Archiv der Kategorie: Comics & grafische Novellen

Was macht eigentlich Thor gerade? – Weiblich, Unwürdig und Zornerfüllt

Sorce byTeilzeithelden at https://www.teilzeithelden.de

Thor ist ein Gott. Kein Außerirdischer, wie im MCU. Ein echter Gott. Doch was heißt es, ein Gott zu sein? Warum ist in den neusten Comics Thor eine Frau? Wenn ihr in den aktuellen Run des Donnergotts reinschnuppern oder mitreden wollt, dann seid ihr hier genau richtig.

Dieser Beitrag wurde von Kai Frederic Engelmann geschrieben

Newsfeed Quelle: Kai Frederic Engelmann bereitgestellt von https://www.teilzeithelden.de https://www.teilzeithelden.de/2018/11/15/was-macht-eigentlich-thor-gerade-weiblich-unwuerdig-und-zornerfuellt/

Angeschaut: Black Lightning – Back in Neonblau (Netflix/DC) – Wer ist der Kerl eigentlich?

Angeschaut: Black Lightning – Back in Neonblau (Netflix/DC) – Wer ist der Kerl eigentlich?
Black Lightning ist zurück. Der DC-Held aus der zweiten Reihe bekommt eine eigene Netflix Serie und der Pilot wurde dieser Tage ausgestrahlt. Ob der einst etwas sehr klischeehafte Held heutzutage bestehen kann und die Zuschauer auf dem kleinen Schirm begeistern kann? Wir haben ihn uns angesehen.
Jefferson Pierce, ein ehemaliger olympischer Zehnkämpfer, hat es sich zur Aufgabe gemacht seinen Stadtteil, beziehungsweise seine Stadt, vom üblen Einfluss der Gang „The 100“ zu befreien. Erstmalig tauchte der Superheld 1977 bei DC auf und war damit der erste afroamerikanische Held eines großen Comicverlages.
Black Lightning, (c) DC Comics
Der afroamerikanische Autor Tony Isabelle, der unter anderem auch an den Marvel-Reihen Luke Cage, Ghostrider und Captain America mitwirkte, und der ebenfalls afroamerikanische Zeichner Trevor van Eeden (Batman, Green Arrow) gestalteten ihn als einen mutigen Mann mittleren Alters, der zunächst als Olympionike zu Ruhm gelangte und später an seiner alten Schule erst als Lehrer und letztlich sogar als Direktor tätig war. Doch die Kriminalität in der Stadt nahm immer mehr überhand und als einer seiner Schüler starb, entschied sich der vom Sport gestählte Mann, dem Bösen die Stirn zu bieten.
Black Lightning, (c) DC Comics
Mit Hilfe eines hochentwickelten Gürtels, der ihm elektrische Kräfte verlieh warf er sich in den Kampf. Um seine wahre Identität zu verbergen, trug er dabei eine Afro-Perücke und eine weiße Domino-Maske. Dieses etwas gewöhnungsbedürftige Äußere war der Tatsache geschuldet, dass Black Lightning ein Kind des Bronze Age of Comics, also eines Zeitalters mit Pioniergeist, aber auch sehr ungewöhnlichen und bizarren Einfällen ist. Sein Outfit erinnerte sehr stark an den Disco-Stil, der zu dieser Zeit en vogue war, und wäre heute nicht mehr zeitgemäß. Außerdem passte er seinen Sprachstil dem Straßen-Slang an. Es ist interessant zu bemerken, dass er sich das damals vorherrschende Klischee aneignete, um sich und seine Liebsten zu schützen.
Im Laufe der Jahre trat er diversen Teams bei und verließ diese wieder. Legte die Perücke ab und trug mal Glatze, mal Dreadlocks. Das erste Team, in dem er sich engagierte, waren die von Batman gegründeten Outsiders. Dieses Team sollte jene Probleme lösen, um die Batman sich nicht selbst kümmern konnte. Zu den Mitgliedern der Outsiders gehörte auch Katana, die heute im Suicide Squad einer der beliebtesten Charaktere ist. Black Lightning zog weiter zur JLA, aber lange hielt es ihn nie in einem Team, auch wenn er sich ab und an mit Blue Devil, Batman und Superman zusammentat. Die Familie war immer sein höchstes Gut. Seine beiden Töchter werden später ebenfalls zu Superhelden, Thunder und Lightning.
Einen Tiefpunkt seiner Karriere erreichte er, als er unter Präsident Lex Luthor zum Bildungsberater der Regierung aufstieg. Das brachte ihm viel Misstrauen ein. Jüngst tauchte der Charakter auch im DC-Action-Spiel Injustice 2 als spielbare Figur auf.
Neues Licht, alte Schatten – die Serie
Nun ist die eigenständige Netflix-Serie Black Lightning gestartet. Sie ist weder Teil des DC Cinematic Universe, noch mit den erfolgreichen Serien des Arrowverse verbunden. Netflix hat aber nicht ausgeschlossen, die Eigenproduktion bei Erfolg für eine Verknüpfung mit Arrow, Flash, Supergirl und Co vorzuschlagen. In seiner neuen Gestalt weist die Welt von Black Lightning überraschend wenig Unterschiede zu ihren Ursprüngen auf. Hier liegt die Garfield Highschool, an welcher er als Direktor tätig ist, jedoch nicht im Suicide Slum von Metropolis, sondern in der eigenständigen Großstadt Freeland City. Die Gang The 100 terrorisiert die Bürger und die Polizei ist machtlos und korrupt. Jefferson Pierces älteste Tochter schließt sich einem Protest gegen die Gang und die Polizei an und wird verhaftet. Ausgerechnet an dem Abend, an dem ihr Vater für seine gemeinnützige Arbeit geehrt werden soll. Als sie auf dem Weg vom Polizeipräsidium zur Schule von rassistischen Cops angehalten und schikaniert werden, kann Jeff nur schwer an sich halten.
Später schleicht sich die jüngere Tochter von der Veranstaltung und geht mit ihrer besten Freundin in den Club 100, der diesen Namen nicht grundlos trägt. Dort gerät sie prompt in Schwierigkeiten, als sie mit einem kleinen Gauner anbandelt, welcher wiederum Probleme mit Lala, dem Kopf der Gang, hat. Nun ist es an Papa seinen Sprössling, im wahrsten Sinne, rauszuhauen. Unerkannt kann Jeff seiner Tochter beistehen, bricht dabei allerdings das Versprechen, das er seiner geschiedenen Frau neun Jahre zuvor gab: nie wieder Black Lightning.
Damals hatte er den Unterweltboss Tobias Whale besiegt und wurde dabei schwer verletzt. Trotz seines Versprechens ließ sich seine Frau von ihm scheiden, da sie die Angst um ihn und die Kinder nicht mehr ertragen konnte. Diesen Ausrutscher kann Jefferson gerade noch vor ihr verheimlichen.
Einige Tage später eskaliert die Situation jedoch, als der kleine Gauner, auf Rache für die Demütigung gegenüber seinem Boss sinnend, mit einigen Kumpels die Schule stürmt, beide Töchter des Direktors entführt und als Geiseln nimmt. Diesmal ist sogar Jeffs Exfrau damit einverstanden, dass er losgeht und ihre Kinder zurückholt. Black Lightning is back!

Hat die Serie mich geflashed?
Ich muss sagen, ja.  Ich werde die Serie definitiv weiterverfolgen. In meinen Augen ist „The Resurrection“ – „Die Auferstehung“ ein gelungener Auftakt für eine durchaus vielversprechende Serie.
In dieser Version sind Jeffersons Kräfte inhärent und nicht durch Technologie unterstützt. Ihr Ursprung liegt noch im Dunkeln und wird hoffentlich in einer späteren Folge thematisiert.
Sein Auftreten ist cool und selbstbewusst, auch wenn er nicht der typische, junge, dynamische Superheld ist, welcher von Dach zu Dach hüpft. Er ist gesetzter, gefestigter in seinen Ansichten und Überzeugungen. Erst der Umstand, dass seine Familie unmittelbar bedroht wird, lässt ihn wieder zum Vigilanten werden. Was ihn direkt wieder zur Zielscheibe von Polizei und Gangstern macht. Hier finde ich es gut, dass ein TV-Kommentator tatsächlich die Frage stellt: „Andere Städte haben auch kostümierte die auf den Straßen kämpfen. Das sind Helden! Warum ist Black Lightning keiner?“ Und Jeffs philosophischer Rat seiner Tochter gegenüber, wer Gewalt mit Gewalt begegne, erzeuge nur noch mehr Gewalt, wird sich schon bald bewahrheiten.
Allerdings habe ich auch ein wenig Kritik anzubringen:
Es hat den Anschein, dass alle, wirklich alle, hellhäutigen Menschen in Freeland entweder korrupt oder rassistisch veranlagt sind. Zwar gibt es auch genügend böse dunkelhäutige Gangster und Spießgesellen, die durchs Bild huschen, aber irgendwie hat kein weißer Mensch auch nur ein gutes Wort zu sagen oder auch nur eine harmlose Rolle. Der Oberbösewicht ist ein Albino-Afroamerikaner, seine schrägen Killer-Assistenten sind Kaukasier und selbst unter den Reportern stellen nur Weiße die unangenehmen Fragen und wollen die Polizei bloßstellen.  Ist das nun Gesellschaftskritik anhand umgekehrter Klischees? Ich bin ein wenig irritiert von diesem Umstand.
Witzig fand ich, dass Jefferson Pierce auch in dieser Inkarnation in seiner Black Lightning Persona die Mundart der Gangster imitiert und als hochangesehener Direktor eben sehr gewählt spricht. Zwar würde ihn normalerweise jeder halbwegs clevere Mensch hinter der Skibrille und im Neon-Leuchte-Anzug erkennen, aber das ist Genre-Standard.
Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Artikelbilder: Netflix, The CW, DC Comics
 

Black Lightning ist zurück. Der DC-Held aus der zweiten Reihe bekommt eine eigene Netflix Serie und der Pilot wurde dieser Tage ausgestrahlt. Ob der einst etwas sehr klischeehafte Held heutzutage bestehen kann und die Zuschauer auf dem kleinen Schirm begeistern kann? Wir haben ihn uns angesehen.
Jefferson Pierce, ein ehemaliger olympischer Zehnkämpfer, hat es sich zur Aufgabe gemacht seinen Stadtteil, beziehungsweise seine Stadt, vom üblen Einfluss der Gang „The 100“ zu befreien. Erstmalig tauchte der Superheld 1977 bei DC auf und war damit der erste afroamerikanische Held eines großen Comicverlages.
Black Lightning, (c) DC Comics
Der afroamerikanische Autor Tony Isabelle, der unter anderem auch an den Marvel-Reihen Luke Cage, Ghostrider und Captain America mitwirkte, und der ebenfalls afroamerikanische Zeichner Trevor van Eeden (Batman, Green Arrow) gestalteten ihn als einen mutigen Mann mittleren Alters, der zunächst als Olympionike zu Ruhm gelangte und später an seiner alten Schule erst als Lehrer und letztlich sogar als Direktor tätig war. Doch die Kriminalität in der Stadt nahm immer mehr überhand und als einer seiner Schüler starb, entschied sich der vom Sport gestählte Mann, dem Bösen die Stirn zu bieten.
Black Lightning, (c) DC Comics
Mit Hilfe eines hochentwickelten Gürtels, der ihm elektrische Kräfte verlieh warf er sich in den Kampf. Um seine wahre Identität zu verbergen, trug er dabei eine Afro-Perücke und eine weiße Domino-Maske. Dieses etwas gewöhnungsbedürftige Äußere war der Tatsache geschuldet, dass Black Lightning ein Kind des Bronze Age of Comics, also eines Zeitalters mit Pioniergeist, aber auch sehr ungewöhnlichen und bizarren Einfällen ist. Sein Outfit erinnerte sehr stark an den Disco-Stil, der zu dieser Zeit en vogue war, und wäre heute nicht mehr zeitgemäß. Außerdem passte er seinen Sprachstil dem Straßen-Slang an. Es ist interessant zu bemerken, dass er sich das damals vorherrschende Klischee aneignete, um sich und seine Liebsten zu schützen.
Im Laufe der Jahre trat er diversen Teams bei und verließ diese wieder. Legte die Perücke ab und trug mal Glatze, mal Dreadlocks. Das erste Team, in dem er sich engagierte, waren die von Batman gegründeten Outsiders. Dieses Team sollte jene Probleme lösen, um die Batman sich nicht selbst kümmern konnte. Zu den Mitgliedern der Outsiders gehörte auch Katana, die heute im Suicide Squad einer der beliebtesten Charaktere ist. Black Lightning zog weiter zur JLA, aber lange hielt es ihn nie in einem Team, auch wenn er sich ab und an mit Blue Devil, Batman und Superman zusammentat. Die Familie war immer sein höchstes Gut. Seine beiden Töchter werden später ebenfalls zu Superhelden, Thunder und Lightning.
Einen Tiefpunkt seiner Karriere erreichte er, als er unter Präsident Lex Luthor zum Bildungsberater der Regierung aufstieg. Das brachte ihm viel Misstrauen ein. Jüngst tauchte der Charakter auch im DC-Action-Spiel Injustice 2 als spielbare Figur auf.
Neues Licht, alte Schatten – die Serie
Nun ist die eigenständige Netflix-Serie Black Lightning gestartet. Sie ist weder Teil des DC Cinematic Universe, noch mit den erfolgreichen Serien des Arrowverse verbunden. Netflix hat aber nicht ausgeschlossen, die Eigenproduktion bei Erfolg für eine Verknüpfung mit Arrow, Flash, Supergirl und Co vorzuschlagen. In seiner neuen Gestalt weist die Welt von Black Lightning überraschend wenig Unterschiede zu ihren Ursprüngen auf. Hier liegt die Garfield Highschool, an welcher er als Direktor tätig ist, jedoch nicht im Suicide Slum von Metropolis, sondern in der eigenständigen Großstadt Freeland City. Die Gang The 100 terrorisiert die Bürger und die Polizei ist machtlos und korrupt. Jefferson Pierces älteste Tochter schließt sich einem Protest gegen die Gang und die Polizei an und wird verhaftet. Ausgerechnet an dem Abend, an dem ihr Vater für seine gemeinnützige Arbeit geehrt werden soll. Als sie auf dem Weg vom Polizeipräsidium zur Schule von rassistischen Cops angehalten und schikaniert werden, kann Jeff nur schwer an sich halten.
Später schleicht sich die jüngere Tochter von der Veranstaltung und geht mit ihrer besten Freundin in den Club 100, der diesen Namen nicht grundlos trägt. Dort gerät sie prompt in Schwierigkeiten, als sie mit einem kleinen Gauner anbandelt, welcher wiederum Probleme mit Lala, dem Kopf der Gang, hat. Nun ist es an Papa seinen Sprössling, im wahrsten Sinne, rauszuhauen. Unerkannt kann Jeff seiner Tochter beistehen, bricht dabei allerdings das Versprechen, das er seiner geschiedenen Frau neun Jahre zuvor gab: nie wieder Black Lightning.
Damals hatte er den Unterweltboss Tobias Whale besiegt und wurde dabei schwer verletzt. Trotz seines Versprechens ließ sich seine Frau von ihm scheiden, da sie die Angst um ihn und die Kinder nicht mehr ertragen konnte. Diesen Ausrutscher kann Jefferson gerade noch vor ihr verheimlichen.
Einige Tage später eskaliert die Situation jedoch, als der kleine Gauner, auf Rache für die Demütigung gegenüber seinem Boss sinnend, mit einigen Kumpels die Schule stürmt, beide Töchter des Direktors entführt und als Geiseln nimmt. Diesmal ist sogar Jeffs Exfrau damit einverstanden, dass er losgeht und ihre Kinder zurückholt. Black Lightning is back!

Hat die Serie mich geflashed?
Ich muss sagen, ja.  Ich werde die Serie definitiv weiterverfolgen. In meinen Augen ist „The Resurrection“ – „Die Auferstehung“ ein gelungener Auftakt für eine durchaus vielversprechende Serie.
In dieser Version sind Jeffersons Kräfte inhärent und nicht durch Technologie unterstützt. Ihr Ursprung liegt noch im Dunkeln und wird hoffentlich in einer späteren Folge thematisiert.
Sein Auftreten ist cool und selbstbewusst, auch wenn er nicht der typische, junge, dynamische Superheld ist, welcher von Dach zu Dach hüpft. Er ist gesetzter, gefestigter in seinen Ansichten und Überzeugungen. Erst der Umstand, dass seine Familie unmittelbar bedroht wird, lässt ihn wieder zum Vigilanten werden. Was ihn direkt wieder zur Zielscheibe von Polizei und Gangstern macht. Hier finde ich es gut, dass ein TV-Kommentator tatsächlich die Frage stellt: „Andere Städte haben auch kostümierte die auf den Straßen kämpfen. Das sind Helden! Warum ist Black Lightning keiner?“ Und Jeffs philosophischer Rat seiner Tochter gegenüber, wer Gewalt mit Gewalt begegne, erzeuge nur noch mehr Gewalt, wird sich schon bald bewahrheiten.
Allerdings habe ich auch ein wenig Kritik anzubringen:
Es hat den Anschein, dass alle, wirklich alle, hellhäutigen Menschen in Freeland entweder korrupt oder rassistisch veranlagt sind. Zwar gibt es auch genügend böse dunkelhäutige Gangster und Spießgesellen, die durchs Bild huschen, aber irgendwie hat kein weißer Mensch auch nur ein gutes Wort zu sagen oder auch nur eine harmlose Rolle. Der Oberbösewicht ist ein Albino-Afroamerikaner, seine schrägen Killer-Assistenten sind Kaukasier und selbst unter den Reportern stellen nur Weiße die unangenehmen Fragen und wollen die Polizei bloßstellen.  Ist das nun Gesellschaftskritik anhand umgekehrter Klischees? Ich bin ein wenig irritiert von diesem Umstand.
Witzig fand ich, dass Jefferson Pierce auch in dieser Inkarnation in seiner Black Lightning Persona die Mundart der Gangster imitiert und als hochangesehener Direktor eben sehr gewählt spricht. Zwar würde ihn normalerweise jeder halbwegs clevere Mensch hinter der Skibrille und im Neon-Leuchte-Anzug erkennen, aber das ist Genre-Standard.
Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Artikelbilder: Netflix, The CW, DC Comics
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Angeschaut: Black Lightning – Back in Neonblau (Netflix/DC) – Wer ist der Kerl eigentlich?

