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Angeschaut: Bright (Netflix) – Urbane EDO-Fantasy für die Massen

Angeschaut: Bright (Netflix) – Urbane EDO-Fantasy für die Massen
Bright, eine Netflix-Produktion, ist derzeit in aller Munde und wird vor allem in den sozialen Medien heiß diskutiert. Einige nennen ihn einen Shadowrun-Film, andere erfreuen sich an der Fantasy-Welt, aber die „offiziellen“ Kritiken sind nicht gut ausgefallen. Henning hat Bright nochmal genau angesehen und sich eine Meinung dazu gebildet.
Der Hintergrund
Bright spielt in der heutigen Zeit und Welt, allerdings gehören Elfen, Orks und andere Fantasiewesen zum Alltag. Auch andere aus der Fantasy bekannte Elemente haben großen Einfluss auf das alltägliche Wesen.
Der Einfluss von Magie auf die Entwicklung der Welt wiederum ist gering: Sie existiert zwar, ist aber an den Einsatz von Zauberstäben, sogenannten Wands, gebunden. Wands sind an sich schon selten, und ihr Einsatz ist nur wenigen Personen, sogenannten Brights, möglich. Die meisten Brights sind Elfen, es gibt aber auch einige wenige Menschen, die diese Fähigkeit entwickeln.
Elfen haben ihr magisches Talent genutzt, um sich an die Spitze der Gesellschaft zu setzen. Die Orks haben sich vor mehr als zweitausend Jahren in einem großen Krieg dem Dunklen Lord, einem mysteriösen Oberbösewicht, angeschlossen, wurden aber gemeinsam mit diesem geschlagen. Noch heute trauen ihnen deshalb nur wenige. Sie werden höchstens für niedere Drecksarbeiten eingesetzt und somit als notwendiges Übel betrachtet. Während die Elfen einen eigenen, abgeriegelten Stadtbezirk haben, kämpfen Ork-Gangs mit anderen Gangs um die Kontrolle der Straße.
Die Story
Im Stil eines typischen Buddy-Movie begleitet Bright den Cop Daryl Ward und seinen unbeliebten Ork-Partner Nick Jakoby. Jakoby hat es nicht geschafft, einen Schützen zu fassen, der Ward angeschossen hat, was seinen ohnehin schweren Stand innerhalb der Polizei und speziell gegenüber Ward noch verschlimmert.
Die Beiden werden zu einem einfachen Einsatz wegen Lärmbelästigung gerufen und stoßen auf einen Schauplatz offensichtlicher Magieanwendung. Als sie hier die junge Elfe Tikka und einen Zauberstab finden, eskaliert die Situation und stürzt die beiden in einen Strudel von Geschehnissen.
Die gesamte Story folgt ab hier leider dem vorhersehbaren Muster der Buddy-Movies, die Einmischung der Fantasy-Welt bringt aber ausreichend Abwechslung, um sie interessant zu machen. Der Hintergrund trägt den Film.
Schön: Der dunkle Lord, von dem die ganze Zeit geredet wird, ist nicht der Endgegner des Filmes, sondern ein Teil des Hintergrundes, und stellt somit auch weiterhin eine konstante Bedrohung in dieser Welt dar.
Darsteller
Will Smith (Men In Black, I Am Legend, I – Robot) spielt Daryl Ward professionell, aber nicht herausragend. In einigen Szenen kann er glänzen, in anderen spielt er leider zu sehr Will Smith.
Joel Edgerton (The Gift, Warrior, Der große Gatsby) porträtiert Nick Jakoby, einen Ork, der zwischen Polizei und Ork-Gemeinschaft steht, aber von beiden nicht vollständig akzeptiert wird. Man nimmt ihm den ständigen Kampf um Anerkennung ab.
Lucy Fry (11.22.64 – Der Anschlag, Mr. Church) spielt Tikka, eine Elfe, die von den Cops gerettet wird und sich ihnen notgedrungen anschließt. Da sie nur elfisch spricht und deshalb Kommunikationsprobleme auftreten, erinnert ihre Rolle streckenweise stark an Leeloo aus Das Fünfte Element.
Noomi Rapace (Sherlock Holmes – Spiel im Schatten, Verblendung) spielt Leilah, die Antagonistin des Filmes. Sie ist eine Bright, die ihren Wand sucht und dafür über Leichen geht. Leilah ist eine Inferni, eine entrückte, von Magie korrumpierte Elfe, die genau weiß, was sie will – und diese Rolle nimmt man Noomi Rapace voll und ganz ab.
Die Nebendarsteller überzeugen durchweg in ihren Rollen, auch wenn einige dieser Rollen, passend zum Film, etwas zu stereotypisch angelegt sind.

