. Steampunk und andere Settings abseits der Jetztzeit bedienen jedoch andere Maßstäbe. Dort wäre ein schwarzer Blaster eher deplatziert. Gerade im Steampunk- und Western-Genre lässt sich die Rapid Fire Tek gut integrieren. Der Ladehebel ist einfach so prägnant mit der Zeit des Wilden Westens verbunden, dass es schon fast obligatorisch ist, den Blaster entsprechend aufzubereiten.
Fotografie: Marc Baecker
Realistisches Cosplay vs. Anscheinswaffe
Natürlich ist es besonders schön, wenn man kein orangefarbenes Teil direkt vorne am Lauf hat, welches die Waffe sofort als Spielzeug erkennbar macht. Denn genau das wollen wir vermeiden: es soll möglichst realistisch aussehen und eben nicht wie ein Spielzeug. Hier gilt es, in der aktuellen Zeit von Unsicherheiten und Anschlägen ein gesundes Mittelmaß zu halten. So erspart man sich selbst, Sicherheitskräften sowie der Polizei Unannehmlichkeiten. Generell gilt: Alles, was nach einer Waffe aussieht, wird auch erst mal so behandelt. Darum sollte man alles Erdenkliche tun, um schon optisch darauf aufmerksam zu machen, dass es sich nicht um eine echte Waffe handelt.
Für die Inspektion durch Sicherheitskräfte am Einlass oder auf dem Gelände einer Convention ist es gut, wenn man die Sicherheitshinweise und auch das CE-Logo nicht abgeschliffen hat. Hier hat man nämlich den einfachsten Beweis dafür, dass es ein Spielzeug ist. Bei allem anderen ist dies schwer nachzuweisen. Auch von Vorteil ist es, wenn man ein paar Darts dabei hat, um die etwaige Funktion zu demonstrieren. Einige Veranstalter erlauben zwar nur Dartblaster, wenn keine Darts dabei sind. Doch das lässt sich alles auf der Internetseite des jeweiligen Veranstalters nachlesen.
Fazit
Mit wenig Geld im Vergleich zu anderen Alternativen kann man sich eine funktionstüchtige M56 Smart-Gun nachbauen, die der benutzten im Film sehr ähnlich sieht und die auch deren Originalmaße hat. Es muss also nicht immer Styrodur oder Worbla sein. Der Zeitaufwand liegt bei etwa 4 Stunden, wenn man so etwas noch nicht gebastelt hat.
Artikelbild (Skizze): 20th Century Fox, Paul Elder
Fotografien:  Marc Baecker
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Auf einigen Veranstaltungen dürfen Cosplayer ihre Waffenimitationen Marke Eigenbau nicht mitführen, da sie den vorgegebenen Richtlinien nicht entsprechen. Oft darf man keine Vollholz-Bauten mitbringen, Metallteile sind bei einigen Events ganz verboten. Hier bieten Dartblaster eine valide Alternative. Dieses Mal widmen wir uns der legendären Smart-Gun aus dem Film Aliens – Die Rückkehr.
Der Film Aliens – Die Rückkehr gilt als Klassiker und wird von vielen Fans als der beste Film der Reihe gehandelt. Besonders vielen sind dabei die Colonial Marines im Gedächtnis geblieben, vor allem die taffe Latina Jenette Vasquez mit ihrer Smart-Gun. In der Science-Fiction gelten wenige Waffen als so ikonisch wie das Pulse Rifle der Marines und eben auch die Smart-Gun von Vasquez. Viele Fans und Marine-Cosplayer wollen die Smart-Gunner Drake und Vasquez cosplayen, doch wie baut man eine gute Smart-Gun selbst, wenn es keine Airsoft sein darf und der 3D-Druck zu teuer ist? Hier hilft wie so oft ein Dartblaster weiter: Die Nerf Rampage oder auch die Raider, das ältere Modell im selben Gehäuse.