Rezension: X-Men Gold #01 – ein neuer Morgen (Marvel/Panini)

Rezension: X-Men Gold #01 – ein neuer Morgen (Marvel/Panini)
Der Krieg gegen die Inhumans ist vorbei, Medusa zerstörte das Terigen. Emma Frost hatte auch ihre Finger im Spiel und nun ist Kitty Pryde die neue Anführerin der X-Men. Ob die mittlerweile erwachsene Phaserin dem altgedienten Team eine neue und würdige Führung verpassen kann?
Mit X-Men Gold tritt ein neues Team an, den Gefahren, die die Mensch- und Mutantenheit bedrohen, entgegenzutreten. Das Team könnte ungewöhnlicher nicht sein: Old Man Logan (ja, er lebt wieder – oder nicht?), Rachel Grey-Summers, Nightcrawler, Storm, Colossus und eben jene Kitty Pryde, die damals in Days of Future Past ihre erste große Rolle bekam. Übrigens, ich rede vom Comic, nicht dem Film.
Der vorliegende Band ist die Sammelübersetzung der US-Originale X-Men Gold (2017) 1-6.
Handlung
Nach all dem Chaos, welches die Mutanten im Krieg gegen die Inhumans auslösten, ist das Vertrauen der Menschheit naturgemäß niedrig. Wen verwundert es da, dass es populistische Elemente (welch wunderbarer zeitgenössischer Bezug!) gibt, die die Mutanten endgültig ins Aus drängen wollen? An vorderster Front steht hier Lydia Nance – die Sprecherin und Leiterin der Heritage-Initiative. Diese Frau, die Mutanten als schuldig für nahezu alle Belange brandmarkt, wird noch von Bedeutung in folgenden Ausgaben sein.
Der „Fact“-Channel
Tatsächlich kommt es, wie zu erwarten war, zu Übergriffen auf die menschliche Bevölkerung und die X-Men wollen wieder in ihre alte Rolle schlüpfen, Helfer und Beschützer zu sein. Auch wenn sie im Auftrag erfolgreich sind, wird ihnen von den Betroffenen nur Feindschaft entgegengebracht. Was für ein frustrierendes Erlebnis aus der Warte der Helden! Dennoch wirken die Worte der neuen Anführerin und auch der Pragmatismus von Uns-Aller-Liebling-Logan wahre Wunder.
Der Sammelband bietet zwei Geschichten, von denen jede wie ein Auftakt zu Größerem wirkt. In der ersten Geschichte treffen die X-Men auf die „Bruderschaft der bösen Mutanten“ (und machen sich zu Recht lustig über den Namen). In der zweiten Episode muss Gambit ein unangenehmes Zusammentreffen mit einer KI und replizierenden Naniten überstehen und ruft die X-Men zu Hilfe. Wenn wir nun noch als kleinen Hinweis bekannt geben, dass die KI mit der Familie Trask zu tun hat, kratzen wir nah am Spoiler.
Beiden Geschichten ist gemein, dass die Helden in gewohnter X-Men-Manier in Überlebensgröße gegen Gefahren antreten. Besonders die zweite Geschichte ist davon getragen und zeigt einige Akteure des Marvel-Universums, die sonst nur am Rande der X-Men agieren oder eher in andere Serien gehören.
Furios? Ja! Extrem? Ja! Ungewöhnlich, bunt und am Rande dessen, was die Wahrnehmung erträgt? Ja! Aber würden wir es anders wollen?
Charaktere
Naturgemäß liegt der Fokus auf der neuen Hauptriege der X-Men. Ob nun Romanze oder Pragmatismus – jede der neuen Hauptrollen bekommt ihre Zeit, wobei jedoch Kitty und Logan deutlich im Vordergrund stehen.
Andere treten eher in den Hintergrund oder überzeugen durch knallharte Action. Interessant ist auch, dass einige Mutanten neue Kräfte zeigen.
Trotz aller Heldentaten sind Menschen zurückhaltend
Viel mehr lässt sich jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, leider. Interessant wird die Partnerwahl von Kitty sein, die schon mit so schillernden Gestalten wie Peter Quill zusammen war. Von großer Bedeutung ist auch Rachel Grey-Summers. Die Tochter von Cyclops und Jean Grey aus der oben genannten Parallelzeiten-Geschichte Days of Future Past wird in die Fußstapfen ihrer Mutter treten, jedoch offenbar ohne die gefährlichen Nebenwirkungen der Phoenix-Force. Marc Guggenheim baut hier auf jeden Fall ein interessantes und erfolgsversprechendes Szenario auf.
Zeichenstil
Beide Episoden unterscheiden sich maßgeblich durch den Zeichenstil. Während die erste von R. B. Silva gezeichnet wurde und mit vielen Details wie auch starken Kontrasten aufwarten kann, ist die zweite Episode rund um das Erbe der Trask-Familie von einfachen Formen und überdeutlichen Panels durch Ardian Syaf charakterisiert.
Das bedeutet nun nicht, dass der eine Zeichenstil besser oder der andere schlechter wäre. Uns hat vor allem jedoch Silva überzeugt. Hier werden die Details stärker betont, die perspektivische Tiefe ist höher. Schlichtweg ist die Ikonografie stärker, was die Panels einprägsamer macht. Ardian Syaf hat zudem seine eigene negative Vergangenheit und arbeitet nun nicht mehr für Marvel.
Erscheinungsbild
Was soll man groß über die Qualität der Publikationen des deutschen Platzhirsches sagen? Farben und Kontraste sind stark, die Haptik ist gut, das plastifizierte Cover sorgt für Resistenz. Gewohnte Qualität also in allen Belangen.
Die harten Fakten:

Verlag: Panini Comics
Autor(en): Marc Guggenheim
Zeichner(in): R.B. Silva, Ardian Syaf
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Deutsch
Format: Softcover, broschiert
Seitenanzahl: 140
Preis: 16,99 EUR
Bezugsquelle: Amazon, Panini Comics

 
Bonus/Downloadcontent
Wie üblich finden sich die US-Original-Cover auszugsweise im Comic. Ebenso werden wertvolle oder auch interessante Zusatzinformationen zu Charakteren, Zeichnern oder Autoren in Textkästen zu Anfang und Ende des Bandes geliefert.
Fazit
X-Men Gold #01 macht einfach Spaß! Die ungewöhnliche Truppe aus verschiedenen Zeitsträngen und Welten, welche so nur nach dem letzten Battleworld-Event möglich ist, wirkt frisch und unverbraucht.
Das Zusammenspiel der in diesem Band als Hauptakteure auftretenden Kitty Pryde, Logan, Colossus und Rachel Grey-Summers wirft einige Schatten voraus auf das, was noch kommen wird, wie aufmerksame Leser der US-Versionen bereits wissen.
Beide hier zusammengefassten Handlungsbögen stellen die Mutanten wie gewohnt in Überlebensgröße dar – und halten dabei sogar mit Populismus einen Bezug zur aktuellen Welt. Die versteckten Botschaften des Zeichners Ardian Syaf geben einen bitteren Beigeschmack ab, aber dafür wurde der Zeichner auch bereits von Marvel gekündigt.
In Summe können der Zeichenstil, wie auch die generelle Produktqualität, überzeugen und machen neugierig auf kommende Veröffentlichungen.

Mit Tendenz nach Oben
Artikelbild: Panini Comics, Bearbeitung: Verena Bach
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Der Krieg gegen die Inhumans ist vorbei, Medusa zerstörte das Terigen. Emma Frost hatte auch ihre Finger im Spiel und nun ist Kitty Pryde die neue Anführerin der X-Men. Ob die mittlerweile erwachsene Phaserin dem altgedienten Team eine neue und würdige Führung verpassen kann?
Mit X-Men Gold tritt ein neues Team an, den Gefahren, die die Mensch- und Mutantenheit bedrohen, entgegenzutreten. Das Team könnte ungewöhnlicher nicht sein: Old Man Logan (ja, er lebt wieder – oder nicht?), Rachel Grey-Summers, Nightcrawler, Storm, Colossus und eben jene Kitty Pryde, die damals in Days of Future Past ihre erste große Rolle bekam. Übrigens, ich rede vom Comic, nicht dem Film.
Der vorliegende Band ist die Sammelübersetzung der US-Originale X-Men Gold (2017) 1-6.
Handlung
Nach all dem Chaos, welches die Mutanten im Krieg gegen die Inhumans auslösten, ist das Vertrauen der Menschheit naturgemäß niedrig. Wen verwundert es da, dass es populistische Elemente (welch wunderbarer zeitgenössischer Bezug!) gibt, die die Mutanten endgültig ins Aus drängen wollen? An vorderster Front steht hier Lydia Nance – die Sprecherin und Leiterin der Heritage-Initiative. Diese Frau, die Mutanten als schuldig für nahezu alle Belange brandmarkt, wird noch von Bedeutung in folgenden Ausgaben sein.
Der „Fact“-Channel
Tatsächlich kommt es, wie zu erwarten war, zu Übergriffen auf die menschliche Bevölkerung und die X-Men wollen wieder in ihre alte Rolle schlüpfen, Helfer und Beschützer zu sein. Auch wenn sie im Auftrag erfolgreich sind, wird ihnen von den Betroffenen nur Feindschaft entgegengebracht. Was für ein frustrierendes Erlebnis aus der Warte der Helden! Dennoch wirken die Worte der neuen Anführerin und auch der Pragmatismus von Uns-Aller-Liebling-Logan wahre Wunder.
Der Sammelband bietet zwei Geschichten, von denen jede wie ein Auftakt zu Größerem wirkt. In der ersten Geschichte treffen die X-Men auf die „Bruderschaft der bösen Mutanten“ (und machen sich zu Recht lustig über den Namen). In der zweiten Episode muss Gambit ein unangenehmes Zusammentreffen mit einer KI und replizierenden Naniten überstehen und ruft die X-Men zu Hilfe. Wenn wir nun noch als kleinen Hinweis bekannt geben, dass die KI mit der Familie Trask zu tun hat, kratzen wir nah am Spoiler.
Beiden Geschichten ist gemein, dass die Helden in gewohnter X-Men-Manier in Überlebensgröße gegen Gefahren antreten. Besonders die zweite Geschichte ist davon getragen und zeigt einige Akteure des Marvel-Universums, die sonst nur am Rande der X-Men agieren oder eher in andere Serien gehören.
Furios? Ja! Extrem? Ja! Ungewöhnlich, bunt und am Rande dessen, was die Wahrnehmung erträgt? Ja! Aber würden wir es anders wollen?
Charaktere
Naturgemäß liegt der Fokus auf der neuen Hauptriege der X-Men. Ob nun Romanze oder Pragmatismus – jede der neuen Hauptrollen bekommt ihre Zeit, wobei jedoch Kitty und Logan deutlich im Vordergrund stehen.
Andere treten eher in den Hintergrund oder überzeugen durch knallharte Action. Interessant ist auch, dass einige Mutanten neue Kräfte zeigen.
Trotz aller Heldentaten sind Menschen zurückhaltend
Viel mehr lässt sich jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, leider. Interessant wird die Partnerwahl von Kitty sein, die schon mit so schillernden Gestalten wie Peter Quill zusammen war. Von großer Bedeutung ist auch Rachel Grey-Summers. Die Tochter von Cyclops und Jean Grey aus der oben genannten Parallelzeiten-Geschichte Days of Future Past wird in die Fußstapfen ihrer Mutter treten, jedoch offenbar ohne die gefährlichen Nebenwirkungen der Phoenix-Force. Marc Guggenheim baut hier auf jeden Fall ein interessantes und erfolgsversprechendes Szenario auf.
Zeichenstil
Beide Episoden unterscheiden sich maßgeblich durch den Zeichenstil. Während die erste von R. B. Silva gezeichnet wurde und mit vielen Details wie auch starken Kontrasten aufwarten kann, ist die zweite Episode rund um das Erbe der Trask-Familie von einfachen Formen und überdeutlichen Panels durch Ardian Syaf charakterisiert.
Das bedeutet nun nicht, dass der eine Zeichenstil besser oder der andere schlechter wäre. Uns hat vor allem jedoch Silva überzeugt. Hier werden die Details stärker betont, die perspektivische Tiefe ist höher. Schlichtweg ist die Ikonografie stärker, was die Panels einprägsamer macht. Ardian Syaf hat zudem seine eigene negative Vergangenheit und arbeitet nun nicht mehr für Marvel.
Erscheinungsbild
Was soll man groß über die Qualität der Publikationen des deutschen Platzhirsches sagen? Farben und Kontraste sind stark, die Haptik ist gut, das plastifizierte Cover sorgt für Resistenz. Gewohnte Qualität also in allen Belangen.
Die harten Fakten:

Verlag: Panini Comics
Autor(en): Marc Guggenheim
Zeichner(in): R.B. Silva, Ardian Syaf
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Deutsch
Format: Softcover, broschiert
Seitenanzahl: 140
Preis: 16,99 EUR
Bezugsquelle: Amazon, Panini Comics

 
Bonus/Downloadcontent
Wie üblich finden sich die US-Original-Cover auszugsweise im Comic. Ebenso werden wertvolle oder auch interessante Zusatzinformationen zu Charakteren, Zeichnern oder Autoren in Textkästen zu Anfang und Ende des Bandes geliefert.
Fazit
X-Men Gold #01 macht einfach Spaß! Die ungewöhnliche Truppe aus verschiedenen Zeitsträngen und Welten, welche so nur nach dem letzten Battleworld-Event möglich ist, wirkt frisch und unverbraucht.
Das Zusammenspiel der in diesem Band als Hauptakteure auftretenden Kitty Pryde, Logan, Colossus und Rachel Grey-Summers wirft einige Schatten voraus auf das, was noch kommen wird, wie aufmerksame Leser der US-Versionen bereits wissen.
Beide hier zusammengefassten Handlungsbögen stellen die Mutanten wie gewohnt in Überlebensgröße dar – und halten dabei sogar mit Populismus einen Bezug zur aktuellen Welt. Die versteckten Botschaften des Zeichners Ardian Syaf geben einen bitteren Beigeschmack ab, aber dafür wurde der Zeichner auch bereits von Marvel gekündigt.
In Summe können der Zeichenstil, wie auch die generelle Produktqualität, überzeugen und machen neugierig auf kommende Veröffentlichungen.

Mit Tendenz nach Oben
Artikelbild: Panini Comics, Bearbeitung: Verena Bach
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Rezension: X-Men Gold #01 – ein neuer Morgen (Marvel/Panini)

Durchgeblättert 01/2018 – Unser Graphic Novel Check | Belzagor, Gilgamesch und Orion

Durchgeblättert 01/2018 – Unser Graphic Novel Check | Belzagor, Gilgamesch und Orion
In Durchgeblättert werfen wir regelmäßig einen kritischen Blick auf Neuerscheinungen, Geheimtipps oder Klassiker aus der vielfältigen Welt der Graphic Novels. Diesen Monat schmökern wir in einer Adaption des ältesten Mythos und Buchs der Welt – Gilgamesch – und bereisen außerdem in zwei Werken des Splitter Verlags die Welten von Orion und Belzagor. 
Ein neues Jahr hat begonnen und vielleicht bei dem einen oder anderen auch eine Menge guter Vorsätze gebracht. Sollte einer davon lauten, in Zukunft mehr Graphic Novels zu lesen, so können wir euch mit dieser Ausgabe von Durchgeblättert hoffentlich dabei behilflich sein. Zum einen werfen wir einen Blick auf zwei im Dezember erschienene Bände aus dem Hause Splitter, welche uns auf fremde Planeten und zu ungewöhnlichen Zivilisationen führen. Zum anderen nehmen wir das neueste Werk des deutschen Comicautors Jens Harder unter die Lupe, der mit der grafischen Aufarbeitung des Gilgamesch-Epos ein wahres Mammut-Projekt gestemmt hat.
Wir hoffen, ihr habt beim Lesen dieser Kritiken ebenso viel Spaß wie wir beim Lesen der rezensierten Werke. Über Fragen oder Diskussionen in den Kommentaren freuen wir uns ebenso wie über generelles Feedback zu unserem Format Durchgeblättert!
Rückkehr nach Belzagor Episode 1/2
In einer nicht näher definierten Zeit hat es die Menschheit geschafft zu den Sternen aufzubrechen und fremde Welten zu kolonialisieren. Eine von diesen wird als Terra Holman bezeichnet, wobei ihr ursprünglicher Name anders lautet – Belzagor. Und diesen sollte der Planet auch wieder annehmen, als die Kolonialisierung scheitert und die zwei eingeborenen Rassen der Nildoror und Sulidoror wieder die alleinige Kontrolle erhalten.
Dennoch weckt Belzagor nach wie vor Begierde bei den Menschen, unter anderem dem Wissenschaftlerpaar Wingate. Sie sind auf der Suche nach dem Ritual der Wiedergeburt der Eingeborenen, um das sich unzählige Gerüchte ranken. Mit Edmund Gundersen haben sie hierbei einen Begleiter engagiert, der eine lange Geschichte mit dem Planeten aufweist, auf dem er seine Karriere als Soldat begann. Doch Geheimnisse von allen Seiten begleiten die Expedition, als Gundersen auf alte Bekannte trifft und die Vergangenheit ihn einzuholen scheint…
In Anlehnung an die 1973 in Deutschland veröffentlichten Mysterien von Belzagor von Robert Silverberg erzählt dieser erste Band eine Geschichte voller Andeutungen von Verrat und Unrecht. Der Leser erlebt immer wieder Rückblenden zur Zeit der Kolonialisierung von Belzagor, welche einen tieferen Einblick in die Historie des Planeten geben und sich mit dem Haupt-Erzählstrang allmählich zu einem großen Gesamtbild verbinden. Dabei werden sehr geschickt doppelsinnige Anspielungen eingebunden, welche die Neugier wecken und zum weiteren Lesen motivieren.
Ein Schwachpunkt des Werkes sind seine Charaktere, welche ihren Reiz lediglich durch Mysterien erhalten. Dies trifft zu einem Großteil jedoch nur auf Gundersen und seinen Gegenspieler Kurtz zu, die eine alte Rivalität verbindet. Im Falle des Wissenschaftlerpaares der Wingates ist dieser Hintergrund leider nicht gegeben, wodurch diese in den meisten Szenen zu irrelevanten Statisten verkommen.
Darüber hinaus entwickelt sich im Laufe des Bandes eine Dreiecksbeziehung, die leider zu erzwungen erscheint. Hier hat man den Eindruck, dass ein weiterer Krisenherd eröffnet wurde, nur um der Krise willen. Dabei verspricht die Prämisse von Rückkehr nach Belzagor genug Spannung, sodass dies eigentlich unnötig ist.
Zusätzlich trägt die visuelle Gestaltung von Laura Zuccheri (Zeichnungen) und Silvia Fabris (Farben) erheblich dazu bei, sich in der gezeigten Welt zu verlieren. Die wilde Schönheit von Belzagor und seinen Bewohnern wird eindrucksvoll dargestellt und vermittelt den Eindruck eines Planeten, auf dem Technologie ein Störfaktor ist. Denn auch futuristische Technologien kommen zum Einsatz, wobei diese eher dezent in den Hintergrund gerückt werden. Die Bildkomposition erlaubt aber eine glaubhafte Kombination beider Elemente zu einem harmonischen Ganzen.