Inszenierung
Die Geschichte des Filmes spielt in einer ausgearbeiteten Welt, die den Eindruck macht, dass sie auch dort existiert, wo die Kamera gerade nicht hinschaut. Kleinigkeiten am Rande der Szenen, Handlungen im Hintergrund und das generelle Design beleben die Szenen, und Andeutungen vergangener Ereignisse und alte Prophezeiungen bilden ein Fundament, auf dem man mehr als nur diese eine Geschichte erzählen kann – und hoffentlich auch wird: Bright II wurde vor kurzem offiziell angekündigt.
Die Atmosphäre des Filmes wird durch einen grandiosen Soundtrack getragen, der sich die meiste Zeit genau zu den richtigen Zeiten in den Vordergrund spielt oder eben zurücknimmt und somit durchgängig das Tempo des Filmes bestimmt. Stellenweise erinnert er jedoch auch an Two Steps From Hell – und ist dementsprechend auch mal eine Spur zu episch.
Der Film zeigt gute Action-Sequenzen, bei denen leider auch deutlich wird, welcher Schauspieler sich bewegen kann und welcher schnelle Schnitte braucht. Und eine zu lange Verfolgungsjagd darf natürlich auch nicht fehlen. Insgesamt kann man der Action aber gut folgen und wird durchgehend unterhalten.
Negativ fällt auf, dass sich die Charaktere in mehreren Szenen einfach nur gegenseitig anbrüllen, ohne einen Schritt weiterzukommen. Es scheint, als würde derjenige den Konflikt für sich entscheiden, der am lautesten schreit.
Ein Punkt im Script fällt besonders negativ auf, den verstecke ich aber besser in einem Spoiler-Kasten:
SpoilerTikka durchlebt mit den Cops mehrere lebensgefährliche Situationen, in denen sie versucht, die beiden in der Elfensprache zu warnen – was diese natürlich nicht verstehen. Am Ende des Filmes spricht sie dann auf einmal Englisch, weil sie, eigene Aussage, den beiden jetzt vertraut. Vielleicht ist das eine Fähigkeit der Elfen/Inferni, mit Leuten „magisch“ kommunizieren zu können, denen sie vertrauen – aber das wird im Film nicht klar, und so fragt sich der Zuschauer, warum sie die beiden in für sie lebensgefährlichen Situationen nicht auf Englisch gewarnt hat.Tikka durchlebt mit den Cops mehrere lebensgefährliche Situationen, in denen sie versucht, die beiden in der Elfensprache zu warnen – was diese natürlich nicht verstehen. Am Ende des Filmes spricht sie dann auf einmal Englisch, weil sie, eigene Aussage, den beiden jetzt vertraut. Vielleicht ist das eine Fähigkeit der Elfen/Inferni, mit Leuten „magisch“ kommunizieren zu können, denen sie vertrauen – aber das wird im Film nicht klar, und so fragt sich der Zuschauer, warum sie die beiden in für sie lebensgefährlichen Situationen nicht auf Englisch gewarnt hat.
Deutsch vs. Englisch
Das englische Original versucht, wie viele Cop-Movies, den Slang der Sprache einzufangen. Wir haben noch keinen Zähler mitlaufen lassen, aber ich behaupte, die Anzahl der beiläufig eingestreuten F-Worte, die umso höher ausfällt, je mehr sich ein Charakter beweisen muss, liegt im dreistelligen Bereich. Dies fällt als ziemlich nervig auf. Ansonsten sprechen die meisten Schauspieler durchweg verständlich, extreme Dialekte, abgesehen von Orkisch und Elfisch, beschränken sich auf ein Minimum.
Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen. Einige Übersetzungen fallen im direkten Vergleich auf, aber das ist normal. Stellenweise werden einfach englische Worte beibehalten, um Zusammenhänge, Überleitungen oder Wortwitze verständlich zu machen. Negativ fällt allerdings auf, dass Orks und Elfen zwar synchronisiert werden, während sie englisch sprechen – aber wenn sie Orkisch oder Elfisch sprechen, hört man die Stimme der Original-Schauspieler. Das ist teilweise etwas verwirrend.