Die Vorlage aus dem Film
James Cameron gestaltete die meisten Waffen selbst und legte auch bei der M56 Smart-Gun mit Hand an. Grundlage ist das deutsche Maschinengewehr MG42 der Wehrmacht aus dem zweiten Weltkrieg. Die Seitenverkleidung stammt von einer Kawasaki AR125. Es sind die Pedalraster, auf welche die Pedale geschraubt wurden. Der Haltegriff ist ebenfalls von einem Motorrad, und zwar von der Kawasaki KZ750. Es ist die linke Armatur mitsamt Knöpfen und Schaltern. Zu guter Letzt kommt noch der Abzug selbst. Dafür nahm man einen Bremshebel einer 1976 Husqvarna. Als Batterie der Waffe diente die der Edison Secret Agent-Spielzeugpistole aus den 80er Jahren. Die Gesamtlänge der Smart-Gun aus dem Film beträgt 122cm.  All diese Originalteile sind nur noch sehr schwer oder gar nicht mehr zu bekommen, und natürlich sieht die Rampage zwar ähnlich aus, trifft aber längst nicht jedes Detail.  Doch man erkennt definitiv, was es sein soll. Vor allem ist das finale Produkt nicht nur Cosplay-, sondern auch völlig LARP-tauglich.

Die Einzelteile für den Eigenbau im Überblick
Auf der Einkaufsliste stehen zunächst der Blaster selbst, die Nerf Rampage. Dann noch ein PVC-Rohr aus dem Baumarkt, ein paar rechteckige Holzbalken, schwarzer Mattlack (am besten Autolack), Silikonentferner und Elektrorohr bzw. Holzrundstäbe. Dann kommen die Kleinteile: Einen Metallwinkel (90 Grad) und diverse Schrauben werden benötigt, im Grunde lohnt sich eine ganze Schachtel. Länger als 16 mm müssen sie nicht sein. Falls man es nicht zu Hause hat, braucht man noch circa 50cm Hanfseil. Im Bau dieser Smart-Gun wurden ausschließlich 3x16mm-Schrauben benutzt. Der Durchmesser des Holzrundstabes bzw. des Elektrorohres richtet sich nach den Griffen und den Griffgummis, die man als nächstes braucht. Wer einen Sportdiscounter in der Nähe hat, geht am besten da hin, doch auch im Netz finden sich Fahrradgriffe. Man braucht drei Stück und einen Bremshebel. Für die Abzugsummantelung kann man auch das Elektrorohr benutzen oder auch Marderschutzschlauch und diesen später mit Isolierband umwickeln. Ob man für die Griffverlängerung Elektrorohr oder Holz benutzt, bleibt jedem selbst überlassen. Beides ist möglich. Zum Schluss benötigt man noch ein geringeltes schwarzes Kabel. Im Netz oder beim Elektrogeschäft in der Nachbarschaft sollte das zu finden sein. Nun sind alle Bauteile beisammen und es kann losgehen.
Das Werkzeug
Man braucht eine Handsäge (für Holz), eine Art Dremel, Schraubenzieher passend zu den Schrauben, Heißkleber und Heißklebepistole. Eine Schneidematte im A3-Format ist ebenfalls sehr hilfreich. Dazu sollte man unbedingt auch mehrere Cutter und Ersatzklingen in verschiedener Größe bereithalten. Tipp: Im Baumarkt gibt es Diamantmesserschleifer, oft an derselben Stelle wie auch Ersatzklingen für Cutter. Damit lassen sich die Einmalklingen wieder scharf schleifen und man kann die Einsatzkraft der Klingen um ein Vielfaches erhöhen. Pro Klingen schleifen statt wegwerfen – der Umwelt zuliebe. Die Ergebnisse sind natürlich die gleichen wie mit einer frischen Klinge. Schleifpapier in verschiedenen Stärken braucht man für einige Versäuberungsarbeiten und an Kanten. Am besten ist es, für den Grobschliff (zum Material abtragen) 80er-Papier zu verwenden und dann auf 120er-, 180er oder 240er-Papier zu wechseln. Den Feinschliff bekommt man dann ab 400er-Papier. Feineres Papier ist für die Zwecke und das Material hier unnötig. Als letztes braucht man noch einen Akkuschrauber und einen Bohrer, passend zu den Schrauben (hier ein 3mm-Bohraufsatz).

Der Umbau
Als erstes sägt man den Griff direkt unterhalb des Abzugs ab. Danach macht man dasselbe mit dem Pumpgriff. Die Kanten werden entgratet und glattgeschliffen, erst etwas mit 180er-Papier, dann mit 240er- und eventuell noch mit 400er-Schleifpapier.
Man nimmt ein Stück PVC-Rohr, das genau über den Aufnahmepunkt für Schaftverlängerungen passt und stülpt es darüber. Jetzt setzt man das dünnere Elektrorohr oder den Rundstab aus Holz in die Mitte ein. Das Ganze wird mit Heißkleber vorläufig fixiert und wer möchte, kann wegen des Gewichts noch Bleiband hinzufügen. Nachdem das alles sitzt, fixiert man es mit Schrauben. In diesem Beispiel wurden drei Stück genommen: Eine oben und je eine pro Seite. Damit sitzt die Verkleidung fest. Der Stab wird zusätzlich ähnlich abgesichert.