Ein weiterer lobenswerter Faktor ist außerdem die Gestaltung der Bewohner des Planeten, welche zum einen seltsam vertraut und dennoch fremdartig wirken. So lässt sich beispielsweise die Ähnlichkeit der Nildoror zu unseren irdischen Elefanten nicht leugnen – was auch die Charaktere des Bandes mehrfach erwähnen!
Zusammengefasst ist Rückkehr nach Belzagor Episode 1/2 damit ein gelungener Auftakt zu einer Geschichte, welche besonders durch ihre Mysterien und fremdartige Welt überzeugen kann. Ein paar Schwächen hinsichtlich der Charaktergestaltung liegen vor, hemmen den Spaß an der Lektüre aber nicht wirklich. Zu groß ist die Neugier nach der Enthüllung des Geheimnisses der Wiedergeburt sowie das Interesse an den vergangenen Geschichten rund um Protagonist Gundersen. Gestützt von einem gleichzeitig vertraut und fremd wirkenden visuellen Stil ergibt sich damit eine unterhaltsamer Sci-Fi Graphic Novel.
Die harten Fakten

Verlag: Splitter Verlag
Autor(en): Robert Silverberg, Philippe Thirault
Zeichner(in): Laura Zuccheri, Silvia Fabris
Seitenanzahl: 56
Preis: 14,80 EUR
Bezugsquelle: Amazon, Splitter Shop

 
Gilgamesch
Das Gilgamesch-Epos ist eines der ältesten bekannten Werke der Menschheit und wesentlicher Bestandteil der Kultur der Akkadier und Sumerer. Auf 12 Tafeln wird die Geschichte des despotischen Herrschers von Uruk – dem titelgebenden Gilgamesch – beschrieben und welche Aufgaben und Prüfungen er zu bestehen hat. Gemeinsam mit seinem einstigen Rivalen und nun zum Freund gewordenen Begleiter Enkidu macht sich Gilgamesch im Laufe des Epos auf eine Reise voller Abenteuer, Heldentaten und Rückschläge, welche ihn schlussendlich sogar auf die Suche nach dem Geheimnis der Unsterblichkeit führt.
Eben jenen Meilenstein der menschlichen Geschichte hat Autor und Zeichner Jens Harder nun als Graphic Novel verarbeitet. Dabei kann das Werk streng genommen nicht als zusammenhängende Geschichte gesehen werden, sondern vielmehr als Bildwerdung der Inhalte der ursprünglichen Tafeln des Epos. Harder vollzieht eine strikte Trennung innerhalb seines Werkes. Zu Beginn jeder neuen Tafel erfolgt zunächst eine kurze Zusammenfassung aller, auf dieser beschriebenen, Inhalte, wonach anschließend die Visualisierung derer erfolgt. Auch die Chronologie wird eingehalten – so ist die zuletzt beschriebene zwölfte Tafel (welche von der beschriebenen Handlung her zwischen die anderen Tafeln gehört und wahrscheinlich den ersten elf Tafeln angehängt wurde) auch die letzte Tafel im Graphic Novel, obwohl ihre Ereignisse wahrscheinlich eher in der Mitte der Geschichte gespielt haben.
Man merkt schnell, dass Harder in Gilgamesch einen großen Fokus auf den Erhalt des ursprünglichen Gefühls des Epos gelegt hat. Unter anderem, weil er dies am Ende der Graphic Novel in einer Dokumentation des Entstehungsprozesses so beschreibt. Doch auch, weil sich Gilgamesch tatsächlich sehr schwer liest. Die verwendete Sprache in den Panelen ist sehr altertümlich, was der Autor damit begründet, dass er hauptsächlich ältere Übersetzungen als Vorlage genommen hat. Zum genaueren Verständnis ein Vergleich, welcher sich auch im Anhang der Graphic Novel findet.
Während modernere Übersetzungen einen Abschnitt mit den Worten beschreiben „Dort bewachen zwei skorpionmenshen ihre pforte, ihr anblick versetzt in schrecken, ihr blick ist tödliches gift, ihr glanz fürchterlich, er überstrahlt das ganze gebirge (…)“ (Gilgamesch Seite 129, nach der Übersetzung von Raoul Schrott von 2001), orientiert sich Harder an der Übersetzung von Albert Schott von 1934. Und dort klingt der gleiche Absatz so: „Skorpionmenschen halten am Bergtor Wacht, Deren Furchtbarkeit ungeheuer ist, Deren Anblick Tod ist, Deren großer Schreckensglanz Berge überhüllt (…)„ (Gilgamesch Seite 129).
Dieser Stil ist zugegeben sehr gewöhnungsbedürftig und zu Beginn empfand ich ihn tatsächlich als störend, weil für mich der Lesefluss dadurch gestört wurde. Es war anstrengend, den Sinn einiger Passagen zu begreifen, selbst mit visueller Unterstützung. Doch nach einer Weile gewöhnt man sich an die hochgestochene Sprache und lernt sie irgendwie sogar zu schätzen. Denn gerade dadurch werden das Alter und auch die mythologische Wirkung des Epos nochmals hervorgehoben.
Zugegeben ist dies nichts für jedermann. Ich habe auch lange überlegt deswegen eine niedrigere Wertung zu vergeben, doch im Gesamtbild des Werkes erscheint dies nicht angemessen. Denn die Intention von Harder lag eindeutig auf der Bewahrung des „ursprünglichen“ Gefühls dieses Mythos.

Dies zeigt sich auch in dem gewählten visuellen Stil, denn dieser ist ungewöhnlich. Die gesamte Geschichte um den Herrscher von Uruk ist via Reliefs dargestellt, das heißt als wäre das Epos in tönerne Tafeln gemeißelt. Eine interessante Idee, welche auch aufgeht, da dadurch eine Einzigartigkeit gewährleistet ist. Dennoch gelingt auch die Darstellung von Details oder Emotionen unerwartet gut in diesem Stil.
Zusammengefasst ist Gilgamesch eine imposante Adaption des titelgebenden Epos, welche aber gewisse Herausforderungen für den Leser bereithält. Der gewählte Sprachstil ist sehr altertümlich, weshalb der Lesefluss und das Verständnis erschwert sein können. Zwar gewöhnt man sich daran mit der Zeit und lernt es sogar zu schätzen, doch zu Beginn kann dies abschreckend wirken. Auch der Zeichenstil in Reliefform ist zunächst sehr ungewöhnlich, erzeugt aber eine einzigartige Atmosphäre für diesen mythologischen Graphic Novel.
Die harten Fakten

Verlag: Carlsen
Autor(en): Jens Harder
Zeichner(in): Jens Harder
Seitenanzahl: 144
Preis: 24,99 EUR
Bezugsquelle: Amazon, Carlsen Shop

 
Die Ausgestoßenen von Orion – Erstes Buch
Ähnlich wie Rückkehr nach Belzagor basiert das erste Buch über Die Ausgestoßenen von Orion auf einem Roman aus den Siebzigern. La Croix des décastés (zu Deutsch etwa „Das Kreuz der Ausgestoßenen“) von Julia Verlanger erschien im Jahre 1977 und bildet die Grundlage dieser Mischung aus Science- und Pulp-Fiction im Stile von Conan.
Auch hier haben die Menschen das Weltall besiedelt, doch teilweise ihre eigene Abstammung vergessen. Während einige Zivilisationen eine stetige technische Entwicklung aufweisen konnten, entwickelten sich andere in eine gegensätzliche Richtung.
So ist es auch auf dem Planeten geschehen, auf dem die Handlung von Die Ausgestoßenen von Orion stattfindet. Die dort herrschende Zivilisation wird durch ein strenges Kastensystem geprägt, in welchem Machtkämpfe an der Tagesordnung sind. In einen solchen gerät der Krieger Kolhen, der von den Priestern in eine Falle gelockt wird. Als Resultat wird er gebrandmarkt und mit dem Exil bestraft, in welchem er die ebenfalls verstoßene Tryana kennenlernt. Im Laufe der Geschichte müssen beide um ihr Überleben kämpfen und gleichzeitig den Machenschaften von Wesen entkommen, die scheinbar aus den Weiten des Himmels stammen…
Auch wenn der Einstieg eher ein Science-Fiction Werk vermuten lässt, wird man als Leser schnell eines Besseren belehrt und in die archaische Kultur von Kolhens und Tryanas Volk geworfen. Futuristische Elemente spielen nach wie vor eine Bedeutung, treten jedoch im weiteren Verlauf der Handlung etwas in den Hintergrund. Vielmehr begleitet man die beiden Exilanten auf ihrem Weg durch immer neue Gefahren und lernt von einer Verschwörung im Hintergrund, welche die Balance des Planeten zu gefährden droht.
Die Prämisse ist somit durchaus spannend – dennoch hat Die Ausgestoßenen von Orion mit einigen Problemen zu kämpfen. So hat man das Gefühl, dass die Handlung etwas gehetzt wirkt. Es erfolgen an einigen Stellen plötzliche Sprünge in der Geschichte, wo man sich mehr Hintergrund oder einfach Zeit für die Entwicklung einer Situation gewünscht hätte. Darüber hinaus werden immer wieder Charaktere eingeführt, die ein oder zwei Seiten später wieder irrelevant werden. Möglicherweise wird man hier in der Fortsetzung eines besseren belehrt, doch aktuell macht das vehement den Eindruck von vergebenem Potential.
Denn auch wenn die Geschichte bekannte Motive nutzt, regt sie zum Weiterlesen an. Nicht weil man viel mit den Charakteren verbindet, denn diese bleiben allesamt leider sehr blass. Doch das vermittelte große Ganze erzeugt eine Spannungssituation, deren Auflösung man durchaus gerne erfahren möchte. Meine Hoffnungen liegen deswegen sehr stark auf dem zweiten Teil.
Die grafische Aufarbeitung fällt besonders durch die limitierte Farbpalette auf, welche nochmals den Eindruck von klassischen Pulp-Werken vermittelt. Öde Landschaften und Umgebungen werden von Brauntönen dominiert, während für nächtliche Szenen besonders Dunkelblau häufig zum Einsatz kommt. Die dargestellten Welten und Charaktere sind schön gezeichnet, jedoch nicht ganz so markant und einzigartig wie beispielsweise bei Rückkehr nach Belzagor.
Das erste Buch von Die Ausgestoßenen von Orion hinterlässt einen gemischten Eindruck. Während grafischer Stil und der Metaplot das Interesse aufrechterhalten, steht sich das Storytelling selbst im Weg. An zu vielen Stellen hat man den Eindruck, dass relevante Details ausgelassen wurden. Darüber hinaus werden zu viele Charaktere direkt nach ihrer Einführung irrelevant. Dies hinterlässt den Anschein eines Einstiegsbandes, dessen Nachfolger einer Menge Aufarbeitung bedarf. Dennoch schimmert das Potential der Geschichte durch, weswegen man auch wissen möchte, wie es final weitergeht.
Die harten Fakten

Verlag: Splitter Verlag
Autor(en): Julia Verlanger, Éric Corbeyran
Zeichner(in): Jorge Miguel
Seitenanzahl: 48
Preis: 14,80 EUR
Bezugsquelle: Amazon, Splitter Shop

 
Fazit des Monats
Von alten Mythen bis hin zu Reisen zu den Sternen: Auch diesen Monat bedanken wir uns wieder bei den unterstützenden Verlagen zur Verfügungstellung der rezensierten Graphic Novels. Gerade im Hinblick auf die beiden Werke von Splitter ist es erfreulich zu sehen, wie literarische Werke aus den letzten Jahrzehnten immer wieder ihren Weg in das Medium der Graphic Novels finden. Angesichts der Vielzahl an kreativen Geschichten aus dieser Zeit kann man gespannt sein, was uns hier noch erwarten wird.
Doch dass sogar noch viel ältere Geschichten (wenn man die paar Jahrtausende des zugrunde liegenden Epos betrachtet) ihren Reiz ausüben können, zeigt eindrucksvoll Gilgamesch aus dem Hause Carlsen. Was sagt uns das? Im Endeffekt kommt es gar nicht so sehr auf das Alter der Geschichte an, Hauptsache sie vermag es unsere Gier nach guten Erzählungen zu befriedigen.
 
Artikelbilder: Splitter, Carlsen
Diese Produkte wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

In Durchgeblättert werfen wir regelmäßig einen kritischen Blick auf Neuerscheinungen, Geheimtipps oder Klassiker aus der vielfältigen Welt der Graphic Novels. Diesen Monat schmökern wir in einer Adaption des ältesten Mythos und Buchs der Welt – Gilgamesch – und bereisen außerdem in zwei Werken des Splitter Verlags die Welten von Orion und Belzagor. 
Ein neues Jahr hat begonnen und vielleicht bei dem einen oder anderen auch eine Menge guter Vorsätze gebracht. Sollte einer davon lauten, in Zukunft mehr Graphic Novels zu lesen, so können wir euch mit dieser Ausgabe von Durchgeblättert hoffentlich dabei behilflich sein. Zum einen werfen wir einen Blick auf zwei im Dezember erschienene Bände aus dem Hause Splitter, welche uns auf fremde Planeten und zu ungewöhnlichen Zivilisationen führen. Zum anderen nehmen wir das neueste Werk des deutschen Comicautors Jens Harder unter die Lupe, der mit der grafischen Aufarbeitung des Gilgamesch-Epos ein wahres Mammut-Projekt gestemmt hat.
Wir hoffen, ihr habt beim Lesen dieser Kritiken ebenso viel Spaß wie wir beim Lesen der rezensierten Werke. Über Fragen oder Diskussionen in den Kommentaren freuen wir uns ebenso wie über generelles Feedback zu unserem Format Durchgeblättert!
Rückkehr nach Belzagor Episode 1/2
In einer nicht näher definierten Zeit hat es die Menschheit geschafft zu den Sternen aufzubrechen und fremde Welten zu kolonialisieren. Eine von diesen wird als Terra Holman bezeichnet, wobei ihr ursprünglicher Name anders lautet – Belzagor. Und diesen sollte der Planet auch wieder annehmen, als die Kolonialisierung scheitert und die zwei eingeborenen Rassen der Nildoror und Sulidoror wieder die alleinige Kontrolle erhalten.
Dennoch weckt Belzagor nach wie vor Begierde bei den Menschen, unter anderem dem Wissenschaftlerpaar Wingate. Sie sind auf der Suche nach dem Ritual der Wiedergeburt der Eingeborenen, um das sich unzählige Gerüchte ranken. Mit Edmund Gundersen haben sie hierbei einen Begleiter engagiert, der eine lange Geschichte mit dem Planeten aufweist, auf dem er seine Karriere als Soldat begann. Doch Geheimnisse von allen Seiten begleiten die Expedition, als Gundersen auf alte Bekannte trifft und die Vergangenheit ihn einzuholen scheint…
In Anlehnung an die 1973 in Deutschland veröffentlichten Mysterien von Belzagor von Robert Silverberg erzählt dieser erste Band eine Geschichte voller Andeutungen von Verrat und Unrecht. Der Leser erlebt immer wieder Rückblenden zur Zeit der Kolonialisierung von Belzagor, welche einen tieferen Einblick in die Historie des Planeten geben und sich mit dem Haupt-Erzählstrang allmählich zu einem großen Gesamtbild verbinden. Dabei werden sehr geschickt doppelsinnige Anspielungen eingebunden, welche die Neugier wecken und zum weiteren Lesen motivieren.
Ein Schwachpunkt des Werkes sind seine Charaktere, welche ihren Reiz lediglich durch Mysterien erhalten. Dies trifft zu einem Großteil jedoch nur auf Gundersen und seinen Gegenspieler Kurtz zu, die eine alte Rivalität verbindet. Im Falle des Wissenschaftlerpaares der Wingates ist dieser Hintergrund leider nicht gegeben, wodurch diese in den meisten Szenen zu irrelevanten Statisten verkommen.
Darüber hinaus entwickelt sich im Laufe des Bandes eine Dreiecksbeziehung, die leider zu erzwungen erscheint. Hier hat man den Eindruck, dass ein weiterer Krisenherd eröffnet wurde, nur um der Krise willen. Dabei verspricht die Prämisse von Rückkehr nach Belzagor genug Spannung, sodass dies eigentlich unnötig ist.
Zusätzlich trägt die visuelle Gestaltung von Laura Zuccheri (Zeichnungen) und Silvia Fabris (Farben) erheblich dazu bei, sich in der gezeigten Welt zu verlieren. Die wilde Schönheit von Belzagor und seinen Bewohnern wird eindrucksvoll dargestellt und vermittelt den Eindruck eines Planeten, auf dem Technologie ein Störfaktor ist. Denn auch futuristische Technologien kommen zum Einsatz, wobei diese eher dezent in den Hintergrund gerückt werden. Die Bildkomposition erlaubt aber eine glaubhafte Kombination beider Elemente zu einem harmonischen Ganzen.

