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Rezension: X-Men Gold #01 – ein neuer Morgen (Marvel/Panini)

Rezension: X-Men Gold #01 – ein neuer Morgen (Marvel/Panini)
Der Krieg gegen die Inhumans ist vorbei, Medusa zerstörte das Terigen. Emma Frost hatte auch ihre Finger im Spiel und nun ist Kitty Pryde die neue Anführerin der X-Men. Ob die mittlerweile erwachsene Phaserin dem altgedienten Team eine neue und würdige Führung verpassen kann?
Mit X-Men Gold tritt ein neues Team an, den Gefahren, die die Mensch- und Mutantenheit bedrohen, entgegenzutreten. Das Team könnte ungewöhnlicher nicht sein: Old Man Logan (ja, er lebt wieder – oder nicht?), Rachel Grey-Summers, Nightcrawler, Storm, Colossus und eben jene Kitty Pryde, die damals in Days of Future Past ihre erste große Rolle bekam. Übrigens, ich rede vom Comic, nicht dem Film.
Der vorliegende Band ist die Sammelübersetzung der US-Originale X-Men Gold (2017) 1-6.
Handlung
Nach all dem Chaos, welches die Mutanten im Krieg gegen die Inhumans auslösten, ist das Vertrauen der Menschheit naturgemäß niedrig. Wen verwundert es da, dass es populistische Elemente (welch wunderbarer zeitgenössischer Bezug!) gibt, die die Mutanten endgültig ins Aus drängen wollen? An vorderster Front steht hier Lydia Nance – die Sprecherin und Leiterin der Heritage-Initiative. Diese Frau, die Mutanten als schuldig für nahezu alle Belange brandmarkt, wird noch von Bedeutung in folgenden Ausgaben sein.
Der „Fact“-Channel
Tatsächlich kommt es, wie zu erwarten war, zu Übergriffen auf die menschliche Bevölkerung und die X-Men wollen wieder in ihre alte Rolle schlüpfen, Helfer und Beschützer zu sein. Auch wenn sie im Auftrag erfolgreich sind, wird ihnen von den Betroffenen nur Feindschaft entgegengebracht. Was für ein frustrierendes Erlebnis aus der Warte der Helden! Dennoch wirken die Worte der neuen Anführerin und auch der Pragmatismus von Uns-Aller-Liebling-Logan wahre Wunder.
Der Sammelband bietet zwei Geschichten, von denen jede wie ein Auftakt zu Größerem wirkt. In der ersten Geschichte treffen die X-Men auf die „Bruderschaft der bösen Mutanten“ (und machen sich zu Recht lustig über den Namen). In der zweiten Episode muss Gambit ein unangenehmes Zusammentreffen mit einer KI und replizierenden Naniten überstehen und ruft die X-Men zu Hilfe. Wenn wir nun noch als kleinen Hinweis bekannt geben, dass die KI mit der Familie Trask zu tun hat, kratzen wir nah am Spoiler.
Beiden Geschichten ist gemein, dass die Helden in gewohnter X-Men-Manier in Überlebensgröße gegen Gefahren antreten. Besonders die zweite Geschichte ist davon getragen und zeigt einige Akteure des Marvel-Universums, die sonst nur am Rande der X-Men agieren oder eher in andere Serien gehören.
Furios? Ja! Extrem? Ja! Ungewöhnlich, bunt und am Rande dessen, was die Wahrnehmung erträgt? Ja! Aber würden wir es anders wollen?
Charaktere
Naturgemäß liegt der Fokus auf der neuen Hauptriege der X-Men. Ob nun Romanze oder Pragmatismus – jede der neuen Hauptrollen bekommt ihre Zeit, wobei jedoch Kitty und Logan deutlich im Vordergrund stehen.
Andere treten eher in den Hintergrund oder überzeugen durch knallharte Action. Interessant ist auch, dass einige Mutanten neue Kräfte zeigen.
Trotz aller Heldentaten sind Menschen zurückhaltend
Viel mehr lässt sich jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, leider. Interessant wird die Partnerwahl von Kitty sein, die schon mit so schillernden Gestalten wie Peter Quill zusammen war. Von großer Bedeutung ist auch Rachel Grey-Summers. Die Tochter von Cyclops und Jean Grey aus der oben genannten Parallelzeiten-Geschichte Days of Future Past wird in die Fußstapfen ihrer Mutter treten, jedoch offenbar ohne die gefährlichen Nebenwirkungen der Phoenix-Force. Marc Guggenheim baut hier auf jeden Fall ein interessantes und erfolgsversprechendes Szenario auf.
Zeichenstil
Beide Episoden unterscheiden sich maßgeblich durch den Zeichenstil. Während die erste von R. B. Silva gezeichnet wurde und mit vielen Details wie auch starken Kontrasten aufwarten kann, ist die zweite Episode rund um das Erbe der Trask-Familie von einfachen Formen und überdeutlichen Panels durch Ardian Syaf charakterisiert.
Das bedeutet nun nicht, dass der eine Zeichenstil besser oder der andere schlechter wäre. Uns hat vor allem jedoch Silva überzeugt. Hier werden die Details stärker betont, die perspektivische Tiefe ist höher. Schlichtweg ist die Ikonografie stärker, was die Panels einprägsamer macht. Ardian Syaf hat zudem seine eigene negative Vergangenheit und arbeitet nun nicht mehr für Marvel.
Erscheinungsbild
Was soll man groß über die Qualität der Publikationen des deutschen Platzhirsches sagen? Farben und Kontraste sind stark, die Haptik ist gut, das plastifizierte Cover sorgt für Resistenz. Gewohnte Qualität also in allen Belangen.
Die harten Fakten:

Verlag: Panini Comics
Autor(en): Marc Guggenheim
Zeichner(in): R.B. Silva, Ardian Syaf
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Deutsch
Format: Softcover, broschiert
Seitenanzahl: 140
Preis: 16,99 EUR
Bezugsquelle: Amazon, Panini Comics

 
Bonus/Downloadcontent
Wie üblich finden sich die US-Original-Cover auszugsweise im Comic. Ebenso werden wertvolle oder auch interessante Zusatzinformationen zu Charakteren, Zeichnern oder Autoren in Textkästen zu Anfang und Ende des Bandes geliefert.
Fazit
X-Men Gold #01 macht einfach Spaß! Die ungewöhnliche Truppe aus verschiedenen Zeitsträngen und Welten, welche so nur nach dem letzten Battleworld-Event möglich ist, wirkt frisch und unverbraucht.
Das Zusammenspiel der in diesem Band als Hauptakteure auftretenden Kitty Pryde, Logan, Colossus und Rachel Grey-Summers wirft einige Schatten voraus auf das, was noch kommen wird, wie aufmerksame Leser der US-Versionen bereits wissen.
Beide hier zusammengefassten Handlungsbögen stellen die Mutanten wie gewohnt in Überlebensgröße dar – und halten dabei sogar mit Populismus einen Bezug zur aktuellen Welt. Die versteckten Botschaften des Zeichners Ardian Syaf geben einen bitteren Beigeschmack ab, aber dafür wurde der Zeichner auch bereits von Marvel gekündigt.
In Summe können der Zeichenstil, wie auch die generelle Produktqualität, überzeugen und machen neugierig auf kommende Veröffentlichungen.