Ist Bright ein Shadowrun-Film?
In den sozialen Medien wurde Bright von Rollenspiel-Fans nach dem ersten Trailer oft in Richtung Shadowrun eingeordnet. Hauptmotivation dafür dürfte das Vorkommen von Elfen und Orks in einer modernen, aber vermeintlich kaputten Welt sein. Genauer betrachtet stimmt diese Einordnung aber nicht, da einige zentrale Elemente von Shadowrun fehlen.
Bright spielt nicht in einer dystopischen Zukunft. Die eingesetzte Technik entspricht unserem heutigen Stand, Regierungen haben noch eine Bedeutung (zumindest in den USA) und die Macht in den Staaten wurde noch nicht von Konzernen übernommen.
Mit der fehlenden Technik fehlen natürlich auch stilgebende Elemente des Cyberpunk, also die Verbesserung des Menschen durch kybernetische Einbauten, die allumfassende Computermatrix oder Neon an jeder Straßenecke.
Orks, Elfen und alle anderen Geschöpfe gehören seit Urzeiten zum Weltbild dazu und sind nicht plötzlich aufgetaucht. Die Probleme mit den Orks stammen beispielsweise aus deren Vergangenheit, nicht aus Misstrauen gegenüber einer plötzlichen Mutation.
Erscheinungsbild/Umfang
Bright gibt es derzeit nur als Online-Stream beim Anbieter Netflix zu sehen.

Die harten Fakten:
Regie: David Ayer
Darsteller: Will Smith, Joel Edgerton, Noomi Rapace, Lucy Fry
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Deutsch/Englisch/Französisch/Italienisch/Türkisch
Format: Stream
Preis: Netflix
Bezugsquelle: Netflix-Abo

 
Fazit
Bright bietet eine interessante Welt mit Potential. Entgegen erster Vermutungen jedoch handelt es sich nicht um eine Welt, die sich bemüht, die sechste Welt von Shadowrun darzustellen. Die Parallelen zum Herren der Ringe sind da viel größer. 
Im Stil eines typischen Buddy-Movies treffen die Protagonisten (dargestellt von Will Smith und Joel Edgerton) auf eine große magische Bedrohung, derer sie Herr werden müssen. Die Welt wirkt ausgearbeitet und lebendig; sie kann durch Details überzeugen. Auch wenn es kleinere Logiklücken im Skript gibt und Teile der Handlung aus Action und Geschreie bestehen, konnte der Film uns größtenteils überzeugen.  Dennoch gibt es weitläufig uninspirierte Passagen.
Netflix hat mittlerweile eine Fortsetzung angekündigt.