Ein weiterer lobenswerter Faktor ist außerdem die Gestaltung der Bewohner des Planeten, welche zum einen seltsam vertraut und dennoch fremdartig wirken. So lässt sich beispielsweise die Ähnlichkeit der Nildoror zu unseren irdischen Elefanten nicht leugnen – was auch die Charaktere des Bandes mehrfach erwähnen!
Zusammengefasst ist Rückkehr nach Belzagor Episode 1/2 damit ein gelungener Auftakt zu einer Geschichte, welche besonders durch ihre Mysterien und fremdartige Welt überzeugen kann. Ein paar Schwächen hinsichtlich der Charaktergestaltung liegen vor, hemmen den Spaß an der Lektüre aber nicht wirklich. Zu groß ist die Neugier nach der Enthüllung des Geheimnisses der Wiedergeburt sowie das Interesse an den vergangenen Geschichten rund um Protagonist Gundersen. Gestützt von einem gleichzeitig vertraut und fremd wirkenden visuellen Stil ergibt sich damit eine unterhaltsamer Sci-Fi Graphic Novel.
Die harten Fakten

Verlag: Splitter Verlag
Autor(en): Robert Silverberg, Philippe Thirault
Zeichner(in): Laura Zuccheri, Silvia Fabris
Seitenanzahl: 56
Preis: 14,80 EUR
Bezugsquelle: Amazon, Splitter Shop

 
Gilgamesch
Das Gilgamesch-Epos ist eines der ältesten bekannten Werke der Menschheit und wesentlicher Bestandteil der Kultur der Akkadier und Sumerer. Auf 12 Tafeln wird die Geschichte des despotischen Herrschers von Uruk – dem titelgebenden Gilgamesch – beschrieben und welche Aufgaben und Prüfungen er zu bestehen hat. Gemeinsam mit seinem einstigen Rivalen und nun zum Freund gewordenen Begleiter Enkidu macht sich Gilgamesch im Laufe des Epos auf eine Reise voller Abenteuer, Heldentaten und Rückschläge, welche ihn schlussendlich sogar auf die Suche nach dem Geheimnis der Unsterblichkeit führt.
Eben jenen Meilenstein der menschlichen Geschichte hat Autor und Zeichner Jens Harder nun als Graphic Novel verarbeitet. Dabei kann das Werk streng genommen nicht als zusammenhängende Geschichte gesehen werden, sondern vielmehr als Bildwerdung der Inhalte der ursprünglichen Tafeln des Epos. Harder vollzieht eine strikte Trennung innerhalb seines Werkes. Zu Beginn jeder neuen Tafel erfolgt zunächst eine kurze Zusammenfassung aller, auf dieser beschriebenen, Inhalte, wonach anschließend die Visualisierung derer erfolgt. Auch die Chronologie wird eingehalten – so ist die zuletzt beschriebene zwölfte Tafel (welche von der beschriebenen Handlung her zwischen die anderen Tafeln gehört und wahrscheinlich den ersten elf Tafeln angehängt wurde) auch die letzte Tafel im Graphic Novel, obwohl ihre Ereignisse wahrscheinlich eher in der Mitte der Geschichte gespielt haben.
Man merkt schnell, dass Harder in Gilgamesch einen großen Fokus auf den Erhalt des ursprünglichen Gefühls des Epos gelegt hat. Unter anderem, weil er dies am Ende der Graphic Novel in einer Dokumentation des Entstehungsprozesses so beschreibt. Doch auch, weil sich Gilgamesch tatsächlich sehr schwer liest. Die verwendete Sprache in den Panelen ist sehr altertümlich, was der Autor damit begründet, dass er hauptsächlich ältere Übersetzungen als Vorlage genommen hat. Zum genaueren Verständnis ein Vergleich, welcher sich auch im Anhang der Graphic Novel findet.
Während modernere Übersetzungen einen Abschnitt mit den Worten beschreiben „Dort bewachen zwei skorpionmenshen ihre pforte, ihr anblick versetzt in schrecken, ihr blick ist tödliches gift, ihr glanz fürchterlich, er überstrahlt das ganze gebirge (…)“ (Gilgamesch Seite 129, nach der Übersetzung von Raoul Schrott von 2001), orientiert sich Harder an der Übersetzung von Albert Schott von 1934. Und dort klingt der gleiche Absatz so: „Skorpionmenschen halten am Bergtor Wacht, Deren Furchtbarkeit ungeheuer ist, Deren Anblick Tod ist, Deren großer Schreckensglanz Berge überhüllt (…)„ (Gilgamesch Seite 129).
Dieser Stil ist zugegeben sehr gewöhnungsbedürftig und zu Beginn empfand ich ihn tatsächlich als störend, weil für mich der Lesefluss dadurch gestört wurde. Es war anstrengend, den Sinn einiger Passagen zu begreifen, selbst mit visueller Unterstützung. Doch nach einer Weile gewöhnt man sich an die hochgestochene Sprache und lernt sie irgendwie sogar zu schätzen. Denn gerade dadurch werden das Alter und auch die mythologische Wirkung des Epos nochmals hervorgehoben.
Zugegeben ist dies nichts für jedermann. Ich habe auch lange überlegt deswegen eine niedrigere Wertung zu vergeben, doch im Gesamtbild des Werkes erscheint dies nicht angemessen. Denn die Intention von Harder lag eindeutig auf der Bewahrung des „ursprünglichen“ Gefühls dieses Mythos.

Dies zeigt sich auch in dem gewählten visuellen Stil, denn dieser ist ungewöhnlich. Die gesamte Geschichte um den Herrscher von Uruk ist via Reliefs dargestellt, das heißt als wäre das Epos in tönerne Tafeln gemeißelt. Eine interessante Idee, welche auch aufgeht, da dadurch eine Einzigartigkeit gewährleistet ist. Dennoch gelingt auch die Darstellung von Details oder Emotionen unerwartet gut in diesem Stil.
Zusammengefasst ist Gilgamesch eine imposante Adaption des titelgebenden Epos, welche aber gewisse Herausforderungen für den Leser bereithält. Der gewählte Sprachstil ist sehr altertümlich, weshalb der Lesefluss und das Verständnis erschwert sein können. Zwar gewöhnt man sich daran mit der Zeit und lernt es sogar zu schätzen, doch zu Beginn kann dies abschreckend wirken. Auch der Zeichenstil in Reliefform ist zunächst sehr ungewöhnlich, erzeugt aber eine einzigartige Atmosphäre für diesen mythologischen Graphic Novel.
Die harten Fakten

Verlag: Carlsen
Autor(en): Jens Harder
Zeichner(in): Jens Harder
Seitenanzahl: 144
Preis: 24,99 EUR
Bezugsquelle: Amazon, Carlsen Shop

 
Die Ausgestoßenen von Orion – Erstes Buch
Ähnlich wie Rückkehr nach Belzagor basiert das erste Buch über Die Ausgestoßenen von Orion auf einem Roman aus den Siebzigern. La Croix des décastés (zu Deutsch etwa „Das Kreuz der Ausgestoßenen“) von Julia Verlanger erschien im Jahre 1977 und bildet die Grundlage dieser Mischung aus Science- und Pulp-Fiction im Stile von Conan.
Auch hier haben die Menschen das Weltall besiedelt, doch teilweise ihre eigene Abstammung vergessen. Während einige Zivilisationen eine stetige technische Entwicklung aufweisen konnten, entwickelten sich andere in eine gegensätzliche Richtung.
So ist es auch auf dem Planeten geschehen, auf dem die Handlung von Die Ausgestoßenen von Orion stattfindet. Die dort herrschende Zivilisation wird durch ein strenges Kastensystem geprägt, in welchem Machtkämpfe an der Tagesordnung sind. In einen solchen gerät der Krieger Kolhen, der von den Priestern in eine Falle gelockt wird. Als Resultat wird er gebrandmarkt und mit dem Exil bestraft, in welchem er die ebenfalls verstoßene Tryana kennenlernt. Im Laufe der Geschichte müssen beide um ihr Überleben kämpfen und gleichzeitig den Machenschaften von Wesen entkommen, die scheinbar aus den Weiten des Himmels stammen…
Auch wenn der Einstieg eher ein Science-Fiction Werk vermuten lässt, wird man als Leser schnell eines Besseren belehrt und in die archaische Kultur von Kolhens und Tryanas Volk geworfen. Futuristische Elemente spielen nach wie vor eine Bedeutung, treten jedoch im weiteren Verlauf der Handlung etwas in den Hintergrund. Vielmehr begleitet man die beiden Exilanten auf ihrem Weg durch immer neue Gefahren und lernt von einer Verschwörung im Hintergrund, welche die Balance des Planeten zu gefährden droht.
Die Prämisse ist somit durchaus spannend – dennoch hat Die Ausgestoßenen von Orion mit einigen Problemen zu kämpfen. So hat man das Gefühl, dass die Handlung etwas gehetzt wirkt. Es erfolgen an einigen Stellen plötzliche Sprünge in der Geschichte, wo man sich mehr Hintergrund oder einfach Zeit für die Entwicklung einer Situation gewünscht hätte. Darüber hinaus werden immer wieder Charaktere eingeführt, die ein oder zwei Seiten später wieder irrelevant werden. Möglicherweise wird man hier in der Fortsetzung eines besseren belehrt, doch aktuell macht das vehement den Eindruck von vergebenem Potential.
Denn auch wenn die Geschichte bekannte Motive nutzt, regt sie zum Weiterlesen an. Nicht weil man viel mit den Charakteren verbindet, denn diese bleiben allesamt leider sehr blass. Doch das vermittelte große Ganze erzeugt eine Spannungssituation, deren Auflösung man durchaus gerne erfahren möchte. Meine Hoffnungen liegen deswegen sehr stark auf dem zweiten Teil.
Die grafische Aufarbeitung fällt besonders durch die limitierte Farbpalette auf, welche nochmals den Eindruck von klassischen Pulp-Werken vermittelt. Öde Landschaften und Umgebungen werden von Brauntönen dominiert, während für nächtliche Szenen besonders Dunkelblau häufig zum Einsatz kommt. Die dargestellten Welten und Charaktere sind schön gezeichnet, jedoch nicht ganz so markant und einzigartig wie beispielsweise bei Rückkehr nach Belzagor.
Das erste Buch von Die Ausgestoßenen von Orion hinterlässt einen gemischten Eindruck. Während grafischer Stil und der Metaplot das Interesse aufrechterhalten, steht sich das Storytelling selbst im Weg. An zu vielen Stellen hat man den Eindruck, dass relevante Details ausgelassen wurden. Darüber hinaus werden zu viele Charaktere direkt nach ihrer Einführung irrelevant. Dies hinterlässt den Anschein eines Einstiegsbandes, dessen Nachfolger einer Menge Aufarbeitung bedarf. Dennoch schimmert das Potential der Geschichte durch, weswegen man auch wissen möchte, wie es final weitergeht.
Die harten Fakten

Verlag: Splitter Verlag
Autor(en): Julia Verlanger, Éric Corbeyran
Zeichner(in): Jorge Miguel
Seitenanzahl: 48
Preis: 14,80 EUR
Bezugsquelle: Amazon, Splitter Shop

 
Fazit des Monats
Von alten Mythen bis hin zu Reisen zu den Sternen: Auch diesen Monat bedanken wir uns wieder bei den unterstützenden Verlagen zur Verfügungstellung der rezensierten Graphic Novels. Gerade im Hinblick auf die beiden Werke von Splitter ist es erfreulich zu sehen, wie literarische Werke aus den letzten Jahrzehnten immer wieder ihren Weg in das Medium der Graphic Novels finden. Angesichts der Vielzahl an kreativen Geschichten aus dieser Zeit kann man gespannt sein, was uns hier noch erwarten wird.
Doch dass sogar noch viel ältere Geschichten (wenn man die paar Jahrtausende des zugrunde liegenden Epos betrachtet) ihren Reiz ausüben können, zeigt eindrucksvoll Gilgamesch aus dem Hause Carlsen. Was sagt uns das? Im Endeffekt kommt es gar nicht so sehr auf das Alter der Geschichte an, Hauptsache sie vermag es unsere Gier nach guten Erzählungen zu befriedigen.
 
Artikelbilder: Splitter, Carlsen
Diese Produkte wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Durchgeblättert 01/2018 – Unser Graphic Novel Check | Belzagor, Gilgamesch und Orion

DC Big Monthly Januar 18 – Spitzenstart ins neue Jahr mit frischen Gesichtern

DC Big Monthly Januar 18 – Spitzenstart ins neue Jahr mit frischen Gesichtern
Der Januar 2018 ist bei DC ein ganz starker Monat, das zeigten bereits die einzelnen Heftserien in unserem DC Monthly. Mit Deathstroke, Red Hood und der Justice League of America ist es im Big Monthly nun die Stunde der Helden aus der zweiten Reihe. Doch die liefern wirklich ganz großes Kino!
Viele Helden aus der B-Liga der DC-Serien haben es diesmal in unseren Big Monthly geschafft. Deathstroke, Aquaman, Red Hood und die Outlaws, die brandneue Justice League of America und selbst Hal Jordan und das Green Lantern Corps können hierzulande an Beliebtheit nicht mit der Justice League und allen voran Batman mithalten. 
Vielleicht gerade deshalb überrascht dieser Monat den Comic-Leser, denn die B-Liga-Helden wagen es, sich dem direkten Vergleich zu stellen. Man darf vorwegnehmen: Einige dieser Reihen sind wirklich unterbewertet. Wagt man den Blick in die eher kleinen Reihen, erwarten einen Comics von überraschender Qualität.
Haupthandlung/Metaplot
Dieser Monat steckt voller neuer Bündnisse zwischen einstigen Gegnern. Während Deathstroke Seite an Seite mit einem Teen Titan kämpft, haben die Green Lanterns eine Allianz mit dem Yellow Lantern Corps geschmiedet und versuchen, diese zu verfestigen. Aquaman verbündet sich mit den Aquamarines, die zuletzt sein aquatisches Heim zerstören wollten. Währenddessen stellt Batman eine völlig neue Justice League of America zusammen, die so bunte Charaktere wie Lobo, Vixen, Atom, Black Canary und andere Helden vereinigt. Superman setzt sein Vertrauen in die rätselhafte Infinity Corporation, die seinen Tod wieder und wieder durchspielt, um ihn angeblich vor einer gewaltigen Gefahr zu retten. Und schließlich versucht Red Hood, sich endlich aus dem Schatten Batmans zu lösen, und tut sich dabei mit der kampfkräftigen Amazone Artemis und dem Superman-Klon Bizarro zusammen.
Justice League of America – Der Kryptonische Gott
Bei Der Kryptonische Gott gilt es für den Leser erst einmal, sich nicht verwirren zu lassen. Dieser Band erscheint zwar zeitgleich mit dem ersten Band der Justice League of America des Rebirth-Events, hat aber mit dieser Reihe und ihren Figuren nichts zu tun. Vielmehr ist Der Kryptonische Gott ein Sammelband mit den klassischen Helden der Justice League, und so schlagen sich hier Flash, Wonder Woman, Aquaman, Superman, Cyborg, Batman und Green Lantern Hal Jordan durch ein kosmisches Abenteuer. Die Story entstammt der Feder von Bryan Hitch. Hitch hatte es während des Rebirth-Events manches Mal nicht geschafft, mit seinen Storys für die Liga zu überzeugen. Dieser Band zeigt recht gut, wo die Stärken und Schwächen dieses Autors liegen. Zu Anfang wird der Leser Zeuge des Todes von Superman. Im Laufe der Geschichte zeigt sich aber, dass es sich nur um einen von vielen Supermen aus verschiedenen Zeitlinien handelt, deren Tode von der Infinity Corporation gesammelt und ausgewertet werden. Das erklärte Ziel: Superman vor einem Schicksal zu bewahren, das stärker ist als Raum und Zeit. Auf der Suche nach einem Weg, Supermans Tod zu verhindern, taucht die Justice League in ein Abenteuer ein, das sie sogar ins antike Krypton führt, und stellt sich einem Gegner, der nicht weniger zu sein scheint als eben der kryptonische Sonnengott Rao.
Die Geschichte ist insgesamt gut erzählt und bietet ausreichend Platz für eine ganze Menge Action. Allerdings liegen die Schwachpunkte des Ganzen in Hitchs Hang zur Story-Megalomanie. Alles wirkt so übergroß, so gewaltig, dass es den Leser zu erschlagen droht. Zeit für Feinheiten wie Charakterentwicklung bleibt da auch bei der gewaltigen Seitenfülle wenig.
Die Zeichnungen von Bryan Hitch und Tom Derenick sind sehr stark und ausdrucksvoll. Man merkt, wenn Autor und Zeichner eine echte Einheit bilden, denn dann sind Illustrationen und Geschichte perfekt aufeinander abgestimmt. Das ist hier definitiv der Fall. Die Dynamik, die die Seiten durchzieht, der gute Sinn für Choreographie und Action-Komposition machen diesen Band optisch zu einem Glanzlicht.
Die harten Fakten

Autor(en): Bryan Hytch
Zeichner(in): Bryan Hytch, Thomas „Tom“ Derenick
Seitenanzahl: 284
Preis: 24,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Aquaman 4 – Tethys
Was passiert, wenn man einen erfahrenen und passionierten Warhammer 40.000-Autor auf Aquaman loslässt? Man erhält submarine Science-Fiction vom Feinsten mit einem dunklen und bitteren Touch. Dan Abnett zeigt sich in Aquaman 4 von seiner besten Seite.
Um einer grässlichen Bedrohung Herr zu werden, bei der Atlanter von Seemonstern angegriffen und in ebensolche verwandelt werden, verbündet sich Arthur Curry mit den US-Streitkräften der Aquamarines. Diese genmanipulierte Spezialeinheit, die zuletzt noch gegen Atlantis stand, tritt nun den Monstern entgegen und wird gründlich aufgemischt. Wer sich in Warhammer ein wenig auskennt, der hat das Gefühl, mitten in eine Schlacht zwischen Space Marines und Tyranniden geraten zu sein. Die Atmosphäre ist klaustrophobisch bedrückend, die Lage verzweifelt. Der Storybogen ist ausgezeichnet gelungen. Doch auch die Geschichte um Meras Rolle in Atlantis ist noch nicht zu Ende erzählt und nimmt noch einige spannende Wendungen.
Aquaman behält seine hohe Zeichenqualität bei. Die Bilder sind eindrucksvoll und schaffen es, sowohl ruhige und friedvolle, als auch politisch intrigante oder actiongeladene Szenen ins rechte Licht zu rücken.
Die harten Fakten

Autor(en): Dan Abnett
Zeichner(in): Brad Walker et al.
Seitenanzahl: 156
Preis: 16,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Hal Jordan und das Green Lantern Corps 4 – Suche nach Hoffnung
Das Green Lantern Corps und die Yellow Lanterns haben ein fragiles Bündnis geschmiedet. Doch nicht alle Yellow Lanterns sind von dieser Allianz mit der Hoffnung überzeugt. Ein langer Weg bis zu einer echten Einheit liegt vor den beiden Teams. Einzelne müssen noch überzeugt werden. In seiner Überheblichkeit versucht Guy Gardner sein Überzeugungstalent ausgerechnet an Arkillo, einem der übelsten Vertreter des Corps der Angst. Es entbrennt ein Kampf Mann gegen Mann, ohne Energieringe.