Mit Tendenz nach Oben
Artikelbild: Panini Comics, Bearbeitung: Verena Bach
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Der Krieg gegen die Inhumans ist vorbei, Medusa zerstörte das Terigen. Emma Frost hatte auch ihre Finger im Spiel und nun ist Kitty Pryde die neue Anführerin der X-Men. Ob die mittlerweile erwachsene Phaserin dem altgedienten Team eine neue und würdige Führung verpassen kann?
Mit X-Men Gold tritt ein neues Team an, den Gefahren, die die Mensch- und Mutantenheit bedrohen, entgegenzutreten. Das Team könnte ungewöhnlicher nicht sein: Old Man Logan (ja, er lebt wieder – oder nicht?), Rachel Grey-Summers, Nightcrawler, Storm, Colossus und eben jene Kitty Pryde, die damals in Days of Future Past ihre erste große Rolle bekam. Übrigens, ich rede vom Comic, nicht dem Film.
Der vorliegende Band ist die Sammelübersetzung der US-Originale X-Men Gold (2017) 1-6.
Handlung
Nach all dem Chaos, welches die Mutanten im Krieg gegen die Inhumans auslösten, ist das Vertrauen der Menschheit naturgemäß niedrig. Wen verwundert es da, dass es populistische Elemente (welch wunderbarer zeitgenössischer Bezug!) gibt, die die Mutanten endgültig ins Aus drängen wollen? An vorderster Front steht hier Lydia Nance – die Sprecherin und Leiterin der Heritage-Initiative. Diese Frau, die Mutanten als schuldig für nahezu alle Belange brandmarkt, wird noch von Bedeutung in folgenden Ausgaben sein.
Der „Fact“-Channel
Tatsächlich kommt es, wie zu erwarten war, zu Übergriffen auf die menschliche Bevölkerung und die X-Men wollen wieder in ihre alte Rolle schlüpfen, Helfer und Beschützer zu sein. Auch wenn sie im Auftrag erfolgreich sind, wird ihnen von den Betroffenen nur Feindschaft entgegengebracht. Was für ein frustrierendes Erlebnis aus der Warte der Helden! Dennoch wirken die Worte der neuen Anführerin und auch der Pragmatismus von Uns-Aller-Liebling-Logan wahre Wunder.
Der Sammelband bietet zwei Geschichten, von denen jede wie ein Auftakt zu Größerem wirkt. In der ersten Geschichte treffen die X-Men auf die „Bruderschaft der bösen Mutanten“ (und machen sich zu Recht lustig über den Namen). In der zweiten Episode muss Gambit ein unangenehmes Zusammentreffen mit einer KI und replizierenden Naniten überstehen und ruft die X-Men zu Hilfe. Wenn wir nun noch als kleinen Hinweis bekannt geben, dass die KI mit der Familie Trask zu tun hat, kratzen wir nah am Spoiler.
Beiden Geschichten ist gemein, dass die Helden in gewohnter X-Men-Manier in Überlebensgröße gegen Gefahren antreten. Besonders die zweite Geschichte ist davon getragen und zeigt einige Akteure des Marvel-Universums, die sonst nur am Rande der X-Men agieren oder eher in andere Serien gehören.
Furios? Ja! Extrem? Ja! Ungewöhnlich, bunt und am Rande dessen, was die Wahrnehmung erträgt? Ja! Aber würden wir es anders wollen?
Charaktere
Naturgemäß liegt der Fokus auf der neuen Hauptriege der X-Men. Ob nun Romanze oder Pragmatismus – jede der neuen Hauptrollen bekommt ihre Zeit, wobei jedoch Kitty und Logan deutlich im Vordergrund stehen.
Andere treten eher in den Hintergrund oder überzeugen durch knallharte Action. Interessant ist auch, dass einige Mutanten neue Kräfte zeigen.
Trotz aller Heldentaten sind Menschen zurückhaltend
Viel mehr lässt sich jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, leider. Interessant wird die Partnerwahl von Kitty sein, die schon mit so schillernden Gestalten wie Peter Quill zusammen war. Von großer Bedeutung ist auch Rachel Grey-Summers. Die Tochter von Cyclops und Jean Grey aus der oben genannten Parallelzeiten-Geschichte Days of Future Past wird in die Fußstapfen ihrer Mutter treten, jedoch offenbar ohne die gefährlichen Nebenwirkungen der Phoenix-Force. Marc Guggenheim baut hier auf jeden Fall ein interessantes und erfolgsversprechendes Szenario auf.
Zeichenstil
Beide Episoden unterscheiden sich maßgeblich durch den Zeichenstil. Während die erste von R. B. Silva gezeichnet wurde und mit vielen Details wie auch starken Kontrasten aufwarten kann, ist die zweite Episode rund um das Erbe der Trask-Familie von einfachen Formen und überdeutlichen Panels durch Ardian Syaf charakterisiert.
Das bedeutet nun nicht, dass der eine Zeichenstil besser oder der andere schlechter wäre. Uns hat vor allem jedoch Silva überzeugt. Hier werden die Details stärker betont, die perspektivische Tiefe ist höher. Schlichtweg ist die Ikonografie stärker, was die Panels einprägsamer macht. Ardian Syaf hat zudem seine eigene negative Vergangenheit und arbeitet nun nicht mehr für Marvel.
Erscheinungsbild
Was soll man groß über die Qualität der Publikationen des deutschen Platzhirsches sagen? Farben und Kontraste sind stark, die Haptik ist gut, das plastifizierte Cover sorgt für Resistenz. Gewohnte Qualität also in allen Belangen.
Die harten Fakten:

Verlag: Panini Comics
Autor(en): Marc Guggenheim
Zeichner(in): R.B. Silva, Ardian Syaf
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Deutsch
Format: Softcover, broschiert
Seitenanzahl: 140
Preis: 16,99 EUR
Bezugsquelle: Amazon, Panini Comics

 
Bonus/Downloadcontent
Wie üblich finden sich die US-Original-Cover auszugsweise im Comic. Ebenso werden wertvolle oder auch interessante Zusatzinformationen zu Charakteren, Zeichnern oder Autoren in Textkästen zu Anfang und Ende des Bandes geliefert.
Fazit
X-Men Gold #01 macht einfach Spaß! Die ungewöhnliche Truppe aus verschiedenen Zeitsträngen und Welten, welche so nur nach dem letzten Battleworld-Event möglich ist, wirkt frisch und unverbraucht.
Das Zusammenspiel der in diesem Band als Hauptakteure auftretenden Kitty Pryde, Logan, Colossus und Rachel Grey-Summers wirft einige Schatten voraus auf das, was noch kommen wird, wie aufmerksame Leser der US-Versionen bereits wissen.
Beide hier zusammengefassten Handlungsbögen stellen die Mutanten wie gewohnt in Überlebensgröße dar – und halten dabei sogar mit Populismus einen Bezug zur aktuellen Welt. Die versteckten Botschaften des Zeichners Ardian Syaf geben einen bitteren Beigeschmack ab, aber dafür wurde der Zeichner auch bereits von Marvel gekündigt.
In Summe können der Zeichenstil, wie auch die generelle Produktqualität, überzeugen und machen neugierig auf kommende Veröffentlichungen.