Mit Tendenz nach Oben
Artikelbilder: Netflix
 

Bright, eine Netflix-Produktion, ist derzeit in aller Munde und wird vor allem in den sozialen Medien heiß diskutiert. Einige nennen ihn einen Shadowrun-Film, andere erfreuen sich an der Fantasy-Welt, aber die „offiziellen“ Kritiken sind nicht gut ausgefallen. Henning hat Bright nochmal genau angesehen und sich eine Meinung dazu gebildet.
Der Hintergrund
Bright spielt in der heutigen Zeit und Welt, allerdings gehören Elfen, Orks und andere Fantasiewesen zum Alltag. Auch andere aus der Fantasy bekannte Elemente haben großen Einfluss auf das alltägliche Wesen.
Der Einfluss von Magie auf die Entwicklung der Welt wiederum ist gering: Sie existiert zwar, ist aber an den Einsatz von Zauberstäben, sogenannten Wands, gebunden. Wands sind an sich schon selten, und ihr Einsatz ist nur wenigen Personen, sogenannten Brights, möglich. Die meisten Brights sind Elfen, es gibt aber auch einige wenige Menschen, die diese Fähigkeit entwickeln.
Elfen haben ihr magisches Talent genutzt, um sich an die Spitze der Gesellschaft zu setzen. Die Orks haben sich vor mehr als zweitausend Jahren in einem großen Krieg dem Dunklen Lord, einem mysteriösen Oberbösewicht, angeschlossen, wurden aber gemeinsam mit diesem geschlagen. Noch heute trauen ihnen deshalb nur wenige. Sie werden höchstens für niedere Drecksarbeiten eingesetzt und somit als notwendiges Übel betrachtet. Während die Elfen einen eigenen, abgeriegelten Stadtbezirk haben, kämpfen Ork-Gangs mit anderen Gangs um die Kontrolle der Straße.
Die Story
Im Stil eines typischen Buddy-Movie begleitet Bright den Cop Daryl Ward und seinen unbeliebten Ork-Partner Nick Jakoby. Jakoby hat es nicht geschafft, einen Schützen zu fassen, der Ward angeschossen hat, was seinen ohnehin schweren Stand innerhalb der Polizei und speziell gegenüber Ward noch verschlimmert.
Die Beiden werden zu einem einfachen Einsatz wegen Lärmbelästigung gerufen und stoßen auf einen Schauplatz offensichtlicher Magieanwendung. Als sie hier die junge Elfe Tikka und einen Zauberstab finden, eskaliert die Situation und stürzt die beiden in einen Strudel von Geschehnissen.
Die gesamte Story folgt ab hier leider dem vorhersehbaren Muster der Buddy-Movies, die Einmischung der Fantasy-Welt bringt aber ausreichend Abwechslung, um sie interessant zu machen. Der Hintergrund trägt den Film.
Schön: Der dunkle Lord, von dem die ganze Zeit geredet wird, ist nicht der Endgegner des Filmes, sondern ein Teil des Hintergrundes, und stellt somit auch weiterhin eine konstante Bedrohung in dieser Welt dar.
Darsteller
Will Smith (Men In Black, I Am Legend, I – Robot) spielt Daryl Ward professionell, aber nicht herausragend. In einigen Szenen kann er glänzen, in anderen spielt er leider zu sehr Will Smith.
Joel Edgerton (The Gift, Warrior, Der große Gatsby) porträtiert Nick Jakoby, einen Ork, der zwischen Polizei und Ork-Gemeinschaft steht, aber von beiden nicht vollständig akzeptiert wird. Man nimmt ihm den ständigen Kampf um Anerkennung ab.
Lucy Fry (11.22.64 – Der Anschlag, Mr. Church) spielt Tikka, eine Elfe, die von den Cops gerettet wird und sich ihnen notgedrungen anschließt. Da sie nur elfisch spricht und deshalb Kommunikationsprobleme auftreten, erinnert ihre Rolle streckenweise stark an Leeloo aus Das Fünfte Element.
Noomi Rapace (Sherlock Holmes – Spiel im Schatten, Verblendung) spielt Leilah, die Antagonistin des Filmes. Sie ist eine Bright, die ihren Wand sucht und dafür über Leichen geht. Leilah ist eine Inferni, eine entrückte, von Magie korrumpierte Elfe, die genau weiß, was sie will – und diese Rolle nimmt man Noomi Rapace voll und ganz ab.
Die Nebendarsteller überzeugen durchweg in ihren Rollen, auch wenn einige dieser Rollen, passend zum Film, etwas zu stereotypisch angelegt sind.