Währenddessen suchen Hal Jordan und Kyle Rayner nach einer Erneuerung der Hoffnung. Doch die weiße Farbe von Kyles Kostüm erlischt im Laufe dieses Abenteuers. Was wird aus der vielleicht beliebtesten aller Lanterns?
Zeichnerisch sitzt wieder Ethan Van Sciver am Steuer. Und wie üblich gelingt es dem politisch äußerst fragwürdigen und menschlich wohl nicht wirklich sympathischen Zeichner, um den es so viele Kontroversen gibt, die Lanterns in Schönheit und Gewalt erstrahlen zu lassen. Van Sciver hat ein feines Gespür für Action und ein Talent für die Ästhetik der kosmischen Lantern-Abenteuer.
Die harten Fakten

Autor(en): Robert Venditti
Zeichner(in): Ethan Van Sciver et al
Seitenanzahl: 116
Preis: 12,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Deathstroke 4 – Dämmerung
Deathstroke hat sich seit seiner Entstehung durch Marv Wolfman zu einem sehr beliebten Charakter des DCEU gemausert. Der Schurke von einst ist längst ein Anti-Held geworden und strebt langsam aber sicher Richtung A-Besetzung. Slade Wilson ist nun einmal der beste Söldner der Welt … Ist er? Deadline, ein „Arbeitskollge“, ist da etwas anderer Meinung und stellt sich Wilson in den Weg. Dieser hat aber weiterhin mit seinen familiären Problemen zu kämpfen … im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in diesem Band kommt es zur Konfrontation des unzulänglichen Vaters mit seinem Sohn, der als Jericho im mächtigen Anzug seines Liebhabers Dr. Ikon den Kampf sucht.

Unterstützt wird Deathstroke dabei von Powergirl von den Titans und seiner Tochter. Und auch der grünhäutige Gestaltwandler Beast Boy gibt sich die Ehre. Ob diese geballte Kampfkraft ausreicht, um ein Metawesen von Jerichos Kraft in die Knie zu zwingen?
Joe Bennett ist ein echter Künstler, der sich auf Komposition und die Darstellung von Emotion versteht. Er harmoniert sehr gut mit Autor Christopher Priest, und gemeinsam gelingt ihnen mit Deathstroke eine Serie mit einer sehr tiefgründigen und gespaltenen Atmosphäre, die sich angenehm abseits des typisch-bunten Superhelden-Treibens bewegt.
Die harten Fakten

Autor(en): Christopher Priest
Zeichner(in): Joe Bennett et al.
Seitenanzahl: 116
Preis: 12,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Justice League of America 1 – Die Extremists
Die neue Justice League of America hatte letzten Monat mit einem Rebirth-Special einen guten Auftakt. Hier hatte man etwas Zeit, die einzelnen Figuren dieses neuen, von Batman geschaffenen Teams näher anzuschauen. Nun ist es Zeit für den ersten großen Einsatz dieses Teams. Zugegeben, man befürchtet zunächst eine weitere Serie recht geistloser Action mit „coolen“ Anti-Helden, wie sie vom Anfang des Suicide Squad-Runs bekannt ist. Ein Team aus fragwürdigen Gestalten wie dem brutalen Kopfgeldjäger Lobo, der eiskalten Ex-Schurkin Killer Frost (die ja auch schon einen Auftritt in der Squad hatte), der zerrissenen Black Canary und unerfahrenen Figuren wie Vixen, dem Energie-Wandler Ray oder dem noch völligen Neuling Atom legen eine solche Vermutung nahe. Also war dieser Band nicht nur die Feuerprobe für das Team, sondern auch für die Serie. Diese ist gelungen. Im Kampf gegen Lord Havoc und seine Extremists überwiegt zwar, wie erwartet, die knallharte Action. Anders als bei dem Team von Amanda Waller stimmt hier aber die Zusammensetzung der Charaktere, und die Interaktion untereinander ist durchaus lebendig und amüsant. Man darf eben keine tiefgründigen, philosophischen Einlassungen erwarten. Wer Action mag, ist hier gut bedient.
Auch im Zeichenstil hebt sich Justice League of America angenehm von der verlagsinternen Hauptkonkurrenz ab. Die Zeichnungen sind klar, man verliert bei all der Action nicht die Übersicht. Klar wird es auch blutig, das lässt sich mit Lobo im Team nicht vermeiden. Doch auch Mimik und Ausdruck stimmen und kommen nicht zu kurz.
Die harten Fakten

Autor(en): Steve Orlando
Zeichner(in): Ivan Reis et al.
Seitenanzahl: 132
Preis: 14,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
All-Star Batman 2 – Die Enden der Welt
Zwei Titel konkurrieren in diesem Monat um den Titel „Highlight des Monats“. Einer davon ist All-Star Batman. Dieser Band hat es in sich. Den Auftakt bietet eine Konfrontation mit Dr. Victor Fries alias Mr. Freeze, der, um seine geliebte Nora endlich aus dem Kälteschlaf holen zu können, die Welt in eine globale Eislandschaft verwandeln möchte. Dieses Kapitel ist so enorm intensiv, so eindringlich und fast schmerzhaft schön in seiner kalten Ästhetik, dass der Leser sofort gefangen ist. Doch Fries ist nicht der eigentliche Kern des Problems. Um zum Drahtzieher hinter allem Übel zu kommen, muss Batman sich mit Poison Ivy, Mad Hatter und R’as al Ghul messen. Auch der Joker und die Bat-Familie scheinen sich gegen den Dunklen Ritter zu erheben.
Zudem wird die Geschichte des jungen Duke Thomas, den Batman als The Signal an seine Seite holte, fortgeführt. Das ist erfrischend, weil man von Duke bislang recht wenig zu sehen bekam. Da tut es gut, ihn in einem emotional tiefgründigen Kampf gegen Victor Zsasz, den sadistischen Schlitzer, erleben zu dürfen. Zsasz-Geschichten tragen immer das Versprechen in sich, die betroffenen Helden bis an die Grenzen zu belasten und ganz tiefe Einblicke in deren Seele zu erlauben. Das ist auch hier wieder der Fall.
Sind die Geschichten dieses Bandes schon genial, so sind die Zeichnungen die absolut stimmige Ergänzung. Jedes Kapitel weicht in seinem Zeichenstil vom Vorgänger ab und passt zur charakterlichen Atmosphäre des jeweiligen Schurken. Die psychedelische Optik um Poison Ivy, die kantig-harte Linienführung um Ra’s al Ghul, die modern-dunklen Noten bei Victor Zsasz – sie alle sind so ausdrucksvoll, dass es schwerfällt, den Band zur Seite zu legen. Besonders beeindruckt jedoch der Mr.-Freeze-Part mit seiner kalten und klirrenden Atmosphäre. Hier wurde auch komplett auf Sprechblasen verzichtet. Bei klangvollen Künstlernamen wie Jock, Tula Lotay, Giuseppe Camuncoli und Francesco Francavilla überrascht die Qualität des Bandes nicht.
Die harten Fakten

Autor(en): Scott Snyder
Zeichner(in): Jock et al.
Seitenanzahl: 180
Preis:16,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Red Hood und die Outlaws Megaband 1 
Während All-Star Batman 2 unter künstlerischen Gesichtspunkten den Titel verdient hätte, ist es doch ausgerechnet Jason Todd alias Red Hood mit seinen Outlaws gelungen, den Comic-Band seines einstigen Mentors zu übertrumpfen. Denn Red Hood und die Outlaws Megaband 1 ist ein Fest für langjährige DC-Fans. Jason Todd möchte endlich aus dem Schatten seines Mentors Batman heraustreten und ein neues Leben beginnen – nach eigenen Regeln. Als Bruce ihn für Ermittlungen gegen Black Mask einstellt, ist Jason zunächst mehr als skeptisch, doch er nimmt die Aufgabe an und schleust sich in Black Masks Organisation ein. Hier lernt er nicht nur, dass Batmans Regeln durchaus ihre Berechtigung und auch ihn maßgeblich geprägt haben. Er lernt auch die temperamentvolle Amazone Artemis kennen, die sich auf der Suche nach einer göttlichen Waffe befindet. Bald gesellt sich auch der Superman-Klon Bizarro zu dem ungewöhnlichen Duo und stellt die beiden so dickköpfigen Helden vor eine große Herausforderung: Sie wollen ihm helfen, einen Platz in der Welt zu finden.
Endlich gelingt es einem Kreativteam, wieder richtig an die Vergangenheit von Jason Todd anzuknüpfen und den Charakter als Ganzes zu sehen, nicht nur als den Robin, den der Joker irgendwann einmal getötet hat. Wer seinerzeit Storybögen wie die erste Begegnung zwischen Batman und Jason, Jasons Aufwachsen bei Ma Gunn und schließlich seinen Tod in Tod in der Familie miterlebt hat, der wird endlich wieder den jungen Mann erkennen, der damals die Reifen des Batmobils stahl. Die Begegnung zwischen Batman und Jason fand 1983 statt, es war eine der ersten Batman-Geschichten, die ich zu lesen bekam. Daher verbindet mich viel mit diesem zweiten Robin. Der Charme dieses Comics entfaltet also bei mir seine volle Wirkung.
Auch die anderen beiden Protagonisten sind hervorragend charakterisiert. Artemis ist eine schuldzerfressene, dickköpfige Kriegerin, die einige Dinge in ihrem Leben einfach wieder richtigstellen möchte. Dabei fällt der Schatten Wonder Womans immer wieder über sie, und sie wehrt sich tapfer gegen dieses Amazonen-Image. Bizarro ist weit mehr als der Anti-Superman, der er einmal war. Er erinnert in der neuen Konzeption mehr an Mary Wollstonecraft Shelleys Frankenstein.

Wie das Monster ist er eine kindlich-freundliche Seele in einem Köper, der zu viel Kraft und Macht besitzt. Die Welt betrachtet ihn mit Argwohn und Ablehnung, doch er sieht die Schönheit, sucht Nähe und Vertrauen. Diese Outlaws sind keine knallig-bunten Antihelden mit coolen Sprüchen, wie wir sie in der Vergangenheit erlebt haben. Es sind zerrissene Gestalten mit dem Wunsch nach Hoffnung, die beieinander nach Halt suchen.
Die Zeichnungen sind lebendig und wissen mit klassischem DC-Stil zu überzeugen. Die Figuren sehen großartig aus, Szenerien und Sequenzen wirken sehr real und detailliert. Auch die emotionale Komponente kommt nicht zu kurz, was sich sehr schön in Szenen zeigt, in denen Jason mit Bizarro am See sitzt und über die Welt sinniert. Insbesondere das Abschluss-Bild des Megabandes erschlägt förmlich mit Emotionalität und schreit nach einer schnellen Fortsetzung.
Die harten Fakten

Autor(en): Scott Lobdell
Zeichner(in): Dexter Soy
Seitenanzahl: 268
Preis: 28,00 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Fazit des Monats
Der Januar 2018 ist ein Spitzenmonat, und wenn das Jahr so weitergeht, wird es ein tolles Jahr bei DC/Panini. Während Deathstroke sich seinem Sohn endlich in einem vielleicht entscheidenden Duell stellt, kommt bei Aquaman echte düstere SciFi-Stimmung wie bei Warhammer 40.000 auf, als Atlantis von gigantischen Bestien heimgesucht wird. Der Sammelband Der Kryptonische Gott weiß leider nicht völlig zu überzeugen, dafür bietet aber die neue Justice League of America in ihrem ersten Band ein ausgewogenes Miteinander von Action und Charakter-Interaktion. Hal Jordans Green Lantern Corps muss sich auf einige sehr überraschende Entwicklungen gefasst machen. Insbesondere Kyle Raynor ist nach diesem Band nicht mehr, was er einmal war. Aber die wirklichen Highlights sind All-Star Batman und Red Hood und die Outlaws.
Bei All-Star Batman vereinigt Scott Snyder sein Schreibtalent mit der Kunst einiger der namhaftesten Comic-Künstler, und so entsteht ein Meisterwerk an Bildkompositionen und Erzählkunst. Red Hood und die Outlaws ist hingegen Rebirth auf höchstem Niveau. Endlich wird Jason Todd wieder als der Charakter präsentiert, der er einst war. Ihm zur Seite stehen zwei tolle Figuren, denn Artemis und Bizarro sind absolut liebenswert und toll inszeniert. Ein verdientes Highlight in einem ganz großen Monat.
 
Artikelbild: Panini Comics
Diese Produkte wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Der Januar 2018 ist bei DC ein ganz starker Monat, das zeigten bereits die einzelnen Heftserien in unserem DC Monthly. Mit Deathstroke, Red Hood und der Justice League of America ist es im Big Monthly nun die Stunde der Helden aus der zweiten Reihe. Doch die liefern wirklich ganz großes Kino!
Viele Helden aus der B-Liga der DC-Serien haben es diesmal in unseren Big Monthly geschafft. Deathstroke, Aquaman, Red Hood und die Outlaws, die brandneue Justice League of America und selbst Hal Jordan und das Green Lantern Corps können hierzulande an Beliebtheit nicht mit der Justice League und allen voran Batman mithalten. 
Vielleicht gerade deshalb überrascht dieser Monat den Comic-Leser, denn die B-Liga-Helden wagen es, sich dem direkten Vergleich zu stellen. Man darf vorwegnehmen: Einige dieser Reihen sind wirklich unterbewertet. Wagt man den Blick in die eher kleinen Reihen, erwarten einen Comics von überraschender Qualität.
Haupthandlung/Metaplot
Dieser Monat steckt voller neuer Bündnisse zwischen einstigen Gegnern. Während Deathstroke Seite an Seite mit einem Teen Titan kämpft, haben die Green Lanterns eine Allianz mit dem Yellow Lantern Corps geschmiedet und versuchen, diese zu verfestigen. Aquaman verbündet sich mit den Aquamarines, die zuletzt sein aquatisches Heim zerstören wollten. Währenddessen stellt Batman eine völlig neue Justice League of America zusammen, die so bunte Charaktere wie Lobo, Vixen, Atom, Black Canary und andere Helden vereinigt. Superman setzt sein Vertrauen in die rätselhafte Infinity Corporation, die seinen Tod wieder und wieder durchspielt, um ihn angeblich vor einer gewaltigen Gefahr zu retten. Und schließlich versucht Red Hood, sich endlich aus dem Schatten Batmans zu lösen, und tut sich dabei mit der kampfkräftigen Amazone Artemis und dem Superman-Klon Bizarro zusammen.
Justice League of America – Der Kryptonische Gott
Bei Der Kryptonische Gott gilt es für den Leser erst einmal, sich nicht verwirren zu lassen. Dieser Band erscheint zwar zeitgleich mit dem ersten Band der Justice League of America des Rebirth-Events, hat aber mit dieser Reihe und ihren Figuren nichts zu tun. Vielmehr ist Der Kryptonische Gott ein Sammelband mit den klassischen Helden der Justice League, und so schlagen sich hier Flash, Wonder Woman, Aquaman, Superman, Cyborg, Batman und Green Lantern Hal Jordan durch ein kosmisches Abenteuer. Die Story entstammt der Feder von Bryan Hitch. Hitch hatte es während des Rebirth-Events manches Mal nicht geschafft, mit seinen Storys für die Liga zu überzeugen. Dieser Band zeigt recht gut, wo die Stärken und Schwächen dieses Autors liegen. Zu Anfang wird der Leser Zeuge des Todes von Superman. Im Laufe der Geschichte zeigt sich aber, dass es sich nur um einen von vielen Supermen aus verschiedenen Zeitlinien handelt, deren Tode von der Infinity Corporation gesammelt und ausgewertet werden. Das erklärte Ziel: Superman vor einem Schicksal zu bewahren, das stärker ist als Raum und Zeit. Auf der Suche nach einem Weg, Supermans Tod zu verhindern, taucht die Justice League in ein Abenteuer ein, das sie sogar ins antike Krypton führt, und stellt sich einem Gegner, der nicht weniger zu sein scheint als eben der kryptonische Sonnengott Rao.
Die Geschichte ist insgesamt gut erzählt und bietet ausreichend Platz für eine ganze Menge Action. Allerdings liegen die Schwachpunkte des Ganzen in Hitchs Hang zur Story-Megalomanie. Alles wirkt so übergroß, so gewaltig, dass es den Leser zu erschlagen droht. Zeit für Feinheiten wie Charakterentwicklung bleibt da auch bei der gewaltigen Seitenfülle wenig.
Die Zeichnungen von Bryan Hitch und Tom Derenick sind sehr stark und ausdrucksvoll. Man merkt, wenn Autor und Zeichner eine echte Einheit bilden, denn dann sind Illustrationen und Geschichte perfekt aufeinander abgestimmt. Das ist hier definitiv der Fall. Die Dynamik, die die Seiten durchzieht, der gute Sinn für Choreographie und Action-Komposition machen diesen Band optisch zu einem Glanzlicht.
Die harten Fakten

Autor(en): Bryan Hytch
Zeichner(in): Bryan Hytch, Thomas „Tom“ Derenick
Seitenanzahl: 284
Preis: 24,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Aquaman 4 – Tethys
Was passiert, wenn man einen erfahrenen und passionierten Warhammer 40.000-Autor auf Aquaman loslässt? Man erhält submarine Science-Fiction vom Feinsten mit einem dunklen und bitteren Touch. Dan Abnett zeigt sich in Aquaman 4 von seiner besten Seite.
Um einer grässlichen Bedrohung Herr zu werden, bei der Atlanter von Seemonstern angegriffen und in ebensolche verwandelt werden, verbündet sich Arthur Curry mit den US-Streitkräften der Aquamarines. Diese genmanipulierte Spezialeinheit, die zuletzt noch gegen Atlantis stand, tritt nun den Monstern entgegen und wird gründlich aufgemischt. Wer sich in Warhammer ein wenig auskennt, der hat das Gefühl, mitten in eine Schlacht zwischen Space Marines und Tyranniden geraten zu sein. Die Atmosphäre ist klaustrophobisch bedrückend, die Lage verzweifelt. Der Storybogen ist ausgezeichnet gelungen. Doch auch die Geschichte um Meras Rolle in Atlantis ist noch nicht zu Ende erzählt und nimmt noch einige spannende Wendungen.
Aquaman behält seine hohe Zeichenqualität bei. Die Bilder sind eindrucksvoll und schaffen es, sowohl ruhige und friedvolle, als auch politisch intrigante oder actiongeladene Szenen ins rechte Licht zu rücken.
Die harten Fakten

Autor(en): Dan Abnett
Zeichner(in): Brad Walker et al.
Seitenanzahl: 156
Preis: 16,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Hal Jordan und das Green Lantern Corps 4 – Suche nach Hoffnung
Das Green Lantern Corps und die Yellow Lanterns haben ein fragiles Bündnis geschmiedet. Doch nicht alle Yellow Lanterns sind von dieser Allianz mit der Hoffnung überzeugt. Ein langer Weg bis zu einer echten Einheit liegt vor den beiden Teams. Einzelne müssen noch überzeugt werden. In seiner Überheblichkeit versucht Guy Gardner sein Überzeugungstalent ausgerechnet an Arkillo, einem der übelsten Vertreter des Corps der Angst. Es entbrennt ein Kampf Mann gegen Mann, ohne Energieringe.