Mit Tendenz nach Oben
Artikelbild: Panini Comics, Bearbeitung: Verena Bach
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Rezension: X-Men Gold #01 – ein neuer Morgen (Marvel/Panini)

Reingehört: Die Lügen des Locke Lamora (Scott Lynch) – Gentleman-Betrüger im Strudel der Lüge

Reingehört: Die Lügen des Locke Lamora (Scott Lynch) – Gentleman-Betrüger im Strudel der Lüge
Wenn ein Erstlingswerk international Anerkennung findet und sich das gerade im Fantasy-Sektor abspielt, horchen Fans auf. Scott Lynch debütierte 2006 mit Die Lügen des Locke Lamora, dem ersten Teil einer auf sieben Teile ausgelegten Low-Fantasy-Saga rund um einige Hochstapler, denen Ehre genauso viel wie Beute bedeutet.
Es kann viel Vergnügen machen, den Tricks und Plänen von Hochstaplern zu lauschen. Eine ähnliche Faszination geht von den Filmen der Ocean’s-Reihe aus. Charmanter wird es für den Fan der Phantastik, wenn das Setting nicht Las Vegas ist, sondern eine fiktive, an Venedig gemahnende, Stadt voller Magie, Alchimie und Gebäuden aus Glas. Das ist Camorr, der Tummelplatz des Gentleman-Ganoven Locke Lamora und seiner Freunde wie auch Feinde.
Handlung
Als der Trickbetrüger Vater Chains, der sich als Priester des Perelandro und damit des wohltätigen Gottes ausgibt, einen verwahrlosten, aber blitzgescheiten Sechsjährigen kauft, ahnt er nicht, was er sich da ins Haus geholt hat. Gekauft hat er ihn vom Herrn der Diebe, einem Kriminellen, der unter einem Friedhof haust und obdachlosen Kindern ein Zuhause gibt, sie aber zu Dieben ausbildet.
Was der Herr der Diebe nicht hat absehen können, war, dass eben dieser Sechsjährige einen Stadtgardisten bestiehlt und damit den Geheimen Frieden gebrochen hat. Dieser besagt, dass der Adel und die Diener der Regierung für die Diebstähle und Raubzüge der organisierten Kriminalität tabu sind. Geschlossen wurde er zwischen den Vertretern des Herzogs und Cappa Barsavi, dem Mafiaboss von Camorr, wenn man so will.
Camorr ist eine fiktive Stadt auf einem fiktiven Planeten. Sie erinnert an das spätmittelalterliche Venedig, wobei die beschriebenen sozialen Strukturen auch an Spanien in der Renaissance gemahnen. Stilistisch befinden wir uns hier in der Low-Fantasy. Elemente wie Alchimie und Magie sind vorhanden, werden aber erst ab der Hälfte des Romans wirklich von Bedeutung. Charmant und exotisch wirkt das Elderglas – eine glasähnliche Substanz, die von einer Spezies geschaffen wurde, die vor eintausend Jahren verschwand und die Stadt Camorr erbaut hat. Dieses Glas kann Licht speichern, hat aber auch noch einige andere interessante Anwendungszwecke.
Zurück zu Vater Chains, denn nur er kann den sechsjährigen Locke Lamora vor der Todesstrafe wegen des Bruchs des Friedens bewahren. Er kauft also den Jungen, der sich als Locke vorstellt und bringt ihn zu den anderen Jungen, die bereits im Tempel leben. Alle bildet er zu einer besonderen Form von Dieben aus – zu Trickbetrügern und Hochstaplern. Sie nennen sich die Gentleman-Ganoven. Später, im Erwachsenenalter, sind die Zwillinge Carlo und Galdo Sanza, Jean Tannen, Bug und Locke enge Freunde geworden, die durch elaborierte Tricksereien unerlaubterweise den Adel um viel Geld erleichtern. Locke ist ihr Garrista, ihr Bandenführer und zugleich Priester des dreizehnten namenlosen Gottes, der von den Dieben und anderem Gesindel verehrt wird,
Das Meisterstück soll das Betrügen von Don und Donia Salvara um mehrere zehntausend Goldkronen sein. Dafür schlüpft Locke in die Rolle von Lukas Fehrwight, einem Händler für hochwertige Spirituosen aus der Stadt Emberlain im Norden. Er erschleicht sich das Vertrauen und beginnt die kinderlose Familie zu schröpfen.
Zuerst entwickelt sich dieses Vorhaben auch sehr gut, doch dann treten zwei Spieler auf den Plan, die alles ins Wanken bringen. Der geheimnisvolle Graue König taucht auf und beginnt mordend in der organisierten Kriminalität zu wüten, und zu allem Übel hat er auch einen echten und sehr sadistischen Soldmagier dabei. Auf der anderen Seite steht die Spinne, der unerkannte Anführer der inquisitorischen Geheimpolizei des Herzogs.
Als der Graue König Cappa Barsavi tötet und seinen Platz einnimmt, offenbart sich ein diabolischer Plan, der die ganze Stadt gefährdet. Und wie Gentleman-Ganoven nun mal so sind, nehmen sie sich der Sache an, da Camorr ihre Stadt ist und sie die Einwohner lieben.
Über den Autor
Scott Lynch wurde 1978 in Saint Paul, Minnesota, USA, geboren. Der hier besprochene (Audio)-Roman ist sein Erstling und wurde 2006 veröffentlicht. Die Reihe rund um die Gentleman-Ganoven ist auf sieben Teile ausgelegt, wovon bislang drei erschienen sind. Scott Lynch agiert neben seinen Autorenarbeiten als freiwilliger Feuerwehrmann. 
Über den Sprecher
Matthias Lühn hat eine leicht nasale und sehr konsonantenbetonte Sprechweise. Das schafft in den ersten Minuten Verwirrung, sogar etwas Unwohlsein. Seine hart betonten Buchstaben K, S und T knacken in den Ohren, wenn die Höhen stark eingestellt sind.
Behebt man diesen lokalen Missstand am eigenen Abspielgerät, offenbart sich eine Stimme, die ich genossen habe, als ich mich an sie gewöhnt hatte. Lühn gibt jeder auftretenden Rolle ihren ganz eigenen Tenor, der sich in der Erinnerung tief eingräbt. Auch gelingt ihm das Übertragen der Gefühlslage der Akteure ausnahmslos gut. Daumen hoch für eine eher unbekannte Stimme mit ihrem ganz eigenen Charme!
Preis-/Leistungsverhältnis
Der hohe Preis von 29,95 EUR ist durch die Spielzeit von über vierundzwanzig Stunden mehr als gerechtfertigt. Hier betrachte ich zusätzlich die Komplexität der Geschichte, die einen hohen Wiederhör-Anreiz schafft. Auch die Sprechleistung von Matthias Lühn ist, sobald man sich an ihn gewöhnt hat, durch die Bank hochwertig. Für neugierig Gewordene empfiehlt sich also entweder das Audible-Abo oder der Griff zum Druckwerk, respektive digitalen Buch.
Zu bedenken ist, dass man das Hörbuch aufgrund des DRM-Schutzes nur auf den Audible–Apps hören kann, welche es immerhin für alle gängigen Plattformen gibt. Man kann die Dateien zwar auf Audio-CDs brennen, das ist jedoch fehleranfällig – vor allem beim Kapitelübergang – und daher nicht anzuraten. Ich habe das Buch unter Android auf einem Nexus 4 gehört.
Erscheinungsbild & Klangqualität
Beim Kauf als Download entfällt natürlich die Verpackung, das Cover wird aber als kleine eingeblendete Grafik in der App mitgeliefert. Das Cover zeigt die Stadt Camorr, die ein weiteres Mal an Venedig erinnert, während ein Schattenriss sich auf einer Fassade abzeichnet.
Die stark betonten Konsonanten habe ich bereits kritisiert. Man sollte daher unbedingt die Höhen etwas herausnehmen, da sonst schnell die Ohren klingeln.
Die harten Fakten:

Verlag: Ronin – Hörverlag
Autor(en): Scott Lynch
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: Deutsch
Format: proprietäres Format für Audible
ISBN/EAN/ASIN: B00KTJFLNS
Preis: 29,95 EUR oder 9,95 EUR im Abo
Bezugsquelle: Amazon, Audible, lokaler Buchhandel

 
Fazit
Es ist eine wahre Freude, den so filigran ausdefinierten Plänen der Gentleman-Ganoven zu lauschen. In Summe drei Mal habe ich mich dabei ertappt, zu denken „Was macht er denn nun schon wieder?“, gespannt zu lauschen, und dann mit Staunen und Lachen den Mund offen stehen zu haben.
Die definitiv als „Fantasy für Erwachsene“ einzuordnende Geschichte ist komplex, teils gar anstrengend nachzuverfolgen, entlohnt aber den Hörer durch verblüffende Plotwendungen. Es gibt genau eine Schlüsselszene zur späten Mitte des Romans, die aus der vorher nett vor sich herplätschernden mittelalterlichen Gaunerkomödie tödlichen und brutalen Ernst macht.
Wer Pan’s Labyrinth gesehen hat, weiß um die Wirkung einer einzelnen sehr drastischen Szene. Diese Wirkung tritt auch hier ein.
In Summe hat mir Die Lügen des Locke Lamora als anspruchsvolle Fantasy sehr gut gefallen. Ich genoss die immer wieder aufkommenden Rückblenden in die Vergangenheit, in welchen erklärt wird, weswegen ein bestimmtes Merkmal eines Plans mit den Salvaras oder später mit dem Grauen König funktioniert. Der Zusammenhang offenbart sich nicht immer direkt und mehr als einmal wird der Leser zwischen den Zeilen aufgefordert, seine eigenen Zusammenhänge zu konstruieren. Scott Lynch lässt diese offen.
In Summe betrachtet hat Lynch einen verschlungenen Schreibstil, der dem Hörer zeitweise viel Konzentration abverlangt. Das ist definitiv kein (Hör-)Buch zum „nebenbei Hören“ oder gar beim Putzen. Die Sprechleistung von Matthias Lühn passt da nur gut ins Bild. Durch seine besondere Stimme wird der Leser zwar etwa besser gelenkt, aber auch hier heißt es, sich zuerst dran zu gewöhnen, damit aber dann entlohnt zu werden.
Die Gentleman-Ganoven werden sicher nicht das letzte Mal in meine Ohrmuscheln vorgedrungen sein und ich bin gespannt auf den Nachfolger Sturm über roten Wassern.