Inszenierung
Die Geschichte des Filmes spielt in einer ausgearbeiteten Welt, die den Eindruck macht, dass sie auch dort existiert, wo die Kamera gerade nicht hinschaut. Kleinigkeiten am Rande der Szenen, Handlungen im Hintergrund und das generelle Design beleben die Szenen, und Andeutungen vergangener Ereignisse und alte Prophezeiungen bilden ein Fundament, auf dem man mehr als nur diese eine Geschichte erzählen kann – und hoffentlich auch wird: Bright II wurde vor kurzem offiziell angekündigt.
Die Atmosphäre des Filmes wird durch einen grandiosen Soundtrack getragen, der sich die meiste Zeit genau zu den richtigen Zeiten in den Vordergrund spielt oder eben zurücknimmt und somit durchgängig das Tempo des Filmes bestimmt. Stellenweise erinnert er jedoch auch an Two Steps From Hell – und ist dementsprechend auch mal eine Spur zu episch.
Der Film zeigt gute Action-Sequenzen, bei denen leider auch deutlich wird, welcher Schauspieler sich bewegen kann und welcher schnelle Schnitte braucht. Und eine zu lange Verfolgungsjagd darf natürlich auch nicht fehlen. Insgesamt kann man der Action aber gut folgen und wird durchgehend unterhalten.
Negativ fällt auf, dass sich die Charaktere in mehreren Szenen einfach nur gegenseitig anbrüllen, ohne einen Schritt weiterzukommen. Es scheint, als würde derjenige den Konflikt für sich entscheiden, der am lautesten schreit.
Ein Punkt im Script fällt besonders negativ auf, den verstecke ich aber besser in einem Spoiler-Kasten:
SpoilerTikka durchlebt mit den Cops mehrere lebensgefährliche Situationen, in denen sie versucht, die beiden in der Elfensprache zu warnen – was diese natürlich nicht verstehen. Am Ende des Filmes spricht sie dann auf einmal Englisch, weil sie, eigene Aussage, den beiden jetzt vertraut. Vielleicht ist das eine Fähigkeit der Elfen/Inferni, mit Leuten „magisch“ kommunizieren zu können, denen sie vertrauen – aber das wird im Film nicht klar, und so fragt sich der Zuschauer, warum sie die beiden in für sie lebensgefährlichen Situationen nicht auf Englisch gewarnt hat.Tikka durchlebt mit den Cops mehrere lebensgefährliche Situationen, in denen sie versucht, die beiden in der Elfensprache zu warnen – was diese natürlich nicht verstehen. Am Ende des Filmes spricht sie dann auf einmal Englisch, weil sie, eigene Aussage, den beiden jetzt vertraut. Vielleicht ist das eine Fähigkeit der Elfen/Inferni, mit Leuten „magisch“ kommunizieren zu können, denen sie vertrauen – aber das wird im Film nicht klar, und so fragt sich der Zuschauer, warum sie die beiden in für sie lebensgefährlichen Situationen nicht auf Englisch gewarnt hat.
Deutsch vs. Englisch
Das englische Original versucht, wie viele Cop-Movies, den Slang der Sprache einzufangen. Wir haben noch keinen Zähler mitlaufen lassen, aber ich behaupte, die Anzahl der beiläufig eingestreuten F-Worte, die umso höher ausfällt, je mehr sich ein Charakter beweisen muss, liegt im dreistelligen Bereich. Dies fällt als ziemlich nervig auf. Ansonsten sprechen die meisten Schauspieler durchweg verständlich, extreme Dialekte, abgesehen von Orkisch und Elfisch, beschränken sich auf ein Minimum.
Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen. Einige Übersetzungen fallen im direkten Vergleich auf, aber das ist normal. Stellenweise werden einfach englische Worte beibehalten, um Zusammenhänge, Überleitungen oder Wortwitze verständlich zu machen. Negativ fällt allerdings auf, dass Orks und Elfen zwar synchronisiert werden, während sie englisch sprechen – aber wenn sie Orkisch oder Elfisch sprechen, hört man die Stimme der Original-Schauspieler. Das ist teilweise etwas verwirrend.