Währenddessen suchen Hal Jordan und Kyle Rayner nach einer Erneuerung der Hoffnung. Doch die weiße Farbe von Kyles Kostüm erlischt im Laufe dieses Abenteuers. Was wird aus der vielleicht beliebtesten aller Lanterns?
Zeichnerisch sitzt wieder Ethan Van Sciver am Steuer. Und wie üblich gelingt es dem politisch äußerst fragwürdigen und menschlich wohl nicht wirklich sympathischen Zeichner, um den es so viele Kontroversen gibt, die Lanterns in Schönheit und Gewalt erstrahlen zu lassen. Van Sciver hat ein feines Gespür für Action und ein Talent für die Ästhetik der kosmischen Lantern-Abenteuer.
Die harten Fakten

Autor(en): Robert Venditti
Zeichner(in): Ethan Van Sciver et al
Seitenanzahl: 116
Preis: 12,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Deathstroke 4 – Dämmerung
Deathstroke hat sich seit seiner Entstehung durch Marv Wolfman zu einem sehr beliebten Charakter des DCEU gemausert. Der Schurke von einst ist längst ein Anti-Held geworden und strebt langsam aber sicher Richtung A-Besetzung. Slade Wilson ist nun einmal der beste Söldner der Welt … Ist er? Deadline, ein „Arbeitskollge“, ist da etwas anderer Meinung und stellt sich Wilson in den Weg. Dieser hat aber weiterhin mit seinen familiären Problemen zu kämpfen … im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in diesem Band kommt es zur Konfrontation des unzulänglichen Vaters mit seinem Sohn, der als Jericho im mächtigen Anzug seines Liebhabers Dr. Ikon den Kampf sucht.

Unterstützt wird Deathstroke dabei von Powergirl von den Titans und seiner Tochter. Und auch der grünhäutige Gestaltwandler Beast Boy gibt sich die Ehre. Ob diese geballte Kampfkraft ausreicht, um ein Metawesen von Jerichos Kraft in die Knie zu zwingen?
Joe Bennett ist ein echter Künstler, der sich auf Komposition und die Darstellung von Emotion versteht. Er harmoniert sehr gut mit Autor Christopher Priest, und gemeinsam gelingt ihnen mit Deathstroke eine Serie mit einer sehr tiefgründigen und gespaltenen Atmosphäre, die sich angenehm abseits des typisch-bunten Superhelden-Treibens bewegt.
Die harten Fakten

Autor(en): Christopher Priest
Zeichner(in): Joe Bennett et al.
Seitenanzahl: 116
Preis: 12,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Justice League of America 1 – Die Extremists
Die neue Justice League of America hatte letzten Monat mit einem Rebirth-Special einen guten Auftakt. Hier hatte man etwas Zeit, die einzelnen Figuren dieses neuen, von Batman geschaffenen Teams näher anzuschauen. Nun ist es Zeit für den ersten großen Einsatz dieses Teams. Zugegeben, man befürchtet zunächst eine weitere Serie recht geistloser Action mit „coolen“ Anti-Helden, wie sie vom Anfang des Suicide Squad-Runs bekannt ist. Ein Team aus fragwürdigen Gestalten wie dem brutalen Kopfgeldjäger Lobo, der eiskalten Ex-Schurkin Killer Frost (die ja auch schon einen Auftritt in der Squad hatte), der zerrissenen Black Canary und unerfahrenen Figuren wie Vixen, dem Energie-Wandler Ray oder dem noch völligen Neuling Atom legen eine solche Vermutung nahe. Also war dieser Band nicht nur die Feuerprobe für das Team, sondern auch für die Serie. Diese ist gelungen. Im Kampf gegen Lord Havoc und seine Extremists überwiegt zwar, wie erwartet, die knallharte Action. Anders als bei dem Team von Amanda Waller stimmt hier aber die Zusammensetzung der Charaktere, und die Interaktion untereinander ist durchaus lebendig und amüsant. Man darf eben keine tiefgründigen, philosophischen Einlassungen erwarten. Wer Action mag, ist hier gut bedient.
Auch im Zeichenstil hebt sich Justice League of America angenehm von der verlagsinternen Hauptkonkurrenz ab. Die Zeichnungen sind klar, man verliert bei all der Action nicht die Übersicht. Klar wird es auch blutig, das lässt sich mit Lobo im Team nicht vermeiden. Doch auch Mimik und Ausdruck stimmen und kommen nicht zu kurz.
Die harten Fakten

Autor(en): Steve Orlando
Zeichner(in): Ivan Reis et al.
Seitenanzahl: 132
Preis: 14,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
All-Star Batman 2 – Die Enden der Welt
Zwei Titel konkurrieren in diesem Monat um den Titel „Highlight des Monats“. Einer davon ist All-Star Batman. Dieser Band hat es in sich. Den Auftakt bietet eine Konfrontation mit Dr. Victor Fries alias Mr. Freeze, der, um seine geliebte Nora endlich aus dem Kälteschlaf holen zu können, die Welt in eine globale Eislandschaft verwandeln möchte. Dieses Kapitel ist so enorm intensiv, so eindringlich und fast schmerzhaft schön in seiner kalten Ästhetik, dass der Leser sofort gefangen ist. Doch Fries ist nicht der eigentliche Kern des Problems. Um zum Drahtzieher hinter allem Übel zu kommen, muss Batman sich mit Poison Ivy, Mad Hatter und R’as al Ghul messen. Auch der Joker und die Bat-Familie scheinen sich gegen den Dunklen Ritter zu erheben.
Zudem wird die Geschichte des jungen Duke Thomas, den Batman als The Signal an seine Seite holte, fortgeführt. Das ist erfrischend, weil man von Duke bislang recht wenig zu sehen bekam. Da tut es gut, ihn in einem emotional tiefgründigen Kampf gegen Victor Zsasz, den sadistischen Schlitzer, erleben zu dürfen. Zsasz-Geschichten tragen immer das Versprechen in sich, die betroffenen Helden bis an die Grenzen zu belasten und ganz tiefe Einblicke in deren Seele zu erlauben. Das ist auch hier wieder der Fall.
Sind die Geschichten dieses Bandes schon genial, so sind die Zeichnungen die absolut stimmige Ergänzung. Jedes Kapitel weicht in seinem Zeichenstil vom Vorgänger ab und passt zur charakterlichen Atmosphäre des jeweiligen Schurken. Die psychedelische Optik um Poison Ivy, die kantig-harte Linienführung um Ra’s al Ghul, die modern-dunklen Noten bei Victor Zsasz – sie alle sind so ausdrucksvoll, dass es schwerfällt, den Band zur Seite zu legen. Besonders beeindruckt jedoch der Mr.-Freeze-Part mit seiner kalten und klirrenden Atmosphäre. Hier wurde auch komplett auf Sprechblasen verzichtet. Bei klangvollen Künstlernamen wie Jock, Tula Lotay, Giuseppe Camuncoli und Francesco Francavilla überrascht die Qualität des Bandes nicht.
Die harten Fakten

Autor(en): Scott Snyder
Zeichner(in): Jock et al.
Seitenanzahl: 180
Preis:16,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Red Hood und die Outlaws Megaband 1 
Während All-Star Batman 2 unter künstlerischen Gesichtspunkten den Titel verdient hätte, ist es doch ausgerechnet Jason Todd alias Red Hood mit seinen Outlaws gelungen, den Comic-Band seines einstigen Mentors zu übertrumpfen. Denn Red Hood und die Outlaws Megaband 1 ist ein Fest für langjährige DC-Fans. Jason Todd möchte endlich aus dem Schatten seines Mentors Batman heraustreten und ein neues Leben beginnen – nach eigenen Regeln. Als Bruce ihn für Ermittlungen gegen Black Mask einstellt, ist Jason zunächst mehr als skeptisch, doch er nimmt die Aufgabe an und schleust sich in Black Masks Organisation ein. Hier lernt er nicht nur, dass Batmans Regeln durchaus ihre Berechtigung und auch ihn maßgeblich geprägt haben. Er lernt auch die temperamentvolle Amazone Artemis kennen, die sich auf der Suche nach einer göttlichen Waffe befindet. Bald gesellt sich auch der Superman-Klon Bizarro zu dem ungewöhnlichen Duo und stellt die beiden so dickköpfigen Helden vor eine große Herausforderung: Sie wollen ihm helfen, einen Platz in der Welt zu finden.
Endlich gelingt es einem Kreativteam, wieder richtig an die Vergangenheit von Jason Todd anzuknüpfen und den Charakter als Ganzes zu sehen, nicht nur als den Robin, den der Joker irgendwann einmal getötet hat. Wer seinerzeit Storybögen wie die erste Begegnung zwischen Batman und Jason, Jasons Aufwachsen bei Ma Gunn und schließlich seinen Tod in Tod in der Familie miterlebt hat, der wird endlich wieder den jungen Mann erkennen, der damals die Reifen des Batmobils stahl. Die Begegnung zwischen Batman und Jason fand 1983 statt, es war eine der ersten Batman-Geschichten, die ich zu lesen bekam. Daher verbindet mich viel mit diesem zweiten Robin. Der Charme dieses Comics entfaltet also bei mir seine volle Wirkung.
Auch die anderen beiden Protagonisten sind hervorragend charakterisiert. Artemis ist eine schuldzerfressene, dickköpfige Kriegerin, die einige Dinge in ihrem Leben einfach wieder richtigstellen möchte. Dabei fällt der Schatten Wonder Womans immer wieder über sie, und sie wehrt sich tapfer gegen dieses Amazonen-Image. Bizarro ist weit mehr als der Anti-Superman, der er einmal war. Er erinnert in der neuen Konzeption mehr an Mary Wollstonecraft Shelleys Frankenstein.

Wie das Monster ist er eine kindlich-freundliche Seele in einem Köper, der zu viel Kraft und Macht besitzt. Die Welt betrachtet ihn mit Argwohn und Ablehnung, doch er sieht die Schönheit, sucht Nähe und Vertrauen. Diese Outlaws sind keine knallig-bunten Antihelden mit coolen Sprüchen, wie wir sie in der Vergangenheit erlebt haben. Es sind zerrissene Gestalten mit dem Wunsch nach Hoffnung, die beieinander nach Halt suchen.
Die Zeichnungen sind lebendig und wissen mit klassischem DC-Stil zu überzeugen. Die Figuren sehen großartig aus, Szenerien und Sequenzen wirken sehr real und detailliert. Auch die emotionale Komponente kommt nicht zu kurz, was sich sehr schön in Szenen zeigt, in denen Jason mit Bizarro am See sitzt und über die Welt sinniert. Insbesondere das Abschluss-Bild des Megabandes erschlägt förmlich mit Emotionalität und schreit nach einer schnellen Fortsetzung.
Die harten Fakten

Autor(en): Scott Lobdell
Zeichner(in): Dexter Soy
Seitenanzahl: 268
Preis: 28,00 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Fazit des Monats
Der Januar 2018 ist ein Spitzenmonat, und wenn das Jahr so weitergeht, wird es ein tolles Jahr bei DC/Panini. Während Deathstroke sich seinem Sohn endlich in einem vielleicht entscheidenden Duell stellt, kommt bei Aquaman echte düstere SciFi-Stimmung wie bei Warhammer 40.000 auf, als Atlantis von gigantischen Bestien heimgesucht wird. Der Sammelband Der Kryptonische Gott weiß leider nicht völlig zu überzeugen, dafür bietet aber die neue Justice League of America in ihrem ersten Band ein ausgewogenes Miteinander von Action und Charakter-Interaktion. Hal Jordans Green Lantern Corps muss sich auf einige sehr überraschende Entwicklungen gefasst machen. Insbesondere Kyle Raynor ist nach diesem Band nicht mehr, was er einmal war. Aber die wirklichen Highlights sind All-Star Batman und Red Hood und die Outlaws.
Bei All-Star Batman vereinigt Scott Snyder sein Schreibtalent mit der Kunst einiger der namhaftesten Comic-Künstler, und so entsteht ein Meisterwerk an Bildkompositionen und Erzählkunst. Red Hood und die Outlaws ist hingegen Rebirth auf höchstem Niveau. Endlich wird Jason Todd wieder als der Charakter präsentiert, der er einst war. Ihm zur Seite stehen zwei tolle Figuren, denn Artemis und Bizarro sind absolut liebenswert und toll inszeniert. Ein verdientes Highlight in einem ganz großen Monat.
 
Artikelbild: Panini Comics
Diese Produkte wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de DC Big Monthly Januar 18 – Spitzenstart ins neue Jahr mit frischen Gesichtern

DC Monthly Januar 2018: Mit voller Kraft ins Neue Jahr

DC Monthly Januar 2018: Mit voller Kraft ins Neue Jahr
Das neue Jahr hat begonnen, und damit erwachen natürlich in jedem Comic-Leser auch neue Erwartungen. Setzt das DCU seinen bisherigen Kurs fort, so dürfen wir starke Comics und streckenweise kriselnde Verfilmungen erwarten, die Leser und Zuschauer erneut spalten werden. Zumindest für die treuen Leser geht es 2018 jedoch gut los.
2017 war für DC Entertainment ein durchwachsenes Jahr. In der Filmbranche blieb man weit hinter den hohen Erwartungen der Fans zurück. Insbesondere Justice League spaltete die Zuschauerschaft. Doch bei den Comics wurde der Beginn des großartigen Rebirth-Events in Deutschland gefeiert, eines Ereignisses, das eine Wiedergeburt des beliebten DC-Universums darstellte.
In der Rückschau darf man sagen, dass der Auftakt von Rebirth ein voller Erfolg war und das Konzept, bekannte und zum Teil angestaubte Figuren in neuen Kontext und neue Beziehungsgeflechte einzubauen, bislang gut aufgegangen ist. 2018 geht Rebirth nun in die nächste Runde, bevor wir uns in Kürze auf die Auflösung der größten Mysterien des Events freuen dürfen. Bis dahin wartet der Januar jedoch mit einigen wirklich starken Stories auf.
Haupthandlung/Metaplot
Sollte eine Überschrift für alle Hefte des Januar gefunden werden, müsste sie wohl „Die Vorbereitung“ lauten. Denn große Enthüllungen werfen ihre Schatten voraus, wenn in Kürze die Story um Batman und den mysteriösen Smiley-Button beginnt. Daher wird Altes langsam zum Abschluss geführt, der Schleier der Geheimnisse beginnt sich zu lüften.
Justice League 9 – Was ist Zeit?
Bryan Hitch setzt seine neue, recht stark erzählte Justice League-Story in Zeitlos weiter fort. Die Zeit ist weiterhin aus den Fugen und unsere Helden quer durch die Epochen verteilt. Vom alten Atlantis, in dem sich Aquaman tapfer schlägt, über Wonder Womans Aufenthalt im alten Griechenland bis in die fernste Zukunft reicht Hitchs bislang stärkste Geschichte im Rahmen von Rebirth durch vielfältige Epochen. Dabei gilt es nicht nur Braniac zu bekämpfen. Denn hinter allem scheint sich ein viel zerstörerischer Feind mit tödlichen Absichten zu verbergen. Handelt es sich wirklich um Lex Luthors Tochter?
Hitch liefert hier nicht nur die beste Story der bislang manchmal kränkelnden Justice League seit Beginn von Rebirth. Der Leser erhält außerdem ein nettes Bonus-Geschenk. Denn dem eingeschweißten Heft liegt ein Panini-Sammelalbum zur Verfilmung der Justice League und den anderen Filmen wie Man of Steel, Batman V Superman und Wonder Woman bei.
Auch zeichnerisch ist dieses Heft aus dem Zeichenstift von Fernando Pasarin früheren Ausgaben der Serie überlegen. Der Spanier zeigt in seinem Stil immer noch Ansätze franko-belgischer Comic-Kunst, womit seine Karriere einst ihren Anfang nahm. Dies zeigt sich insbesondere in den dynamischen Konturen und der Emotionalität seiner Charaktere. Die ausgeprägten Kolorierungen von Christian Heiss fügen einen amerikanischen und DC-typischen Touch hinzu, was insgesamt ein stimmiges, irgendwie klassisch wirkendes Gesamtbild ergibt.
Die harten Fakten

Autor(en): Bryan Hitch
Zeichner(in): Fernando Pasarin
Seitenanzahl: 52
Preis: 4,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Suicide Squad 7 – Tod und Auferstehung
Auch die Suicide Squad setzt ihren im letzten Jahr schwach begonnenen Lauf nun mit neuer Kraft fort. Nach dem Tod ihrer verhasst-geliebten Anführerin Amanda Waller schlägt sich das Team mit dem fanatischen Wüstenkrieger Rustam herum. Doch was wie die typische Schlägerei zwischen Anti-Helden und Schurken beginnt, treibt die Squad an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Tod, Verrat und Erschöpfung lauern an allen Enden. Während einige Squad-Mitglieder (und unter ihnen besonders Captain Boomerang) zu sich selbst finden müssen, finden andere den Untergang. Am Ende des Tunnels liegt jedoch Hoffnung… in der Form, die man vielleicht am wenigsten erwartet hätte.
Während die Story stark und dynamisch wirkt, treffen die Zeichnungen von John Romita Jr. nicht ganz meinen Geschmack. Sie wirken sehr jugendlich und frisch, jedoch in ihren Konturen zu scharfkantig und teilweise sperrig und roh. Das passt jedoch ganz gut zu der neu gewonnenen Dynamik, die die Serie nun auszeichnet.
Die harten Fakten