Nun steckt man den Bremshebel auf den Stab/das Elektrorohr und schneidet gegebenenfalls etwas am dicken PVC-Rohr aus. Anschließend kommt einer der Gummigriffe über das überstehende Rohr/Holz hinter dem Bremshebel. Jetzt spannt man ein Hanfseil um den Abzug und knotet es in einer Länge zusammen, dass es noch hinter den Bremshebelkopf passt. Bevor man weitermacht, sollte geprüft werden, ob man jetzt den Abzug betätigen kann, wenn man den Bremshebel zieht. Wenn das funktioniert, kommt die Abdeckung darüber. In dieser Version wurde ein Marderschutzschlauch verwendet und anschließend mit Isolierband umwickelt.
Nun kommt die Laufverlängerung. Die originale Smart-Gun misst 122 cm, also muss man das PVC-Rohr so zurechtsägen, dass die Gesamtlänge nachher passt. Ganz vorne kann man mit etwas dickerem Rohr ein etwa 8 cm langes Stück als Mündung nehmen. Dazu sollte man noch vier jeweils 1cm lange Ringe schneiden oder sägen. Die Ringe klebt man mit Sekundenkleber fest und das Stück für die Mündung kann man an verschiedenen Stellen durchbohren und auch durch halbe Löcher eine Art Krone schaffen.
Die beiden Seitenabdeckungen kann man aus Holz machen. Wer fachlich nicht versiert genug ist, um die Rundungen am Gitter hin zu bekommen, kann auch 3D-Druckteile, dünngeschnittene Elektrorohrteile oder ähnliches verwenden.
Da auf dem Original ein Infrarotgerät über dem Lauf installiert ist, kann man auch von Nerf ein taktisches Licht verwenden, welches auch auf die Schiene der Rampage passt.
Zuletzt muss man noch den Seitengriff anbringen. Dazu bohrt man ein Loch auf die linke Seite des abgesägten Pumpgriffes (am besten ganz durchbohren, bis auf die andere Seite). Nun steckt man von der rechten Seite eine lange Schraube durch und auf der anderen Seite schraubt man einen Holzstab auf. Darüber muss dann der zweite Gummigriff. Fast fertig, es fehlt noch ein Detail: Der dritte Gummigriff muss an die rechte Seite. Hier kommt der Winkel ins Spiel. Man dreht ihn um 90 Grad und schraubt ihn von unten an die Rampage. Anschließend schraubt man wieder mal einen Holzstab oder ähnliches an die vertikale Seite. Darüber zieht man dann den dritten Gummigriff. Fertig zum Lackieren! Entweder zieht man die Gummigriffe ab, montiert sie alle erst nach dem Lackieren oder umwickelt sie mit Malerkrepp.
Vorbereiten für die Lackierung
Am einfachsten ist natürlich, den Blaster ohne weitere Vorbereitungen mit Lack anzusprühen. Doch dann platzt die Farbe gerne ab, und man deckt auch nicht alle Stellen gleich gut ab. Darum sollte der Blaster zuerst auseinandergenommen und alle Teile einzeln lackiert werden. Es empfiehlt sich, Einmalhandschuhe zu tragen, um nicht das Fingerfett auf die Blasteroberfläche zu übertragen. Es gibt auch die Möglichkeit, den Blaster mühevoll abzuschleifen, doch das ist nicht nur zeitintensiv, sondern einfach nicht nötig, es sei denn, man will die Logos entfernen.
Alle Oberflächen müssen fettfrei sein. Dazu kann man sie entweder mit Spülmittel abreiben oder darin baden (nur das Gehäuse des Blasters, nicht den gesamten Blaster), oder auch mit Silikonentferner aus dem Baumarkt abwischen. Auch eine Grundierung zum besseren Halt des eigentlichen Lacks empfiehlt sich. Autolack hat bereits eine Haftgrundierung inbegriffen und hat somit eine bessere Haftung als andere Lacke. Darum benötigt man bei Autolack an sich keine Grundierung. Nutzt man andere Lacke, empfiehlt sich eine Kunststoffgrundierung. Generell sollte man mehrere dünne Schichten auftragen. Die ersten beiden Schichten decken dabei den Blaster noch nicht vollständig ab, keine Panik. Das kommt mit weiteren Schichten. Mehr als fünf Schichten sollten es jedoch nicht sein. Bereits ab drei Schichten lassen sich bewegliche Teile wie ein Schlitten oder Pumpgriff nicht mehr so leicht führen. An diesen Stellen ist weniger besser. Zusätzlich sollten diese Stellen gefettet werden, um besseres Gleiten zu ermöglichen. Dies verringert auch den Lackabrieb.