Ist Bright ein Shadowrun-Film?
In den sozialen Medien wurde Bright von Rollenspiel-Fans nach dem ersten Trailer oft in Richtung Shadowrun eingeordnet. Hauptmotivation dafür dürfte das Vorkommen von Elfen und Orks in einer modernen, aber vermeintlich kaputten Welt sein. Genauer betrachtet stimmt diese Einordnung aber nicht, da einige zentrale Elemente von Shadowrun fehlen.
Bright spielt nicht in einer dystopischen Zukunft. Die eingesetzte Technik entspricht unserem heutigen Stand, Regierungen haben noch eine Bedeutung (zumindest in den USA) und die Macht in den Staaten wurde noch nicht von Konzernen übernommen.
Mit der fehlenden Technik fehlen natürlich auch stilgebende Elemente des Cyberpunk, also die Verbesserung des Menschen durch kybernetische Einbauten, die allumfassende Computermatrix oder Neon an jeder Straßenecke.
Orks, Elfen und alle anderen Geschöpfe gehören seit Urzeiten zum Weltbild dazu und sind nicht plötzlich aufgetaucht. Die Probleme mit den Orks stammen beispielsweise aus deren Vergangenheit, nicht aus Misstrauen gegenüber einer plötzlichen Mutation.
Erscheinungsbild/Umfang
Bright gibt es derzeit nur als Online-Stream beim Anbieter Netflix zu sehen.

Die harten Fakten:
Regie: David Ayer
Darsteller: Will Smith, Joel Edgerton, Noomi Rapace, Lucy Fry
Erscheinungsjahr: 2017
Sprache: Deutsch/Englisch/Französisch/Italienisch/Türkisch
Format: Stream
Preis: Netflix
Bezugsquelle: Netflix-Abo

 
Fazit
Bright bietet eine interessante Welt mit Potential. Entgegen erster Vermutungen jedoch handelt es sich nicht um eine Welt, die sich bemüht, die sechste Welt von Shadowrun darzustellen. Die Parallelen zum Herren der Ringe sind da viel größer. 
Im Stil eines typischen Buddy-Movies treffen die Protagonisten (dargestellt von Will Smith und Joel Edgerton) auf eine große magische Bedrohung, derer sie Herr werden müssen. Die Welt wirkt ausgearbeitet und lebendig; sie kann durch Details überzeugen. Auch wenn es kleinere Logiklücken im Skript gibt und Teile der Handlung aus Action und Geschreie bestehen, konnte der Film uns größtenteils überzeugen.  Dennoch gibt es weitläufig uninspirierte Passagen.
Netflix hat mittlerweile eine Fortsetzung angekündigt.

Mit Tendenz nach Oben
Artikelbilder: Netflix
 

Quelle: www.teilzeithelden.de Angeschaut: Bright (Netflix) – Urbane EDO-Fantasy für die Massen

Rezension: Assassin’s Creed – In den Animus – ein Blick hinter die Kulissen (Zauberfeder Verlag)

Rezension: Assassin’s Creed – In den Animus – ein Blick hinter die Kulissen (Zauberfeder Verlag)




Quelle: www.teilzeithelden.de Rezension: Assassin’s Creed – In den Animus – ein Blick hinter die Kulissen (Zauberfeder Verlag)