Autor(en):Rob Williams
Zeichner(in): John Romita Jr., Eddy Barrows
Seitenanzahl: 52
Preis: 4,99 EUR
Bezugsquelle:  Panini Comics

 
Batman 9 – Ich bin Batman
Der Kampf zwischen Batman und Bane, jener Kampf, der mittlerweile fast genauso prägend für den Dunklen Ritter ist wie sein Konflikt mit dem Joker, geht weiter. Tom King präsentiert dem Leser eine geniale Fortsetzung der Geschichte, die in diesem Band nun in die Endrunde geht. Dabei sind deutliche Anspielungen auf das Mega-Event der 1990er Jahre, Batman: Knightfall, sichtbar. Einst hatte Bane die größten Schurken aus Arkham entlassen, um Batman zu ermüden und ihn schließlich brechen zu können. Nun schlägt sich Bane seinerseits durch Gegner wie Maxi Zeus, Two-Face, Firefly und andere, bevor es zur finalen Konfrontation mit Gothams geflügeltem Rächer kommt. Diesmal ist Batman an Entschlossenheit nicht zu überbieten, und der Endkampf verdeutlicht, wie all die Erfahrungen der vergangenen Monate den Dunklen Ritter auf genau diesen Moment vorbereitet haben. Doch reicht das aus, um den Mann zu schlagen, der ihn einst brach?
Für langjährige Batman-Fans sind David Finchs Zeichnungen ein Fest, denn sie lassen das Flair alter Tage wieder lebendig werden. Finch zeigt große Handwerkskunst, die noch nach echten Zeichnungen und wenig Computer aussieht. Das erinnert deutlich an die 1990er Jahre und passt perfekt zu dieser großen Storyline.
Die harten Fakten

Autor(en): Tom King
Zeichner(in): David Finch
Seitenanzahl: 52
Preis:4,99 EUR
Bezugsquelle:  Panini Comics

 
Batman: Detective Comics – Allein gegen die Schatten?
Die Liga der Schatten, die League of Shadows, ist kein leichter Gegner. Und mit Ra’s al Ghul und Lady Shiva tummeln sich gleich zwei Superschwergewichte des organisierten Verbrechens auf den Straßen Gothams. Batman und sein Team sind in einen Malstrom des Bösen geraten, der das Vertrauen zwischen den Teammitgliedern zu vernichten droht. Besonders Orphan, die schweigsame Kriegerin, die einst das Batgirl-Kostüm trug, muss sich schweren Fragen und Entscheidungen stellen. Die Serie um das vielleicht faszinierendste Bat-Team jemals setzt ihren starken Lauf fort, und die Story entfaltet ihre Soap-Opera-Elemente in gekonnter Manier. Dabei zeichnet sich ab, dass auch das Geheimnis um Red Robins Verschwinden bald gelüftet werden könnte.
Allerdings hat sich bei den Zeichnungen seit Beginn der Serie doch ein leichter Qualitätsverlust eingeschlichen. Was mit überragender Zeichenkunst begann, verdient nun unter Christian Duce Fernandez und Fernando Blanco „nur“ noch die Note „gut“.
Die harten Fakten

Autor(en): James Tynion IV
Zeichner(in):Fernando Blanco, Christian Duce Fernandez
Seitenanzahl:52
Preis: 4,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Superman 9 – Geheime Identität 
Auch bei Superman scheint langsam Licht in einige der wirklich großen Geheimnisse des aktuellen Meta-Plots zu kommen. Dennoch bleibt die Geschichte so verworren, wie sie seit Die letzten Tage von Superman begonnen hat. Lana Lang alias Superwoman liegt im Sterben. Darum sucht der Mann in Stahl, Steel, den Mann aus Stahl, Superman, auf, um ihn um Hilfe zu bitten. Zusammen ringen sie um das Überleben der gemeinsamen Freundin. Währenddessen versucht Lois Lane weiter, das Geheimnis von Clark Kents Identität zu lüften. Damit nicht genug, erhält sie auch noch einen Heiratsantrag des undurchsichtigen neuen Clark.
Natürlich lehnt die Mutter von Supermans Sohn ab. Doch ein Clark Kent gibt sich mit einer Absage nicht so einfach zufrieden. Dieses Heft bereitet den Auftakt zur Schlüsselgeschichte Superman Reborn vor, die im nächsten Heft beginnen wird. Dabei ist allein dieses Prequel so spannungsgeladen, dass der Leser gebannt auf die Auflösung all der Wirrnisse wartet.
Diese spannende Geschichte von Dan Jurgens wird von Patch Zircher und Stephen Segovia meisterlich in Szene gesetzt. Schöne, klare Zeichnungen sprechen eine deutliche und ausdrucksvolle Bildsprache, die sowohl Action als auch Gefühl bestens einfangen kann. Mimik, Perspektive und Dynamik lassen die Bilder vor dem inneren Auge lebendig werden und ziehen den Betrachter mitten hinein in das Geschehen.
Die harten Fakten

Autor(en): Dan Jurgens
Zeichner(in): Stephen Segovia, Patch Zircher
Seitenanzahl:52
Preis: 4,99 EUR
Bezugsquelle:  Panini Comics

 
Fazit des Monats
Das Jahr 2018 beginnt vielversprechend bei DC/Panini, denn große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Endlich wird der Leser erfahren, was es mit dem Button auf sich hat, endlich wird das Verschwinden von Red Robin einen Sinn ergeben. Doch dazu müssen andere Ereignisse erst ihren Abschluss finden. Während die Justice League mit ihrer unfreiwilligen Zeitreise die stärkste Story seit Beginn des Rebirth-Events hinlegt, hat auch die Suicide Squad endlich zu sich gefunden und an erzählerischer Dynamik gewonnen. Allerdings steht das Team auch vor der größten Krise seit seinem Bestehen. Das geht dem Team, das sich unter dem Wappen der Fledermaus in Detective Comics vereinigt hat, nicht anders. Mit Ra’s al Ghul und Lady Shiva tummeln sich zwei Schwergewichte des Verbrechens in Gotham, und das Team um Batman steht vor schweren Entscheidungen.
Batman selbst hingegen stellt sich in seiner Solo-Reihe einem seiner schlimmsten Gegner. Der Kampf zwischen dem Millionär aus Gotham und dem Sträfling aus Santa Prisca geht mit gnadenloser Härte weiter und bezieht einige der größten Schurken aus Batmans Galerie des Bösen mit ein. Doch das Highlight des Monats ist Superman, denn um die Familie, die Freunde und die Welt des Stählernen wird eine sehr dichte Geschichte gewoben, die großen Appetit auf das Event Superman Reborn macht. Der Jahresauftakt ist großartig gelungen.
Artikelbild: Panini Comics
Diese Produkte wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Das neue Jahr hat begonnen, und damit erwachen natürlich in jedem Comic-Leser auch neue Erwartungen. Setzt das DCU seinen bisherigen Kurs fort, so dürfen wir starke Comics und streckenweise kriselnde Verfilmungen erwarten, die Leser und Zuschauer erneut spalten werden. Zumindest für die treuen Leser geht es 2018 jedoch gut los.
2017 war für DC Entertainment ein durchwachsenes Jahr. In der Filmbranche blieb man weit hinter den hohen Erwartungen der Fans zurück. Insbesondere Justice League spaltete die Zuschauerschaft. Doch bei den Comics wurde der Beginn des großartigen Rebirth-Events in Deutschland gefeiert, eines Ereignisses, das eine Wiedergeburt des beliebten DC-Universums darstellte.
In der Rückschau darf man sagen, dass der Auftakt von Rebirth ein voller Erfolg war und das Konzept, bekannte und zum Teil angestaubte Figuren in neuen Kontext und neue Beziehungsgeflechte einzubauen, bislang gut aufgegangen ist. 2018 geht Rebirth nun in die nächste Runde, bevor wir uns in Kürze auf die Auflösung der größten Mysterien des Events freuen dürfen. Bis dahin wartet der Januar jedoch mit einigen wirklich starken Stories auf.
Haupthandlung/Metaplot
Sollte eine Überschrift für alle Hefte des Januar gefunden werden, müsste sie wohl „Die Vorbereitung“ lauten. Denn große Enthüllungen werfen ihre Schatten voraus, wenn in Kürze die Story um Batman und den mysteriösen Smiley-Button beginnt. Daher wird Altes langsam zum Abschluss geführt, der Schleier der Geheimnisse beginnt sich zu lüften.
Justice League 9 – Was ist Zeit?
Bryan Hitch setzt seine neue, recht stark erzählte Justice League-Story in Zeitlos weiter fort. Die Zeit ist weiterhin aus den Fugen und unsere Helden quer durch die Epochen verteilt. Vom alten Atlantis, in dem sich Aquaman tapfer schlägt, über Wonder Womans Aufenthalt im alten Griechenland bis in die fernste Zukunft reicht Hitchs bislang stärkste Geschichte im Rahmen von Rebirth durch vielfältige Epochen. Dabei gilt es nicht nur Braniac zu bekämpfen. Denn hinter allem scheint sich ein viel zerstörerischer Feind mit tödlichen Absichten zu verbergen. Handelt es sich wirklich um Lex Luthors Tochter?
Hitch liefert hier nicht nur die beste Story der bislang manchmal kränkelnden Justice League seit Beginn von Rebirth. Der Leser erhält außerdem ein nettes Bonus-Geschenk. Denn dem eingeschweißten Heft liegt ein Panini-Sammelalbum zur Verfilmung der Justice League und den anderen Filmen wie Man of Steel, Batman V Superman und Wonder Woman bei.
Auch zeichnerisch ist dieses Heft aus dem Zeichenstift von Fernando Pasarin früheren Ausgaben der Serie überlegen. Der Spanier zeigt in seinem Stil immer noch Ansätze franko-belgischer Comic-Kunst, womit seine Karriere einst ihren Anfang nahm. Dies zeigt sich insbesondere in den dynamischen Konturen und der Emotionalität seiner Charaktere. Die ausgeprägten Kolorierungen von Christian Heiss fügen einen amerikanischen und DC-typischen Touch hinzu, was insgesamt ein stimmiges, irgendwie klassisch wirkendes Gesamtbild ergibt.
Die harten Fakten

Autor(en): Bryan Hitch
Zeichner(in): Fernando Pasarin
Seitenanzahl: 52
Preis: 4,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Suicide Squad 7 – Tod und Auferstehung
Auch die Suicide Squad setzt ihren im letzten Jahr schwach begonnenen Lauf nun mit neuer Kraft fort. Nach dem Tod ihrer verhasst-geliebten Anführerin Amanda Waller schlägt sich das Team mit dem fanatischen Wüstenkrieger Rustam herum. Doch was wie die typische Schlägerei zwischen Anti-Helden und Schurken beginnt, treibt die Squad an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Tod, Verrat und Erschöpfung lauern an allen Enden. Während einige Squad-Mitglieder (und unter ihnen besonders Captain Boomerang) zu sich selbst finden müssen, finden andere den Untergang. Am Ende des Tunnels liegt jedoch Hoffnung… in der Form, die man vielleicht am wenigsten erwartet hätte.
Während die Story stark und dynamisch wirkt, treffen die Zeichnungen von John Romita Jr. nicht ganz meinen Geschmack. Sie wirken sehr jugendlich und frisch, jedoch in ihren Konturen zu scharfkantig und teilweise sperrig und roh. Das passt jedoch ganz gut zu der neu gewonnenen Dynamik, die die Serie nun auszeichnet.
Die harten Fakten

Autor(en):Rob Williams
Zeichner(in): John Romita Jr., Eddy Barrows
Seitenanzahl: 52
Preis: 4,99 EUR
Bezugsquelle:  Panini Comics

 
Batman 9 – Ich bin Batman
Der Kampf zwischen Batman und Bane, jener Kampf, der mittlerweile fast genauso prägend für den Dunklen Ritter ist wie sein Konflikt mit dem Joker, geht weiter. Tom King präsentiert dem Leser eine geniale Fortsetzung der Geschichte, die in diesem Band nun in die Endrunde geht. Dabei sind deutliche Anspielungen auf das Mega-Event der 1990er Jahre, Batman: Knightfall, sichtbar. Einst hatte Bane die größten Schurken aus Arkham entlassen, um Batman zu ermüden und ihn schließlich brechen zu können. Nun schlägt sich Bane seinerseits durch Gegner wie Maxi Zeus, Two-Face, Firefly und andere, bevor es zur finalen Konfrontation mit Gothams geflügeltem Rächer kommt. Diesmal ist Batman an Entschlossenheit nicht zu überbieten, und der Endkampf verdeutlicht, wie all die Erfahrungen der vergangenen Monate den Dunklen Ritter auf genau diesen Moment vorbereitet haben. Doch reicht das aus, um den Mann zu schlagen, der ihn einst brach?
Für langjährige Batman-Fans sind David Finchs Zeichnungen ein Fest, denn sie lassen das Flair alter Tage wieder lebendig werden. Finch zeigt große Handwerkskunst, die noch nach echten Zeichnungen und wenig Computer aussieht. Das erinnert deutlich an die 1990er Jahre und passt perfekt zu dieser großen Storyline.
Die harten Fakten

Autor(en): Tom King
Zeichner(in): David Finch
Seitenanzahl: 52
Preis:4,99 EUR
Bezugsquelle:  Panini Comics

 
Batman: Detective Comics – Allein gegen die Schatten?
Die Liga der Schatten, die League of Shadows, ist kein leichter Gegner. Und mit Ra’s al Ghul und Lady Shiva tummeln sich gleich zwei Superschwergewichte des organisierten Verbrechens auf den Straßen Gothams. Batman und sein Team sind in einen Malstrom des Bösen geraten, der das Vertrauen zwischen den Teammitgliedern zu vernichten droht. Besonders Orphan, die schweigsame Kriegerin, die einst das Batgirl-Kostüm trug, muss sich schweren Fragen und Entscheidungen stellen. Die Serie um das vielleicht faszinierendste Bat-Team jemals setzt ihren starken Lauf fort, und die Story entfaltet ihre Soap-Opera-Elemente in gekonnter Manier. Dabei zeichnet sich ab, dass auch das Geheimnis um Red Robins Verschwinden bald gelüftet werden könnte.
Allerdings hat sich bei den Zeichnungen seit Beginn der Serie doch ein leichter Qualitätsverlust eingeschlichen. Was mit überragender Zeichenkunst begann, verdient nun unter Christian Duce Fernandez und Fernando Blanco „nur“ noch die Note „gut“.
Die harten Fakten

Autor(en): James Tynion IV
Zeichner(in):Fernando Blanco, Christian Duce Fernandez
Seitenanzahl:52
Preis: 4,99 EUR
Bezugsquelle: Panini Comics

 
Superman 9 – Geheime Identität 
Auch bei Superman scheint langsam Licht in einige der wirklich großen Geheimnisse des aktuellen Meta-Plots zu kommen. Dennoch bleibt die Geschichte so verworren, wie sie seit Die letzten Tage von Superman begonnen hat. Lana Lang alias Superwoman liegt im Sterben. Darum sucht der Mann in Stahl, Steel, den Mann aus Stahl, Superman, auf, um ihn um Hilfe zu bitten. Zusammen ringen sie um das Überleben der gemeinsamen Freundin. Währenddessen versucht Lois Lane weiter, das Geheimnis von Clark Kents Identität zu lüften. Damit nicht genug, erhält sie auch noch einen Heiratsantrag des undurchsichtigen neuen Clark.
Natürlich lehnt die Mutter von Supermans Sohn ab. Doch ein Clark Kent gibt sich mit einer Absage nicht so einfach zufrieden. Dieses Heft bereitet den Auftakt zur Schlüsselgeschichte Superman Reborn vor, die im nächsten Heft beginnen wird. Dabei ist allein dieses Prequel so spannungsgeladen, dass der Leser gebannt auf die Auflösung all der Wirrnisse wartet.
Diese spannende Geschichte von Dan Jurgens wird von Patch Zircher und Stephen Segovia meisterlich in Szene gesetzt. Schöne, klare Zeichnungen sprechen eine deutliche und ausdrucksvolle Bildsprache, die sowohl Action als auch Gefühl bestens einfangen kann. Mimik, Perspektive und Dynamik lassen die Bilder vor dem inneren Auge lebendig werden und ziehen den Betrachter mitten hinein in das Geschehen.
Die harten Fakten

Autor(en): Dan Jurgens
Zeichner(in): Stephen Segovia, Patch Zircher
Seitenanzahl:52
Preis: 4,99 EUR
Bezugsquelle:  Panini Comics

 
Fazit des Monats
Das Jahr 2018 beginnt vielversprechend bei DC/Panini, denn große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Endlich wird der Leser erfahren, was es mit dem Button auf sich hat, endlich wird das Verschwinden von Red Robin einen Sinn ergeben. Doch dazu müssen andere Ereignisse erst ihren Abschluss finden. Während die Justice League mit ihrer unfreiwilligen Zeitreise die stärkste Story seit Beginn des Rebirth-Events hinlegt, hat auch die Suicide Squad endlich zu sich gefunden und an erzählerischer Dynamik gewonnen. Allerdings steht das Team auch vor der größten Krise seit seinem Bestehen. Das geht dem Team, das sich unter dem Wappen der Fledermaus in Detective Comics vereinigt hat, nicht anders. Mit Ra’s al Ghul und Lady Shiva tummeln sich zwei Schwergewichte des Verbrechens in Gotham, und das Team um Batman steht vor schweren Entscheidungen.
Batman selbst hingegen stellt sich in seiner Solo-Reihe einem seiner schlimmsten Gegner. Der Kampf zwischen dem Millionär aus Gotham und dem Sträfling aus Santa Prisca geht mit gnadenloser Härte weiter und bezieht einige der größten Schurken aus Batmans Galerie des Bösen mit ein. Doch das Highlight des Monats ist Superman, denn um die Familie, die Freunde und die Welt des Stählernen wird eine sehr dichte Geschichte gewoben, die großen Appetit auf das Event Superman Reborn macht. Der Jahresauftakt ist großartig gelungen.
Artikelbild: Panini Comics
Diese Produkte wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de DC Monthly Januar 2018: Mit voller Kraft ins Neue Jahr