Artikelbilder: Audible, Ronin Hörverlag
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Wenn ein Erstlingswerk international Anerkennung findet und sich das gerade im Fantasy-Sektor abspielt, horchen Fans auf. Scott Lynch debütierte 2006 mit Die Lügen des Locke Lamora, dem ersten Teil einer auf sieben Teile ausgelegten Low-Fantasy-Saga rund um einige Hochstapler, denen Ehre genauso viel wie Beute bedeutet.
Es kann viel Vergnügen machen, den Tricks und Plänen von Hochstaplern zu lauschen. Eine ähnliche Faszination geht von den Filmen der Ocean’s-Reihe aus. Charmanter wird es für den Fan der Phantastik, wenn das Setting nicht Las Vegas ist, sondern eine fiktive, an Venedig gemahnende, Stadt voller Magie, Alchimie und Gebäuden aus Glas. Das ist Camorr, der Tummelplatz des Gentleman-Ganoven Locke Lamora und seiner Freunde wie auch Feinde.
Handlung
Als der Trickbetrüger Vater Chains, der sich als Priester des Perelandro und damit des wohltätigen Gottes ausgibt, einen verwahrlosten, aber blitzgescheiten Sechsjährigen kauft, ahnt er nicht, was er sich da ins Haus geholt hat. Gekauft hat er ihn vom Herrn der Diebe, einem Kriminellen, der unter einem Friedhof haust und obdachlosen Kindern ein Zuhause gibt, sie aber zu Dieben ausbildet.
Was der Herr der Diebe nicht hat absehen können, war, dass eben dieser Sechsjährige einen Stadtgardisten bestiehlt und damit den Geheimen Frieden gebrochen hat. Dieser besagt, dass der Adel und die Diener der Regierung für die Diebstähle und Raubzüge der organisierten Kriminalität tabu sind. Geschlossen wurde er zwischen den Vertretern des Herzogs und Cappa Barsavi, dem Mafiaboss von Camorr, wenn man so will.
Camorr ist eine fiktive Stadt auf einem fiktiven Planeten. Sie erinnert an das spätmittelalterliche Venedig, wobei die beschriebenen sozialen Strukturen auch an Spanien in der Renaissance gemahnen. Stilistisch befinden wir uns hier in der Low-Fantasy. Elemente wie Alchimie und Magie sind vorhanden, werden aber erst ab der Hälfte des Romans wirklich von Bedeutung. Charmant und exotisch wirkt das Elderglas – eine glasähnliche Substanz, die von einer Spezies geschaffen wurde, die vor eintausend Jahren verschwand und die Stadt Camorr erbaut hat. Dieses Glas kann Licht speichern, hat aber auch noch einige andere interessante Anwendungszwecke.
Zurück zu Vater Chains, denn nur er kann den sechsjährigen Locke Lamora vor der Todesstrafe wegen des Bruchs des Friedens bewahren. Er kauft also den Jungen, der sich als Locke vorstellt und bringt ihn zu den anderen Jungen, die bereits im Tempel leben. Alle bildet er zu einer besonderen Form von Dieben aus – zu Trickbetrügern und Hochstaplern. Sie nennen sich die Gentleman-Ganoven. Später, im Erwachsenenalter, sind die Zwillinge Carlo und Galdo Sanza, Jean Tannen, Bug und Locke enge Freunde geworden, die durch elaborierte Tricksereien unerlaubterweise den Adel um viel Geld erleichtern. Locke ist ihr Garrista, ihr Bandenführer und zugleich Priester des dreizehnten namenlosen Gottes, der von den Dieben und anderem Gesindel verehrt wird,
Das Meisterstück soll das Betrügen von Don und Donia Salvara um mehrere zehntausend Goldkronen sein. Dafür schlüpft Locke in die Rolle von Lukas Fehrwight, einem Händler für hochwertige Spirituosen aus der Stadt Emberlain im Norden. Er erschleicht sich das Vertrauen und beginnt die kinderlose Familie zu schröpfen.
Zuerst entwickelt sich dieses Vorhaben auch sehr gut, doch dann treten zwei Spieler auf den Plan, die alles ins Wanken bringen. Der geheimnisvolle Graue König taucht auf und beginnt mordend in der organisierten Kriminalität zu wüten, und zu allem Übel hat er auch einen echten und sehr sadistischen Soldmagier dabei. Auf der anderen Seite steht die Spinne, der unerkannte Anführer der inquisitorischen Geheimpolizei des Herzogs.
Als der Graue König Cappa Barsavi tötet und seinen Platz einnimmt, offenbart sich ein diabolischer Plan, der die ganze Stadt gefährdet. Und wie Gentleman-Ganoven nun mal so sind, nehmen sie sich der Sache an, da Camorr ihre Stadt ist und sie die Einwohner lieben.
Über den Autor
Scott Lynch wurde 1978 in Saint Paul, Minnesota, USA, geboren. Der hier besprochene (Audio)-Roman ist sein Erstling und wurde 2006 veröffentlicht. Die Reihe rund um die Gentleman-Ganoven ist auf sieben Teile ausgelegt, wovon bislang drei erschienen sind. Scott Lynch agiert neben seinen Autorenarbeiten als freiwilliger Feuerwehrmann. 
Über den Sprecher
Matthias Lühn hat eine leicht nasale und sehr konsonantenbetonte Sprechweise. Das schafft in den ersten Minuten Verwirrung, sogar etwas Unwohlsein. Seine hart betonten Buchstaben K, S und T knacken in den Ohren, wenn die Höhen stark eingestellt sind.
Behebt man diesen lokalen Missstand am eigenen Abspielgerät, offenbart sich eine Stimme, die ich genossen habe, als ich mich an sie gewöhnt hatte. Lühn gibt jeder auftretenden Rolle ihren ganz eigenen Tenor, der sich in der Erinnerung tief eingräbt. Auch gelingt ihm das Übertragen der Gefühlslage der Akteure ausnahmslos gut. Daumen hoch für eine eher unbekannte Stimme mit ihrem ganz eigenen Charme!
Preis-/Leistungsverhältnis
Der hohe Preis von 29,95 EUR ist durch die Spielzeit von über vierundzwanzig Stunden mehr als gerechtfertigt. Hier betrachte ich zusätzlich die Komplexität der Geschichte, die einen hohen Wiederhör-Anreiz schafft. Auch die Sprechleistung von Matthias Lühn ist, sobald man sich an ihn gewöhnt hat, durch die Bank hochwertig. Für neugierig Gewordene empfiehlt sich also entweder das Audible-Abo oder der Griff zum Druckwerk, respektive digitalen Buch.
Zu bedenken ist, dass man das Hörbuch aufgrund des DRM-Schutzes nur auf den Audible–Apps hören kann, welche es immerhin für alle gängigen Plattformen gibt. Man kann die Dateien zwar auf Audio-CDs brennen, das ist jedoch fehleranfällig – vor allem beim Kapitelübergang – und daher nicht anzuraten. Ich habe das Buch unter Android auf einem Nexus 4 gehört.
Erscheinungsbild & Klangqualität
Beim Kauf als Download entfällt natürlich die Verpackung, das Cover wird aber als kleine eingeblendete Grafik in der App mitgeliefert. Das Cover zeigt die Stadt Camorr, die ein weiteres Mal an Venedig erinnert, während ein Schattenriss sich auf einer Fassade abzeichnet.
Die stark betonten Konsonanten habe ich bereits kritisiert. Man sollte daher unbedingt die Höhen etwas herausnehmen, da sonst schnell die Ohren klingeln.
Die harten Fakten:

Verlag: Ronin – Hörverlag
Autor(en): Scott Lynch
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: Deutsch
Format: proprietäres Format für Audible
ISBN/EAN/ASIN: B00KTJFLNS
Preis: 29,95 EUR oder 9,95 EUR im Abo
Bezugsquelle: Amazon, Audible, lokaler Buchhandel

 
Fazit
Es ist eine wahre Freude, den so filigran ausdefinierten Plänen der Gentleman-Ganoven zu lauschen. In Summe drei Mal habe ich mich dabei ertappt, zu denken „Was macht er denn nun schon wieder?“, gespannt zu lauschen, und dann mit Staunen und Lachen den Mund offen stehen zu haben.
Die definitiv als „Fantasy für Erwachsene“ einzuordnende Geschichte ist komplex, teils gar anstrengend nachzuverfolgen, entlohnt aber den Hörer durch verblüffende Plotwendungen. Es gibt genau eine Schlüsselszene zur späten Mitte des Romans, die aus der vorher nett vor sich herplätschernden mittelalterlichen Gaunerkomödie tödlichen und brutalen Ernst macht.
Wer Pan’s Labyrinth gesehen hat, weiß um die Wirkung einer einzelnen sehr drastischen Szene. Diese Wirkung tritt auch hier ein.
In Summe hat mir Die Lügen des Locke Lamora als anspruchsvolle Fantasy sehr gut gefallen. Ich genoss die immer wieder aufkommenden Rückblenden in die Vergangenheit, in welchen erklärt wird, weswegen ein bestimmtes Merkmal eines Plans mit den Salvaras oder später mit dem Grauen König funktioniert. Der Zusammenhang offenbart sich nicht immer direkt und mehr als einmal wird der Leser zwischen den Zeilen aufgefordert, seine eigenen Zusammenhänge zu konstruieren. Scott Lynch lässt diese offen.
In Summe betrachtet hat Lynch einen verschlungenen Schreibstil, der dem Hörer zeitweise viel Konzentration abverlangt. Das ist definitiv kein (Hör-)Buch zum „nebenbei Hören“ oder gar beim Putzen. Die Sprechleistung von Matthias Lühn passt da nur gut ins Bild. Durch seine besondere Stimme wird der Leser zwar etwa besser gelenkt, aber auch hier heißt es, sich zuerst dran zu gewöhnen, damit aber dann entlohnt zu werden.
Die Gentleman-Ganoven werden sicher nicht das letzte Mal in meine Ohrmuscheln vorgedrungen sein und ich bin gespannt auf den Nachfolger Sturm über roten Wassern.