Anschließend kann man Metallakzente setzen, indem man einen breitborstigen Pinsel mit Metallfarbe benutzt. Den Pinsel streicht man nun so lange an einem Tuch ab, bis sich keine Farbe mehr löst. Jetzt ist der Pinsel „trocken“ und man kann über einige Stellen gehen. Am besten quer darüberfahren, so, als wolle man Schmutz von der Kante bürsten. Das ist die Trockenbürsttechnik (Drybrush), für Einsteiger und Fortgeschrittene gut geeignet. Andere Akzente lassen sich mit Farben aus dem Tabletopbereich gut umsetzen. Die Firma Vallejo bietet hier gute und preislich attraktive Varianten.

Die Lackierung
Man sollte sich darüber im Klaren sein, was man will. Wenn der Blaster realistisch aussehen soll, dann recherchiert man am besten im Vorfeld nach einer Vorlage. Oft ist der übermäßige Einsatz von Akzentuierungen, Trockenbürsten und ähnlichen Techniken dafür verantwortlich, dass eine Waffe nicht realistisch, sondern übertrieben komisch wirkt. Eine echte Waffe ist in den allermeisten Fällen einfach nur schwarz und die Brünierung geht auch so schnell nicht ab.
Das ist jedoch scheinbar vielen Larpern nicht realistisch genug. Natürlich gibt es mittlerweile auch Waffen, die in beispielsweise Khaki (Tarn) und Schwarz gehalten sind. Auch diese Lackierung ist somit realistisch. Steampunk und andere Settings abseits der Jetztzeit bedienen jedoch andere Maßstäbe. Dort wäre ein schwarzer Blaster eher deplatziert. Gerade im Steampunk- und Western-Genre lässt sich die Rapid Fire Tek gut integrieren. Der Ladehebel ist einfach so prägnant mit der Zeit des Wilden Westens verbunden, dass es schon fast obligatorisch ist, den Blaster entsprechend aufzubereiten.
Fotografie: Marc Baecker
Realistisches Cosplay vs. Anscheinswaffe
Natürlich ist es besonders schön, wenn man kein orangefarbenes Teil direkt vorne am Lauf hat, welches die Waffe sofort als Spielzeug erkennbar macht. Denn genau das wollen wir vermeiden: es soll möglichst realistisch aussehen und eben nicht wie ein Spielzeug. Hier gilt es, in der aktuellen Zeit von Unsicherheiten und Anschlägen ein gesundes Mittelmaß zu halten. So erspart man sich selbst, Sicherheitskräften sowie der Polizei Unannehmlichkeiten. Generell gilt: Alles, was nach einer Waffe aussieht, wird auch erst mal so behandelt. Darum sollte man alles Erdenkliche tun, um schon optisch darauf aufmerksam zu machen, dass es sich nicht um eine echte Waffe handelt.
Für die Inspektion durch Sicherheitskräfte am Einlass oder auf dem Gelände einer Convention ist es gut, wenn man die Sicherheitshinweise und auch das CE-Logo nicht abgeschliffen hat. Hier hat man nämlich den einfachsten Beweis dafür, dass es ein Spielzeug ist. Bei allem anderen ist dies schwer nachzuweisen. Auch von Vorteil ist es, wenn man ein paar Darts dabei hat, um die etwaige Funktion zu demonstrieren. Einige Veranstalter erlauben zwar nur Dartblaster, wenn keine Darts dabei sind. Doch das lässt sich alles auf der Internetseite des jeweiligen Veranstalters nachlesen.
Fazit
Mit wenig Geld im Vergleich zu anderen Alternativen kann man sich eine funktionstüchtige M56 Smart-Gun nachbauen, die der benutzten im Film sehr ähnlich sieht und die auch deren Originalmaße hat. Es muss also nicht immer Styrodur oder Worbla sein. Der Zeitaufwand liegt bei etwa 4 Stunden, wenn man so etwas noch nicht gebastelt hat.
Artikelbild (Skizze): 20th Century Fox, Paul Elder
Fotografien:  Marc Baecker
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Smart-Gun (Aliens) selbst gebaut – Dartblaster im Cosplay