Rezension: Long John Silver – Düstere Schatzsuche auf den Spuren der Maya

Rezension: Long John Silver – Düstere Schatzsuche auf den Spuren der Maya
Mit der Schatzinsel schuf Robert Louis Stevenson den vielleicht wichtigsten Piratenroman aller Zeiten, und sein verschrobener, aber charismatischer Smutje Long John Silver wurde eine prototypische Piratenfigur. Jetzt ist der Mann mit dem Holzbein zurück, als Protagonist seiner ganz eigenen Graphic Novel. Long John Silver ist ein atmosphärisch dichtes Meisterwerk geworden.
Bereits im Jahr 1881 veröffentlichte der aus Edinburgh stammende Romancier Robert Louis Stevenson seinen Klassiker der Jugendliteratur Die Schatzinsel. Die Geschichte des Jungen Jim Hawkins, der im Admiral Benbow Inn an eine Schatzkarte gelangt und mit der Hispaniola hinaussegelt, um Abenteuer auf den sieben Weltmeeren zu erleben, gehört zu jener Art Literatur, die man im Laufe seines Lebens mindestens einmal gelesen haben sollte. Ursprünglich erschien die Geschichte als Mehrteiler in einer Jugendzeitschrift und gehörte damit zur Populärkultur ihrer Zeit. Heute ist sie längst ein Klassiker geworden. Inspiriert wurde die Erzählung von einer Schatzkarte, die er und ein Schriftstellerkollege in die Hände bekamen.
Ihre wichtigste Figur neben dem jungen Jim ist sicherlich der Schiffskoch Long John Silver. All dies bildet den Saatboden, auf dem die Graphic Novel Long John Silver von Xavier Dorison und Mathieu Lauffray gediehen ist. Die Geschichte ist in einem der wichtigsten populärkulturellen Medien, dem Comic, erschienen. Es geht darin ebenfalls um eine Schatzkarte, und die zentrale Titelfigur ist niemand anderer als Long John Silver, der einbeinige Smutje der Hispaniola.
Handlung
Long John Silver erzählt eine atmosphärisch absolut stimmige Piratengeschichte. Eine junge und skrupellose Adelswitwe steht vor der Armut, denn ihr Mann ist auf See verschollen und ihr Land bringt keine Einnahmen mehr. Gerade, als sie in einer finanziell motivierten Ehe die Rettung aus ihren Nöten sucht, taucht der Bruder ihres Mannes auf dem Landgut auf und verkündet, der Gemahl könnte noch leben. Die neue Ehe kann nicht geschlossen werden, und die Lady steht vor dem Aus. Ihre einzige Hoffnung liegt in der Schatzkarte, die der Bruder gemeinsam mit einem seltsamen Indio aus der Neuen Welt mitgebracht hat.
Denn diese soll zur berüchtigten Stadt des Goldes führen, einem Relikt der Maya-Zeit. Eine Reise ins Ungewisse beginnt, und die Hoffnungen der jungen Frau liegen auf den seemännischen Künsten des gealterten Dr. Livsey, der den Lesern der Schatzinsel bestens als das allzeit aufrichtige gute Gewissen von Jim Hawkins bekannt ist, und dem skrupellosen, gerissenen aber auch charismatischen Piraten John Silver, der sich mit einer Gaststätte selbstständig gemacht hat. Natürlich kann Silver der Verlockung von Gold und Abenteuer nicht widerstehen, und so entbrennt ein Abenteuer, das alle Elemente einer gelungenen Piratengeschichte enthält. Es gibt Meutereien, Stürme, düstere Prophezeiungen und blutige Machtspiele auf See und an Land.
Der Leser wird gefesselt vom Geist des Abenteuers, aber auch von der drückenden Düsternis, die sich durch die Geschichte zieht. Stevenson wäre stolz darauf, hat er doch selbst angegeben, dass seine Figuren von keinem Geringeren als dem Altmeister des Grauens, Edgar Allen Poe, inspiriert seien. Am Ende bleibt dem Leser die Gewissheit, an mehr als nur einer großen Geschichte beteiligt gewesen zu sein. Er wurde Zeuge der Geburt einer Legende.
Charaktere
Die Charaktere des Comics sind in sich absolut stimmig und passen hervorragend zu Stevensons ursprünglichen Charakterisierungen. Lauffray und Dorison gelingt es hervorragend, den Figuren Leben einzuhauchen und sie mit Seele zu füllen.
Die starke, aber vom Schicksal getriebene Lady Hastings macht sich als weibliche Hauptrolle der Erzählung ausgesprochen gut. Man weiß nie recht, ob man sie mögen, bewundern oder bemitleiden soll. Ihre moralischen Zwiespalte und ihr knallharter Wille zu überleben machen sie zu einer faszinierenden Frauengestalt, die sich nur schwer in das Rollenkorsett der damaligen Zeit einpassen lässt.
Auch Dr. Livsey wird in seiner zaudernden Art und mit seinem stets erhobenen moralischen Zeigefinger hervorragend charakterisiert. Der einstige Held der Hispaniola ist in die Jahre gekommen, und das Alter war nicht gerade gnädig mit dem guten Doktor. Der Mann, der immer an das Gute und Aufrechte im Menschen glaubt, tritt erneut eine Reise voller harter Lehren und bitterer Entscheidungen an. Und diese Reise wird ihren Tribut fordern.
Doch die zentrale Figur dieser Graphic Novel ist John Silver selbst. Der alte Schiffskoch sprüht geradezu vor düsterem, zwielichtigen Charme. Selbst ein Relikt vergangener Tage, träumt er noch immer den Traum der Freiheit und des Goldes, der jeden Piraten antreibt und einst Freistaaten wie Nassau oder Tortuga hervorbrachte. Doch wie bereits in der Originalerzählung ist Silver auch ein Mann mit Herz. Seine Schale mag rau wie das Meer sein, doch sein Herz ist an manchen Stellen weich wie der Sand der Karibik. Die Charakterisierung, die wir hier von Silver erhalten, ist in sich noch stimmiger als die berühmte Neuinterpretation in der sehr gelungenen Fernsehserie Black Sails. Das ist ein sehr hohes Qualitätsmerkmal.
Zeichenstil
Die Zeichnungen von Matthieu Lauffray bestechen durch ihre Eindringlichkeit und die Dynamik und Stärke des Tuschestriches. Die Emotionalität der Bilder, ihr Sinn für Bewegung, Gefühl und Komposition, machen sie so eindrucksvoll, dass sie den Betrachter nicht nur lange begleiten, sondern mit jedem Betrachten mitten hineinziehen in den Mahlstrom aus Wellen und Gischt, den die Piraten zu überwinden haben. Die Mimik der Charaktere ist so lebendig, dass man sie manchmal nahezu vor sich stehen sieht. Dem Leser wird es schwerfallen, dieses Werk wieder aus der Hand zu legen.
Erscheinungsbild
Der großformatige Hardcoverband ist qualitativ hochwertig und auf festem Papier gedruckt. Die 224 Seiten starke Geschichte wird durch eine Art Artbook ergänzt, die weitere wunderschöne Zeichnungen der Charaktere und Schauplätze sowie einige Konzeptzeichnungen enthält. Die Geschichte selbst ist sehr geschickt in kleinere Kapitel eingeteilt, sodass ein echtes Romangefühl aufkommt.
Die harten Fakten:

Verlag: Carlsen Comics
Autor(en): Xavier Dorison, Mathieu Lauffray
Zeichner(in): Mathieu Lauffray
Erscheinungsjahr:2017
Sprache: Deutsch
Format: gebunden
Seitenanzahl: 272
Preis: 39,99 EUR
Bezugsquelle: Amazon

 
Fazit
Long John Silver gehört zu den besten Comics, die ich im Jahr 2017 in Händen halten durfte. Der Leser begibt sich mit dem berüchtigten einbeinigen Schiffskoch der Hispaniola auf eine Fahrt, die er so bald nicht vergessen wird. Lady Hastings wird durch das Verschwinden ihres Mannes auf See von der Armut bedroht. Um nicht im Elend zu enden, macht sie sich zusammen mit Dr. Livsey, einem seltsamen Indio und Long John Silver auf, einen alten Maya-Schatz zu finden. Eine Reise voller Abenteuer beginnt.
Die Graphic Novel zeichnet sich nicht nur durch ihre berauschenden und gewaltigen Illustrationen aus. Hinzu kommt eine absolut stimmige Charakterisierung von Figuren, die der Leser vielleicht bereits aus Jugendtagen von der Schatzinsel kennt. Doch Vorsicht, denn diese Geschichte strotzt zwar vor Abenteuern, ist aber in sich sehr reif, erwachsen und düster. Dies ist kein Errol Flynn, sondern eher ein Black Sails, nur einen Hauch besser.
Die kleine Sammlung von Kunstwerken und Konzeptzeichnungen am Ende des sehr schönen Hardcovers runden ein Kleinod unter den Graphic Novels zusätzlich ab.

Artikelbild: Carlsen Comics
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Mit der Schatzinsel schuf Robert Louis Stevenson den vielleicht wichtigsten Piratenroman aller Zeiten, und sein verschrobener, aber charismatischer Smutje Long John Silver wurde eine prototypische Piratenfigur. Jetzt ist der Mann mit dem Holzbein zurück, als Protagonist seiner ganz eigenen Graphic Novel. Long John Silver ist ein atmosphärisch dichtes Meisterwerk geworden.
Bereits im Jahr 1881 veröffentlichte der aus Edinburgh stammende Romancier Robert Louis Stevenson seinen Klassiker der Jugendliteratur Die Schatzinsel. Die Geschichte des Jungen Jim Hawkins, der im Admiral Benbow Inn an eine Schatzkarte gelangt und mit der Hispaniola hinaussegelt, um Abenteuer auf den sieben Weltmeeren zu erleben, gehört zu jener Art Literatur, die man im Laufe seines Lebens mindestens einmal gelesen haben sollte. Ursprünglich erschien die Geschichte als Mehrteiler in einer Jugendzeitschrift und gehörte damit zur Populärkultur ihrer Zeit. Heute ist sie längst ein Klassiker geworden. Inspiriert wurde die Erzählung von einer Schatzkarte, die er und ein Schriftstellerkollege in die Hände bekamen.
Ihre wichtigste Figur neben dem jungen Jim ist sicherlich der Schiffskoch Long John Silver. All dies bildet den Saatboden, auf dem die Graphic Novel Long John Silver von Xavier Dorison und Mathieu Lauffray gediehen ist. Die Geschichte ist in einem der wichtigsten populärkulturellen Medien, dem Comic, erschienen. Es geht darin ebenfalls um eine Schatzkarte, und die zentrale Titelfigur ist niemand anderer als Long John Silver, der einbeinige Smutje der Hispaniola.
Handlung
Long John Silver erzählt eine atmosphärisch absolut stimmige Piratengeschichte. Eine junge und skrupellose Adelswitwe steht vor der Armut, denn ihr Mann ist auf See verschollen und ihr Land bringt keine Einnahmen mehr. Gerade, als sie in einer finanziell motivierten Ehe die Rettung aus ihren Nöten sucht, taucht der Bruder ihres Mannes auf dem Landgut auf und verkündet, der Gemahl könnte noch leben. Die neue Ehe kann nicht geschlossen werden, und die Lady steht vor dem Aus. Ihre einzige Hoffnung liegt in der Schatzkarte, die der Bruder gemeinsam mit einem seltsamen Indio aus der Neuen Welt mitgebracht hat.
Denn diese soll zur berüchtigten Stadt des Goldes führen, einem Relikt der Maya-Zeit. Eine Reise ins Ungewisse beginnt, und die Hoffnungen der jungen Frau liegen auf den seemännischen Künsten des gealterten Dr. Livsey, der den Lesern der Schatzinsel bestens als das allzeit aufrichtige gute Gewissen von Jim Hawkins bekannt ist, und dem skrupellosen, gerissenen aber auch charismatischen Piraten John Silver, der sich mit einer Gaststätte selbstständig gemacht hat. Natürlich kann Silver der Verlockung von Gold und Abenteuer nicht widerstehen, und so entbrennt ein Abenteuer, das alle Elemente einer gelungenen Piratengeschichte enthält. Es gibt Meutereien, Stürme, düstere Prophezeiungen und blutige Machtspiele auf See und an Land.
Der Leser wird gefesselt vom Geist des Abenteuers, aber auch von der drückenden Düsternis, die sich durch die Geschichte zieht. Stevenson wäre stolz darauf, hat er doch selbst angegeben, dass seine Figuren von keinem Geringeren als dem Altmeister des Grauens, Edgar Allen Poe, inspiriert seien. Am Ende bleibt dem Leser die Gewissheit, an mehr als nur einer großen Geschichte beteiligt gewesen zu sein. Er wurde Zeuge der Geburt einer Legende.
Charaktere
Die Charaktere des Comics sind in sich absolut stimmig und passen hervorragend zu Stevensons ursprünglichen Charakterisierungen. Lauffray und Dorison gelingt es hervorragend, den Figuren Leben einzuhauchen und sie mit Seele zu füllen.
Die starke, aber vom Schicksal getriebene Lady Hastings macht sich als weibliche Hauptrolle der Erzählung ausgesprochen gut. Man weiß nie recht, ob man sie mögen, bewundern oder bemitleiden soll. Ihre moralischen Zwiespalte und ihr knallharter Wille zu überleben machen sie zu einer faszinierenden Frauengestalt, die sich nur schwer in das Rollenkorsett der damaligen Zeit einpassen lässt.
Auch Dr. Livsey wird in seiner zaudernden Art und mit seinem stets erhobenen moralischen Zeigefinger hervorragend charakterisiert. Der einstige Held der Hispaniola ist in die Jahre gekommen, und das Alter war nicht gerade gnädig mit dem guten Doktor. Der Mann, der immer an das Gute und Aufrechte im Menschen glaubt, tritt erneut eine Reise voller harter Lehren und bitterer Entscheidungen an. Und diese Reise wird ihren Tribut fordern.
Doch die zentrale Figur dieser Graphic Novel ist John Silver selbst. Der alte Schiffskoch sprüht geradezu vor düsterem, zwielichtigen Charme. Selbst ein Relikt vergangener Tage, träumt er noch immer den Traum der Freiheit und des Goldes, der jeden Piraten antreibt und einst Freistaaten wie Nassau oder Tortuga hervorbrachte. Doch wie bereits in der Originalerzählung ist Silver auch ein Mann mit Herz. Seine Schale mag rau wie das Meer sein, doch sein Herz ist an manchen Stellen weich wie der Sand der Karibik. Die Charakterisierung, die wir hier von Silver erhalten, ist in sich noch stimmiger als die berühmte Neuinterpretation in der sehr gelungenen Fernsehserie Black Sails. Das ist ein sehr hohes Qualitätsmerkmal.
Zeichenstil
Die Zeichnungen von Matthieu Lauffray bestechen durch ihre Eindringlichkeit und die Dynamik und Stärke des Tuschestriches. Die Emotionalität der Bilder, ihr Sinn für Bewegung, Gefühl und Komposition, machen sie so eindrucksvoll, dass sie den Betrachter nicht nur lange begleiten, sondern mit jedem Betrachten mitten hineinziehen in den Mahlstrom aus Wellen und Gischt, den die Piraten zu überwinden haben. Die Mimik der Charaktere ist so lebendig, dass man sie manchmal nahezu vor sich stehen sieht. Dem Leser wird es schwerfallen, dieses Werk wieder aus der Hand zu legen.
Erscheinungsbild
Der großformatige Hardcoverband ist qualitativ hochwertig und auf festem Papier gedruckt. Die 224 Seiten starke Geschichte wird durch eine Art Artbook ergänzt, die weitere wunderschöne Zeichnungen der Charaktere und Schauplätze sowie einige Konzeptzeichnungen enthält. Die Geschichte selbst ist sehr geschickt in kleinere Kapitel eingeteilt, sodass ein echtes Romangefühl aufkommt.
Die harten Fakten:

Verlag: Carlsen Comics
Autor(en): Xavier Dorison, Mathieu Lauffray
Zeichner(in): Mathieu Lauffray
Erscheinungsjahr:2017
Sprache: Deutsch
Format: gebunden
Seitenanzahl: 272
Preis: 39,99 EUR
Bezugsquelle: Amazon

 
Fazit
Long John Silver gehört zu den besten Comics, die ich im Jahr 2017 in Händen halten durfte. Der Leser begibt sich mit dem berüchtigten einbeinigen Schiffskoch der Hispaniola auf eine Fahrt, die er so bald nicht vergessen wird. Lady Hastings wird durch das Verschwinden ihres Mannes auf See von der Armut bedroht. Um nicht im Elend zu enden, macht sie sich zusammen mit Dr. Livsey, einem seltsamen Indio und Long John Silver auf, einen alten Maya-Schatz zu finden. Eine Reise voller Abenteuer beginnt.
Die Graphic Novel zeichnet sich nicht nur durch ihre berauschenden und gewaltigen Illustrationen aus. Hinzu kommt eine absolut stimmige Charakterisierung von Figuren, die der Leser vielleicht bereits aus Jugendtagen von der Schatzinsel kennt. Doch Vorsicht, denn diese Geschichte strotzt zwar vor Abenteuern, ist aber in sich sehr reif, erwachsen und düster. Dies ist kein Errol Flynn, sondern eher ein Black Sails, nur einen Hauch besser.
Die kleine Sammlung von Kunstwerken und Konzeptzeichnungen am Ende des sehr schönen Hardcovers runden ein Kleinod unter den Graphic Novels zusätzlich ab.

Artikelbild: Carlsen Comics
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Rezension: Long John Silver – Düstere Schatzsuche auf den Spuren der Maya

Rezension: Spider-Man – Die Klon-Verschwörung: Rückkehr der Toten 6 (Marvel Comics)

Rezension: Spider-Man – Die Klon-Verschwörung: Rückkehr der Toten 6 (Marvel Comics)




Quelle: www.teilzeithelden.de Rezension: Spider-Man – Die Klon-Verschwörung: Rückkehr der Toten 6 (Marvel Comics)