Artikelbilder: Audible, Ronin Hörverlag
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Reingehört: Die Lügen des Locke Lamora (Scott Lynch) – Gentleman-Betrüger im Strudel der Lüge

Reingehört: Die Monster, die ich rief (Larry Correia) – derbe Urban-Fantasy-Monsterjagd für Waffennarren

Reingehört: Die Monster, die ich rief (Larry Correia) – derbe Urban-Fantasy-Monsterjagd für Waffennarren
Owen Pitt ist Sohn eines Waffennarren, hat Aggressionsprobleme, ist dicklich, war Buchhalter und… ist Monsterjäger. Wir hatten die Freude, in einen der ungewöhnlicheren Ansätze moderner Military Urban Fantasy hineinzuhören. Dabei überraschte uns der erste Band der MHI-Sage von Larry Correia mit ungewöhnlichen Protagonisten, lovecraftianischen Albträumen und Elfen im Dreck.
Monster jagen – ein etwas ausgelutschtes Thema, mag man denken. Wie viele Filme und Bücher, vor allem in der, manchmal viktorianischen, Urban Fantasy reiten das Thema von The Agency bis zu Harry Dresden tot? Monster Hunter 1 geht einen etwas unorthodoxen Weg mit einem ungewöhnlichen Protagonisten und einer überepisch ausbordenden Handlung. Wir haben uns das ungekürzte Hörbuch angehört.
Story
Owen Pitt ist kein Vorzeigeheld. Er ist keineswegs schlank, wurde von einem Vater mit Militärvergangenheit und -fimmel erzogen, kann daher sehr gut mit Schusswaffen umgehen, steht sich aber oftmals selbst im Weg. So wurde er Buchhalter, um nichts kaputt zu machen und seinen Adrenalinhaushalt unter Kontrolle zu halten.
Leider hat ihm das Schicksal einen dicken Stock zwischen die Beine geworfen, denn, wie er, spät abends noch im Büro, herausfindet, ist sein Vorgesetzter ein Werwolf – der ihn fressen will. Nach einem harten und blutigen Kampf stößt Owen letztendlich seinen Chef aus dem Fenster. Danach bricht er erschöpft zusammen und wacht erst im Krankenhaus wieder auf.
Dort warten direkt auch zwei Bundesagenten auf sein Aufwachen, die ihm einige unangenehme Fragen zu den Geschehnissen stellen. Offenkundig weiß die Regierung Bescheid! Die Agenten stellen Owen vor die Wahl – vergessen, was geschehen ist, oder … sterben. Immerhin hat er etwas Bedenkzeit und kann so später die Klinik verlassen und in seine Wohnung gehen, um die Geschehnisse zu verarbeiten. Dort jedoch bekommt er etwas später Besuch von zwei weiteren schillernden Gestalten: Der Veteran Earl Harbinger und die attraktive Julie Shakkleford.
Diese offenbaren ihm, dass Monster real sind und es einige private paramilitärische Vereinigungen gibt, die bezahlt Jagd auf die Bestien machen. Dabei werden sie von einem Regierungsfond namens SUMPF finanziert. Für jede niedergebrachte Kreatur gibt es bare Münze. Beide Vertreter der „Monster Hunter International“ (MHI) bieten ihm an, ihn auszubilden und, dass er für sie arbeitet. Mit der Wahl der Regierung im Nacken und diesem Angebot, wer würde sich gegen die MHI entscheiden?
Damit beginnt seine Ausbildung in deren Stützpunkt, wo er schnell Freundschaft mit anderen Neulingen schließt, die auch auf verschiedene Arten das Zusammentreffen mit Monstern oder gar den Kampf gegen diesen überlebt haben.
Natürlich dauert es nicht lange, bis sich Owen als „besonders“ herausstellt, Spoiler hat er doch in seinen Träumen Visionen und trifft dort auf den verstorbenen polnisch-jüdischen Monsterjäger Mordechai Byreika. Dieser erzählt ihm von einem nahenden gewaltigen Unheil.
Und genau jenes lässt nicht allzu lange auf sich warten – zum Ende hin eskaliert der Roman in größer-als-Lovecraft-und-Hellboy ähnliche Zustände, wird dabei zu einer eleganten Orgie der Gewalt und es geht um nicht weniger als die Errettung der Welt. hat er doch in seinen Träumen Visionen und trifft dort auf den verstorbenen polnisch-jüdischen Monsterjäger Mordechai Byreika. Dieser erzählt ihm von einem nahenden gewaltigen Unheil.
Und genau jenes lässt nicht allzu lange auf sich warten – zum Ende hin eskaliert der Roman in größer-als-Lovecraft-und-Hellboy ähnliche Zustände, wird dabei zu einer eleganten Orgie der Gewalt und es geht um nicht weniger als die Errettung der Welt.
Eines muss man grundsätzlich aber neben derber Urban Fantasy mögen: detaillierte Waffenbeschreibungen nebst Bauteilen und Anwendungen, wie auch derer Produzenten. Einmal daran gewöhnt, findet man schnell Zugang zu den Protagonisten. Man schätzt sie, liebt sie, fiebert mit ihren Geschichten mit und leidet, wenn es ihnen nicht gut geht.
Auch ist der Umgang an Schauplätzen und eröffneten Handlungsfäden gewaltig, nicht jeder wird aufgelöst – was auch gut ist, denn wie soll der Autor die Hörer und Leser sonst bei Interesse halten?
Sprecher
Robert Franks Stimme ist etwas Besonderes. Zuerst mag man der sanften Stimme nicht viel zutrauen, aber sobald Frank beginnt, verschiedene Rollen zu vertonen und dabei jede Emotion, jeden Dialekt und jeden Adrenalinhaushalt perfekt trifft, verfällt man dem Bann.
Besonders die Kenntlichmachung der verschiedenen Rollen gefiel uns sehr gut beim Durchhören des Buches. Er schafft es geradezu makellos, den Zuhörer in den Bann der Szene zu ziehen. Robert Frank ist kein Unbekannter in der Szene und hat neben vielen Hörbüchern auch Rollen in Dragon Age eingesprochen.
Autor
Larry Correia, geboren 1977 in Kalifornien, besuchte später die Utah State University. Tatsächlich eröffnete er selbst einen Waffenladen und gab auch Schusswaffen-Unterricht. Es war zu dieser Zeit, dass er seine Faszination für Waffen und B-Movies mit Monstern verband und am Skript des vorliegenden Buches schrieb.
Sein Erfolg mit dieser Geschichte ging so weit, dass er für den Hugo Award nominiert war (das jedoch nicht ganz unter unstrittigen Rahmenbedingungen). Dennoch sollte das nicht Correias Aufstieg bremsen. Seine größten Erfolge erzielte mit den Grimnoir-Chroniken, die in einer parallelen Version der 30er Jahre mit viel Magie, spielen.
Erscheinungsbild Cover
Beim Kauf als Download entfällt natürlich die Verpackung, das Cover wird aber als kleine eingeblendete Grafik in der App mitgeliefert. Das Cover zeigt recht unspektakulär einen Anzugträger, vor dem sich Klauen in die Höhe recken.
Klanglich lässt sich rein gar nichts beanstanden, die Stimme Franks ist kristallklar, weder Bässe noch Höhen übersteuern. Unser Test wurde auf einem Huawei Nova mit Audible-App vollzogen.
Die harten Fakten:

Verlag: Bastei Lübbe
Autor: Larry Correia
Sprecher/in: Robert Frank
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: Deutsch (Aus dem englischen übersetzt von Michael Krug)
Format: Download, proprietäres Format für Audible
Preis: 32,95 EUR oder 9,95 EUR im Abo
Bezugsquelle: Amazon, Audible, lokaler Buchhandel

 
Fazit
Monsterjagd in der Moderne mal anders – ohne Magie (Na gut, fast ohne), dafür aber mit Waffen, paramilitärischen Taktiken und vielen anderen Details, die man eher selten in diesem Genre findet. In Correias Welt wird die Jagd auf die übernatürlichen Bedrohungen von der Regierung und privaten Organisationen ausgetragen. Dabei geht es deftig und nicht unblutig zu.
Der Protagonist ist ebenso herzerfrischend anders. Er ist kein Schönling mit strahlendem Lächeln, sondern beleibt und hat so manches Problem mit seinen Aggressionen. Durch einen Zufall kommt er in Kontakt mit der Organisation „Monster Hunter International“ und lernt dort durch seinen ersten großen Einsatz, dass er mehr ist, als jemals zuvor in Leben angenommen.
Der Roman ist knallhart, hat einen hohen Body Count und spricht waffenverliebte Fetischisten an, verliert dabei jedoch nicht den normalen Nerdzuhörer, dem sein Urban Fantasy aus Vampiren, Werwölfen und anderem Gezücht besteht. Auch hier zeigt Correia die Andersartigkeit seiner Welt, ungekrönt ist der Elfenhof auf einem heruntergekommenen Trailerpark.
Robert Frank, der Sprecher der ungekürzten Lesung, erscheint zuerst als schwaches Stimmchen, kann aber binnen weniger Momente, wenn die ersten anderen Rollen auftauchen, zu Höchstleistungen auflaufen. Er gibt jeder Rolle ihre ganz eigene Stimme und vermag es dabei, selbst die Emotionen der Akteure zu intonieren.
Die Monster, die ich rief ist ein Hörbuch für Freunde der derben Urban Fantasy, die sich nicht scheuen, einen anderen Ansatz realisiert zu hören – das betrifft vor allem, was das Auftreten der magischen Rassen angeht. Uns hat die Geschichte gut gefallen.
Etwas erschöpfend und langatmig sind die vielfältigen Beschreibungen zu Waffenarten und -baustücken, die in dieser Art sicher nur der Fachfreund interessant findet. Kurz vor dem epischen Lovecraft-meets-Hellboy-Finale gibt es eine langatmige Stelle, bei der wir gern vorgespult hätten.
Natürlich darf man von der Geschichte in Summe keinen hohen Anspruch erwarten, diesen will sie aber auch gar nicht erreichen. Sie will Spannung erzeugen, den Hörer mitreißen und ihn schauerlich gruseln lassen.
Alles in allem geben wir dennoch eine Hörempfehlung. Owen Pitt, wir freuen uns auf dein nächstes Abenteuer!

Mit Tendenz nach Oben
Artikelbild: Audible
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Owen Pitt ist Sohn eines Waffennarren, hat Aggressionsprobleme, ist dicklich, war Buchhalter und… ist Monsterjäger. Wir hatten die Freude, in einen der ungewöhnlicheren Ansätze moderner Military Urban Fantasy hineinzuhören. Dabei überraschte uns der erste Band der MHI-Sage von Larry Correia mit ungewöhnlichen Protagonisten, lovecraftianischen Albträumen und Elfen im Dreck.
Monster jagen – ein etwas ausgelutschtes Thema, mag man denken. Wie viele Filme und Bücher, vor allem in der, manchmal viktorianischen, Urban Fantasy reiten das Thema von The Agency bis zu Harry Dresden tot? Monster Hunter 1 geht einen etwas unorthodoxen Weg mit einem ungewöhnlichen Protagonisten und einer überepisch ausbordenden Handlung. Wir haben uns das ungekürzte Hörbuch angehört.
Story
Owen Pitt ist kein Vorzeigeheld. Er ist keineswegs schlank, wurde von einem Vater mit Militärvergangenheit und -fimmel erzogen, kann daher sehr gut mit Schusswaffen umgehen, steht sich aber oftmals selbst im Weg. So wurde er Buchhalter, um nichts kaputt zu machen und seinen Adrenalinhaushalt unter Kontrolle zu halten.
Leider hat ihm das Schicksal einen dicken Stock zwischen die Beine geworfen, denn, wie er, spät abends noch im Büro, herausfindet, ist sein Vorgesetzter ein Werwolf – der ihn fressen will. Nach einem harten und blutigen Kampf stößt Owen letztendlich seinen Chef aus dem Fenster. Danach bricht er erschöpft zusammen und wacht erst im Krankenhaus wieder auf.
Dort warten direkt auch zwei Bundesagenten auf sein Aufwachen, die ihm einige unangenehme Fragen zu den Geschehnissen stellen. Offenkundig weiß die Regierung Bescheid! Die Agenten stellen Owen vor die Wahl – vergessen, was geschehen ist, oder … sterben. Immerhin hat er etwas Bedenkzeit und kann so später die Klinik verlassen und in seine Wohnung gehen, um die Geschehnisse zu verarbeiten. Dort jedoch bekommt er etwas später Besuch von zwei weiteren schillernden Gestalten: Der Veteran Earl Harbinger und die attraktive Julie Shakkleford.
Diese offenbaren ihm, dass Monster real sind und es einige private paramilitärische Vereinigungen gibt, die bezahlt Jagd auf die Bestien machen. Dabei werden sie von einem Regierungsfond namens SUMPF finanziert. Für jede niedergebrachte Kreatur gibt es bare Münze. Beide Vertreter der „Monster Hunter International“ (MHI) bieten ihm an, ihn auszubilden und, dass er für sie arbeitet. Mit der Wahl der Regierung im Nacken und diesem Angebot, wer würde sich gegen die MHI entscheiden?
Damit beginnt seine Ausbildung in deren Stützpunkt, wo er schnell Freundschaft mit anderen Neulingen schließt, die auch auf verschiedene Arten das Zusammentreffen mit Monstern oder gar den Kampf gegen diesen überlebt haben.
Natürlich dauert es nicht lange, bis sich Owen als „besonders“ herausstellt, Spoiler hat er doch in seinen Träumen Visionen und trifft dort auf den verstorbenen polnisch-jüdischen Monsterjäger Mordechai Byreika. Dieser erzählt ihm von einem nahenden gewaltigen Unheil.
Und genau jenes lässt nicht allzu lange auf sich warten – zum Ende hin eskaliert der Roman in größer-als-Lovecraft-und-Hellboy ähnliche Zustände, wird dabei zu einer eleganten Orgie der Gewalt und es geht um nicht weniger als die Errettung der Welt. hat er doch in seinen Träumen Visionen und trifft dort auf den verstorbenen polnisch-jüdischen Monsterjäger Mordechai Byreika. Dieser erzählt ihm von einem nahenden gewaltigen Unheil.
Und genau jenes lässt nicht allzu lange auf sich warten – zum Ende hin eskaliert der Roman in größer-als-Lovecraft-und-Hellboy ähnliche Zustände, wird dabei zu einer eleganten Orgie der Gewalt und es geht um nicht weniger als die Errettung der Welt.
Eines muss man grundsätzlich aber neben derber Urban Fantasy mögen: detaillierte Waffenbeschreibungen nebst Bauteilen und Anwendungen, wie auch derer Produzenten. Einmal daran gewöhnt, findet man schnell Zugang zu den Protagonisten. Man schätzt sie, liebt sie, fiebert mit ihren Geschichten mit und leidet, wenn es ihnen nicht gut geht.
Auch ist der Umgang an Schauplätzen und eröffneten Handlungsfäden gewaltig, nicht jeder wird aufgelöst – was auch gut ist, denn wie soll der Autor die Hörer und Leser sonst bei Interesse halten?
Sprecher
Robert Franks Stimme ist etwas Besonderes. Zuerst mag man der sanften Stimme nicht viel zutrauen, aber sobald Frank beginnt, verschiedene Rollen zu vertonen und dabei jede Emotion, jeden Dialekt und jeden Adrenalinhaushalt perfekt trifft, verfällt man dem Bann.
Besonders die Kenntlichmachung der verschiedenen Rollen gefiel uns sehr gut beim Durchhören des Buches. Er schafft es geradezu makellos, den Zuhörer in den Bann der Szene zu ziehen. Robert Frank ist kein Unbekannter in der Szene und hat neben vielen Hörbüchern auch Rollen in Dragon Age eingesprochen.
Autor
Larry Correia, geboren 1977 in Kalifornien, besuchte später die Utah State University. Tatsächlich eröffnete er selbst einen Waffenladen und gab auch Schusswaffen-Unterricht. Es war zu dieser Zeit, dass er seine Faszination für Waffen und B-Movies mit Monstern verband und am Skript des vorliegenden Buches schrieb.
Sein Erfolg mit dieser Geschichte ging so weit, dass er für den Hugo Award nominiert war (das jedoch nicht ganz unter unstrittigen Rahmenbedingungen). Dennoch sollte das nicht Correias Aufstieg bremsen. Seine größten Erfolge erzielte mit den Grimnoir-Chroniken, die in einer parallelen Version der 30er Jahre mit viel Magie, spielen.
Erscheinungsbild Cover
Beim Kauf als Download entfällt natürlich die Verpackung, das Cover wird aber als kleine eingeblendete Grafik in der App mitgeliefert. Das Cover zeigt recht unspektakulär einen Anzugträger, vor dem sich Klauen in die Höhe recken.
Klanglich lässt sich rein gar nichts beanstanden, die Stimme Franks ist kristallklar, weder Bässe noch Höhen übersteuern. Unser Test wurde auf einem Huawei Nova mit Audible-App vollzogen.
Die harten Fakten:

Verlag: Bastei Lübbe
Autor: Larry Correia
Sprecher/in: Robert Frank
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: Deutsch (Aus dem englischen übersetzt von Michael Krug)
Format: Download, proprietäres Format für Audible
Preis: 32,95 EUR oder 9,95 EUR im Abo
Bezugsquelle: Amazon, Audible, lokaler Buchhandel

 
Fazit
Monsterjagd in der Moderne mal anders – ohne Magie (Na gut, fast ohne), dafür aber mit Waffen, paramilitärischen Taktiken und vielen anderen Details, die man eher selten in diesem Genre findet. In Correias Welt wird die Jagd auf die übernatürlichen Bedrohungen von der Regierung und privaten Organisationen ausgetragen. Dabei geht es deftig und nicht unblutig zu.
Der Protagonist ist ebenso herzerfrischend anders. Er ist kein Schönling mit strahlendem Lächeln, sondern beleibt und hat so manches Problem mit seinen Aggressionen. Durch einen Zufall kommt er in Kontakt mit der Organisation „Monster Hunter International“ und lernt dort durch seinen ersten großen Einsatz, dass er mehr ist, als jemals zuvor in Leben angenommen.
Der Roman ist knallhart, hat einen hohen Body Count und spricht waffenverliebte Fetischisten an, verliert dabei jedoch nicht den normalen Nerdzuhörer, dem sein Urban Fantasy aus Vampiren, Werwölfen und anderem Gezücht besteht. Auch hier zeigt Correia die Andersartigkeit seiner Welt, ungekrönt ist der Elfenhof auf einem heruntergekommenen Trailerpark.
Robert Frank, der Sprecher der ungekürzten Lesung, erscheint zuerst als schwaches Stimmchen, kann aber binnen weniger Momente, wenn die ersten anderen Rollen auftauchen, zu Höchstleistungen auflaufen. Er gibt jeder Rolle ihre ganz eigene Stimme und vermag es dabei, selbst die Emotionen der Akteure zu intonieren.
Die Monster, die ich rief ist ein Hörbuch für Freunde der derben Urban Fantasy, die sich nicht scheuen, einen anderen Ansatz realisiert zu hören – das betrifft vor allem, was das Auftreten der magischen Rassen angeht. Uns hat die Geschichte gut gefallen.
Etwas erschöpfend und langatmig sind die vielfältigen Beschreibungen zu Waffenarten und -baustücken, die in dieser Art sicher nur der Fachfreund interessant findet. Kurz vor dem epischen Lovecraft-meets-Hellboy-Finale gibt es eine langatmige Stelle, bei der wir gern vorgespult hätten.
Natürlich darf man von der Geschichte in Summe keinen hohen Anspruch erwarten, diesen will sie aber auch gar nicht erreichen. Sie will Spannung erzeugen, den Hörer mitreißen und ihn schauerlich gruseln lassen.
Alles in allem geben wir dennoch eine Hörempfehlung. Owen Pitt, wir freuen uns auf dein nächstes Abenteuer!

Mit Tendenz nach Oben
Artikelbild: Audible
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Reingehört: Die Monster, die ich rief (Larry Correia) – derbe Urban-Fantasy-Monsterjagd für Waffennarren

SPIEL 2017: Mantikore Verlag – Endlich ist die Drachenkampagne da!

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Quelle: www.teilzeithelden.de SPIEL 2017: Mantikore Verlag – Endlich ist die Drachenkampagne da!